Schmidt mit Dete

Work in progress

15. Februar 2017
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-02)

Es ist wieder Zeit für den allmonatlichen Lagebericht: Welche Themen und Aufgaben beschäftigen mich im Moment?

  • Die meiste Zeit widme ich gerade der Arbeit am Abschlußbericht für das Intermediäre-Projekt, der auf etwa 100 Seiten zusammenfassen soll, was wir in unserer qualitativen Studie zur Relevanz von Intermediären für die Meinungsbildung erarbeitet haben. Der Bericht soll spätestens am 8. März als Arbeitspapier des Hans-Bredow-Instituts online verfügbar sein, weil wir an dem Tag in Berlin bei der Veranstaltung „Ganz meine Meinung?“ einen kurzen Impulsvortrag beisteuern und dann gerne auf die kompletten Ergebnisse verweisen wollen.
  • Parallel dazu treffe ich gerade Vorbereitungen, um im Lauf der kommenden Monate die „Twitter Friend Repertoires“ von politischen Journalist/innen einerseits und von Bundestagsabgeordneten bzw. -kandidierenden andererseits untersuchen zu können. Diese Vorbereitungen beinhalten beispielsweise, unsere bereits vorliegenden Listen von Twitter-Accounts dieser Gruppen zu aktualisieren bzw. sie (im Fall der Kandidierenden) neu zusammen zu stellen, aber auch die Skripte einzurichten und zu testen, mit denen ich die Liste der Twitter Friends erhebe.
  • Ausserdem steht in wenigen Wochen ein Termin an, der für das gesamte Institut wichtig ist: Nachdem wir im vergangenen Jahr eine Bewerbung um Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft auf den Weg gebracht haben, kommt es nun zur ersten (von insgesamt zwei) externen Begehung. Konkret heisst das, dass uns eine Kommission der Leibniz-Gemeinschaft einen zweitägigen Besuch abstatten und (in verschiedenen Konstellationen) Gespräche führen wird; diese bereiten wir schon seit einiger Zeit gründlich vor, um für möglichst viele Fragen und Situationen gewappnet zu sein.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das Buch „Der (des)informierte Bürger im Netz“ von Wolfgang Schweiger – der Untertitel „Wie soziale Medien die Meinungsbildung verändern“ deutet schon an, dass es Fragen anspricht, die mich auch seit längerem umtreiben.

Work in progress

15. Januar 2017
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-01)

Auch 2017 will ich mit der „Mittendrin zur Monatsmitte“-Reihe gerne regelmäßig einen Einblick in meine laufenden Arbeiten geben. Es passt ganz gut, dass ich in diesen Tagen auch mein jährliches Mitarbeitergespräch mit den Institutsdirektoren habe, bei dem wir auf das vergangene Jahr zurück- und das begonnene Jahr ausblicken – was werde ich in diesem Rahmen ansprechen?

  • Seit 2011 werte ich zum Mitarbeitergespräch immer die Daten meiner Zeiterfassung des vergangenen Jahres aus, die ich mit Hilfe von toggl führe; für 2016 kann ich daraus unter anderem ablesen, dass ich etwas mehr als ein Drittel meiner Arbeitszeit mit Forschungsprojekten im engeren Sinn bestritten habe. Das Schreiben von Aufsätzen und anderen Publikationen (14 %), institutsinterne Koordination (Meetings etc., 13%), die Vorbereitung und das Halten von Vorträgen sowie das Bearbeiten von E-Mails aller Art (jeweils etwa 10 %) sind andere größere Arbeitsfelder gewesen. Gegenüber den Vorjahren ist der Anteil von „Projekte“ noch einmal leicht gestiegen, was insbesondere am Intermediärsprojekt liegt, das alleine schon 17 Prozent meiner Arbeitszeit beanspruchte. Die übrigen Anteile liegen in etwa auf dem Niveau der vorherigen Jahre und damit in Proportionen, die ich als sehr angenehm und produktiv empfinde.
  • Ein zweiter fester Bestandteil des Gesprächs ist, dass ich meine Liste mit Vorhaben aus dem Vorjahr daraufhin durchgehe, was ich abschließen konnte, was noch läuft, und was sich nicht hat realisieren lassen. Auf der „geklappt/abgeschlossen“-Seite stehen da neben dem Intermediärsprojekt etwa auch die Mitarbeit am wissenschaftlichen Gutachten zum Kommunikations- und Medienbericht, das „Handbuch Social Media“ und die Expertise zu Social Media in der Wissenschaftskommunikation. Andererseits hatte ich mir Anfang vergangenen Jahres u.a. auch vorgenommen, zu den damals anstehenden Landtagswahlen „Twitter Friend Repertoire“-Analysen von Kandidierenden durchzuführen, und ich wollte eine Projektidee zu „Softwaresystemen und Partizipation“ zu einem DFG-Antrag ausarbeiten – diese Vorhaben, und noch einige andere kleinere Dinge, konnte ich leider nicht umsetzen.
  • Schließlich geht es im Mitarbeitergespräch natürlich immer auch um meine Planung für das beginnende Jahr. Auf meiner Liste (die ich dann in 2018 wieder kritisch prüfen kann… :-)) stehen diesmal die „Aufräumarbeiten“ zum Intermediärsprojekt, das heißt das Fertigstellen des wissenschaftlichen Endberichts sowie zumindest ein oder zwei weiterer Publikationen, und die Entwicklung (und Durchführung) von Projektideen zur Bundestagswahl 2017 ganz oben auf meiner Agenda. Zu letzterem Themenbereich hatten wir bereits ein erstes institutsinternes Treffen und sind gerade dabei, einige Projektvorhaben so aufeinander abzustimmen, dass sie sich auch wechselseitig informieren und ergänzen können. Vermutlich kann ich dazu im Lauf der kommenden Monate mehr schreiben…

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das „Grünbuch Digitale Plattformen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, zu dem im Moment auf der oben verlinkten Dialogplattform auch noch Kommentare und Stellungnahmen abgegeben werden können.

 

Vorträge01

6. Januar 2017
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2017 (1)

Das neue Jahr hat bereits begonnen, schon werfen die ersten Vorträge und Konferenzreisen ihre Schatten voraus.

