Schmidt mit Dete

Work in progress

15. April 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Mittendrin zur Monatsmitte (16-04)

Wenn dieser Text zu lesen ist, habe ich es diesen Monat nicht geschafft, einen Blog-Eintrag zu meinen aktuellen Vorhaben und Baustellen zu schreiben – weil ich in Elternzeit bin und besseres zu tun habe! :-)

Publikationen02

1. April 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Soziale Medien in der Wissenschaftskommunikation

Am 18.3.2016 fand in Berlin der Workshop „Bedeutung, Chancen und Risiken der sozialen Medien für die Wissenschaftskommunikation“ statt. Im Nachgang dazu hier noch einige Informationen:

Die drei Expertisen, die in diesem Rahmen vorgestellt und diskutiert wurden, sollen in den kommenden Tagen auf der Homepage der Acatech zum Download verfügbar gemacht werden, darunter auch meine:

Schmidt, Jan-Hinrik (2016): Soziale Medien als Intermediäre in der Wissenschaftskommunikation. Entwurf einer Expertise für das Akademienprojekt „Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien (Phase 2)“. Hamburg. Online verfügbar: http://www.acatech.de/fileadmin/user_upload/Baumstruktur_nach_Website/Acatech/root/de/Projekte/Laufende_Projekte/WOEM2/Expertise_Schmidt_Entwurf.pdf

Beim Workshop habe ich einige zentrale Gedanken aus meiner Expertise vorgestellt; unten sind die Folien des Vortrags eingebettet, und im Scilog-Blog habe ich noch einen nachbereitenden Gastblogger-Eintrag verfasst. Zu guter Letzt hat Daniela Friedrich für die aktuelle Ausgabe des Bredowcast mit mir über dieses Thema gesprochen – die Episode kann hier angehört werden.

 

Work in progress

15. März 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Mittendrin zur Monatsmitte (16-03)

Was, schon wieder ein Monat rum? Nun denn, hier also die nächste Folge „Mittendrin zur Monatsmitte“. Was beschäftigt mich gerade?

  • Ende dieser Woche, am 18.3., findet in Berlin der Workshop „Bedeutung, Chancen und Risiken der sozialen Medien für die Wissenschaftskommunikation“ statt, auf dem ich meine Expertise „Soziale Medien als Intermediäre in der Wissenschaftskommunikation“ zur Diskussion stellen werde; einige Gedanken hatte ich ja bereits auf dem Projektblog präsentiert. Wenn die Diskussion auf dem Workshop ähnlich konstruktiv und interessant wird wie im Blog, dürfte das eine spannende Veranstaltung werden!
  • Für die drei Landtagswahlen am vergangenen Sonntag hatte ich wieder den Twitter-Tracker angeworfen: Seit vier Wochen wurden die zentralen wahlbezogenen hashtags sowie die Twitter-Accounts der Kandidierenden getrackt, und das wird auch noch bis Sonntag in acht Tagen laufen, sodass ich wieder für jede Wahl den Zeitraum von vier Wochen vor und zwei Wochen nach der Wahl abgedeckt habe. Damit liegen dann Datensätze vor, die mit dem zur Hamburgischen Bürgerschaftswahl 2015 vergleichbar sind und weitere Aufschlüsse über die Twitteraktivitäten während verschiedener deutscher Landtagswahlen geben können. Bis ich zur Auswertung komme, wird es aber noch etwas dauern; im Moment sitze ich noch an einem Manuskript zur #hhwahl-Studie… Ich kann aber zumindest schon mal als Vorgucker die bisher aufgezeichneten Aktivitäten zu den drei hashtags #ltwlrp, #ltwlsa und #ltwbw (von oben nach unten; jeweils 15.2. bis 14.3.; Klick vergrößert) liefern.

ltwrlp_snapshot ltwlsa_snapshot ltwbw_snapshot

  • Vertwittert hatte ich es schon, aber hier auch nochmal im Blog: Die Analyse der E-Petitionsplattform des Deutschen Bundestags, aus der vor knapp zwei Jahren bereits ein Arbeitspapier von Katharina Johnsen und mir veröffentlicht wurde, ist in einem weiteren Paper gemündet, das in Information, Communication & Society erscheinen wird (der Aufsatz ist noch nicht beim Journal online, aber ein preprint dieses Papers kann auf SSRN abgerufen werden).

Puschmann, Cornelius / Marco Bastos / Jan-Hinrik Schmidt (2016): Birds of a feather petition together? Characterizing e-petitioning through the lens of platform data. In: Information, Communication & Society. DOI: 10.1080/1369118X.2016.1162828 .

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das Paper „Trace Interviews: An Actor-Centered Approach“ von Elizabeth Dubois und Heather Ford, das für das Projekt zu Intermediären und Meinungsbildung sicherlich hilfreich ist – dort wollen wir ja ebenfalls mit dieser Methode arbeiten, um von unseren Interviewpartnern näheres über die Rolle von Online-Intermediären bei ihrem politischen Informationsverhalten zu erfahren.

