Schmidt mit Dete

(Netz-)Politik

10. Februar 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Gastblogger bei den Scilogs

Im Januar hatte ich ja bereits kurz erwähnt, dass ich für eine Arbeitsgruppe der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften an einer Expertise zum Thema „Soziale Medien als Intermediäre in der Wissenschaftsberichterstattung“ arbeite. Sie ist zwischenzeitlich fertiggestellt und wird, gemeinsam mit zwei anderen Expertisen, Mitte März in Berlin öffentlich vorgestellt. Im Vorfeld dieses Termins gibt es aber auch schon Gelegenheit, über die Inhalte zu diskutieren: Auf der Science-Blog-Plattform scilogs.de steht ein eigens dafür eingerichtetes Blog bereit. Ich darf dort den Anfang als Gastblogger machen und werde bis etwa zum 20. Februar einige Thesen aus meiner Arbeit vor- bzw. zur Diskussion stellen. Kommt doch einfach alle mit rüber! :-)

Publikationen02

26. Januar 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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„Handbuch Soziale Medien“ – erste Beiträge veröffentlicht

Schon seit längerer Zeit (ich will gar nicht nachschauen, wie lange eigentlich….) betreue ich mit Monika Taddicken zusammen als Herausgeber das „Handbuch Soziale Medien„, das in der Reihe „Springer NachschlageWissen“ erscheint. Zu Jahreswechsel war es nun endlich soweit: Die ersten Beiträge sind online veröffentlicht worden, darunter auch die beiden einführenden Texte, die Monika und ich gemeinsam verfasst haben – eine Übersicht der aktuell verfügbaren Artikel findet sich hier.

Unser Ziel mit dem Handbuch ist, den aktuellen Forschungs- und Diskussionsstand zu sozialen Medien in der Kommunikationswissenschaft sowie angrenzenden sozialwissenschaftlichen Disziplinen zu bündeln und systematisch aufzubereiten. Insgesamt sieht unsere Konzeption 20 Beiträge vor; sobald alle Texte vorliegen, wird auch eine Print-Ausgabe des Handbuchs produziert. Kern des Bandes soll aber die Online-Veröffentlichung sein, auch weil das Konzept der von Springer so genannten „Living Reference Works“ vorsieht, dass einzelne Beiträge von ihren Autor/innen jederzeit aktualisiert werden können.

Schmidt, Jan-Hinrik / Taddicken, Monika (Hrsg.) (2015): Handbuch Soziale Medien. Wiesbaden: VS Springer. Online-Publikation: http://link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-03895-3. DOI: 10.1007/978-3-658-03895-3

Taddicken, Monika / Schmidt, Jan-Hinrik (2015): Entwicklung und Verbreitung sozialer Medien. In: Schmidt, Jan-Hinrik / Monika Taddicken (Hrsg.): Handbuch Soziale Medien. Online-Publikation: http://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-3-658-03895-3_1-1. DOI: 10.1007/978-3-658-03895-3_1-1

Schmidt, Jan-Hinrik / Monika Taddicken (2015): Soziale Medien: Gattungen, Funktionen, Angebotstypen. In: Dies. (Hrsg.): Handbuch Soziale Medien. Online-Publikation: http://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-3-658-03895-3_2-1. DOI: 10.1007/978-3-658-03895-3_2-1

 

Work in progress

15. Januar 2016
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (16-01)

Schon seit längerer Zeit ist mir bewusst,  dass dieses Blog immer mehr zu einer quasi-statischen Visitenkarte meiner wissenschaftlichen Aktivitäten und Interessen geworden ist. Neue Einträge (und daran anschließende Kommentare), gerne auch mal zu „work in progress“ oder zu interessanten Aufsätzen oder Büchern von Kolleg/innen, sind selten geworden, ohne dass ich das bewusst so entschieden hätte. Zu einem großen Teil liegt das daran, dass für mich (und andere) inzwischen Twitter zum Ort geworden ist, wo solche Konversationen stattfinden. Zu einem kleineren Teil liegt es auch am Zeitmangel, dass ich nur noch selten hier neue Beiträge blogge.

Irgendwann um den Jahreswechsel kam mir eine Idee, wie ich dieser Entwicklung – die ich durchaus schade finde – begegnen könnte: Ich will dieses Jahr versuchen, jeden Monat einen Eintrag zu posten, in dem ich schildere, was mich gerade beschäftigt. An welchen Projekten arbeite ich gerade, was steht so an, was nehme ich mir als Lektüre für den Heimweg in der S-Bahn mit? Es geht also um den Einblick, in welchen Vorhaben ich gerade gedanklich und ganz praktisch stecke, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder komplette Transparenz, aber auch ohne den Druck, abgeschlossene Gedankengänge oder gar ganze Projekte zusammenfassen zu müssen.

Ich habe dazu vorab 12 Einträge in WordPress angelegt, die nacheinander am 15. eines jeden Monats erscheinen werden – und ich hoffe, dass ich daran denke und mir Zeit nehme, diese Einträge jeweils kurz vorher auch zu befüllen… wenn nicht, wird halt ein leerer Eintrag erscheinen, und meine geneigte Leserschaft kann mich verhöhnen, aufmuntern, anfeuern oder durch demonstratives Schweigen strafen.

Soviel zur Vorrede, hier die erste Folge von „Mittendrin zur Monatsmitte“. Was beschäftigt mich heute, am 13.1.2015 2016 [Datum des Verfassens] denn so in meiner Arbeit?

