Schmidt mit Dete

15. September 2017
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-09)

Die Ferien-/Urlaubszeit ist vorbei (vom Sommer will ich gar nicht reden) – mit welchen Themen und Aufgaben beschäftige ich mich gerade?

  • Die Analysen zu den Social-Media-Aktivitäten von Bundestagswahl-Kandidierenden läuft auf vollen Touren. Vor einigen Tagen hatte ich ja einige erste Befunde zur Twitternutzung bei Kandidierenden von acht großen Parteien gebloggt. Mittlerweile haben wir auch die übrigen Parteien fast vollständig gecheckt und können zum Stichtag 24.9., also am Wahltag, eine weitere Datenabfrage starten. Praktisch bedeutet dies im Moment insbesondere, eine ganze Reihe von Skripten zu aktualisieren und „in Stellung zu bringen“, mit denen wir über die Twitter-API Daten u.a. zu Friends, Followern etc. checken können.
  • Über die Bundestagswahl hinaus wird mich das Thema „Meinungsbildung in digitalen Öffentlichkeiten“ weiter beschäftigen; zum einen im Rahmen einer Reihe von Vorträgen (die aktualisierte Übersicht findet sich hier), zum anderen in einem größeren Projekt, das ich leider Stand heute noch nicht offiziell nennen kann, das aber in kommenden „Mittendrin zur Monatsmitte“-Folgen sicherlich vorkommen wird.
  • Was ich aber verkünden kann: Seit längerer Zeit befasse ich mich mal wieder etwas ausführlicher mit dem Thema „Blogs“ – ich habe zugesagt, für die Neuauflage des „Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung“ einen Beitrag beizusteuern, der sich grundsätzlich mit Aspekten des Feldzugangs, der Stichprobenziehung und der Datenerhebung & Auswertung im Rahmen von Blogforschung befasst.
  • Und wo ich gerade bei den (Vor-)Ankündigungen bin: Die zweite Auflage des „Social Media“ -Buchs ist von meiner Seite aus fertiggestellt und befindet sich bereits in Produktion. Laut Verlag soll es wohl in der zweiten Oktober-Hälfte lieferbar sein.

Was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. „Netzprominenz. Entstehung, Erhaltung und Monetarisierung von Prominenz im digitalen Zeitalter“, die Dissertation von Hanne Detel aus Tübingen.

4. September 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Twitter bei der Bundestagswahl 2017

[Update 19.9.2017: Eine .csv mit allen von uns recherchierten Twitteraccounts aller Kandidierenden steht zum Download zur Verfügung.]

Zusammen mit einigen studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeite ich seit Ende Mai an einer Analyse der Twitter-Aktivitäten von Kandidierenden bei der Bundestagswahl 2017. Ein Großteil der bisherigen Arbeit bestand darin, die Grundgesamtheit (= alle Kandidierenden aller Parteien) zusammen zu stellen und parallel zu recherchieren, wer davon einen Account auf Twitter1 hat. Mit diesem Datensatz möchten wir in den folgenden Wochen eine Reihe von Fragen beantworten, darunter

  • Wie viele Kandidierende haben einen Twitter-Account? Gibt es Unterschiede nach Geschlecht, Parteizugehörigkeit und Art der Kandidatur (Liste vs. Wahlkreis)?
  • Wie setzen sich die „Twitter Friend Repertoires“ der Kandidierenden zusammen, d.h. welchen Accounts folgen die Kandidierenden auf Twitter?
  • Welche Rolle spielen Kandidierende in der „hashtag public“ zur Bundestagswahl, also in der Gesamtheit aller Tweets mit dem hashtag #btw17 bzw. #btw2017?

Am vergangenen Sonntag, also genau vier Wochen vor dem Wahltag, haben wir für acht große Parteien (CDU, CSU, SPD, Linke, Grüne, FDP, AfD und Piraten)2 die Recherche abgeschlossen und eine erste Abfrage der Twitter Friends vorgenommen3. Unten habe ich einige erste Befunde zusammen gefasst; weitere werden folgen. Wer selbst tiefer in die Daten zu den Twitter Friends eintauchen möchte: In diesem Google Spreadsheet sind eine Reihe von Top100-Listen (über alle Kandidierende sowie nach Geschlecht und nach Partei untergliedert) dokumentiert. Weiterlesen →

  1. Zeitgleich haben wir auch die Facebook-Accounts recherchiert, aber das ist ein separates Vorhaben
  2. Update 5.9.: Weil es gerade eine (berechtigte) Twitter-Nachfrage gab: Als „große Partei“ verstehen wir die sieben Parteien, die absehbar über 5% kommen werden. Zu den Piraten haben wir Daten aus früheren Wahlen & wollten sicherstellen, dass wir Vergleich anstellen können, daher sind sie in dieser Analyse mit enthalten. Zum Stichtag 24.7. erheben wir die Daten nochmal mit allen Parteien.
  3. Zwei weitere Abfragen werden am Wahltag sowie zwei Wochen nach der Wahl folgen.