  • Am 9. Januar bin ich in Berlin beim Abendforum der Evangelischen Akademie zum Thema „Digitale Räume, Diskursverweigerung und die Akademien“. Ich werde dort eine Keynote halten, die den schönen Titel trägt: „Von Echokammern, Filterblasen und Algorithmen. Strukturwandel der Öffentlichkeit in der digitalen Gesellschaft“. Im Anschluss darf ich mit Gesche Joost und Ingo Dachwitz, moderiert von Paul Nolte, zu diesem Thema noch auf dem Podium diskutieren. Was für ein schöner Auftakt!
  • Eine Woche später, am 18. Januar, bin ich gleich nochmal in Berlin, um am „Ideenlabor gesellschaftliche Wirkung von Prozessen algorithmischer Entscheidungsfindung“ teilzunehmen, das die Bertelsmann-Stiftung veranstaltet und zu dem mich Konrad Lischka freundlicherweise eingeladen hat.
  • Am 13. Februar habe ich mal wieder die Gelegenheit, nach Bamberg zurückzukehren, nämlich zur „Zweiten Woche der jungen Forschung“. Ich werde einen Vortrag über „Die Rolle der sozialen Medien in der Wissenschaftskommunikation“ halten und an der anschließenden Podiumsdiskussion teilnehmen, u.a. auch mit Florian L. Mayer, meinem ehemaligen Kollegen von der FoNK.
  • Am 23.2. bin ich am Gymnasium Hochrad in Hamburg-Othmarschen zu Gast, um an einer Abendveranstaltung für Eltern und Lehrern zum Thema „Digitale Mündigkeit“ (Arbeitstitel) teilzunehmen. Zusammen mit Dorina Gumm (CCC Hamburg und FH Lübeck) werde ich über Herausforderungen und Potenziale digitaler Medien für Kinder und Jugendliche sprechen; mein Impulsvortrag hat im Moment den Arbeitstitel „Wie öffentlich ist das Internet eigentlich?“.
  • Am 8.3. geht es ein weiteres Mal nach Berlin – diesmal zu einer gemeinsamen Veranstaltung der medienanstalten und der LfM zur Rolle von Informationsintermediären für die Meinungsbildung. Ende November 2016 hatten wir ja bereits Ergebnisse aus unserem Forschungsprojekt im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt; diesmal wird es eine Veranstaltung für die breitere Öffentlichkeit sein, bei der auch Birgit Stark (Uni Mainz) und ihr Team eigene Ergebnisse vorstellt. Mehr Details über Ablauf etc. habe ich derzeit noch nicht, reiche ich aber gerne nach.
  • Ähnliches gilt auch für die DGPuK-Jahrestagung, die vom 30.3. bis 1.4. in Düsseldorf stattfinden wird: Wir werden einen Vortrag aus dem Intermediär-Projekt halten, genauer gesagt: „Informationsintermediäre und Meinungsbildung: Kommunikationsarchitektur, Relevanz und reflektierte Nutzung“. Wann das genau sein wird und mit wem zusammen wir eine Session bestreiten werden, steht im Moment aber noch nicht fest.

(tbc)

 

15. Dezember 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (16-12)

Wenn dieser Text zu lesen ist, habe ich es diesen Monat nicht geschafft, einen Blog-Eintrag zu meinen aktuellen Vorhaben und Baustellen zu schreiben… Die Kommentare können gerne dazu benutzt werden, mich zu verhöhnen, anzufeuern, zu ermuntern, oder mich durch demonstratives Schweigen zu strafen.

Elf Monate lang habe ich es geschafft, immer zum 15. des Monats mittags um 12 einen Blogeintrag zu veröffentlichen – und ausgerechnet im Dezember habe ich es verschwitzt, sodass der oben zu sehende Text veröffentlicht wurde (ich hatte im Januar schon alle Monatsbeiträge mit dem jeweils passenden Veröffentlichungsdatum angelegt.. :-)). So ganz unkommentiert will ich das Jahr dann aber doch nicht austrudeln lassen, deswegen kurz drei Dinge, die bei mir gerade anstehen – 2017 wird es mit der „Mittendrin zur Monatsmitte“ auf jeden Fall weitergehen:

  • Schon etwas her, aber hier noch gar nicht gebührend gewürdigt: Das „Handbuch Soziale Medien„, das ich mit Monika Taddicken herausgebe, ist nun auch in einer Print-Fassung erschienen.
  • Am 30.11. haben wir im Rahmen eines Pressetermins erstmals Ergebnisse aus dem „Intermediäre und Meinungsbildung“-Projekt präsentiert. Beim „Bredowcast„, dem Podcast des Hans-Bredow-Instituts, erzählen Lisa und ich von der Veranstaltung und unserem Projekt. Mittlerweile bereiten wir uns auf die zweite, etwas größer angelegte Veranstaltung vor, die am 8.3. stattfinden wird. Wenn alles klappt wie geplant, wird zu diesem Termin eine (kurze) Publikation vorliegen, die sich eher an ein allgemeines Publikum richtet, und wir werden den ausführlichen wissenschaftlichen Abschlußbericht fertiggestellt und als Arbeitspapier veröffentlicht haben.
  • Bis zum Jahresende will ich gemeinsam mit Katharina Kinder-Kurlanda, Christian Stegbauer und Nils Zurawski die Einreichungen begutachtet haben, die wir für die von uns herausgebene Sonderausgabe „Algorithmen, Kommunikation und Gesellschaft“ erhalten haben. Wir hoffen, dass die Aufsätze – durch die Bank sehr interessante und spannende Beiträge – dann im Frühjahr 2017 publikationsreif sind.

Und was lese ich gerade in der S-Bahn? „When the Algorithm itself is a Racist: Diagnosing Ethical Harm in the Basic Components of Software„, ein Aufsatz von Sandvig et al. im International Journal of Comunication zur Frage, wie Algorithmen aus ethischer Perspektive beurteilt werden können/sollten.

