Schmidt mit Dete

Nach der Arbeit

28. Mai 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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Primzahlsensation-Algorithmus enthüllt: Deutschland wird Weltmeister 2014

Nach dem erfolgreichen Abschluss der #scientipps-Tipprunde zur Bundesliga-Saison 2013/14 wird es zur WM eine Sonderauflage – ohne Preise – geben, nämlich die scientipps-wm14 – Tipprunde (der Link führt zur Anmeldung; wer mitmachen mag, ist herzlich eingeladen!). Bei den regulären scientipps-Runden lasse ich aus Spaß immer den “Langeweiler” mitlaufen, der alle Spiele 0-0 tippt und die Bonustipps (Meister etc.) so wie in der Vorsaison. Und wie in der Vorsaison macht er mit dieser Strategie nicht wirklich viele Punkte; da zudem bei einer WM zumindest ab den K.O.-Spielen Unentschieden keine gute Tipp-Option mehr sind, wäre das auch, naja, langweilig. Ich habe mir daher für die WM ein etwas komplexeres System zur Prognose zur Ergebnisse entwickelt, das in der Tipprunde die Tipps von Sepp_Blatter bestimmen wird – und das vorhersagt, dass Deutschland Weltmeister wird! Und das kommt so:

Der zentrale Parameter ist der Rang einer Mannschaft auf der FIFA-Weltrangliste vom 8.5.2014. Um das Ergebnis einer Partie zu bestimmen, gelten nun folgende Regeln:

1) Bestimme die Mannschaft mit dem niedrigeren Rang. Sie schießt mindestens soviele Tore:
Rang >= 50: 0 Tore
Rang >= 25: 1 Tor
Rang >= 10: 2 Tore
Rang >= 2: 3 Tore

2) Bestimme die Differenz zwischen den Rangplätzen der beiden Mannschaften. Die bessere Mannschaft schießt

0 Tore mehr wenn Diff < 5
1 Tor mehr wenn 5 =< Diff <15
2 Tore mehr wenn 15 =< Diff <30
3 Tore mehr wenn 30 =< Diff < 50
4 Tore mehr wenn 50 <= Diff

Es kann nach dieser Regel also Unentschieden geben, wenn die Mannschaften 4 oder weniger Plätze voneinander entfernt sind. Daher brauchen wir Regel

3) In K.O.-Spielen (ab dem Achtelfinale) gilt: Die bessere Mannschaft schießt

1 Tor mehr in der Verlängerung wenn 3 =< Diff < 5
1 Tor mehr im Elfmeterschießen wenn 1 =< Diff < 3

So weit, so gut – aber nach den bisherigen Regeln würde sich immer die besserplatzierte Mannschaft durchsetzen, und am Ende würde Spanien wieder Weltmeister. Das wäre auch langweilig, daher gibt es noch den *trommelwirbel* “Primzahlsensation”-Faktor:

4) Wenn [(Produkt der beiden Weltranglistenplätze) - 1] eine Primzahl ist, dann geht das Spiel genau andersherum aus als in den Schritten 1-3 errechnet. Bei einem Unentschieden bleibt es bei einem Unentschieden.

Ein Beispiel: Uruguay (Rang 6) spielt gegen Griechenland (Rang 10)
1) Rangniedrige Mannschaft (GRI) schießt 2 Tore
2) Ranghöhere Mannschaft (URU) hat weniger als 5 Ränge Vorsprung, ergo schießen sie 0 Tore mehr
Das Spiel geht 2-2 aus. Wenn es ein K.O.-Rundenspiel wäre, würde greifen:
3) Die Differenz von 4 Punkten macht ein Tor mehr in der Verlängerung für Uruguay.
4) Nun ist aber (6*10)-1 = 59, also eine Primzahl. Ergo erleben wir eine Primzahlsensation, und Griechenland gewinnt 3-2.

Mit diesen Regeln habe ich einmal die komplette WM durchgetippt (hier die Übersicht als .pdf). Zunächst zur deutschen Gruppe G: In allen Spielen mit Beteiligung von Portugal kommt es zu Primzahlsensationen! Das Spiel gegen Deutschland geht unverändert 3-3 aus, aber gegen die USA (2-3) und Ghana (1-4!) unterliegen CR7 und Co. Deutschland hingegen gewinnt gegen Ghana (4-1) und gegen die USA (3-2), was in der Summe den Gruppensieg vor den USA bringt.