22. August 2017
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Vorträge 2017 (3)

Im Mai hatte ich zuletzt einige anstehende Vorträge notiert. Im Lauf der vergangenen Wochen haben mich eine ganze Reihe von Anfragen erreicht, zu dem Themenbereich „Soziale Medien und Meinungsbildung“ zu sprechen, sodass einige weitere Termine hinzukommen sind. Hier die aktualisierte Übersicht:

  • Am 25. August bin ich in Hannover bei der Landesgruppe Niedersachsen der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen zu Gast, um über „Soziale Medien und Meinungsbildung: Von Filterblasen, Echokammern und Algorithmenmacht“ zu referieren.
  • Am 28. August reise ich nach Schwerin, um der Arbeitsgruppe „Zukunft der Demokratie im digitalen Raum“ der Direktorinnen und Direktoren der deutschen Landesparlamente, beim Deutschen Bundestag und des Bundesrates (kurz: Landtagsdirektorenkonferenz) einen Vortrag zum Thema „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht. Wie das Internet demokratisches Engagement formt und verändert“ zu halten.
  • Ein interessantes Format werde ich am 14. September kennen lernen: Die Volkshochschule Bremen lädt im Rahmen der Reihe „Smart Democracy“ zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Politische Kommunikation und Wahlkampf im Netz“ ein, bei der Martin Fuchs und ich jeweils Inputvorträge liefern und anschließend an einem Podiumsgespräch teilnehmen. Der Clou: Der Abend wird live gestreamt und kann so auch von anderen Volkshochschulen ins Programm genommen werden.
  • Am 22. September geht es nach Magdeburg zur Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). Ich darf dort eine Keynote zum Thema „Kommunikationswissenschaftliche Onlineforschung: Was ist das, und wie sollte sie sich entwickeln?“ halten.
  • Eine Woche später, am 29. September, werde ich der Europäischen Akademie Sankelmark einen Besuch abstatten; im Rahmen des Seminars „Medien, Politik und Gesellschaft. Können wir unseren Medien vertrauen?“ werde ich über das breite Thema „Medien und Gesellschaft“ sprechen und mich dabei (wen wundert’s?) insbesondere auf die digitalen Medien konzentrieren.
  • Am 15. Oktober reise ich zum „Symposium Turm der Sinne“ nach Nürnberg, Die Veranstaltungs- bzw. Symposiumsreihe hat ihren Schwerpunkt eigentlich in der Psychologie und Neurowissenschaft, aber bei dem diesjährigen Thema („Gehirne unter Spannung: Kognition, Emotion und Identität im digitalen Zeitalter“) dürfen sozial- und kommunikationswissenschaftliche Perspektiven nicht fehlen – ich werde daher zum Thema „Filterblasen und Algorithmenmacht. Wie sich Menschen im Internet informieren“ sprechen.
  • Am 17. Oktober bin ich in der Evangelischen Akademie Loccum zu Gast. Im Rahmen der Tagung „Verheddert im sozialen Netz: Öffentlichkeit und politische Kommunikation in Zeiten von Social-Bots, Fake-News und Shit-Storms“ nehme ich an der abschließenden Podiumsdiskussion teil.
  • Von dort geht es weiter nach Potsdam, wo ich am 18. Oktober bei der 6. Netzwerktagung „Medienkompetenz stärkt Brandenburg“ den Vortrag „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht: Wie soziale Medien Meinungsbildung und Orientierung in der Welt prägen“ halten werde.
  • Am 7. November bin ich auf Einladung von Ulrich Dolata und Jan-Felix Schrape in Stuttgart, um im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Digitalisierung: Arbeit, Öffentlichkeit, Identität“ ebenfalls zum Thema „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht: Wie soziale Medien Meinungsbildung und Orientierung in der Welt prägen“ zu sprechen.
  • Am 28. November reise ich ins Saarland, genauer gesagt: zur Europäischen Akademie Otzenhausen. Dort findet die Fachtagung „Wer bildet Meinung? Gesellschaftspolitischer Diskurs zwischen Medienfreiheit und alternativen Fakten“ statt, die der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB) organisiert. Ich werde auch dort meine Gedanken zum Thema „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht: Wie das Internet Informationsverhalten und Meinungsbildung verändert“ vorstellen.
  • Am 29./30. November bin ich dann (voraussichtlich) im Münchner Polizeipräsidium – zum Glück nur zum „38. Seminar für Leiterinnen und Leiter von Polizeibehörden“. Auch dort werde ich den Vortrag „Soziale Medien und Meinungsbildung: Von Filterblasen, Echokammern und Algorithmenmacht“ halten.
  • Vom 4. bis 6. Dezember schließlich findet in Hannover die Jahrestagung der „International Political Science Association“ (IPSA) statt. Jeannette Hofmann und Christian Volk haben ein Panel mit dem Titel „Partizipation and the public sphere in times of digitalisation“ zusammengestellt, zu dem ich den Vortragsvorschlag „How do online intermediaries shape information repertoires and opinion formation?“ beigesteuert habe. Das Panel ist für die Tagung angenommen worden, aber der genaue Zeitpunkt, an dem wir präsentieren können, steht noch nicht fest.