Work in progress

28. November 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Geburtstag im Social Web (2016)

Ich weiss nicht, ob dies schon die älteste Blogeintragsserie im deutschen Sprachraum ist – zumindest ist es die älteste Blogeintragsserie auf schmidtmitdete.de! Und nachdem jedes Jahr gefühlt mehr Leute auf diese Statistik Bezug nehmen („Diesmal gratuliere ich Dir über Kanal XYZ, damit das in Deiner Statistik auch auftaucht..“), kann ich auch schlecht mit der Tradition brechen, hier blogöffentlich die Frage zu beantworten: Über welche Wege haben mich dieses Jahr die Geburtstagsglückwünsche erreicht?geburtstag2016

  • Für Teenager und junge Erwachsene mag Facebook ja mittlerweile out sein, aber für wissenschaftliche Referenten in den besten Jahren (*aehem*) ist und bleibt es unverzichtbar… zumindest für Geburtstagsglückwünsche… sage und schreibe 97 Einträge hatte ich auf meiner Pinnwand!
  • Die persönlichen Mails haben sich mehr als verdoppelt (von 3 auf 7…) und auch die Direktnachrichten auf Facebook (6) und Twitter (3) sind etwas mehr geworden.
  • Alle anderen Kanäle blieben gleich oder gingen leicht zurück.

Aber wie jedes Jahr gilt, und das meine ich ernst: Ich habe mich über jeden Glückwunsch gefreut, egal wie er mich erreichte – danke vielmals!

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15. Oktober 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (16-10)

Diese Oktober-Ausgabe von „Mittendrin zur Monatsmitte“ fällt mit dem Beginn einer weiteren Elternzeit von mir zusammen: Bis Ende November habe ich andere Dinge zu tun als Medienforschung… Doch weil bis Ende 2016 einige Projekte, an denen ich beteiligt bin, abgeschlossen sein müssen, hatte ich in den vergangenen Wochen einiges zu tun:

In einem zweitägigen internen Team-Workshop habe ich mit Kolleg/innen das Material unserer „Intermediär-Studie“ gesichtet und zusammengefasst – angesichts der Transkripte von 6 Gruppendiskussionen und 18 Einzelinterviews war es durchaus herausfordernd, zugleich aber auch sehr ergiebig, sich so einen konzentrierten Zeitraum für die gemeinsame Diskussion und Analyse zu geben. Wir werden einen ersten Entwurf der Befunde Mitte November an den Auftraggeber (die medienanstalten) liefern und Ende November bei einem Pressegespräch die Ergebnisse präsentieren; ich kann jetzt schon verraten, dass das sehr spannend wird!

Für das wissenschaftliche Gutachten zum Kommunikations- und Medienbericht habe ich erste Versionen von Teilkapiteln verfasst, u.a. zu Social-Media-Intermediären und zu Streamingplattformen. Auch hier ist Ende November der Entwurf für den Endbericht fällig, an dem eine Reihe meiner Kolleg/innen am Institut beteiligt sind.

Die erste Oktoberwoche war ich noch dazu komplett „außer Haus“, nämlich in Berlin. Zum einen stand die Tagung „The Rule of Algorithms“ an, die das HBI zusammen mit dem Fachbereich Informatik der Uni Hamburg organisiert hatte; einen Tag lang diskutierten wir erst in kleinerer wissenschaftlicher Runde, dann bei einer öffentlichen Veranstaltung über die Bedeutung algorithmischer Entscheidungsfindung und Ansatzpunkte für ihre gesellschaftliche Gestaltung. Zum anderen fand die Jahrestagung der Association of Internet Research unter dem Motto „Internet Rules!“ statt, bei der das HBI Ko-Organisator war. Ich hatte längst nicht so viel mit der Organisation zu tun wie Cornelius Puschmann, (der seit dem 1.10. übrigens auch als Senior Researcher unser Team am HBI verstärkt) und konnte mich auf die Vorträge und Keynotes konzentrieren, die ich fast durchgängig sehr anregend fand. Es gab ein beeindruckendes (angesichts der wissenschaftlichen Qualität aber auch völlig gerechtfertigtes) Medienecho auf die AOIR-Tagung, u.a. mit Berichten im Tagesspiegel , der Süddeutschen Zeitung und im Guardian. Und wie es sich für eine Internetforschung-Tagung gehört: Einen sehr aktiven hashtag #aoir2016 und mindestens zwei eigene Twitterbots.

Das waren also die größeren Baustellen – ich freue mich auf die kommenden Wochen, die sicherlich nicht weniger aufregend und ereignisreich werden, aber… anders! :-)

Und was werde ich in der Elternzeit lesen? Hoffentlich einige gute SF-Romane, u.a. habe ich mir „Children of Time“ vorgenommen.

Work in progress

15. September 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (16-09)

Eigentlich könnte ich es mir diesen Monat leicht machen und einfach den „Mittendrin zur Monatsmitte“-Beitrag aus dem August kopieren, denn die wesentlichen Baustellen sind die gleichen:

Deutlich stärker noch als im August erlebe ich mittlerweile aber den Druck einer Deadline ganz eigener Art: Mitte Oktober werde ich einen weiteren Elternzeitmonat nehmen, und wenn ich im November zurückkomme, sind es nur noch wenige Tage bis zur Präsentation des Intermediär-Projekts (am 30.11. in Berlin) sowie zur Deadline für die erste Fassung des Kommunikations- und Medienberichts. Dies wiederum bedeutet, dass ich meine Aufgaben in diesen Projekten im Wesentlichen bereits Mitte Oktober abgeschlossen haben muss – und weil ja Anfang Oktober die AOIR inkl. begleitender Veranstaltungen eine ganze Woche beansprucht, schnurrt dieser Zeitraum noch weiter zusammen.

Ich probiere deswegen im Moment eine für mich neue Strategie aus: Ich habe bereits im August in meinem Terminkalender alle Wochen bis zur Elternzeit durchgeplant und dabei einzelne Tage entweder den beiden großen Projekten zugeordnet (da mache ich dann auch nichts anderes) oder aber für Meetings und „Vermischtes“ (Arbeit an ausstehenden reviews; meetings; etc.) vorgesehen. Bislang klappt das ganz gut; mal sehen, wie es sich gestaltet, wenn der Elternzeit-Stichtag dann noch näher rückt.. :-)

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? Aufgrund der oben geschilderten drängenden Verpflichtungen gerade leider nichts ohne direkten Verwertungszusammenhang (wie sonst oft), sondern u.a. die Korrekturfahnen für die Printfassung des „Handbuch Soziale Medien„, das ich mit Monika Taddicken herausgebe. Die müssen am 19.9. wieder beim Verlag sein, damit das Buch dann im Oktober (toi toi toi!) erscheinen kann.. :-)

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13. September 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Beitrag im Handbuch Medien- und Informationsethik

In diesen Tagen habe ich das Belegexemplar des „Handbuch Medien- und Informationsethik“ erhalten, das Jessica Heesen (Tübingen) herausgegeben hat. Ich konnte bislang nur einen sehr kursorischen Blick auf die Texte des Handbuchs werfen, bin aber von der Breite der behandelten Themen beeindruckt: Insgesamt 48 Beiträge in acht thematischen Abschnitten widmen sich Aspekten von „Technikethik“ über „Anwaltschaftlicher Journalismus“ und „Hackerethik“ bis zu „Algorithmen“ (von der geschätzten Kollegin Nele Heise).