Work in progress

15. Februar 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Mittendrin zur Monatsmitte (16-02)

Im Januar habe ich mich ja selbst in Zugzwang gebracht – hier nun also die Februar-Ausgabe von „Mittendrin zur Monatsmitte“. Mit was für Dingen beschäftige ich mich im Moment so?

  • Da ist zunächst einmal, wie hier auch angekündigt, meine Gastbloggerei auf scilogs.de, wo ich noch bis Ende der Woche zu meiner Expertise „Soziale Medien als Intermediäre in der Wissenschaftskommunikation“ Rede und Antwort stehe. Dank der interessanten und konstruktiven Rückfragen ist es auch recht lebhaft dort, sehr schön!
  • Das Thema „Intermediäre“ treibt mich im Moment aber auch noch anderweitig um; zum einem im Zusammenhang des Projekts für die medienanstalten, zum anderen weil ich Anfang März an einem Expertenworkshop der „AG Intermediäre“ teilnehmen werde, die innerhalb der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz  arbeitet. Es geht jeweils insbesondere um die Rolle von Suchmaschinen und Netzwerk-, Video- oder (Micro-)Blogplattformen für die gesellschaftliche Meinungsbildung.
  • Daneben hatte ich gerade die letzten Tage auch recht viel damit zu tun, zwei Installationen von DMI-TCAT einzurichten (bzw. sie mir von unseren Instituts-Admins einrichten zu lassen). Für die drei anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt werde ich wieder die zentralen Wahlkampf-Hashtags und Twitter-Aktivitäten der Kandidierenden tracken. Diese Datensätze möchte ich dann vergleichend auswerten, insbesondere um zu prüfen, welchen Anteil an den „hashtag publics“ die Kandidierenden haben, und welchen Anteil andere öffentliche Sprecher. Das Vorgehen ist also ähnlich wie beim Projekt zur „#hhwahl“ Anfang 2015, fokussiert diesmal aber nur Twitter, nicht auch noch andere soziale Medien.

Auch noch erwähnenswert: Ende letzter Woche war ich bei NDR 90,3 zu Gast, um eine Sendung aufzuzeichnen, die am Dienstag, 16.2. von 20 bis 21 zu hören sein wird: „Hass in sozialen Netzwerken“ ist das Thema, und ich habe zusammen mit der Bürgerschaftsabgeordneten Stefanie von Berg und dem ZEIT-Journalisten Oliver Hollenstein darüber diskutiert, wie insbesondere Facebook die politische Öffentlichkeit beeinflusst (es ging nicht nur um Hass.. :-)).

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. „Open-Source-Projekte als Utopie, Methode und Innovationsstrategie“ von Jan-Felix Schrape; eine kompakte organisationssoziologische Studie zur Open-Source-Software-Entwicklung.

 

(Netz-)Politik

10. Februar 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Gastblogger bei den Scilogs

Im Januar hatte ich ja bereits kurz erwähnt, dass ich für eine Arbeitsgruppe der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften an einer Expertise zum Thema „Soziale Medien als Intermediäre in der Wissenschaftsberichterstattung“ arbeite. Sie ist zwischenzeitlich fertiggestellt und wird, gemeinsam mit zwei anderen Expertisen, Mitte März in Berlin öffentlich vorgestellt. Im Vorfeld dieses Termins gibt es aber auch schon Gelegenheit, über die Inhalte zu diskutieren: Auf der Science-Blog-Plattform scilogs.de steht ein eigens dafür eingerichtetes Blog bereit. Ich darf dort den Anfang als Gastblogger machen und werde bis etwa zum 20. Februar einige Thesen aus meiner Arbeit vor- bzw. zur Diskussion stellen. Kommt doch einfach alle mit rüber! :-)

Publikationen02

26. Januar 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
1 Kommentar

„Handbuch Soziale Medien“ – erste Beiträge veröffentlicht

Schon seit längerer Zeit (ich will gar nicht nachschauen, wie lange eigentlich….) betreue ich mit Monika Taddicken zusammen als Herausgeber das „Handbuch Soziale Medien„, das in der Reihe „Springer NachschlageWissen“ erscheint. Zu Jahreswechsel war es nun endlich soweit: Die ersten Beiträge sind online veröffentlicht worden, darunter auch die beiden einführenden Texte, die Monika und ich gemeinsam verfasst haben – eine Übersicht der aktuell verfügbaren Artikel findet sich hier.

Unser Ziel mit dem Handbuch ist, den aktuellen Forschungs- und Diskussionsstand zu sozialen Medien in der Kommunikationswissenschaft sowie angrenzenden sozialwissenschaftlichen Disziplinen zu bündeln und systematisch aufzubereiten. Insgesamt sieht unsere Konzeption 20 Beiträge vor; sobald alle Texte vorliegen, wird auch eine Print-Ausgabe des Handbuchs produziert. Kern des Bandes soll aber die Online-Veröffentlichung sein, auch weil das Konzept der von Springer so genannten „Living Reference Works“ vorsieht, dass einzelne Beiträge von ihren Autor/innen jederzeit aktualisiert werden können.