15. August 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-08)

Wenn dieser Text zu lesen ist, habe ich es diesen Monat nicht geschafft, einen Blog-Eintrag zu meinen aktuellen Vorhaben und Baustellen zu schreiben… Die Kommentare können gerne dazu benutzt werden, mich zu verhöhnen, anzufeuern, zu ermuntern, oder mich durch demonstratives Schweigen zu strafen.

Ich komme heute aus dem Urlaub zurück und habe keine aktuelle Folge von „Mittendrin zur Monatsmitte“ erstellt, aber die Übersicht meiner anstehenden Vorträge aktualisiert.

4. August 2017
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Scientipps 2017/18

Zum mittlerweile sechsten Mal starte ich die #scientipps – Tipprunde zur neuen Bundesliga-Saison. Wie in den letzten Jahren gibt es auch diesmal wieder jede Menge wissenschaftliche Preise zu gewinnen, und das generische Femininum1 bleibt natürlich auch.

Die Mittipperinnen der letzten Jahre sind automatisch eingeladen, aber es ist auch noch genug Platz (und Preise) für neue Tipperinnen vorhanden. Ihr müsst natürlich nicht in der Wissenschaft arbeiten, sondern einfach nur Spaß am Tippen haben – wer neu einsteigen möchte, kann sich auf dieser Seite bei kicktipp.de anmelden. Die Regeln des Tippspiels sind auf einer eigenen Blog-Unterseite niedergeschrieben, sodass mir an dieser Stelle eigentlich nur bleibt, die Pokale und Preise vorzustellen. In altbewährter Manier hat sich ein weiteres Mal eine illustre Runde von Wissenschaftlerinnen bereit erklärt, ihren Belegexemplarschrank zu durchforsten und Preise zu stiften (an dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Damen Bieber, Bruns, Hohmann, Faas, und Weller).

(1) Der Scientipps Grand Prix

Am Ende der Saison (inklusive Relegation, DFB-Pokalfinale und Ende der 2. Liga) entscheidet der Punktestand; die drei Erstplatzierten unter den aktiven Tipperinnen erhalten folgende Preise (bei Gleichstand entscheidet das Los):

  1. Preis: Drei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste
  2. Preis: Zwei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. Preis gewählten Bücher)
  3. Preis: Ein Buch nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. und 2. Preis gewählten Bücher – also das, das übrig bleibt)

Die Bücher:

Daneben gilt es eine Reihe von Sonderpreisen zu ergattern, die zum Teil (#2, #7) auch schon während der laufenden Saison vergeben werden:

(2) Die „Faas’sche Wundertüte“

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer wird Herbstmeisterin?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x ein Überraschungspreis von Faas
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(3) „Snurb’s dynamic down under cup“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die letzten drei Plätze?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Bruns (2018): Gatewatching and News Curation [im Erscheinen]
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(4) „Dr Bieber’s most daring tipperinnen special trophy“

  • Sonderpreis für das torreichste korrekt vorausgesagte Spiel: 1x ein Überraschungspreis von Bieber
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(5) kwelle’s Zusatzherausforderung: „Nie mehr zweite Liga!“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die ersten drei Plätze in der zweiten Bundesliga?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x ein Überraschungsbuch aus dem kwelle‚rschen Bücherschrank
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(6) Hohses „Siegen ist nicht alles“-Prämie

  • Sonderpreis für die meisten Punkte aus Spieltagssiegen: 1x ein Überraschungspaket von Hohse
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(7) Die „Das ganze Leben ist ein Spiel“-Trophäe

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wo findet der erste Trainerinnenwechsel statt?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Klimmer/Selonke (2017): #Digital Leadership. Wie Top-Manager in Deutschland den Wandel gestalten.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(8) Der „Vorne hilft uns der liebe Gott“ Gedächtnis-Pokal

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Welche Mannschaft stellt die Torschützenkönigin?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x die Ausgabe 4/2011 von „Communicatio Socialis. Internationale Zeitschrift für Kommunikation in Religion, Kirche und Gesellschaft“.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

Muss ich noch extra erwähnen, dass der Rechtsweg ausgeschlossen ist? Ja? Also: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Spaß beim Tippen, und möge die beste Tipperin gewinnen!

  1. Männer sind bei den Formulierungen also immer mit gemeint.

15. Juli 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-07)

Im Juni fiel das „Mittendrin zur Monatsmitte“-Update urlaubsbedingt aus, aber im Juli gibt es wie gewohnt einen knappen Überblick zu den Vorhaben, die mich gerade beschäftigen.