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Mein Beitrag befasst sich mit der „Ethik des Internets“; seine Kernthese ist, dass das Internet als Hybridmedium unterschiedliche Kommunikationsmodi – das „Publizieren“, die „Konversation“ sowie die „Mensch-Maschine-Interaktion“ – unterstützt, die jeweils eigene ethische Probleme aufwerfen bzw. Abwägungen erforderlich machen.

Schmidt, Jan-Hinrik (2016): Ethik des Internets. In: Jessica Heesen (Hrsg.): Handbuch Medien- und Informationsethik. Stuttgart: J.B.Metzler. S. 284-292. [preprint]

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15. August 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (16-08)

Von Sommer kann man im Moment ja nicht wirklich reden, deshalb gibt es für mich dieses Jahr auch keine großen Sommerferien, sondern nur eine kurze Woche Urlaub – und jede Menge laufende Vorhaben und Baustellen. Was mache ich gerade so?

  • Einen Großteil meiner Zeit fließt weiterhin in das Intermediäre-Projekt. Der erste wesentliche Auswertungsschritt ist, die leitfadengestützten Gespräche zu Gruppen- und Einzelfallportraits zu verdichten. Zur Erinnerung: Wir haben sechs Gruppen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Graden des gesellschaftlichen Engagements befragt, und zudem aus jeder Gruppe drei Mitglieder für vertiefende Einzelgespräche rekrutiert. Die Gruppenportraits fassen die wesentlichen Merkmale der Gruppe als kommunikative Figuration zusammen, d.h. wir beschreiben die Akteurskonstellation, das Medienensemble und exemplarische kommunikative Praktiken der Meinungsbildung, bei denen Intermediäre wie Facebook oder WhatsApp eine prägende Rolle spielen. Die Einzelfallportraits gehen dann in die Tiefe und beschreiben das Informationsrepertoire der jeweiligen Person mit einem Fokus auf der Stellung von Intermediären darin; hinzu kommen Einschätzungen über den Wissensstand und Reflexionsgrad im Hinblick auf die Funktionsweisen der Intermediäre (z.B. zu Personalisierungs- und Empfehlungsmechanismen) sowie erneut beispielhafte Praktiken der Meinungsbildung über & mit Intermediären. Weitere Auswertungsschritte folgen, um dann gruppen- bzw. fallübergreifende Aussagen über die Bedeutung von Intermediären für die Meinungsbildung treffen zu können. Aber bereits die Portraits werden eine sehr reichhaltige und anschauliche Lektüre bieten…
  • Die zweite Baustelle, die mehr und mehr Zeit fordert, ist das wissenschaftliche Gutachten für den Kommunikations- und Medienbericht der Bundesregierung. Hier geht es derzeit vor allem noch darum, die Arbeit der vielen studentischen Mitarbeiter/innen zu koordinieren, die Daten und Studien recherchieren und Tabellen aktualisieren. In den kommenden Wochen werde ich dann aber verstärkt damit zu tun haben, die Analyse drumherum zu verfassen (natürlich auch nicht alleine, sondern mit mehreren meiner Kolleg/innen am Institut).
  • In den vergangenen Wochen hatte ich aber auch immer wieder mit Christian Nuernbergk von der LMU München Kontakt, weil wir uns gemeinsam mit der Twitter-Nutzung von Bundespressekonferenz-Journalist/innen auseinandersetzen. Uns geht es zum einen um eine aktuelle Bestandsaufnahme zum Stellenwert, den Twitter für die journalistische Arbeit dieser Gruppe hat, zum anderen aber auch um Bezüge zu politischen Akteuren, d.h. vor allem zu Bundestagsabgeordneten. Wir kombinieren dazu zwei methodische Ansätze: Eine Online-Befragung unter den Mitgliedern der Bundespressekonferenz, die Christian Nuernbergk federführend betreute, ist mittlerweile abgeschlossen (und erzeugte erste Resonanz :-)); hinzu kommen Analysen des „Twitter Friend Repertoires“ dieser Gruppe, also der Muster in den Accounts, denen die Journalist/innen auf Twitter folgen. Wir haben auch schon mehrere konkrete Fragestellungen identfiziert, die wir vermutlich zu Konferenzvorträgen ausarbeiten werden, aber das ist im Moment noch nicht spruchreif.
  • Apropos Konferenzen: Inzwischen ist das Programm der AOIR 2016 veröffentlicht, die Anfang Oktober in Berlin stattfindet und vom HBI ko-organisiert wird. Ich bin als Co-Author an einem Beitrag zu „News Sharing on Twitter“ beteiligt (bin aber, wie ich tatsächlich gerade erst merke, in einer parallelen Session als Moderator eingespannt.. :-/) und Teil einer Panel Session zu „Algorithmic Personalization and Digital Traces„, wo es u.a. auch um unseren Ansatz der Twitter Friend Repertoires gehen wird. Es ist zwar noch eine Weile hin, aber die Vorfreude auf die Tagung steigt schon!

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. den Aufsatz „Disconnected, fragmented, or united? a trans-disciplinary review of network science“ von C. Hidalgo, der einen kompakten und erhellenden Überblick der unterschiedlichen Zugänge der Netzwerkforschung gibt, wie sie die Sozialwissenschaften einerseits und die Naturwissenschaften andererseits vertreten.

 

 

 

Nach der Arbeit

5. August 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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5 Jahre Scientipps!

Kaum zu glauben – die #scientipps-Tipprunde geht schon in die fünfte Bundesliga-Saison – der letzte HSV-Trainer, der das geschafft hat, war Ernst Happel, Gott hab‘ ihn selig!