Ende Januar sind zwei Publikationen fällig, die sich bereits in den letzten Wochen immer wieder auf meinem Schreibtisch breit gemacht haben (durchaus wörtlich zu verstehen, weil ich zu beiden Texten Literaturstapel gesichtet, sortiert und abgearbeitet habe):

  • Mit Gustavo Mesch (Haifa University) schreibe ich ein Paper zum Thema „Self-Disclosure on Facebook“, in dem wir für Deutschland und Israel vergleichend untersuchen, welche Rolle individuelle Normen und wahrgenommene Gruppennormen für die Preisgabe persönlicher Informationen auf Facebook spielen. Wir reichen das Paper in Reaktion auf einen call for papers für eine Special Issue im Journal „Cyberpsychology“ ein, weswegen es auch eine harte Deadline gibt.
  • Der zweite Text wird eine Expertise zum Thema „Soziale Medien als Intermediäre in der Wissenschaftsberichterstattung“, die ich für die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften verfasse. Die Expertise ist Teil eines größeren Projekts zur Rolle sozialer Medien in der Wissenschaftskommunikation. Es ist schon vereinbart, dass ich im Februar auch auf einem eigens dafür eingerichteten Blog einige Thesen vorstelle; dazu mehr in 2-3 Wochen.

Diese beiden Publikationen beschäftigen mich im Moment gedanklich recht stark. Hinzu kommt ein Projekt, das mit Jahresbeginn langsam angelaufen ist und in den kommenden Wochen und Monaten Fahrt aufnehmen wird:

  • die medienanstalten„, also die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten, hatten Ende 2015 ein Projekt zur Rolle von Online-Intermediären in Meinungsbildungsprozessen ausgeschrieben; der Antrag von Uwe Hasebrink, Lisa Merten und mir wurde erfreulicherweise ausgewählt, und so werden wir drei uns also im Jahr 2016 damit befassen, dieses Thema in einer Reihe von Gruppendiskussionen und vertiefenden Einzelinterviews empirisch näher zu beleuchten (siehe auch hier). Die Chance, dass dieses Projekt in kommenden „mittendrin zur Monatsmitte“-Folgen auftaucht, ist also recht groß…

Daneben gibt es natürlich noch eine ganze Reihe anderer kleiner und größerer to do’s und Termine; so ist z.B. diese Woche noch eine turnusmäßige Betriebsrat-Sitzung des HBI angesetzt, und wir haben, wie jede Woche, eine Redaktionssitzung der Zeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft“. Hinzu kommen einige meetings mit Kolleg/innen und studentischen Mitarbeiter/innen zu ganz unterschiedlichen Themen, eine längere Sitzung mit Michael Brüggemann von der Uni Hamburg, um mit zwei Master-Studentinnen deren Abschlussarbeiten zu besprechen, und zwei Interviewtermine zur Rolle sozialer Medien in der öffentlichen Diskussion rund um „Silvester in Köln & die Folgen“.

Und was habe ich mir als Lektüre für meine tägliche S-Bahn-Pendelstrecke (knapp 20 Minuten one way) eingesteckt? U.a. den Text „The Internet of Things: Network and Security Architecture“ [.pdf], der im aktuellen „Internet Protocol Journal“ erschienen ist.

 

Publikationen02

23. November 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Digitale Öffentlichkeit und das Partizipationsparadox

Im Frühjahr 2014 war ich beim Julius-Leber-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Gast, um mit Gunnar Bender über Facebook zu diskutieren. Im Nachgang baten mich die Organisatoren Kathrin Voss und Peter Hurrelbrink, einen Beitrag für die Publikation beizusteuern, die eine Reihe von Beiträgen aus der Veranstaltungsreihe „digitale Öffentlichkeit“ bündeln sollte. Inzwischen ist dieser Band erschienen und, sehr lobenswert, frei im Netz erhältlich. Wer mag, kann meinen Text „Die sozialen Medien und das Partizipationsparadox“ also dort (S. 56ff.) oder hier nachlesen – und sich natürlich auch die zahlreichen anderen Aufsätze zu Gemüte führen!

Schmidt, Jan-Hinrik (2015): Die sozialen Medien und das Partizipationsparadox. In: Kathrin Voss / Peter Hurrelbrink (Hrsg.): Die digitale Öffentlichkeit. Band II. Hamburg: Friedrich-Ebert-Stiftung. S. 56-63.

Work in progress

16. November 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Geburtstag im Social Web (2015)

geburtstag_socialweb_2015 Auf mittlerweile vielfachen Wunsch gibt es auch 2015 wieder eine Aktualisierung meiner Statistik zum Geburtstag im Social Web. Wieder haben mir viele liebe Menschen auf ganz unterschiedlichen Kanälen gratuliert (danke Euch allen!) – die diesjährigen Ergebnisse sind keine Revolution, aber im Detail doch interessant:

  • Die Facebook-Pinnwand ist wie jedes Jahr seit 2009 an der Spitze; dieses Jahr mit 79 Gratulationen auch wieder etwas mehr als in den Jahren zuvor (da steckt bestimmt ein Algorithmus dahinter…)
  • Die SMS ist tot? Im Gegenteil, die Anzahl der Glückwünsche hat sich gegenüber 2014 verdoppelt & sogar die automatisierten Mails überholt.
  • Glückwünsche via persönliche Mail & via Facebook-Direktnachricht haben hingegen an Boden verloren.

Ich stelle die Ergebnisse unter die gerade erfundene „Macht damit was Ihr mögt, aber wenn Ihr Geld damit verdient hätte ich gerne 50% vom Gewinn“-Lizenz. Sollte ich 2016 wieder Geburtstag haben, gibt es neues Datenfutter.