  • Bis Ende des Monats will ich mein „Social Media“-Buch aktualisiert haben, sodass im Herbst die 2. Auflage erscheinen kann. Das Manuskript für die erste Auflage hatte ich im Frühjahr 2013 abgeschlossen, und das merkt man an vielen Stellen. Das kleinste Problem sind die (wenigen) empirischen Daten, die ich recht leicht auf den neuen Stand bringen kann. Aber an vielen Stellen muss ich mir über neue, aktuelle Beispiele Gedanken machen oder Einschätzungen aktualisieren (z.B. zur Piratenpartei oder Wikileaks…). Ausserdem werde ich den Themenkomplex „Social-Media-Intermediäre und Meinungsbildung“ deutlich ausführlicher diskutieren und in dem Zuge auch auf  Phänomene wie „Fake News“, „Social Bots“ oder „Hate Speech“ eingehen.
  • Dann wirft die Bundestagswahl immer größere Schatten voraus. Zum einen schlägt sich das in einer Reihe von einschlägigen Vortragsanfragen nieder (die Liste werde ich bald auch nochmal aktualisieren…), zum anderen schreitet die Recherche der Kandidierenden und ihrer Social-Media-Profile (siehe die Mai-Ausgabe von Mittendrin…) voran.
  • Über das Jahr 2017 hinaus reicht die Perspektive des Forschungsverbunds „Information Governance Technologies„, an dem das Bredow-Institut zusammen mit Kolleg/innen aus der Informatik von der Uni Hamburg und der TU Hamburg-Harburg beteiligt ist. Ich war in die Antragsstellung (die Finanzierung kommt aus der Landesforschungsförderung Hamburg) nicht involviert, werde mich aber zumindest an den Bredow-geführten Arbeitspaketen beteiligen, in denen es u.a. um interdisziplinäre Begriffsarbeit geht. Aus anderen größeren Verbünden, z.B. dem zu „Kommunikative Figurationen„, ist uns klar geworden, dass es solche ausführlichen Phasen der wechselseitigen Verständigung braucht, um tatsächlich erfolgreich interdisziplinär zusammen arbeiten zu können. Daher soll ab Herbst eine regelmäßige verbund-interne „Seminarreihe“ stattfinden, in der Schlüsselkonzepte (z.B. „Autonomie“ oder „Normativität von Software“) gemeinsam diskutiert werden; ich werde dabei in die Konzeption und Organisation eingebunden sein.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das Arbeitspapier „Digitale Öffentlichkeit – Wie algorithmische Prozesse den gesellschaftlichen Diskurs beeinflussen“ , das Konrad Lischka und Christian Stöcker für die Bertelsmann-Stiftung verfasst haben und das jede Menge Anknüpfungspunkte zu unseren Institutsthemen enthält.

27. Juni 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Wissenschaftliches Gutachten zum Medien- und Kommunikationsbericht

Aufmerksame Leserinnen und Leser meiner „Mittendrin zu Monatsmitte“-Rubrik wissen, dass ich v.a. in der zweiten Jahreshälfte 2016 viel Zeit mit dem „Wissenschaftlichen Gutachten zum Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung“, so der volle Titel, zugebracht habe. Anfang des Jahres hatten wir die Endfassung der Auftraggeberin, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, übergeben. Mittlerweile ist das Gutachten, stolze 251 Seiten lang sowie in einer Kurzfassung, auch öffentlich zugänglich.

Das Gutachten hatte zum Ziel, wesentliche Entwicklungen der Medien (Inhalte und Angebote; Wirtschaft und Organisation; Nutzung und Wirkung; Recht und Regulierung) zwischen 2013 und 2016 nachzuzeichnen sowie übergreifende Trends und Entwicklungen zu diskutieren.1 Weil das keine kleine Aufgabe ist, waren mit mir insgesamt neun Kolleginnen und Kollegen sowie studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt, um verfügbare Daten zusammenzutragen, einzuordnen und die „großen Linien“ herauszuarbeiten. Das war nicht immer einfach, wie wir bereits an der Abgrenzung zwischen einzelnen Mediengattungen und Angebotstypen für die Zwecke einer erweiterten Gliederung merkten2. Zudem mussten zahlreiche Querbezüge zwischen den einzelnen Kapiteln hergestellt und bei den Überarbeitungen im Blick gehalten werden. Und der Umstand, dass gerade zum Ende der Deadline hin viele von uns parallel an unterschiedlichen Stellen des Dokuments arbeiten wollten und mussten, sorgte für einige geraufte Haare…

Aber letztlich kann sich das Gutachten, hoffe ich, doch sehen lassen. Die Zusammenfassung auf vier Seiten (.pdf) ist seeehr komprimiert und gibt vor allem einen ersten Überblick über die Themen. Fürs genauere Reinlesen würde ich persönlich das Kapitel 4 („Trends und Perspektiven“) empfehlen, das die vielen vielen Daten und Befunde aus den Kapiteln davor zu einigen übergreifenden Analysen zusammenfasst (und dabei nebenbei bemerkt auch einen guten Einblick in aktuelle forschungsprogrammatische Überlegungen des Hans-Bredow-Instituts gibt). Aber natürlich freue ich mich, wie alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen, über jede Art von Feedback!