Wie in den letzten Jahren gibt es auch für die Bundesliga-Saison 2016/2017 wieder eine Tipprunde mit wissenschaftlichen Preisen und generischem Femininum1. Ich freue mich über viele Mittipperinnen – wer neu einsteigen möchte, kann sich auf dieser Seite bei kicktipp.de anmelden. Die Regeln des Tippspiels sind auf einer eigenen Blog-Unterseite niedergeschrieben, sodass mir an dieser Stelle eigentlich nur bleibt, die Pokale und Preise vorzustellen. Mich freut, dass sich wieder eine illustre Runde von Wissenschaftlerinnen bereit erklärt hat, Grundlegendes, Horizonterweiterndes und Skurriles aus ihrem Belegexemplarschrank zu stiften (an dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Damen Bieber, Bruns, Hohmann, FaasMende und Weller).

(1) Der Scientipps Grand Prix

Am Ende der Saison (inklusive Relegation, DFB-Pokalfinale und Ende der 2. Liga) entscheidet der Punktestand; die drei Erstplatzierten unter den aktiven Tipperinnen erhalten folgende Preise (bei Gleichstand entscheidet das Los):

  1. Preis: Drei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste
  2. Preis: Zwei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. Preis gewählten Bücher)
  3. Preis: Ein Buch nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. und 2. Preis gewählten Bücher – also das, das übrig bleibt)

Die Bücher:

Daneben gilt es eine Reihe von Sonderpreisen zu ergattern, die zum Teil (#2) auch schon während der laufenden Saison vergeben werden:

(2) Die „Faas’sche Wundertüte“

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer wird Herbstmeisterin?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x ein Überraschungspreis von Faas
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(3) „Snurb’s dynamic down under cup“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die letzten drei Plätze?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Weller, Bruns et al. (2014): Twitter & Society [als eBook]
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 (4) „Dr Bieber’s most daring tipper special trophy“

  • Sonderpreis für das torreichste korrekt vorausgesagte Spiel: 1x ein Überraschungspreis von Bieber
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(5) Jannes „Siegen ist nicht alles“-Prämie

  • Sonderpreis für die meisten Punkte aus Spieltagssiegen: 1x Mende (2015): Kultur als Menschenrecht
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(6) kwelle’s Zusatzherausforderung: „Nie mehr zweite Liga!“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die ersten drei Plätze in der zweiten Bundesliga?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x König, Stahl, Wiegand (Hrsg.) (2014): Soziale Medien. Gegenstand und Instrument der Forschung.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(7) Hohses „Das ganze Leben ist ein Spiel“-Trophäe

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wo findet der erste Trainerinnenwechsel statt?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x zwei Ausgaben von WASD, dem „Bookazine für Gameskultur„.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(8) Der „Vorne hilft uns der liebe Gott“ Gedächtnis-Pokal

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Welche Mannschaft stellt die Torschützenkönigin?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x die Ausgabe 3/2002 von „Communicatio Socialis. Internationale Zeitschrift für Kommunikation in Religion, Kirche und Gesellschaft“.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

Muss ich noch extra erwähnen, dass der Rechtsweg ausgeschlossen ist? Ja? Also: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Spaß beim Tippen, und möge die beste Tipperin gewinnen!

  1. Männer sind bei den Formulierungen also immer mit gemeint.

15. Juli 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (16-07)

Im heutigen Beitrag aus der „Mittendrin zur Monatsmitte“ geht es wirklich um „Mittendrin“-Momente, denn verschiedene Vorhaben laufen gerade parallel zueinander:

  • Da ist erstens das Intermediäre-Projekt, bei dem weiterhin die Feldphase läuft, wir aber parallel bereits in die qualitative Auswertung einsteigen. Konkret bedeutet das, dass unsere studentischen Mitarbeiter/innen im Projekt die bereits vorliegenden Transkripte aus Gruppendiskussionen und Einzelinterviews für die Bearbeitung in MaxQDA aufbereiten (d.h. vor allem: pseudonymisieren und unklare Stellen nachprüfen) und dann erste Codierungen vornehmen, z.B. Textstellen daraufhin markieren, ob bzw. welche Online-Intermediäre zur Sprache kommen. Weil in den Gesprächen sehr viel mehr interessante Aspekte und Themen rund um Meinungsbildung & Online-Intermediäre zur Sprache kommen, als wir für den Bericht werden auswerten können, zurren wir parallel dazu gerade die wesentliche Struktur des Endberichts fest, die uns einen Rahmen für die Aufbereitung und Auswertung der Befunde geben wird.
  • Zweitens bin ich in die Erstellung eines größeren Gutachtens eingebunden, das unser Institut für den Kommunikations- und Medienbericht der Bundesregierung erstellt. Unsere Aufgabe ist, die Lage „der Medien“ in Deutschland (klassische Print- und Rundfunkangebote genauso wie digitale Medien; zudem eine Reihe von Querschnittsfragen wie Werbemarkt oder Jugendmedienschutz) aus den vergangenen Jahren übersichtsartig darzustellen, d.h. vorliegende Daten und Befunde zu verdichten sowie übergreifende Entwicklungen zu diskutieren. Klingt nach viel? Ist es auch :-)
  • Drittens steht just in diesen Tagen die Koordination der Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft zu „Algorithmen, Kommunikation und Gesellschaft“ an. Auf unseren Call hatten wir fast 15 Einreichungen von abstracts erhalten, die wir im Herausgeberkreis gesichtet haben und uns nun noch abstimmen müssen, ob und gegegebenfalls mit welchen Anregungen wir um die Ausarbeitung eines vollständigen Papers bitten. Soviel kann ich jetzt schon verraten: Es sind viele sehr spannende Vorschläge dabei, und das Thema „Filterblase“ spielt eine große Rolle…

Und was lese ich gerade in der S-Bahn? Ganz oben auf dem Stapel liegt „Political Turbulence„, das unsere Institutsbibliothek unlängst angeschafft hat. Ich habe noch nicht näher reingeschaut, aber das Versprechen – eine Verbindung von „Data Science“ und politikwissenschaftlicher Analyse, um neue Formen internetbasierter Partizipation besser beschreiben und erklären zu können – klingt spannend.