29. Oktober 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Rezension zu „Bilderwelten der Social Network Sites“

Kurz der Hinweis, dass im Online-Rezensionsjournal r:k:m gestern eine Rezension von mir erschienen ist. Ich habe mir die Dissertation von Ulla Autenrieth („Die Bilderwelten der Social Network Sites„) vorgenommen – eine sehr interessante und aufschlussreiche Studie, die die Forschung zu Netzwerkplattformen an wesentlichen Stellen erweitert. Warum ich zu diesem Schluß komme, steht hier.

Work in progress

11. September 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Modelling the Media Logic of Software Systems

I’m very much looking forward to the upcoming „Media Logics Revisited“-Conference in Bonn, not the least since I will have the opportunity to present some ideas I have been working on and thinking about for quite a while now. Starting with my work on blogging practices, and followed by my later work on social media practices more generally, I have always argued that sociological internet research1 has to take „code“ into account, i.e. the characteristics of media technologies which shape users‘ practices. But I did not go into sufficient detail on how to actually study code, or more specifically: How to assess software systems which facilitate communication, interaction and participation from the perspective of communication sociology.

Now, any such approach, I’d argue, would need to acknowledge that software systems are at the same time structuring communication as well as being structured by communication2. In my presentation on „Modelling the Media Logic of Software Systems“ I am going to expand on this basic idea by proposing different aspects of software systems that allow a social scientist – rather than a computer scientist or engineer – to grasp their structuring & structured logic, thus working towards a more nuanced understanding of „the Internet“.

Below is the extended abstract for the presentation; over the coming months I will hopefully have time (and other resources.. ;-)) to go into more detail and to assess the practicability & explanatory power of these categories in actual empirical research. So I am very much interested in feedback, either at the conference, or here in the comments, or through other channels.

Modelling the Media Logic of Software Systems

The idea of media logic(s), similar to concepts such as as „technical dispositiv“ (e.g. Hartling 2009) or „affordances“ (e.g. Hjarvard 2013), aims at the nexus of technology, mediality, and sociality. Applying these concepts to contemporary networked media can help us to understand how software systems structure digital communicative spaces, but also how they are themselves socially constructed artifacts. These approaches do, however, share a key deficit: They do not provide any systematic categories in which to describe software systems (both as tool and as artifact) itself.

This paper addresses this deficit by introducing six analytical categories which can be used to assess the structuring logic of software systems in more detail as well as to investigate the ways in which this structuring logic is itself socially produced:

Models refer to the concepts, schemes and general ideas with which software developers abstract from the contingent social reality to arrive at formal descriptions which can be coded, i.e. expressed in computational language. Models thus frame on a very basic level what a particular software system will afford, and what it won’t (e.g. Funken 2001; Kaminski 2012).

Data Structures refer to the variables, categories, data types and their relations through which communication and actors are represented. As they transform social phenomena into binary distinctions, they make them computationable, but do also contribute to practices of sorting, inclusion and social control (e.g. Lyon 2003; Gugerli 2009).

Algorithms refer to all procedures inscribed in software code to calculate, aggregate, filter, combine and display data in digital communication. Their impact on media production and media consumption has been researched increasingly over the last years (e.g. Beer 2009; Gillespie 2013), especially with respect to the emergence of new forms of „technical intermediation“ (Neuberger 2009).

Defaults refer to the standard values of data categories which are pre-set without users‘ action, thus shaping (at least initially) the form and behaviour of software, e.g. with respect to privacy management on SNS (e.g. Riesner et al. 2013). Since default settings are seldom changed, they are considered as a viable alternative to legal rules in order to govern user behavior (e.g. Shah/Kesan 2008).

User Interfaces refer to those parts of a software system users interact with to select from functionalities, to input data or to extract information. The constraints and opportunities User Interfaces afford are at the heart of research in Interface Design and Human-Computer-Inetraction (e.g. Chlebek 2012).

External interfaces refer to those parts of software systems which regulate the exchange of data with other systems. They include „Application Programming Interfaces“ (API; e.g. Bodle 2011) which are mainly accessible to developers, but also objects such as Facebooks Like Button which is operated by users to share content from all parts of the web within the SNS (e.g. Gerlitz/Helmond 2013).

By drawing on literature from different fields of „software studies“, the paper discusses how these categories specify and differentiate the concept of „media logic“ for digital networked media. It argues that they allow for a more nuanced assessment of software systems as both structuring and being structured by communicative action.

Literature

Beer, David (2009): Power through the algorithm? Participatory web cultures and the technological unconscious. In: New Media & Society 11 (6), S. 985–1002.

Bodle, Robert (2011): Regime des Austauschs. Offene APIs, Interoperabilität und Facebook. In: Oliver Leistert und Theo Röhle (Hg.): Generation Facebook. Über das Leben im Social Net. Bielefeld: transcript Verlag, S. 79–100.

Chlebek, Paul (2012): Praxis der User Interface-Entwicklung: Informationsstrukturen, Designpatterns, Vorgehensmuster. Wiesbaden: Vieweg + Teubner.

Funken, Christiane (2001): Modellierung der Welt. Wissenssoziologische Studien zur Software-Entwicklung. Opladen: Leske + Budrich.

Gerlitz, Carolin; Helmond, Anne (2013): The Like economy. Social buttons and the data-intensive web. In: New Media & Society, S. 1–18.

Gillespie, Tarleton (2013): The relevance of algorithms. In: Tarleton Gillespie, Pablo Boczkowski und Kirsten Foot (Hg.): Media technologies. Essays on communication, materiality, and society. Cambridge [u.a.]: MIT Press.

Gugerli, David (2009): Suchmaschinen. Die Welt als Datenbank. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Hartling, Florian (2009): Der digitale Autor. Autorschaft im Zeitalter des Internets. Bielefeld: Transcript.

Hjarvard, Stig (2013): The mediatization of culture and society. London: Routledge.