  1. Dieser Text soll die Grundlage für einen politischen Teil des Medien- und Kommunikationsberichts sein, den die Bundesregierung erstellen und dem Parlament vorlegen soll; ob das noch in dieser Legislaturperiode passiert, kann ich aber nicht beurteilen.
  2. Etwa: Wo behandeln wir die Online-Mediatheken der TV-Sender? Wo sortieren wir Intermediäre wie Facebook ein, die professionellen Journalismus genauso wie nutzergenerierte Inhalte verbreiten? Und wo gehen wir auf Entwicklungen wie algorithmische Personalisierung oder Suchmaschinenwerbung ein?

24. Mai 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2017 (2)

Ab Himmelfahrt werde ich ein weiteres Mal in eine längere Familienpause verschwinden; nach meiner Rückkehr stehen einige Vorträge an, auf die ich hier in bewährter Manier verweisen will:

  • Am 27. Juni werde ich in Leinfelden-Echterdingen bei der Jahrestagung der ajs (Aktionsstelle Jugendschutz) sein, die unter dem Motto steht „Medien: Macht – Gewalt – Kultur?“ (Programm als .pdf). Ich werde dort den Eröffnungsvortrag halten dürfen: „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht: Wie soziale Medien Meinungsbildung
    und Orientierung in der Welt prägen“.
  • Am 25. August bin ich in Hannover bei der Landesgruppe Niedersachsen der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen zu Gast, um über „Soziale Medien und Meinungsbildung: Von Filterblasen, Echokammern und Algorithmenmacht“ zu referieren.
  • Am 29. September werde ich der Europäischen Akademie Sankelmark einen Besuch abstatten dürfen; im Rahmen des Seminars „Medien, Politik und Gesellschaft. Können wir unseren Medien vertrauen?“ werde ich über das breite Thema „Medien und Gesellschaft“ sprechen und mich dabei (wen wundert’s?) insbesondere auf die digitalen Medien konzentrieren.
  • Am 15. Oktober schließlich reise ich zum „Symposium Turm der Sinne“ nach Nürnberg, Die Veranstaltungs- bzw. Symposiumsreihe hat ihren Schwerpunkt eigentlich in der Psychologie und Neurowissenschaft, aber bei dem diesjährigen Thema („Gehirne unter Spannung: Kognition, Emotion und Identität im digitalen Zeitalter“) dürfen sozial- und kommunikationswissenschaftliche Perspektiven nicht fehlen – ich werde daher zum Thema „Filterblasen und Algorithmenmacht. Wie sich Menschen im Internet informieren“ sprechen.

15. Mai 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-05)

Mitte Mai ist traditionell die Zeit des Jahres, in der der HSV seine Relegationsspiele absolviert – aber auch Zeit für eine neue Ausgabe von „Mittendrin zur Monatsmitte“. Was beschäftigt mich gerade?

  • Eine große Baustelle der letzten Monate ist abgeschlossen: Ende vergangener Woche ging die Sonderausgabe „Algorithmen, Kommunikation und Gesellschaft“ online, die ich mit Katharina Kinder-Kurlanda, Christian Stegbauer und Nils Zurawski zusammen herausgegeben habe. Dank meiner Zeiterfassung kann ich sogar einigermaßen abschätzen, wie viel Zeit ich dafür aufgewandt habe: Seit Februar 2016, als ich mit Katharina das erste Mal über die Idee für diese Sonderausgabe sprach, kamen knapp 85 Stunden zusammen…
  • Auch zeitaufwändig, derzeit aber vor allem für zwei meiner studentischen Mitarbeiter, ist die Recherche der Kandidierenden zur Bundestagswahl 2017. Bislang haben wir knapp 2.650 Kandidierende erfasst, aber da die Listenaufstellung der Parteien noch nicht überall abgeschlossen ist, wird es noch etwas dauern, bis wir alle beieinander haben. Fernziel ist es, für die Kandidierenden dann auch Social-Media-Präsenzen (d.h. Twitter und Facebook) zu recherchieren – bei einem Meeting vor ein paar Tagen haben wir, neben Absprachen zum weiteren Vorgehen, spaßeshalber mal die Nachnamen und Vornamen in Word Clouds visualisiert (s.u.); für ein Journal Paper werden wir diese Auswertung aber wohl nicht verwenden…

  • Ab Himmelfahrt werde ich wieder eine familienbedingte längere Pause einlegen, aber nach meiner Rückkehr Ende Juni steht ein Termin an, der jetzt schon seine Schatten vorauswirft: Im Zuge unserer Bewerbung um die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft wird eine Begehung durch den Wissenschaftsrat stattfinden, bei der wir zwei Tage lang wir das Hans-Bredow-Institut präsentieren können. Das erfordert natürlich einiges an Vorbereitung und Proben, die momentan neben dem Tagesgeschäft so laufen.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? Mein „Social Media„-Buch von 2013, denn das werde ich in diesem Sommer für eine 2. Auflage aktualisieren, und dafür muss ich mir wieder einen Überblick verschaffen, was ich beim ersten Mal eigentlich so geschrieben habe…