Work in progress

15. Juni 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (16-06)

Nach zwei elternzeitbedingt eher ruhigen Monaten gibt es wieder mehr zu berichten. Woran arbeite ich gerade?

Oberste Priorität hat das Projekt zur Rolle von Online-Intermediären in der Meinungsbildung, das mittlerweile deutlich an Fahrt aufgenommen hat: Wir sind mitten in der Feldphase, d.h. wir führen derzeit Gruppendiskussionen und Einzelinterviews durch, um näher zu ergründen, wie Menschen unterschiedlichen Alters im Internet Informationen zu gesellschaftlich relevanten Themen auffinden und mit anderen diskutieren. Ich kann zu den Befunden noch nichts Näheres sagen, aber könnte mir vorstellen, in einigen Wochen mal etwas zu der Methode der Netzwerkkarten zu schreiben, die wir im Zuge der Interviews einsetzen.

Zum Thema „Intermediäre“ bin ich passenderweise heute in Berlin beim „Sommerforum Medienkompetenz“ der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg: Ich gebe einen kurzen Input und diskutiere am Nachmittag mit Robert Behrendt und Dagmar Unz darüber, welche Kompetenzen die gegenwärtige Medienlandschaft für die Meinungsbildung voraussetzt. Hier die Folien:

Auch sehr interessant in diesem Zusammenhang: Meine Kollegen Sascha Hoelig und Uwe Hasebrink haben in den letzten Wochen den deutschen Länderbericht (.pdf) des „Reuters Institute Digital News Survey 2016“ zusammengestellt und mir netterweise vorab zu lesen gegeben. Die Studie liefert Befunde, die repräsentativ für die deutsche Internetnutzerschaft sind und für eine Vielzahl von aktuellen Debatten hilfreich sein können; von allgemeinen Trends des Informationsverhaltens über Fragen des Vertrauens in Nachrichten(medien) und die Nutzung sozialer Medien um Nachrichten zu kommentieren oder weiterzuleiten bis hin zur Zahlbereitschaft für Nachrichten online.

Eine Lektüre des Berichts lohnt sich auf jeden Fall; ich will hier kurz auf einen sehr interessanten Aspekt eingehen, den ich auch mit den Kollegen diskutiert habe: In Abschnitt 3.3 geht es um die Einschätzungen der Befragten zu Auswahlmechanismen für Nachrichten. Eingeleitet wurden diese Fragen wie folgt: „Jede Nachrichten-Website, mobile App oder jedes soziale Netzwerk trifft Entscheidungen darüber, welcher Inhalt Ihnen angezeigt wird. Die Entscheidungen können von Redakteuren und Journalisten oder von Computer-Algorithmen getroffen werden, die Informationen darüber analysieren, welche anderen Inhalte Sie genutzt haben oder was Sie und Ihre Freunde auf sozialen Netzwerken geteilt oder womit Sie interagiert haben.“ (S. 45) Drei Varianten sollten eingeschätzt werden (Hervorhebung durch mich):

  1. Journalistische Selektion („Die Auswahl von Berichten für mich durch Redakteure und Journalisten ist ein guter Weg, Nachrichten zu erhalten“): 36% eher oder volle Zustimmung, 38% Unentschiedene, 26% eher oder volle Ablehnung.
  2. Algorithmische Selektion I („Die automatische Auswahl von Berichten für mich auf der Grundlage der von mir früher abgerufenen Informationen ist ein guter Weg, Nachrichten zu erhalten“): 36% eher oder volle Zustimmung, 39% Unentschiedene, 26% eher oder volle Ablehnung.
  3. Algorithmische Selektion II („Die automatische Auswahl von Berichten für mich auf der Grundlage der von meinen Freunden abgerufenen Informationen ist ein guter Weg, Nachrichten zu erhalten“): 23% eher oder volle Zustimmung, 41% Unentschiedene, 36% eher oder volle Ablehnung.

Diese Befunde sind m.E. mehrfach interessant. Erstens fällt der hohe Anteil der Unentschiedenen auf, was dafür sprechen kann, dass es sich um eine Frage handelt, über die sich die Befragten keine eindeutige Meinung gebildet haben bzw. nicht bilden können. Zweitens sind bei allen drei Varianten keine großen Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen erkennbar, allenfalls einige wenige Prozentpunkte mehr oder weniger. Drittens lassen sich offensichtlich auch keine Muster erkennen, dass journalistische Selektion und algorithmische Selektion als Gegensätze aufgefasst würden, also jemand nur das eine oder nur das andere für begrüßenswert hält. Im Bericht wird das nicht entsprechend ausgewiesen, aber mir wurde mündlich berichtet, dass die Antworten zu Statement 1 und 2 wohl recht hoch positiv korrelieren. Sprich: Wer journalistische Selektion für eher gut hält, hält auch algorithmische Selektion für eher gut, und umgekehrt. Ein interessanter nächster Schritt wäre, diesen Zusammenhang etwas näher zu ergründen – gilt er wirklich für alle Befragten oder lassen sich Gruppen erkennen, die ausschließlich das eine oder das andere befürworten würden?

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. „Kultur der Digitalität“ von Felix Stalder; eine sehr interessante Analyse der gegenwärtigen „digitalen Situation“, die u.a. auf drei Grundformen der Referentialiät, der Gemeinschaftlichkeit und der Algorithmizität zurückgeführt wird.

Vorträge01

10. Juni 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2016 (1)

Es ist schon eine Weile her, dass ich den letzten Überblick zu anstehenden Vorträgen gegeben habe – es wird also Zeit für eine neue Übersicht! Folgende Termine stehen bei mir in den kommenden Monaten an:

  • Es geht los mit einem Beitrag, den ich am kommenden Mittwoch, 15.6., in Berlin beim „Sommerforum Medienkompetenz“ der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg halte.  Der Titel des 20-minütigen Input-Vortrags ist „Soziale Medien als Intermediäre der Meinungsbildung und Nachrichtenvermittlung“; am Nachmittag werde ich zudem mit Robert Behrendt und Dagmar Unz auf dem Podium darüber diskutieren, welche Kompetenzen die gegenwärtige Medienlandschaft für die Meinungsbildung voraussetzt. [U] Die Veranstaltung ist mittlerweile vorbei; meine Präsentation steht auf Slideshare zum Abruf bereit.