Kaminski, Andreas (2012): Wie entsteht Software? Übersetzungen zwischen vertrautem Kontext und formalem System: Die heiße Zone des Requirements Engineerings. In: Christian Schilcher und Mascha Will-Zocholl (Hg.): Arbeitswelten in Bewegung. Arbeit, Technik und Organisation in der „nachindustriellen Gesellschaft“. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 85–123.

Lyon, David (Hg.) (2003): Surveillance as social sorting. Privacy, risk, and digital discriminatio. London [u.a.]: Routledge.

Neuberger, Christoph (2009): Internet, Journalismus und Öffentlichkeit. Analyse des Medienumbruchs. In: Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk und Melanie Rischke (Hg.): Journalismus im Internet. Profession – Partizipation – Technisierung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 19–105.

Riesner, Moritz; Netter, Michael; Pernul, Günther (2013): Analyzing settings for social identity management on Social Networking Sites. Classification, current state, and proposed developments. In: Information Security Technical Report 17 (4), S. 185–198.

Shah, Rajiv C.; Kesan, Jay P. (2008): Setting online policy with software defaults. In: Information, Communication and Society 11 (3), S. 989–1007.

  1. Understood in the broad sense, including communication science and media studies.
  2. This of course is the very general idea of the duality of structure and action, as laid out – among others – by Giddens in his structuration theory, but also in practice theory and other sociological paradigms.
Vorträge01

31. August 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2015

Ob der Sommer endgültig vorbei ist, wird sich zeigen; zumindest die Sommerpause ist meinerseits abgeschlossen und ich kann mal wieder eine aktuelle Übersicht der anstehenden Vorträge und Tagungsbesuche bloggen.

  • Den Auftakt macht die „Media Logic Revisited„-Tagung vom 21. bis 23. September in Bonn. Ich werde am 22.9 in Panel IV einen Vortrag über das Thema „Modelling the Media Logic of Software Systems“ halten; das extended abstract und einige weitere Bemerkungen zu dem Thema mache ich im Vorfeld der Tagung, d.h. im Lauf der kommenden Wochen, hier im Blog auch noch zugänglich.
  • Am 22.10. bin ich in Freiburg zu Gast beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, das ein Fachgespräch „Herausforderung digitale Medien“ (keine Homepage) veranstaltet. Ich werde dort zum Thema „Heranwachsen in der digitalen Gesellschaft“ sprechen.
  • Am darauffolgenden 23.10. bin ich zumindest auf dem Papier bei der Konferenz „The Empiricist’s Challenge: Asking meaningful questions in political science in the age of big data„, die das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung veranstaltet: Gemeinsam mit meinen Kolleg/innen Lisa Merten, Wiebke Loosen, Uwe Hasebrink und Sascha Hölig habe ich ein Paper zu „Twitter Friend Repertoires: Researching Patterns of Selective Connectivity“ dort eingereicht – und wenn es sich zeitlich einrichten lässt, werde ich auf der Rückreise von Freiburg Stop in Mannheim machen, um Lisa Merten bei der Präsentation zu unterstützen.. :-) So oder so werde ich auch zu diesem Paper und der darin beschriebenen Methode der Twitter-Analyse im Lauf der kommenden Wochen noch einmal gesondert bloggen.
  • Am 4. November werde ich nach Münster reisen, um beim „Forum Jugendpastoral“ der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz einen Input zu „Mediennutzung der Digital Natives“ zu geben.
  • Am 5. und 6. November muss ich nicht weit fahren, denn da findet in Hamburg die Tagung „Digitaler Journalismus: Disruptive Praxis eines neuen Paradigmas“ statt, organisiert von Prof. Lilienthal und seinem Team. Ich darf im Anschluss an eine Keynote von Christian Jakubetz bei einer Podiumsdiskussion zusammen mit anderen, sehr illustren Podiant/innen (sagt man so?) über „Defizite, Chancen, Herausforderungen“ des digitalen Journalismus sprechen.
  • Am 10. November geht es dann nach Berlin, wo ich beim „Markpartnerkongress der Energiewirtschaft 2015“ zum Abschluss des ersten Tages etwas über „Soziale Medien – Funktionsweise, Dynamik und Bedeutung für Netzwerke“ erzählen werde.
  • Und am 20./21. November schließlich geht es noch einmal nach Berlin, um die Jahrestagung der Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung zu besuchen, die den schönen (und langen) Titel trägt: „Das Internet als Instrument, Infrastruktur oder Institution? Was die Technikforschung und die Internetforschung voneinander lernen können“. Das Programm ist, soweit ich das sehe, noch nicht veröffentlicht, aber ich kann ja schon mal verraten, dass ich am 20.11. nachmittags mit Katharina Kinder-Kurlanda von der GESIS einen Vortrag zum Thema „Rekursivität der Algorithmen – Big Data’s Moving Target“ halten werde.

Es stehen also wieder eine Reihe von interessanten Reisen an, und 2016 wirft auch schon seine Schatten voraus. Aber dazu mehr zu gegebener Zeit…

 

 

Publikationen02

25. August 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Beitrag zu Games Studies und Mediensoziologie

gamestudies2015Im Juni 2013 war ich an der Universität Tübingen, um in der von Klaus Sachs-Hombach und Jan-Noël Thon organisierten Ringvorlesung „Digital Games“ einen Vortrag über „Game Studies und Kommunikationswissenschaft“ zu halten. Aus diesem Vortrag ist in der Folge ein Beitrag für den Sammelband „Game Studies. Aktuelle Ansätze der Computerspielforschung“ geworden, den ich gemeinsam mit meinem geschätzen Kollegen Jeffrey Wimmer (Ilmenau) verfasst habe.