Schmidt, Jan-Hinrik / Taddicken, Monika (Hrsg.) (2015): Handbuch Soziale Medien. Wiesbaden: VS Springer. Online-Publikation: http://link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-03895-3 . DOI: 10.1007/978-3-658-03895-3

Taddicken, Monika / Schmidt, Jan-Hinrik (2015): Entwicklung und Verbreitung sozialer Medien. In: Schmidt, Jan-Hinrik / Monika Taddicken (Hrsg.): Handbuch Soziale Medien. Online-Publikation: http://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-3-658-03895-3_1-1 . DOI: 10.1007/978-3-658-03895-3_1-1

Schmidt, Jan-Hinrik / Monika Taddicken (2015): Soziale Medien: Gattungen, Funktionen, Angebotstypen. In: Dies. (Hrsg.): Handbuch Soziale Medien. Online-Publikation: http://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-3-658-03895-3_2-1 . DOI: 10.1007/978-3-658-03895-3_2-1

 

Work in progress

15. Januar 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
3 Kommentare

Mittendrin zur Monatsmitte (16-01)

Schon seit längerer Zeit ist mir bewusst,  dass dieses Blog immer mehr zu einer quasi-statischen Visitenkarte meiner wissenschaftlichen Aktivitäten und Interessen geworden ist. Neue Einträge (und daran anschließende Kommentare), gerne auch mal zu „work in progress“ oder zu interessanten Aufsätzen oder Büchern von Kolleg/innen, sind selten geworden, ohne dass ich das bewusst so entschieden hätte. Zu einem großen Teil liegt das daran, dass für mich (und andere) inzwischen Twitter zum Ort geworden ist, wo solche Konversationen stattfinden. Zu einem kleineren Teil liegt es auch am Zeitmangel, dass ich nur noch selten hier neue Beiträge blogge.

Irgendwann um den Jahreswechsel kam mir eine Idee, wie ich dieser Entwicklung – die ich durchaus schade finde – begegnen könnte: Ich will dieses Jahr versuchen, jeden Monat einen Eintrag zu posten, in dem ich schildere, was mich gerade beschäftigt. An welchen Projekten arbeite ich gerade, was steht so an, was nehme ich mir als Lektüre für den Heimweg in der S-Bahn mit? Es geht also um den Einblick, in welchen Vorhaben ich gerade gedanklich und ganz praktisch stecke, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder komplette Transparenz, aber auch ohne den Druck, abgeschlossene Gedankengänge oder gar ganze Projekte zusammenfassen zu müssen.

Ich habe dazu vorab 12 Einträge in WordPress angelegt, die nacheinander am 15. eines jeden Monats erscheinen werden – und ich hoffe, dass ich daran denke und mir Zeit nehme, diese Einträge jeweils kurz vorher auch zu befüllen… wenn nicht, wird halt ein leerer Eintrag erscheinen, und meine geneigte Leserschaft kann mich verhöhnen, aufmuntern, anfeuern oder durch demonstratives Schweigen strafen.

Soviel zur Vorrede, hier die erste Folge von „Mittendrin zur Monatsmitte“. Was beschäftigt mich heute, am 13.1.2015 2016 [Datum des Verfassens] denn so in meiner Arbeit?

Ende Januar sind zwei Publikationen fällig, die sich bereits in den letzten Wochen immer wieder auf meinem Schreibtisch breit gemacht haben (durchaus wörtlich zu verstehen, weil ich zu beiden Texten Literaturstapel gesichtet, sortiert und abgearbeitet habe):

  • Mit Gustavo Mesch (Haifa University) schreibe ich ein Paper zum Thema „Self-Disclosure on Facebook“, in dem wir für Deutschland und Israel vergleichend untersuchen, welche Rolle individuelle Normen und wahrgenommene Gruppennormen für die Preisgabe persönlicher Informationen auf Facebook spielen. Wir reichen das Paper in Reaktion auf einen call for papers für eine Special Issue im Journal „Cyberpsychology“ ein, weswegen es auch eine harte Deadline gibt.
  • Der zweite Text wird eine Expertise zum Thema „Soziale Medien als Intermediäre in der Wissenschaftsberichterstattung“, die ich für die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften verfasse. Die Expertise ist Teil eines größeren Projekts zur Rolle sozialer Medien in der Wissenschaftskommunikation. Es ist schon vereinbart, dass ich im Februar auch auf einem eigens dafür eingerichteten Blog einige Thesen vorstelle; dazu mehr in 2-3 Wochen.

Diese beiden Publikationen beschäftigen mich im Moment gedanklich recht stark. Hinzu kommt ein Projekt, das mit Jahresbeginn langsam angelaufen ist und in den kommenden Wochen und Monaten Fahrt aufnehmen wird:

  • die medienanstalten„, also die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten, hatten Ende 2015 ein Projekt zur Rolle von Online-Intermediären in Meinungsbildungsprozessen ausgeschrieben; der Antrag von Uwe Hasebrink, Lisa Merten und mir wurde erfreulicherweise ausgewählt, und so werden wir drei uns also im Jahr 2016 damit befassen, dieses Thema in einer Reihe von Gruppendiskussionen und vertiefenden Einzelinterviews empirisch näher zu beleuchten (siehe auch hier). Die Chance, dass dieses Projekt in kommenden „mittendrin zur Monatsmitte“-Folgen auftaucht, ist also recht groß…