In den anderen Gruppen kommt es zu einer Reihe von Überraschungen: Brasilien kann dem hohen Erwartungsdruck offensichtlich nicht standhalten, verliert primzahlsensationell gegen Kroatien und gegen Kamerun, und scheidet als Gruppenletzter der Gruppe A sang- und klanglos aus. In Gruppe B sind Holland und Chile exakt punkt- und torgleich, ein Losentscheid ist nötig, Chile gewinnt und zieht ins Achtelfinale ein. In Gruppe C und D kommen die nominellen Favoriten Kolumbien und Griechenland sowie Uruguay und Italien weiter. In Gruppe E ereignen sich dagegen lauter Primzahlsensationen; einzig das Spiel Ecuador gegen Frankreich endet so, wie es zu erwarten wäre – in den anderen Spielen gewinnt jeweils der Underdog, sodass am Ende die Schweiz ausscheidet, aber Honduras sensationell als Gruppenerster weiterkommt! In Gruppe F kommt Nigeria dank zweier Primzahlsensationssiege vor Bosnien und dem Iran punktgleich mit Argentinien weiter. Und in Gruppe H wird es am letzten Spieltag turbulent: Algerien überrumpelt Russland und zieht ins Achtelfinale ein, genauso wie sich Belgien trotz einer Primzahlsensationsniederlage gegen Südkorea in die KO-Runde rettet-

Auch im weiteren Verlauf des Turniers kommt es immer wieder zu unerwarteten Ergebnissen. So unterliegt Uruguay Griechenland mit 2-3 nach Verlängerung, und im Duell der Außenseiter setzt sich Nigeria gegen das höher rangierende Honduras mit 2-1 durch. Deutschland nimmt Rache für Gijon 1982 und gewinnt gegen Algerien 2-1. Der Geheimtipp Belgien verliert primzahlsensationell gegen die USA mit 2-3 nach Elfmeterschießen.

Auch im Viertelfinale hat das Team von Jürgen Klinsmann die Primzahlsensation auf seiner Seite; es gewinnt 3-2 gegen Argentinien; Spanien (gegen Griechenland) und Kolumbien (gegen Chile) setzen sich ebenfalls mit diesem Ergebnis durch. Deutschland schafft einen lockeren 4-1-Sieg gegen Nigeria.

Im Halbfinale haben es unsere Jungs dann aber sehr schwer; erst nach Verlängerung behalten sie mit 4-3 gegen Kolumbien die Oberhand. Spanien hingegen unterliegt primzahlsensationell den USA – tröstet sich dafür mit einem 4-3 nach Verlängerung im Spiel um den 3. Platz gegen Kolumbien.

Am 13.7. kommt es dann also zum pikanten Duell zwischen Deutschland und dem Überraschungsfinalisten USA – Jogi gegen Jürgen, Bratwurst gegen Burger, Ausgespähte gegen Ausspäher. Und wie in der Vorrunde (kein Wunder, ist ja immer noch der gleiche Algorithmus) setzt sich Deutschland am Ende knapp, aber natürlich verdient mit 3-2 durch und ist damit zum 4. Mal Weltmeister, hurra!

Vorträge01

7. April 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2014 (2)

Die Vorträge, die ich zu Jahresbeginn 2014 ankündigte, sind inzwischen alle gehalten1, und es ist Zeit für ein Update, bzw. zunächst noch zwei Nachträge:

Für die Monate danach habe ich aus familiären Gründen Vortragsanfragen und Reisen abgesagt; im Herbst wird es dann aber weitergehen. :-)

 

  1. Der Vortrag in Stade musste allerdings ausfallen und die Studienwoche an der Uni Hamburg wurde verschoben.
Work in progress

3. März 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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10 Jahre Bloggen

Vor zehn Jahren, am 4. März 2004, habe ich meinen ersten Blog-Eintrag veröffentlicht. Dank der Wayback Machine des Internet Archive kann ich sogar einen Screenshot des “BamBlog” bieten.

Bamblog 2004

Wie man sieht, war das Design noch, hmm, recht einfach gehalten, woran auch die zugrundeliegende Software Schuld war. Ich hatte nämlich bei meinem damaligen Hoster keine Möglichkeit, eine mySQL-Datenbank laufen zu lassen und war deshalb auf die Software greymatter angewiesen, die keine Datenbank benötigte. Aber es gab immerhin schon rückwärts chronologisch sortierte Beiträge, eine Kommentarfunktion (die aber anfangs keiner in Anspruch nahm…), einen RSS Feed und natürlich eine Blogroll. Dort waren u.a. Martin Röll, Thomas N. Burg und Lilia Efimova vertreten sowie das Gruppenblog “Many to Many” (u.a. von Clay Shirky, danah boyd und Dave Weinberger betrieben), die in mir im Lauf der Zeit die Idee reifen liessen, dieses neue Phänomen “Social Software” könnte man doch auch mal kommunikationssoziologisch untersuchen…
Ich kann diese Einsicht sogar datieren: Am 9.3.2004 bloggte ich nämlich (nach einigen Fingerübungen rund um Web-Fundstücke) einige Gedanken zum “neuen catchword social software“, auf die ich sogar, tataaaa, meinen ersten Kommentar erhielt!