Wimmer, Jeffrey / Schmidt, Jan-Hinrik (2015): Game Studies und Mediensoziologie. In: Klaus Sachs-Hombach / Jan-Noël Thon (Hrsg.): Game Studies. Aktuelle Ansätze der Computerspielforschung. Köln: Herbert von Halem Verlag. S. 252-278.

Das Belegexemplar hatte ich vor einigen Tagen in meiner Post – und bereits nach dem ersten kursorischen Durchblättern bin ich sehr angetan, denn es gibt einen tollen Überblick zu vielen verschiedenen Perspektiven auf die „Game Studies“; auf der Seite des Halem-Verlags können sich meine geneigten Leser/innen mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses und einer Leseprobe selbst davon überzeugen.. :-)

Nach der Arbeit

2. August 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Die #scientipps gehen in die neue Saison

So eine Sommerpause ohne WM, EM oder Olympische Spiele ist schon was merkwürdiges. Mit Ende des letzten Spieltags – bei HSV-Fans einige Tage später – macht sich eine merkwürdige Leere breit, die vor allem an Wochenenden fast schon körperlich spürbar ist und nur hin und wieder durch eine Neuigkeit vom Transfermarkt etwas gelindert wird. Spätestens das Erscheinen des Kicker-Sonderheftes inkl. Stecktabelle signalisiert der kundigen Fussballfachfrau((Dieser Blogeintrag ist im generischen Femininum formuliert, d.h. Männer sind bei den Formulierungen immer mit gemeint.)) aber: Es geht wieder los! Und seit inzwischen vier Jahren schon bedeutet der Auftakt der neuen Bundesliga-Saison auch den Start für eine neue Auflage der „#scientipps„-Tipprunde.

Wie immer freue ich mich über viele Mittipperinnen, die sich einfach auf dieser Seite bei kicktipp.de anmelden können. Die Regeln des Tippspiels sind auf einer eigenen Blog-Unterseite niedergeschrieben, und dieser Eintrag ist den Pokalen und Preisen gewidmet, denn wieder haben sich erfahrene Preisstifterinnen nicht lumpen lassen, wissenschaftliche Werke jeder Coleur aus ihrem Belegexemplarschrank in den großen Preisepott zu werfen (an dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Damen Bieber, Bruns, Faas und Weller sowie, erstmals, Janne Mende).

(1) Der Scientipps Grand Prix

Am Ende der Saison (inklusive Relegation, DFB-Pokalfinale und Ende der 2. Liga) entscheidet der Punktestand; die drei Erstplatzierten unter den aktiven Tipperinnen erhalten folgende Preise (bei Gleichstand entscheidet das Los):

  1. Preis: Drei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste
  2. Preis: Zwei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. Preis gewählten Bücher)
  3. Preis: Ein Buch nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. und 2. Preis gewählten Bücher – also das, das übrig bleibt)

Die Bücher:

Ausserdem loben wir eine Reihe von Sonderpreisen aus, die zum Teil (#2) auch schon während der laufenden Saison vergeben werden:

(2) Die „Faas’sche Wundertüte“

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer wird Herbstmeisterin?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x ein Überraschungspreis von Faas
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(3) „Snurb’s dynamic down under cup“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die letzten drei Plätze?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Weller, Bruns et al. (2013): Twitter & Society [als eBook]
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(4) „Dr Bieber’s most daring tipper special trophy“

  • Sonderpreis für das torreichste korrekt vorausgesagte Spiel: 1x Bieber (2000): Sneaker Story
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(5) Aniolas „Siegen ist nicht alles“-Prämie

  • Sonderpreis für die meisten Punkte aus Spieltagssiegen: 1x Mende (2015): Kultur als Menschenrecht
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 (6) kwelle’s Zusatzherausforderung: „Nie mehr zweite Liga!“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die ersten drei Plätze in der zweiten Bundesliga?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x König, Stahl, Wiegand (Hrsg.) (2014): Soziale Medien. Gegenstand und Instrument der Forschung.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(7) Die große „Der Pokal hat seine eigenen Gesetzestexte“-Sammlung

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer gewinnt den DFB-Pokal?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 7.8.2015, 19.00 Uhr bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x das Paket mit drei antiquarischen „Information & Recht“-Bänden (Computerwartung; Verträge über Internet Access; Die Rechtsnatur des Netzgeldes)
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

Bis zum 1. Spieltag nehme ich übrigens gerne auch noch weitere gestiftete Preise an; im Moment sind noch nicht prämierte Tipps: Wer wird Deutscher Meister? Wer wird Torschützenkönig? Wo findet der erste Trainerinnenwechsel statt? Bei Interesse bitte einfach eine Mail an mich (j.schmidt ät hans-bredow-institut.de). Aber ob mit oder ohne Preise gilt: Viel Spaß beim Tippen, und möge die beste Tipperin gewinnen!

 

Publikationen02

8. Juni 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Rezension zu „Social Media und Journalismus“

Für die neueste Ausgabe der Publizistik habe ich eine kurze Rezension zu „Social Media und Journalismus“ (Neuberger/Langenohl/Nuernbergk) verfasst; für mein Blog gibt es jetzt die Fassung mit Hyperlinks :-)

In den Zeitraum, den die Publizistik dem Rezensenten zur Besprechung einräumte, fiel das Angebot von Facebook an Medienhäuser, zukünftig auch deren Inhalte selbst zu hosten. Auf Twitter wurde derweil unter den hashtags #szleaks und #tazgate über Enthüllungen aus und Datenspionage in deutschen Tageszeitungsredaktionen diskutiert. Und die Meldung, dass das Verfahren gegen Sebastian Edathy eingestellt worden ist, haben unzählige Menschen auf ihren Facebookseiten teils so wütend, gar hasserfüllt kommentiert, dass dies wiederum Thema der journalistischen Berichterstattung wurde.