Danach ist erstmal wieder (selbstgewählte) lange Pause, bevor es im Herbst einige weitere Termine gibt.

[Update 7.9.2016: Ich habe die Liste um einige Punkte [U] ergänzt bzw. korrigiert.]

  • [U] Am 8.9. bin ich bei einem (nicht-öffentlichen) Social-Media-Workshop des NDR in Hamburg. Ich werde einen einleitenden Impulsvortrag zu „Soziale Medien: Praktiken und persönliche Öffentlichkeiten“ beisteuern und anschließend auch noch bei einer Podiumsdiskussion Rede & Antwort stehen
  • Am 22/23.9 findet in Frankfurt a. M. auf der Tagung „Privatheit und Demokratie“, die das von der Volkswagenstiftung geförderte Projekt „Strukturwandel des Privaten“ durchführt. Ich werde dort einen Vortrag zum Thema „Soziale Medien, Öffentlichkeit und Privatheit“ halten.
  • Zeitgleich dazu findet in Antwerpen die RIPE2016-Konferenz statt, die sich mit „Public Service Media In a Networked Society“ befasst. Zwar werde ich es nicht einrichten können, zugleich in Frankfurt und Antwerpen zu sein – aber als Ko-Autor eines Papers mit dem Titel „An Algorithmic PSM Diversity Diet“ werde ich zumindest dem Geiste nach vertreten sein. Das Paper, das ich zusammen mit Jannick Kirk Sorensen von der Aalborg University verfasse, wird sich mit der Frage auseinandersetzen, ob Algorithmische Empfehlungssysteme eine für Öffentlich-Rechtliche Medienanbieter geeignete Technologie sind, um Vielfalt zu fördern.
  • Am 29.09 steht dann was ganz anderes auf dem Programm: Für den Tag ist an der Sachsenwaldschule in Reinbek eine Podiumsdiskussion zur Rolle digitaler Medien im Leben von Jugendlichen geplant, und ich soll dort die Perspektive der Wissenschaft einbringen. [U] Der Termin ist leider abgesagt und wird möglicherweise 2017 nachgeholt
  • Vom 5. bis 8. Oktober schließlich findet in Berlin die „AOIR 2016“ statt, in die ich auch organisatorisch involviert bin; das Hans-Bredow-Institut ist neben dem Berliner HIIG lokaler Organisator. Eine Vortragseinreichung von mir zu den „Twitter Friend Repertoires“ wurde leider abgelehnt, aber ich bin als Ko-autor an einem Paper beteiligt, das sich mit „News Sharing on Twitter: A Nationally Comparative Study“ befasst, und werde an einem Panel teilnehmen, das einige Vorträge zum Thema „Caught in a feedback loop? Algorithmic personalization and digital traces“ versammelt.

[U] Von Mitte Oktober bis Mitte November bin ich nochmal einen Monat in Elternzeit; danach stehen (Stand heute…) noch drei Vorträge bis zum Jahresende an:

Nach der Arbeit

1. Juni 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Euroscientipps 2016 (mit Primzahlsensationsalgorithmus)

[Update 3.6.2016: Der Primzahlsensationsalgorithmus hat ergeben: Die Türkei wird Europameister! Nähere Details ganz unten am Ende dieses Beitrags.]

Kaum sind die Scientipps 2015/16 beendet, steht schon das nächste Großereignis vor der Tür: Die EM 2016, zu der ich eine Sonderausgabe des allseits beliebten Tippspiels mit wissenschaftlichen Preisen und generischem Femininum anbiete – die Euroscientipps (Link führt zur Anmeldung; alle interessierten Tipperinnen, ob Wissenschaftlerin oder nicht, sind  herzlich eingeladen!).

Während ich bei den regulären Bundesliga-Runden immer auch Preise von Kolleginnen schnorre stiften lasse, gibt es bei den Euroscientipps nur Trophäen aus meinem Belegexemplarschrank zu gewinnen – und zwar folgende Preise (Hinweis: als „aktive Tipperin“ gilt jede Teilnehmerin, die mindestens an acht der zehn „Spieltage“ inkl. Bonustipps teilgenommen hat):

(1) „Die invertierte Preispyramide“

Am Ende der EM (alle Spiele inklusive Bonus-Fragen) entscheidet der Punktestand; die drei Erstplatzierten unter den aktiven Tipperinnen erhalten folgende Preise (bei Gleichstand entscheidet das Los):

  1. Preis: Drei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste
  2. Preis: Zwei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der von der 1. Gewinnerin gewählten Bücher)
  3. Preis: Ein Buch nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der von der 1. und 2. Gewinnerin gewählten Bücher – also das, das übrig bleibt)

Die Bücher:

  • Ästhetik & Kommunikation, Heft 154/155 (2011): Aufmerksamkeitsgier
  • Bellut (2012): Jugendmedienschutz in der digitalen Generation
  • Bundeszentrale für Politische Bildung (2012): Digitale Demokratie. Aus Politik und Zeitgeschichte 7/2012
  • Kaumanns / Siegenheim / Sjurst (2008): Auslaufmodell Fernsehen?
  • Livingstone / Haddon (2009): Kids Online. Opportunities and risks for children
  • Schmidt / Weichert (2013): Datenschutz. Grundlagen, Entwicklungen und Kontroversen

 

2) „Die Trophäe des treffsichersten Torjägerinnentipps“

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Welche Mannschaft stellt den Spieler [sic!] mit den meisten Toren?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Bonusfragen abgegeben werden): 1x Schenk / Gölz / Niemann (2015) Faszination Scripted Reality.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.
  • Sollte keine Tipperin die richtige Mannschaft tippen, geht dieser Preis an die aktive Tipperin mit den wenigsten Bonuspunkten; bei Gleichstand entscheidet das Los.