27. April 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Zwei kurze Beiträge über Intermediäre und Meinungsbildung

Diese Woche kamen gleich zwei Belegexemplare von Zeitschriften, in denen Texte über das „Intermediäre und Meinungsbildung“-Projekt als Teil von größeren Themenschwerpunkten erschienen sind:

  1. Die April-Ausgabe der medienpädagogischen Zeitschrift „merz“ befasst sich mit „Journalismus im medialen Wandel“ und hat dazu u.a. einen Beitrag von Uwe Hasebrink, Lisa Merten, Sascha Hölig und mir abgedruckt, der Befunde aus dem Reuters Digital News Survey 2016 und der erwähnten Intermediäre-Studie kombiniert.
  2. Das Halbjahresmagazin „polar“, eine Zeitschrift für „Politik, Theorie, Alltag“, hat in seiner aktuellen Ausgabe den Schwerpunkt „In der Blase – #Zukunft der Öffentlichkeit“, und ich durfte einen Text über „Filterblasen und Echokammern – das Gefüge digitaler Öffentlichkeit“ beisteuern.

15. April 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-04)

Diesen Monat fällt der „Mittendrin zur Monatsmitte“-Eintrag auf die Osterfeiertage, und an diesem langen Wochenende mache ich nichts Berufliches (Ostereier für die Kinder verstecken zählt nicht…). Aber was steht davor und danach an?

  • Gerade in den vergangenen Tagen habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, die Beiträge für die Sonderausgabe „Algorithmen, Kommunikation und Gesellschaft“ zu prüfen und letzte Änderungen mit den Verfasser/innen abzustimmen. Da die Veröffentlichung nun kurz bevorsteht – sollte es keine unvorgesehenen Komplikationen geben, geht die Sonderausgabe Ende April online – kann ich auch schon mal ein paar exklusive Vorabinformationen geben: Neben einem kurzen Editorial der Herausgeber/innen umfasst die Sonderausgabe sechs Aufsätze, ein Essay, zwei Forschungsnotizen und einen Praxisbericht. Inhaltlich reicht das Spektrum von systemtheoretischen Überlegungen zu einer Soziologie des Algorithmus über Studien zur Entwicklung bzw. Implementation algorithmischer Systeme in publizistischen Organisationen bis hin zu (qualitativen und quantitativen) Befunden zu den Auswirkungen von algorithmischer Selektion, insbesondere durch Facebook, auf journalistische Vielfalt und nutzerseitige Polarisisierung. Das Warten wird sich also gelohnt haben! :-)
  • Um „Algorithmen“ geht es auch bei einem anderen Vorhaben, in das ich involviert bin: Anfang des Jahres hatten wir am Hans-Bredow-Institut dazu aufgerufen, uns Bewerbungen für PostDoc-Stipendien im Rahmen des PostDoc-Kollegs „Algorithmed Public Spheres“ zu schicken. Die Resonanz war gut, um nicht zu sagen: überwältigend – über 20 viel versprechende Anträge werden wir in der institutsinternen Auswahlkommission bis Ende April zu begutachten haben, und ich weiss jetzt schon, dass wir uns wünschen werden, wir könnten 20 Stipendien vergeben!
  • Zu guter Letzt werde ich mich in den kommenden Wochen an einen Beitrag für das „Handbuch Innovationsforschung“ machen, das Birgit Blättel-Mink, Ingo Schulz-Schaeffer und Arnold Windeler herausgeben. Ich werde mich mit „Social Media-Innovationen“ befassen und dabei – so mein momentaner Plan – auf den Stellenwert technischen Wandels (mit den Polen „inkrementelle Innovationen und perpetual beta“ vs. „disruptive Innovationen“), auf Innovationen im Bereich der Kommunikationsarchitektur (Stichworte etwa Ent- und Neubündelung von „Micro-Content“; Konvergenz von Konversation und Publikation; Entstehen persönlicher Öffentlichkeiten) und auf „medienökonomische Innovationen“ [Arbeitstitel.. :-)] eingehen, insbesondere auf die Bedeutung der Verdatung und Algorithmisierung von Aktivitäten, Präferenzen, sozialer Einbettung o.ä., die wiederum Grundlage für die Konstruktion von detaillierten und personalisiert bewerbaren Nutzerprofilen ist. Aber mal sehen, was mir bei Schreiben dann noch so alles einfällt…

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das neueste Arbeitspapier der „Stuttgarter Beiträge zur Organisations- und Innovationssoziologie„, nämlich von Ulrich Dolata zu „Social Movements and the Internet. The sociotechnical constitution of collective action„.