Alle drei Fälle illustrieren, wie soziale Medien den Journalismus ergänzen, erweitern und transformieren – Plattformen wie Facebook und Twitter, aber auch YouTube oder Blogs stellen Infrastrukturen zur Verbreitung von Nachrichten dar, sie sind Resonanzraum von Anschlusskommunikation, und sie können Quelle der Berichterstattung selbst sein.  Wie gut also, dass Christoph Neuberger, Susanne Langenohl und Christian Nuernbergk von der LMU München im Herbst 2014 eine aktuelle Bestandsaufnahme des Zusammenhangs von sozialen Medien und Journalismus vorgelegt haben. Auf knapp 150 Seiten plus Anhang fassen sie Ergebnisse eines Projekts zusammen, das sie für die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen bearbeitet haben; der Band ist als .pdf-Version im Publikationsbereich der LfM-Homepage auch frei verfügbar.

Nach einer kurzen Einführung gibt Christoph Neuberger einen kompakten Überblick zum aktuellen Forschungsstand, den er nach den drei etablierten Beziehungen zwischen sozialen Medien und Journalismus gliedert: Konkurrenz, Komplementarität und Integration. Daran schließen sich zwei Kapitel an, die auf eigenen empirischen Studien beruhen: Zunächst berichten die drei Autoren Ergebnisse einer Redaktionsbefragung unter 105 (von 151 angeschriebenen) Redaktionen professionell-journalistischer Internetangebote. Sie liefert detaillierte Befunde u.a. zum Einsatz von sozialen Medien für die Verbreitung von Inhalten, die Publikumsbeteiligung und die journalistische Recherche. Weitere Fragenblöcke erfassten die Ziele, Strategien und generellen Einschätzungen, die die Befragten mit sozialen Medien verbinden. Zudem findet sich eine gesonderte Diskussion der Situation bei regionalen und lokalen Tageszeitungen.

Die zweite Teilstudie, für die Christian Nuernbergk verantwortlich zeichnet, verschob den Fokus von Redaktionen auf einzelne Journalist/innen, genauer: auf die 223 Mitglieder der Bundespressekonferenz (von insgesamt 839), die im Frühjahr 2014 einen Twitter-Account besaßen. Deren kommunikative Aktivitäten wurden über einen Monat hinweg erfasst und sowohl inhalts- als auch netzwerkanalytisch ausgewertet, um Themen und Einsatzweisen einerseits, regelmäßige Kommunikationspartner und Referenzen andererseits zu ermitteln.

Im abschließenden Fazit fassen die Autoren die Kernergebnisse ihrer Studie zusammen: Facebook- und Twitter-Accounts sind demnach inzwischen Standard für journalistische Redaktionen, wobei die Netzwerkplattform insbesondere dazu dient, Resonanz auf die eigene Berichterstattung zu stimulieren und beobachtbar zu machen; der Microblogging-Dienst Twitter wird demgegenüber stärker dazu eingesetzt, prominente Quellen und Experten zu beobachten und bei Live-Ereignissen nahezu synchron begleitend berichten zu können. Die twitternden BPK-Mitglieder nutzen den Dienst vorrangig, um öffentlich relevante Informationen zu transportieren. In den manifesten Interaktionen (also direkten Bezugnahmen via Retweets oder @-Replies) zeigt sich eine deutliche in-group-Orientierung: Hauptinteraktionspartner sind andere BPK-Mitglieder, und erst mit einigem Abstand dann Politiker/innen.

Der Wert sozialer Medien für den Journalismus liegt der Studie zufolge also weniger darin, die Nutzer/innen direkt an der Erstellung journalistischer Inhalte zu beteiligen, sondern vielmehr über alternative Verbreitungskanäle und Räume der Anschlusskommunikation das bisherige Publikum zu binden und zusätzliche Reichweite zu gewinnen. Zugleich sind die Befragten mehrheitlich der Auffassung, dass der redaktionelle Aufwand für die Betreuung und Beobachtung der sozialen Medien gestiegen ist. Umso wichtiger scheint es, dass Redaktionen wie auch einzelne Journalist/innen eine klare Vorstellung davon entwickeln, welche publizistische Strategie sie in und mit Social Media verfolgen. Die vorliegende Studie, das sollte deutlich geworden sein, bietet eine Fülle an einzelnen Befunden wie auch an Synthese und Verdichtung zu diesem Thema; auf Twitter würde man daher sagen: #lesebefehl.

Publikationen02

18. Mai 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Beitrag in „New Media Culture“ erschienen

Ende letzter Woche fand ich das Belegexemplar von „New Media Culture“ in meiner Post – Christian Stiegler, Patrick Breitenbach und Thomas Zorbach haben den Band gemeinsam herausgeben und eine Reihe von sehr interessanten Beiträgen zu Themen der Netzkultur versammelt. Der transcript-Verlag featuret seine Bücher ja seit einiger Zeit immer mit drei Fragen an die Autoren/Herausgeber, und Christian Stiegler hat zum Band gesagt: „Dieses Buch soll aus Mediennutzern aufgeklärte Netzindividuen machen. Denn es gibt kaum noch einen Bereich unseres Lebens, der nicht von den Bedingungen der digitalen Kultur vereinnahmt ist. Selfies, Memes, Avatare, Shitstorms, ständige Erreichbarkeit, digitale Medienrealitäten und Medienhybride sind für uns schon so selbstverständlich geworden, dass wir sie kaum noch hinterfragen und dadurch wie Lemminge in einen Strudel medialer Netzphänomene geraten. Dieses Buch soll es seinen Lesern ermöglichen die Netzkultur zu reflektieren und weiterzudenken.“

Ich durfte für den Band einen Beitrag beisteuern, der mit „Linked: Vom Individuum zur Netzgemeinschaft“ betitelt ist. Ich zeichne darin einige der grundlegenden theoretischen Konzepte nach, mit denen die Verschränkung von individuellem Handeln und sozialen Strukturen in der netzbasierten Kommunikation während der vergangenen 20 Jahren beschrieben und erklärt wurde. In einem zweiten Schritt wende ich diese theoretischen Konzepte auf das Beispiel der „#aufschrei“-Debatte auf Twitter an.