—-

Wie schon bei der WM 2014 wird auch bei der EURO 2016 wieder Sepp Blatter am Tippspiel teilnehmen, bzw. besser gesagt: simuliert werden. Dazu kommt ein weiteres Mal der von mir entwickelte Primzahlsensationsalgorithmus zum Einsatz. Sein zentraler Parameter ist der Rang einer Mannschaft auf der FIFA-Weltrangliste (Subgruppe: UEFA) vom 3.6.2016. Um das Ergebnis einer Partie zu bestimmen, gelten folgende Regeln:

1) Bestimme die Mannschaft mit dem niedrigeren Rang. Sie schießt mindestens so viele Tore:
Rang >= 30: 0 Tore
Rang >= 20: 1 Tor
Rang >= 10: 2 Tore
Rang >= 2: 3 Tore

2) Bestimme die Differenz zwischen den Rangplätzen der beiden Mannschaften. Die bessere Mannschaft schießt

0 Tore mehr wenn Diff < 4
1 Tor mehr wenn 4 =< Diff <8
2 Tore mehr wenn 8 =< Diff <15
3 Tore mehr wenn 15 =< Diff < 25
4 Tore mehr wenn 25 <= Diff

Es kann nach dieser Regel also Unentschieden geben, wenn die Mannschaften weniger als vier Plätze voneinander entfernt sind. Daher brauchen wir Regel

3) In K.O.-Spielen (ab dem Achtelfinale) gilt: Die bessere Mannschaft schießt

1 Tor mehr in der Verlängerung wenn 1 < Diff < 4
1 Tor mehr im Elfmeterschießen wenn Diff = 1

Weil sich nach diesen Regeln aber immer die besserplatzierte Mannschaft durchsetzen würde, gibt es noch den *trommelwirbel* „Primzahlsensation“-Faktor:

4) Wenn [(Produkt der beiden Weltranglistenplätze) – 1] eine Primzahl ist, dann geht das Spiel genau andersherum aus als in den Schritten 1-3 errechnet. Bei einem Unentschieden bleibt es bei einem Unentschieden.

Ein Beispiel: Spanien (Rang 6) spielt gegen Portugal (Rang 8) [Stand der Weltrangliste am 31.5. beim Verfassen dieses Beitrags]
1) Rangniedrige Mannschaft (POR) schießt 2 Tore
2) Ranghöhere Mannschaft (ESP) hat weniger als 4 Ränge Vorsprung, ergo schießen sie 0 Tore mehr
Das Spiel geht 2-2 aus. Bei Spielen in der Gruppenphase bleibt es dabei, Primzahlsensation hin oder her.

Wenn es aber ein K.O.-Rundenspiel wäre, würde greifen:
3) Die Differenz von 2 Punkten macht ein Tor mehr in der Verlängerung für Spanien.
4) Nun ist aber (6*8)-1 = 47, also eine Primzahl. Ergo erleben wir eine Primzahlsensation, und Portugal gewinnt 3-2 n.V..

Sobald die FIFA-Weltrangliste Anfang Juni veröffentlicht wurde, werde ich die Spiele nach diesem Algorithmus durchtippen und Tipperin Sepp_Blatter ins Rennen schicken. s.u.

Nun aber: Macht zahlreich mit, und möge die beste Tipperin gewinnen und Deutschland Europameisterin werden!

[Update 3.6.2016] Die neue FIFA-Weltrangliste wurde veröffentlicht und ich konnte alle Spiele unter Zuhilfenahme des Primzahlsensationsalgorithmus tippen.1

Worauf müssen wir uns also einstellen? In Gruppe A erleidet Frankreich direkt im Auftaktspiel eine Primzahlsensationsniederlage gegen Rumänien und wird am Ende nur Dritter. In den Gruppen B, C und E erwischt es die Favoriten England (gegen die Slowakei), Deutschland (gegen Polen) und Belgien (gegen Italien, das wiederum auch gegen Schweden verliert) auch primzahlsensationell,  aber sie können sich letztlich alle durchsetzen. Anders in Gruppe D, wo es bei Spanien gegen Tschechien und gegen die Türkei jeweils Primzahlsensationen gibt, sodass die Titelverteidigerin ebenfalls nur Gruppendritte wird – und als eine der beiden schlechtesten Gruppendritten (neben Wales) ausscheidet. Noch härter erwischt es Portugal, das gegen Island und gegen Österreich verliert und am Ende punktgleich mit Island, aber mit dem schlechteren Torverhältnis Gruppenletzter wird.

Im Achtelfinale kommt es dadurch zu einigen reizvollen Paarungen (wenn ich die komplizierten Kriterien im UEFA-Reglement unter Punkt 17.02 und 17.03 richtig angewandt habe): Unter anderem gewinnt England gegen Frankreich nach Verlängerung, genauso wie Österreich gegen Italien. Deutschland gibt sich gegen Island keine Blöße und gewinnt 3-0. Belgien hingegen, auf FIFA-Rang 2 absoluter Favorit gegen Tschechien (Rang 30), erwischt einen primzahlsensationell rabenschwarzen Tag und geht mit 0-3 unter. Auch die Slowakei schafft die Primzahlsensation und gewinnt 2-1 n.V. gegen Ungarn.

Im Viertelfinale gewinnt die Türkei denkbar knapp mit 3-2 nach Elfmeterschießen gegen die Ukraine, während Deutschland Tschechien souverän mit 3-0 wegbügelt. Die Slowakei setzt ihren Primzahlsensationssiegeszug fort und gewinnt 2-1 gegen die Schweiz. Die größere Primzahlsensation aber gelingt England: Sie gewinnen im Elfmeterschießen (!!) 3-2 gegen Österreich.

Im Halbfinale ist dann aber die Kraft zuende und es setzt eine primzahlsensationelle 3-2-Niederlage nach Verlängerung gegen die Türkei. Deutschland stoppt den Siegeszug der Slowakei mit 3-1.

Und so kommt es zum Finale Türkei gegen Deutschland, Erdogan gegen Merkel, Jogi Löw gegen Fatih Terim, Mats Hummels gegen Nuri Sahin, alle HSV-Fans gegen Hakan Calhanoglu, Bosporus gegen Harz, Baklava gegen Gummibärchen. Und was soll ich sagen? Wenn der 18. gegen den 4. der Weltrangliste spielt … dann ist (Produkt minus eins) = 71 … und das ist eine Primzahl … die Türkei wird durch ein letztlich hochverdientes 3-2 Europameister 2016!

  1. In diesem .pdf habe ich die Ergebnisse, die der Algorithmus vorhersagt, in die „Ergebnis“-Kästchen eingetragen; in den „Tipp“-Kästchen ist jeweils die Platzierung der Mannschaft in der Weltrangliste vermerkt. Wenn ein * vor den Platzierungen steht, kommt es bei dem betreffenden Match zu einer Primzahlsensation.