Daneben gibt es natürlich noch eine ganze Reihe anderer kleiner und größerer to do’s und Termine; so ist z.B. diese Woche noch eine turnusmäßige Betriebsrat-Sitzung des HBI angesetzt, und wir haben, wie jede Woche, eine Redaktionssitzung der Zeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft“. Hinzu kommen einige meetings mit Kolleg/innen und studentischen Mitarbeiter/innen zu ganz unterschiedlichen Themen, eine längere Sitzung mit Michael Brüggemann von der Uni Hamburg, um mit zwei Master-Studentinnen deren Abschlussarbeiten zu besprechen, und zwei Interviewtermine zur Rolle sozialer Medien in der öffentlichen Diskussion rund um „Silvester in Köln & die Folgen“.

Und was habe ich mir als Lektüre für meine tägliche S-Bahn-Pendelstrecke (knapp 20 Minuten one way) eingesteckt? U.a. den Text „The Internet of Things: Network and Security Architecture“ [.pdf], der im aktuellen „Internet Protocol Journal“ erschienen ist.

 

Publikationen02

23. November 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Digitale Öffentlichkeit und das Partizipationsparadox

Im Frühjahr 2014 war ich beim Julius-Leber-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Gast, um mit Gunnar Bender über Facebook zu diskutieren. Im Nachgang baten mich die Organisatoren Kathrin Voss und Peter Hurrelbrink, einen Beitrag für die Publikation beizusteuern, die eine Reihe von Beiträgen aus der Veranstaltungsreihe „digitale Öffentlichkeit“ bündeln sollte. Inzwischen ist dieser Band erschienen und, sehr lobenswert, frei im Netz erhältlich. Wer mag, kann meinen Text „Die sozialen Medien und das Partizipationsparadox“ also dort (S. 56ff.) oder hier nachlesen – und sich natürlich auch die zahlreichen anderen Aufsätze zu Gemüte führen!

Schmidt, Jan-Hinrik (2015): Die sozialen Medien und das Partizipationsparadox. In: Kathrin Voss / Peter Hurrelbrink (Hrsg.): Die digitale Öffentlichkeit. Band II. Hamburg: Friedrich-Ebert-Stiftung. S. 56-63.

Work in progress

16. November 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Geburtstag im Social Web (2015)

geburtstag_socialweb_2015 Auf mittlerweile vielfachen Wunsch gibt es auch 2015 wieder eine Aktualisierung meiner Statistik zum Geburtstag im Social Web. Wieder haben mir viele liebe Menschen auf ganz unterschiedlichen Kanälen gratuliert (danke Euch allen!) – die diesjährigen Ergebnisse sind keine Revolution, aber im Detail doch interessant:

  • Die Facebook-Pinnwand ist wie jedes Jahr seit 2009 an der Spitze; dieses Jahr mit 79 Gratulationen auch wieder etwas mehr als in den Jahren zuvor (da steckt bestimmt ein Algorithmus dahinter…)
  • Die SMS ist tot? Im Gegenteil, die Anzahl der Glückwünsche hat sich gegenüber 2014 verdoppelt & sogar die automatisierten Mails überholt.
  • Glückwünsche via persönliche Mail & via Facebook-Direktnachricht haben hingegen an Boden verloren.

Ich stelle die Ergebnisse unter die gerade erfundene „Macht damit was Ihr mögt, aber wenn Ihr Geld damit verdient hätte ich gerne 50% vom Gewinn“-Lizenz. Sollte ich 2016 wieder Geburtstag haben, gibt es neues Datenfutter.

29. Oktober 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Rezension zu „Bilderwelten der Social Network Sites“

Kurz der Hinweis, dass im Online-Rezensionsjournal r:k:m gestern eine Rezension von mir erschienen ist. Ich habe mir die Dissertation von Ulla Autenrieth („Die Bilderwelten der Social Network Sites„) vorgenommen – eine sehr interessante und aufschlussreiche Studie, die die Forschung zu Netzwerkplattformen an wesentlichen Stellen erweitert. Warum ich zu diesem Schluß komme, steht hier.

Work in progress

11. September 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Modelling the Media Logic of Software Systems

I’m very much looking forward to the upcoming „Media Logics Revisited“-Conference in Bonn, not the least since I will have the opportunity to present some ideas I have been working on and thinking about for quite a while now. Starting with my work on blogging practices, and followed by my later work on social media practices more generally, I have always argued that sociological internet research1 has to take „code“ into account, i.e. the characteristics of media technologies which shape users‘ practices. But I did not go into sufficient detail on how to actually study code, or more specifically: How to assess software systems which facilitate communication, interaction and participation from the perspective of communication sociology.

Now, any such approach, I’d argue, would need to acknowledge that software systems are at the same time structuring communication as well as being structured by communication2. In my presentation on „Modelling the Media Logic of Software Systems“ I am going to expand on this basic idea by proposing different aspects of software systems that allow a social scientist – rather than a computer scientist or engineer – to grasp their structuring & structured logic, thus working towards a more nuanced understanding of „the Internet“.