15. März 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-03)

Ich hab es jetzt nicht noch einmal extra nachgeprüft, aber ich vermute stark, dass alle „Mittendrin zur Monatsmitte“-Beiträge der vergangenen Monate das „Intermediäre“-Projekt ansprachen. So auch diesmal, aber vermutlich zum letzten Mal in ausführlicher Form, denn:

  • Letzte Woche haben wir den wissenschaftlichen Bericht zu unserer qualitativen Studie über „Intermediäre und Meinungsbildung“ als Arbeitspapier des Hans-Bredow-Instituts veröffentlicht – punktgenau zu einer Veranstaltung der Medienanstalten in Berlin, bei der es unter dem schönen Titel „Ganz meine Meinung?“ um die Rolle von Facebook, Google & Co. im Informationsverhalten ging.

Schmidt, Jan-Hinrik / Lisa Merten / Uwe Hasebrink / Isabelle Petrich / Amelie Rolfs (2017): Zur Relevanz von Online-Intermediären für die Meinungsbildung. Hamburg: Verlag Hans-Bredow-Institut, März 2017 (Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Institut Nr. 40). Online verfügbar unter http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/1172

In einem Radio-Interview am Rande der Berliner Veranstaltung habe ich unsere Befunde noch einmal eingeordnet, siehe den Beitrag auf wwwagner.tv.

Zum Arbeitspapier gehört auch ein Anhang, der alle 18 Einzel- und sechs Gruppenportraits zusammenfasst, die wir im Zuge der Analyse erstellt haben. Möglicherweise bin ich befangen, aber ich finde das eine sehr spannende Lektüre, die Aufschluss über die Vielfalt von Informationsrepertoires und meinungsbildungsrelevanter Praktiken gibt, der wir im Projekt begegnet sind. Wer also über die im Endbericht exemplarisch aufgeführten Portraits hinaus noch wissen will, mit wem wir gesprochen haben, der schaue doch bitte in diesen Anhang.

Und noch ein interessanter Fakt: Auch wenn wir noch einige Vorträge und Publikationen planen, ist das Projekt damit (nahezu) abgeschlossen; laut meiner Zeiterfassung habe ich seit Oktober 2015 (da haben wir die Arbeit am Antrag begonnen und uns um die Ausschreibung beworben) insgesamt knapp 375 Stunden an dem Vorhaben gearbeitet.

Was steht nun auf meiner Agenda? Neben einigen Reviews für „Medien und Kommunikationswissenschaft“ sowie zwei andere Journals stehen gerade insbesondere zwei Dinge an:

  • Die überarbeiteten Einreichungen für die Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft zu „Algorithmen“ sind mittlerweile bei uns Herausgebern gelandet und werden von uns ein weiteres Mal geprüft und kommentiert an die Verfasser/innen zurückgeschickt; nach meinem momentanen Eindruck sieht das aber alles recht gut aus, sodass die Sonderausgabe hoffentlich wie geplant im April erscheinen kann.
  • Mit Christian Nürnbergk arbeite ich weiter an der Analyse der Social-Media-Praktiken von Mitgliedern der Bundespressekonferenz. Wir haben eine knappe Zusammenfassung der Kernergebnisse aus der Online-Befragung, die im Sommer 2016 im Feld war, an die Befragungsteilnehmer/innen verschickt und prüfen gerade, inwieweit wir dieses Dokument auch generell online zugänglich machen (ohne damit die Möglichkeit zu verbauen, daraus einen „regulären“ Aufsatz zu machen). Die Befragungsdaten können wir durch Befunde einer Netzwerkanalyse, einer Analyse von Tweets, und einer Analyse der Twitter Friend Repertoires ergänzen; daran arbeiten wir im Moment noch.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? Das Buch „Prototype Politics“ von Daniel Kreiss, das die digitalen Strategien der US-Wahlkämpfe von Republikanern und Demokraten zwischen 2004 und 2014 nachzeichnet und dabei insbesondere deren Pfadhängigkeit herausarbeitet – also den Umstand, dass die Figurationen von Digital-Team und -Beratern sowie die von ihnen eingesetzten und weiter entwickelten Technologien mit Ende des Wahlkampfs nicht abrupt verschwinden, sondern auch und gerade in den „Zwischenjahren“ weiter existieren und so die Ausgangslage für den nächsten Wahlkampf prägen.

15. Februar 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-02)

Es ist wieder Zeit für den allmonatlichen Lagebericht: Welche Themen und Aufgaben beschäftigen mich im Moment?