Schmidt, Jan-Hinrik (2015): Linked. Vom Individuum zur Netzgemeinschaft. In: Christian Stiegler / Patrick Breitenbach / Thomas Zorbach (Hrsg.): New Media Culture. Mediale Phänomene der Netzkultur. Bielefeld. Transcript. S. 83-95.

2. März 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Rezension zu „Soziale Medien. Gegenstand und Instrument der Forschung“

In einer der nächsten Ausgaben von Medien und Kommunikationswissenschaft erscheint eine kurze Rezension von mir zum Band von König/Stahl/Wiegand „Soziale Medien. Gegenstand und Instrument der Forschung„, der 2014 bei Springer VS veröffentlicht wurde. Leser/innen von Schmidtmitdete.de haben heute schon Exklusivzugang dazu.. ;-)

Soziale Medien haben sich als „Gegenstand und Instrument der Forschung“, wie es im Untertitel dieses Bandes heißt, über die letzten Jahre wohl etabliert; zahlreiche Konferenzen, Workshops, Journal-Aufsätze und Buch-Publikationen künden davon. Neben der (sozialwissenschaftlichen) akademischen Forschung tragen zu diesem Bedeutungsgewinn auch die Markt- und Meinungsforschung und, wenngleich in bislang deutlich geringerem Umfang, die amtliche Statistik bei. Dies gab Anlass für einen gemeinsamen Workshop des ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute, der Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute und des Statistischen Bundesamts im Juni 2013, dessen Vorträge für das vorliegende Buch verschriftlicht wurden.

Die zwei einleitenden Beiträge erschließen das Thema jeweils überblicksartig aus Sicht der Marktforschung (Scheffler) und der sozialwissenschaftlichen Forschung (Welker/Kloß). Die übrigen Texte behandeln vor allem methodische Aspekte sowie Schnittstellen zwischen der Social-Media-Forschung und anderen Disziplinen. So werden bspw. Qualitätsaspekte von nicht-reaktiven Prozessdaten (Stegbauer) und von Stichproben, die über soziale Medien generiert werden (Hennig) diskutiert, während Rahlf/Weller in ihrem Beitrag eine Reihe von Visualisierungstechniken für Daten aus Sozialen Medien vorstellen. Einblicke in die Nutzung sozialer Medien durch Unternehmen geben die Beiträge zum Social Media Monitoring (Hofmann) sowie zu Social Media und Produktgestaltung durch Konsumenten (Kaiser). Auf rechtliche Aspekte der Forschung in und mit sozialen Medien konzentriert sich der Beitrag von Tscherwinka, der u.a. auf Aspekte des Persönlichkeitsrechts und der informationellen Selbstbestimmung sowie auf Besonderheiten des Telemedienrechts eingeht.

Für den Rezensenten am Erhellendsten war der Text von Strohmaier/Zens, die die Forschung zu sozialen Medien als Bereich der „Konfluenz“ von Informatik und Sozialwissenschaften beschreiben. An den Beispielen der Netzwerkanalyse und –theorie, der emergenten neuen Öffentlichkeiten sowie des Informationsverhaltens skizzieren sie, wie Forschungsfragen und Erkenntnisinteressen dieser beiden Disziplinen in einer „computational social science“ zusammen laufen. Dringend geboten scheint in dem Zusammenhang auch, etablierte sozial- und kommunikationswissenschaftliche Konzepte und Erkenntnisse selbstbewusst in entsprechende Kooperationen und Fachdiskurse einzubringen, um nicht vor lauter Freude über große Datenmengen und entsprechende Auswertungs- und Visualisierungsmethoden den Blick für das dahinter liegende soziale, kommunikative Handeln, die mit ihm verbundenen Sinnbezüge und die (forschungs-)ethischen Fragen zu verlieren.

Publikationen02

11. Februar 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Expertise zu politischer Sozialisation und Partizipation Jugendlicher im Internet

Anfang 2013 habe ich für den Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut eine Expertise zum Thema „Politische Sozialisation und Partizipation von Jugendlichen im Internet“ erstellt, in der ich einige grundlegende Facetten von internetbezogener Teilhabe systematisiert und in Bezug auf Jugendliche diskutiert habe. Der Text ist nun in leicht gekürzter Form als Teil eines Arbeitspapiers des Forschungsverbunds erschienen; eine Zusammenfassung habe ich unten angefügt. Neben meinem Beitrag und einer Einführung von Erich Sass & Mirja Lange sind auch noch zwei weitere Texte enthalten: Ulrike Wagner, Peter Gerlicher & Annika Potz vom JFF haben eine Sekundäranalyse von empirischen Studien zu politischen Aktivitäten junger Menschen online erstellt, und ein Team rund um Nadia Kutscher (Uni Vechta) berichten Befunde einer qualitativen Studie zu politischen Beteiligungsformen Jugendlicher.

Schmidt, Jan-Hinrik (2015): Politische Sozialisation und Partizipation von Jugendlichen im Internet. In: Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut e.V./Technische Universität Dortmund (Hrsg.): Politische Partizipation Jugendlicher im Web 2.0. Chancen, Grenzen, Herausforderungen. Dortmund. S. 11-38. Online verfügbar: http://www.forschungsverbund.tu-dortmund.de/fileadmin/Files/Freiwilliges_Engagement/2015-01_Expertisen_Polit_Partizipation_WEB_2-0.pdf.