Below is the extended abstract for the presentation; over the coming months I will hopefully have time (and other resources.. ;-)) to go into more detail and to assess the practicability & explanatory power of these categories in actual empirical research. So I am very much interested in feedback, either at the conference, or here in the comments, or through other channels.

Modelling the Media Logic of Software Systems

The idea of media logic(s), similar to concepts such as as „technical dispositiv“ (e.g. Hartling 2009) or „affordances“ (e.g. Hjarvard 2013), aims at the nexus of technology, mediality, and sociality. Applying these concepts to contemporary networked media can help us to understand how software systems structure digital communicative spaces, but also how they are themselves socially constructed artifacts. These approaches do, however, share a key deficit: They do not provide any systematic categories in which to describe software systems (both as tool and as artifact) itself.

This paper addresses this deficit by introducing six analytical categories which can be used to assess the structuring logic of software systems in more detail as well as to investigate the ways in which this structuring logic is itself socially produced:

Models refer to the concepts, schemes and general ideas with which software developers abstract from the contingent social reality to arrive at formal descriptions which can be coded, i.e. expressed in computational language. Models thus frame on a very basic level what a particular software system will afford, and what it won’t (e.g. Funken 2001; Kaminski 2012).

Data Structures refer to the variables, categories, data types and their relations through which communication and actors are represented. As they transform social phenomena into binary distinctions, they make them computationable, but do also contribute to practices of sorting, inclusion and social control (e.g. Lyon 2003; Gugerli 2009).

Algorithms refer to all procedures inscribed in software code to calculate, aggregate, filter, combine and display data in digital communication. Their impact on media production and media consumption has been researched increasingly over the last years (e.g. Beer 2009; Gillespie 2013), especially with respect to the emergence of new forms of „technical intermediation“ (Neuberger 2009).

Defaults refer to the standard values of data categories which are pre-set without users‘ action, thus shaping (at least initially) the form and behaviour of software, e.g. with respect to privacy management on SNS (e.g. Riesner et al. 2013). Since default settings are seldom changed, they are considered as a viable alternative to legal rules in order to govern user behavior (e.g. Shah/Kesan 2008).

User Interfaces refer to those parts of a software system users interact with to select from functionalities, to input data or to extract information. The constraints and opportunities User Interfaces afford are at the heart of research in Interface Design and Human-Computer-Inetraction (e.g. Chlebek 2012).

External interfaces refer to those parts of software systems which regulate the exchange of data with other systems. They include „Application Programming Interfaces“ (API; e.g. Bodle 2011) which are mainly accessible to developers, but also objects such as Facebooks Like Button which is operated by users to share content from all parts of the web within the SNS (e.g. Gerlitz/Helmond 2013).

By drawing on literature from different fields of „software studies“, the paper discusses how these categories specify and differentiate the concept of „media logic“ for digital networked media. It argues that they allow for a more nuanced assessment of software systems as both structuring and being structured by communicative action.

Literature

Beer, David (2009): Power through the algorithm? Participatory web cultures and the technological unconscious. In: New Media & Society 11 (6), S. 985–1002.

Bodle, Robert (2011): Regime des Austauschs. Offene APIs, Interoperabilität und Facebook. In: Oliver Leistert und Theo Röhle (Hg.): Generation Facebook. Über das Leben im Social Net. Bielefeld: transcript Verlag, S. 79–100.

Chlebek, Paul (2012): Praxis der User Interface-Entwicklung: Informationsstrukturen, Designpatterns, Vorgehensmuster. Wiesbaden: Vieweg + Teubner.

Funken, Christiane (2001): Modellierung der Welt. Wissenssoziologische Studien zur Software-Entwicklung. Opladen: Leske + Budrich.

Gerlitz, Carolin; Helmond, Anne (2013): The Like economy. Social buttons and the data-intensive web. In: New Media & Society, S. 1–18.

Gillespie, Tarleton (2013): The relevance of algorithms. In: Tarleton Gillespie, Pablo Boczkowski und Kirsten Foot (Hg.): Media technologies. Essays on communication, materiality, and society. Cambridge [u.a.]: MIT Press.

Gugerli, David (2009): Suchmaschinen. Die Welt als Datenbank. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Hartling, Florian (2009): Der digitale Autor. Autorschaft im Zeitalter des Internets. Bielefeld: Transcript.

Hjarvard, Stig (2013): The mediatization of culture and society. London: Routledge.

Kaminski, Andreas (2012): Wie entsteht Software? Übersetzungen zwischen vertrautem Kontext und formalem System: Die heiße Zone des Requirements Engineerings. In: Christian Schilcher und Mascha Will-Zocholl (Hg.): Arbeitswelten in Bewegung. Arbeit, Technik und Organisation in der „nachindustriellen Gesellschaft“. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 85–123.

Lyon, David (Hg.) (2003): Surveillance as social sorting. Privacy, risk, and digital discriminatio. London [u.a.]: Routledge.

Neuberger, Christoph (2009): Internet, Journalismus und Öffentlichkeit. Analyse des Medienumbruchs. In: Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk und Melanie Rischke (Hg.): Journalismus im Internet. Profession – Partizipation – Technisierung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 19–105.