  • Die meiste Zeit widme ich gerade der Arbeit am Abschlußbericht für das Intermediäre-Projekt, der auf etwa 100 Seiten zusammenfassen soll, was wir in unserer qualitativen Studie zur Relevanz von Intermediären für die Meinungsbildung erarbeitet haben. Der Bericht soll spätestens am 8. März als Arbeitspapier des Hans-Bredow-Instituts online verfügbar sein, weil wir an dem Tag in Berlin bei der Veranstaltung „Ganz meine Meinung?“ einen kurzen Impulsvortrag beisteuern und dann gerne auf die kompletten Ergebnisse verweisen wollen.
  • Parallel dazu treffe ich gerade Vorbereitungen, um im Lauf der kommenden Monate die „Twitter Friend Repertoires“ von politischen Journalist/innen einerseits und von Bundestagsabgeordneten bzw. -kandidierenden andererseits untersuchen zu können. Diese Vorbereitungen beinhalten beispielsweise, unsere bereits vorliegenden Listen von Twitter-Accounts dieser Gruppen zu aktualisieren bzw. sie (im Fall der Kandidierenden) neu zusammen zu stellen, aber auch die Skripte einzurichten und zu testen, mit denen ich die Liste der Twitter Friends erhebe.
  • Ausserdem steht in wenigen Wochen ein Termin an, der für das gesamte Institut wichtig ist: Nachdem wir im vergangenen Jahr eine Bewerbung um Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft auf den Weg gebracht haben, kommt es nun zur ersten (von insgesamt zwei) externen Begehung. Konkret heisst das, dass uns eine Kommission der Leibniz-Gemeinschaft einen zweitägigen Besuch abstatten und (in verschiedenen Konstellationen) Gespräche führen wird; diese bereiten wir schon seit einiger Zeit gründlich vor, um für möglichst viele Fragen und Situationen gewappnet zu sein.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das Buch „Der (des)informierte Bürger im Netz“ von Wolfgang Schweiger – der Untertitel „Wie soziale Medien die Meinungsbildung verändern“ deutet schon an, dass es Fragen anspricht, die mich auch seit längerem umtreiben.

15. Januar 2017
nach Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2017-01)

Auch 2017 will ich mit der „Mittendrin zur Monatsmitte“-Reihe gerne regelmäßig einen Einblick in meine laufenden Arbeiten geben. Es passt ganz gut, dass ich in diesen Tagen auch mein jährliches Mitarbeitergespräch mit den Institutsdirektoren habe, bei dem wir auf das vergangene Jahr zurück- und das begonnene Jahr ausblicken – was werde ich in diesem Rahmen ansprechen?

  • Seit 2011 werte ich zum Mitarbeitergespräch immer die Daten meiner Zeiterfassung des vergangenen Jahres aus, die ich mit Hilfe von toggl führe; für 2016 kann ich daraus unter anderem ablesen, dass ich etwas mehr als ein Drittel meiner Arbeitszeit mit Forschungsprojekten im engeren Sinn bestritten habe. Das Schreiben von Aufsätzen und anderen Publikationen (14 %), institutsinterne Koordination (Meetings etc., 13%), die Vorbereitung und das Halten von Vorträgen sowie das Bearbeiten von E-Mails aller Art (jeweils etwa 10 %) sind andere größere Arbeitsfelder gewesen. Gegenüber den Vorjahren ist der Anteil von „Projekte“ noch einmal leicht gestiegen, was insbesondere am Intermediärsprojekt liegt, das alleine schon 17 Prozent meiner Arbeitszeit beanspruchte. Die übrigen Anteile liegen in etwa auf dem Niveau der vorherigen Jahre und damit in Proportionen, die ich als sehr angenehm und produktiv empfinde.
  • Ein zweiter fester Bestandteil des Gesprächs ist, dass ich meine Liste mit Vorhaben aus dem Vorjahr daraufhin durchgehe, was ich abschließen konnte, was noch läuft, und was sich nicht hat realisieren lassen. Auf der „geklappt/abgeschlossen“-Seite stehen da neben dem Intermediärsprojekt etwa auch die Mitarbeit am wissenschaftlichen Gutachten zum Kommunikations- und Medienbericht, das „Handbuch Social Media“ und die Expertise zu Social Media in der Wissenschaftskommunikation. Andererseits hatte ich mir Anfang vergangenen Jahres u.a. auch vorgenommen, zu den damals anstehenden Landtagswahlen „Twitter Friend Repertoire“-Analysen von Kandidierenden durchzuführen, und ich wollte eine Projektidee zu „Softwaresystemen und Partizipation“ zu einem DFG-Antrag ausarbeiten – diese Vorhaben, und noch einige andere kleinere Dinge, konnte ich leider nicht umsetzen.
  • Schließlich geht es im Mitarbeitergespräch natürlich immer auch um meine Planung für das beginnende Jahr. Auf meiner Liste (die ich dann in 2018 wieder kritisch prüfen kann… :-)) stehen diesmal die „Aufräumarbeiten“ zum Intermediärsprojekt, das heißt das Fertigstellen des wissenschaftlichen Endberichts sowie zumindest ein oder zwei weiterer Publikationen, und die Entwicklung (und Durchführung) von Projektideen zur Bundestagswahl 2017 ganz oben auf meiner Agenda. Zu letzterem Themenbereich hatten wir bereits ein erstes institutsinternes Treffen und sind gerade dabei, einige Projektvorhaben so aufeinander abzustimmen, dass sie sich auch wechselseitig informieren und ergänzen können. Vermutlich kann ich dazu im Lauf der kommenden Monate mehr schreiben…

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das „Grünbuch Digitale Plattformen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, zu dem im Moment auf der oben verlinkten Dialogplattform auch noch Kommentare und Stellungnahmen abgegeben werden können.