Zusammenfassung

  • Digitale vernetzte Medien sind Teil des Alltags von Jugendlichen, beeinflussen mithin auch deren Erfahrungen von und Erwartungen an gesellschaftliche Teilhabe. Zwei Verständnisse von Partizipation lassen sich in diesem Zusammenhang unterscheiden: Das weite Verständnis stellt medienvermittelte Teilhabe an kollektiven Aspekten der Lebenswelt in den Vordergrund. Das enge Verständnis fokussiert hingegen auf Teilhabe am politischen System, also auf Handlungen, die politische Entscheidungen beeinflussen sollen.
  • Der Zusammenhang mit Internet und Partizipation lässt sich in drei Varianten deuten: Teilhabe im Internet umfasst Partizipationsprozesse in den Kommunikationsräumen des Internets. Teilhabe mit Hilfe des Internets meint Partizipationsprozesse, in denen das Internet als Werkzeug genutzt wird. Teilhabe am Internet bezeichnet diejenigen Partizipationsprozesse, in denen die Gestaltung der Medientechnologien selbst Gegenstand ist.
  • Internetbasierte Partizipation von Jugendlichen hat Sollen-, Tun- und Können-Facetten:
  1. Normative Aspekte äußern sich darin, dass Teilhabe ein zentraler demokratischer Wert unserer Gesellschaft ist. In ihrem (Medien-)Alltag erfahren Jugendliche Teilhabe zudem als Handlungsanforderung, die sich in subkultur- oder plattformspezifischen Erwartungen an ihr „Mitmachen“ im Internet artikuliert.
  2. Praktische Aspekte äußern sich darin, dass Partizipation in situativen Handlungsepisoden stattfindet, in denen unterschiedliche Modi bzw. unterschiedliche Aktivitätsgrade vorherrschen. Jugendliche und junge Erwachsene gehören im Vergleich mit anderen Altersgruppen zwar eher zu den aktiven Nutzern, doch auch unter ihnen gibt es deutliche Unterschiede im Grad der Aktivität und Teilhabe.
  3. Befähigungsbezogene Aspekte äußern sich darin, dass Partizipation bestimmte Kompetenzen, Wissensbestände, Ressourcen und Gelegenheitsstrukturen voraussetzt. Diese sind gesellschaftlich ungleich verteilt, sodass auch unter Jugendlichen Partizipation durch Strukturen sozialer Ungleichheit bzw. der „digital divide“ geprägt ist.
  • Politische Sozialisation ist dieser Unterteilung zufolge der kontinuierliche und strukturell gerahmte Prozess, in dem Jugendliche Teilhabe an kollektiven Facetten der Lebenswelt praktizieren und zugleich die rahmenden normativen und befähigenden Strukturen (re)produzieren. Die Ausübung solcher Partizipationsepisoden lässt sich zudem als Bewältigung von übergeordneten Entwicklungsaufgaben verstehen, das heißt internetbasierte Partizipation ermöglicht Jugendlichen immer auch Selbst-, Sozial- und Sachauseinandersetzung im Prozess des Heranwachsens.
  • Die behandelten Befunde und Differenzierungen lassen sich zu einer analytischen Heuristik verdichten, die bei der Identifizierung möglicher Forschungsfragen und vertiefender Vorhaben hilfreich sein kann.

 

Work in progress

25. Januar 2015
von Jan-Hinrik Schmidt
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Analysen zur Hamburgischen Bürgerschaftswahl 2015

[Update 4.2.2015] Heute ist der zweite Gastbeitrag auf hamburger-wahlbeobachter.de erschienen; darin werden Befunde zur Facebook-Nutzung der Kandidierenden vorgestellt.

[Update 28.1.2015] Die Seite politik-tweets-hamburg.de bindet nun auch die Twitter-Accounts aller Kandidierenden ein.

Im letzten Herbst hat mich Thorsten Faas von der Uni Mainz angesprochen, ob wir nicht gemeinsam begleitend zur Hamburgischen Bürgerschaftswahl 2015 einige Analysen und Befragungen durchführen wollen, um den Stellenwert der sozialen Medien in der Wahlkampfkommunikation zu untersuchen. Ein Teil dieses Vorhabens, die Bestandsaufnahme der Social-Media-Profile der insgesamt 887 Kandidatinnen und Kandidaten, ist nun abgeschlossen – dank der tollen Arbeit meines studentischen Mitarbeiters Christoph Beyer sowie der großartigen Unterstützung von Martin Fuchs, der u.a. die Plattform pluragraph.de betreut und mit uns die Recherchen abgeglichen hat.

Ausgehend von einer sehr umfangreichen Liste wollen wir in den kommenden Wochen eine Reihe von kleinen Analysen vornehmen und diese auch auf dem „Hamburger Wahlbeobachter„-Blog von Martin Fuchs zur Verfügung stellen; den Auftakt macht eine kurze Bestandsaufnahme der Twitter-Aktivitäten aller Kandidierenden. Neben ähnlichen Übersichten zu Facebook und anderen Social-Media-Diensten möchten wir auch die kommunikativen Aktivitäten (also z.B. Anzahl der Tweets oder Entwicklung der Kontakte) nachzeichnen; dabei werden wir mit Thomas Puppe zusammenarbeiten, der die Plattform „Politik-Tweets Hamburg“ erstellt hat. Ausserdem ist geplant, die „Twitterrepertoires“ der Kandidierenden untersuchen, doch dazu mehr zu gegebener Zeit.