Riesner, Moritz; Netter, Michael; Pernul, Günther (2013): Analyzing settings for social identity management on Social Networking Sites. Classification, current state, and proposed developments. In: Information Security Technical Report 17 (4), S. 185–198.

Shah, Rajiv C.; Kesan, Jay P. (2008): Setting online policy with software defaults. In: Information, Communication and Society 11 (3), S. 989–1007.

  1. Understood in the broad sense, including communication science and media studies.
  2. This of course is the very general idea of the duality of structure and action, as laid out – among others – by Giddens in his structuration theory, but also in practice theory and other sociological paradigms.
Vorträge01

31. August 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Vorträge 2015

Ob der Sommer endgültig vorbei ist, wird sich zeigen; zumindest die Sommerpause ist meinerseits abgeschlossen und ich kann mal wieder eine aktuelle Übersicht der anstehenden Vorträge und Tagungsbesuche bloggen.

  • Den Auftakt macht die „Media Logic Revisited„-Tagung vom 21. bis 23. September in Bonn. Ich werde am 22.9 in Panel IV einen Vortrag über das Thema „Modelling the Media Logic of Software Systems“ halten; das extended abstract und einige weitere Bemerkungen zu dem Thema mache ich im Vorfeld der Tagung, d.h. im Lauf der kommenden Wochen, hier im Blog auch noch zugänglich.
  • Am 22.10. bin ich in Freiburg zu Gast beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, das ein Fachgespräch „Herausforderung digitale Medien“ (keine Homepage) veranstaltet. Ich werde dort zum Thema „Heranwachsen in der digitalen Gesellschaft“ sprechen.
  • Am darauffolgenden 23.10. bin ich zumindest auf dem Papier bei der Konferenz „The Empiricist’s Challenge: Asking meaningful questions in political science in the age of big data„, die das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung veranstaltet: Gemeinsam mit meinen Kolleg/innen Lisa Merten, Wiebke Loosen, Uwe Hasebrink und Sascha Hölig habe ich ein Paper zu „Twitter Friend Repertoires: Researching Patterns of Selective Connectivity“ dort eingereicht – und wenn es sich zeitlich einrichten lässt, werde ich auf der Rückreise von Freiburg Stop in Mannheim machen, um Lisa Merten bei der Präsentation zu unterstützen.. :-) So oder so werde ich auch zu diesem Paper und der darin beschriebenen Methode der Twitter-Analyse im Lauf der kommenden Wochen noch einmal gesondert bloggen.
  • Am 4. November werde ich nach Münster reisen, um beim „Forum Jugendpastoral“ der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz einen Input zu „Mediennutzung der Digital Natives“ zu geben.
  • Am 5. und 6. November muss ich nicht weit fahren, denn da findet in Hamburg die Tagung „Digitaler Journalismus: Disruptive Praxis eines neuen Paradigmas“ statt, organisiert von Prof. Lilienthal und seinem Team. Ich darf im Anschluss an eine Keynote von Christian Jakubetz bei einer Podiumsdiskussion zusammen mit anderen, sehr illustren Podiant/innen (sagt man so?) über „Defizite, Chancen, Herausforderungen“ des digitalen Journalismus sprechen.
  • Am 10. November geht es dann nach Berlin, wo ich beim „Markpartnerkongress der Energiewirtschaft 2015“ zum Abschluss des ersten Tages etwas über „Soziale Medien – Funktionsweise, Dynamik und Bedeutung für Netzwerke“ erzählen werde.
  • Und am 20./21. November schließlich geht es noch einmal nach Berlin, um die Jahrestagung der Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung zu besuchen, die den schönen (und langen) Titel trägt: „Das Internet als Instrument, Infrastruktur oder Institution? Was die Technikforschung und die Internetforschung voneinander lernen können“. Das Programm ist, soweit ich das sehe, noch nicht veröffentlicht, aber ich kann ja schon mal verraten, dass ich am 20.11. nachmittags mit Katharina Kinder-Kurlanda von der GESIS einen Vortrag zum Thema „Rekursivität der Algorithmen – Big Data’s Moving Target“ halten werde.

Es stehen also wieder eine Reihe von interessanten Reisen an, und 2016 wirft auch schon seine Schatten voraus. Aber dazu mehr zu gegebener Zeit…

 

 

Publikationen02

25. August 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Beitrag zu Games Studies und Mediensoziologie

gamestudies2015Im Juni 2013 war ich an der Universität Tübingen, um in der von Klaus Sachs-Hombach und Jan-Noël Thon organisierten Ringvorlesung „Digital Games“ einen Vortrag über „Game Studies und Kommunikationswissenschaft“ zu halten. Aus diesem Vortrag ist in der Folge ein Beitrag für den Sammelband „Game Studies. Aktuelle Ansätze der Computerspielforschung“ geworden, den ich gemeinsam mit meinem geschätzen Kollegen Jeffrey Wimmer (Ilmenau) verfasst habe.

Wimmer, Jeffrey / Schmidt, Jan-Hinrik (2015): Game Studies und Mediensoziologie. In: Klaus Sachs-Hombach / Jan-Noël Thon (Hrsg.): Game Studies. Aktuelle Ansätze der Computerspielforschung. Köln: Herbert von Halem Verlag. S. 252-278.

Das Belegexemplar hatte ich vor einigen Tagen in meiner Post – und bereits nach dem ersten kursorischen Durchblättern bin ich sehr angetan, denn es gibt einen tollen Überblick zu vielen verschiedenen Perspektiven auf die „Game Studies“; auf der Seite des Halem-Verlags können sich meine geneigten Leser/innen mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses und einer Leseprobe selbst davon überzeugen.. :-)

Nach der Arbeit

2. August 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
1 Kommentar

Die #scientipps gehen in die neue Saison

So eine Sommerpause ohne WM, EM oder Olympische Spiele ist schon was merkwürdiges. Mit Ende des letzten Spieltags – bei HSV-Fans einige Tage später – macht sich eine merkwürdige Leere breit, die vor allem an Wochenenden fast schon körperlich spürbar ist und nur hin und wieder durch eine Neuigkeit vom Transfermarkt etwas gelindert wird. Spätestens das Erscheinen des Kicker-Sonderheftes inkl. Stecktabelle signalisiert der kundigen Fussballfachfrau((Dieser Blogeintrag ist im generischen Femininum formuliert, d.h. Männer sind bei den Formulierungen immer mit gemeint.)) aber: Es geht wieder los! Und seit inzwischen vier Jahren schon bedeutet der Auftakt der neuen Bundesliga-Saison auch den Start für eine neue Auflage der „#scientipps„-Tipprunde.

Wie immer freue ich mich über viele Mittipperinnen, die sich einfach auf dieser Seite bei kicktipp.de anmelden können. Die Regeln des Tippspiels sind auf einer eigenen Blog-Unterseite niedergeschrieben, und dieser Eintrag ist den Pokalen und Preisen gewidmet, denn wieder haben sich erfahrene Preisstifterinnen nicht lumpen lassen, wissenschaftliche Werke jeder Coleur aus ihrem Belegexemplarschrank in den großen Preisepott zu werfen (an dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Damen Bieber, Bruns, Faas und Weller sowie, erstmals, Janne Mende).

(1) Der Scientipps Grand Prix

Am Ende der Saison (inklusive Relegation, DFB-Pokalfinale und Ende der 2. Liga) entscheidet der Punktestand; die drei Erstplatzierten unter den aktiven Tipperinnen erhalten folgende Preise (bei Gleichstand entscheidet das Los):

  1. Preis: Drei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste
  2. Preis: Zwei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. Preis gewählten Bücher)
  3. Preis: Ein Buch nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. und 2. Preis gewählten Bücher – also das, das übrig bleibt)

Die Bücher:

Ausserdem loben wir eine Reihe von Sonderpreisen aus, die zum Teil (#2) auch schon während der laufenden Saison vergeben werden:

(2) Die „Faas’sche Wundertüte“

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer wird Herbstmeisterin?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x ein Überraschungspreis von Faas
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(3) „Snurb’s dynamic down under cup“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die letzten drei Plätze?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Weller, Bruns et al. (2013): Twitter & Society [als eBook]
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(4) „Dr Bieber’s most daring tipper special trophy“

  • Sonderpreis für das torreichste korrekt vorausgesagte Spiel: 1x Bieber (2000): Sneaker Story
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(5) Aniolas „Siegen ist nicht alles“-Prämie

  • Sonderpreis für die meisten Punkte aus Spieltagssiegen: 1x Mende (2015): Kultur als Menschenrecht
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 (6) kwelle’s Zusatzherausforderung: „Nie mehr zweite Liga!“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die ersten drei Plätze in der zweiten Bundesliga?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x König, Stahl, Wiegand (Hrsg.) (2014): Soziale Medien. Gegenstand und Instrument der Forschung.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(7) Die große „Der Pokal hat seine eigenen Gesetzestexte“-Sammlung

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer gewinnt den DFB-Pokal?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 7.8.2015, 19.00 Uhr bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x das Paket mit drei antiquarischen „Information & Recht“-Bänden (Computerwartung; Verträge über Internet Access; Die Rechtsnatur des Netzgeldes)
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

Bis zum 1. Spieltag nehme ich übrigens gerne auch noch weitere gestiftete Preise an; im Moment sind noch nicht prämierte Tipps: Wer wird Deutscher Meister? Wer wird Torschützenkönig? Wo findet der erste Trainerinnenwechsel statt? Bei Interesse bitte einfach eine Mail an mich (j.schmidt ät hans-bredow-institut.de). Aber ob mit oder ohne Preise gilt: Viel Spaß beim Tippen, und möge die beste Tipperin gewinnen!

 

Publikationen02

8. Juni 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
Keine Kommentare

Rezension zu „Social Media und Journalismus“

Für die neueste Ausgabe der Publizistik habe ich eine kurze Rezension zu „Social Media und Journalismus“ (Neuberger/Langenohl/Nuernbergk) verfasst; für mein Blog gibt es jetzt die Fassung mit Hyperlinks :-)

In den Zeitraum, den die Publizistik dem Rezensenten zur Besprechung einräumte, fiel das Angebot von Facebook an Medienhäuser, zukünftig auch deren Inhalte selbst zu hosten. Auf Twitter wurde derweil unter den hashtags #szleaks und #tazgate über Enthüllungen aus und Datenspionage in deutschen Tageszeitungsredaktionen diskutiert. Und die Meldung, dass das Verfahren gegen Sebastian Edathy eingestellt worden ist, haben unzählige Menschen auf ihren Facebookseiten teils so wütend, gar hasserfüllt kommentiert, dass dies wiederum Thema der journalistischen Berichterstattung wurde.

Alle drei Fälle illustrieren, wie soziale Medien den Journalismus ergänzen, erweitern und transformieren – Plattformen wie Facebook und Twitter, aber auch YouTube oder Blogs stellen Infrastrukturen zur Verbreitung von Nachrichten dar, sie sind Resonanzraum von Anschlusskommunikation, und sie können Quelle der Berichterstattung selbst sein.  Wie gut also, dass Christoph Neuberger, Susanne Langenohl und Christian Nuernbergk von der LMU München im Herbst 2014 eine aktuelle Bestandsaufnahme des Zusammenhangs von sozialen Medien und Journalismus vorgelegt haben. Auf knapp 150 Seiten plus Anhang fassen sie Ergebnisse eines Projekts zusammen, das sie für die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen bearbeitet haben; der Band ist als .pdf-Version im Publikationsbereich der LfM-Homepage auch frei verfügbar.

Nach einer kurzen Einführung gibt Christoph Neuberger einen kompakten Überblick zum aktuellen Forschungsstand, den er nach den drei etablierten Beziehungen zwischen sozialen Medien und Journalismus gliedert: Konkurrenz, Komplementarität und Integration. Daran schließen sich zwei Kapitel an, die auf eigenen empirischen Studien beruhen: Zunächst berichten die drei Autoren Ergebnisse einer Redaktionsbefragung unter 105 (von 151 angeschriebenen) Redaktionen professionell-journalistischer Internetangebote. Sie liefert detaillierte Befunde u.a. zum Einsatz von sozialen Medien für die Verbreitung von Inhalten, die Publikumsbeteiligung und die journalistische Recherche. Weitere Fragenblöcke erfassten die Ziele, Strategien und generellen Einschätzungen, die die Befragten mit sozialen Medien verbinden. Zudem findet sich eine gesonderte Diskussion der Situation bei regionalen und lokalen Tageszeitungen.

Die zweite Teilstudie, für die Christian Nuernbergk verantwortlich zeichnet, verschob den Fokus von Redaktionen auf einzelne Journalist/innen, genauer: auf die 223 Mitglieder der Bundespressekonferenz (von insgesamt 839), die im Frühjahr 2014 einen Twitter-Account besaßen. Deren kommunikative Aktivitäten wurden über einen Monat hinweg erfasst und sowohl inhalts- als auch netzwerkanalytisch ausgewertet, um Themen und Einsatzweisen einerseits, regelmäßige Kommunikationspartner und Referenzen andererseits zu ermitteln.

Im abschließenden Fazit fassen die Autoren die Kernergebnisse ihrer Studie zusammen: Facebook- und Twitter-Accounts sind demnach inzwischen Standard für journalistische Redaktionen, wobei die Netzwerkplattform insbesondere dazu dient, Resonanz auf die eigene Berichterstattung zu stimulieren und beobachtbar zu machen; der Microblogging-Dienst Twitter wird demgegenüber stärker dazu eingesetzt, prominente Quellen und Experten zu beobachten und bei Live-Ereignissen nahezu synchron begleitend berichten zu können. Die twitternden BPK-Mitglieder nutzen den Dienst vorrangig, um öffentlich relevante Informationen zu transportieren. In den manifesten Interaktionen (also direkten Bezugnahmen via Retweets oder @-Replies) zeigt sich eine deutliche in-group-Orientierung: Hauptinteraktionspartner sind andere BPK-Mitglieder, und erst mit einigem Abstand dann Politiker/innen.

Der Wert sozialer Medien für den Journalismus liegt der Studie zufolge also weniger darin, die Nutzer/innen direkt an der Erstellung journalistischer Inhalte zu beteiligen, sondern vielmehr über alternative Verbreitungskanäle und Räume der Anschlusskommunikation das bisherige Publikum zu binden und zusätzliche Reichweite zu gewinnen. Zugleich sind die Befragten mehrheitlich der Auffassung, dass der redaktionelle Aufwand für die Betreuung und Beobachtung der sozialen Medien gestiegen ist. Umso wichtiger scheint es, dass Redaktionen wie auch einzelne Journalist/innen eine klare Vorstellung davon entwickeln, welche publizistische Strategie sie in und mit Social Media verfolgen. Die vorliegende Studie, das sollte deutlich geworden sein, bietet eine Fülle an einzelnen Befunden wie auch an Synthese und Verdichtung zu diesem Thema; auf Twitter würde man daher sagen: #lesebefehl.