Bamblog 2004 2

Ich bloggte einige Monate unter der Domain schmidtmitdete.de mit greymatter, bis ich auf eine WordPress-Installation unter der Domain bamberg-gewinnt.de umzog. Weil die alten Beiträge mit migriert sind, kann ich gar nicht mehr genau sagen, wann der Umzug war; es muss irgendwann Mitte 2005 gewesen sein? Ich war auf jeden Fall gerade vier Monate mit einem DAAD-Stipendium in Wien gewesen und hatte eine Studie zur Weblog-Community twoday.net bearbeitet, die dann in erweiterter Form als Buch veröffentlicht wurde. Spätestens da war mir also klar, dass das Bloggen nicht nur persönlich bereichernd, sondern auch wissenschaftlich sehr ergiebig war.

Bamblog 2005

Unter der Domain bamberg-gewinnt bloggte ich dann etwa 2 Jahre lang – eine sehr abwechslungsreiche und aufregende Zeit, in die z.B. die Bewilligung meines DFG-PostDoc-Projekts zu den Praktiken des onlinegestützten Netzwerkens genauso fiel wie die “Wie ich blogge?!”-Umfrage, die es bis zu Spiegel Online schaffte, aber auch zu intensiven und produktiven Diskussionen über Blogs & Wissenschaft im Rebellmarkt von Don Alphonso führte. Mit den “Hard Blogging Scientists” entstand 2006 sogar ein Label incl. Button für diese spezielle Art des akademisch-bloggerischen Identitätsmanagements. Unvergessen bleibt aber auch die Qype-Abmahnung im Frühjahr 2007, die für ordentlich Aufregung in der deutschsprachigen Blogosphäre sorgte. Und ich konnte am eigenen Leib erleben, wie mein Blog mir eine Monat für Monat steigende Sichtbarkeit für eine Öffentlichkeit ausserhalb der relativ kleinen kommunikationswissenschaftlichen Fachcommunity verschaffte.

Im Oktober 2007 machte ich im BamBlog die Türen zu. Den Arbeitsbeginn am Hans-Bredow-Institut und Umzug nach Hamburg nutzte ich zu einem Relaunch inkl. Rückkehr zur ortsunabhängigen persönlichen Domain schmidtmitdete.de. Direkt der zweite Eintrag schilderte, wie ich auf einer Reise durch den us-amerikanischen Nordwesten die ehemalige Verlobte von Netscape-Gründer Marc Andreesen kennenlernte…

Schmidtmitdete 2007

Mein Blog wurde mehr und mehr zu meiner beruflichen Visitenkarte, während sich das alltägliche Networking und Informationsmanagement auf andere Plattformen wie Twitter und Facebook verlagerte. 2009 erschien “Das neue Netz”, das die Erweiterung und Normalisierung des “Social Web” auch wissenschaftlich reflektierte (und ein eigenes, aber nicht ganz so aktives Blog spendiert bekam). Im Februar 2013 wechselte ich das Design vom BlogPimp-Theme auf das heute noch aktuelle Yoko, das mit seinem responsive design auch auf mobilen Geräten gut funktioniert.

Schmidtmitdete 2013

Die Blogeinträge sind im Lauf der Zeit deutlich sporadischer geworden, was mit der oben genannten Verlagerung auf andere Dienste und chronischem Zeitmangel zu tun hat. Aber trotzdem: Vor zehn Jahren hätte ich im Traum nicht daran gedacht, dass ich heute einen solchen Rückblick schreiben kann – und dass das Blog ein so zentraler Teil meiner (Online-)Identität geworden ist.

Vorträge01

23. Januar 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2014 (1)

Auch in diesem Jahr stehen wieder eine Reihe von Vorträgen und Reisen an; hier die Orte, Themen und Anlässe für die erste Jahreshälfte:

  • Bereits am morgigen Freitag, 24. Januar bin ich in Potsdam, wo eine Fachtagung des Bundeselternrates zum Thema “Gesunder Umgang mit neuen  Medien im schulischen Alltag” stattfindet. Ich werde ein Inputreferat zur Frage halten: “Was ist der Reiz der sozialen Medien? Jugendliche und ihr Umgang mit Facebook & Co. aus Sicht der Kommunikationswissenschaft”. Nach mir wird auch Ulrike Wagner vom JFF noch sprechen; ich bin sicher, das wird eine interessante Kombination und viel Diskussionsstoff geben!
  • Am 30.1. besuche ich meine ehemaligen Kollegen von der Bamberger Kommunikationswissenschaft: Zum 80. Geburtstag von Manfred Rühl (und zugleich auch zum Jubiläum “30 Jahre KoWi in Bamberg”) findet ein Symposium statt – kein Vortrag für mich, aber dafür sicherlich viel Zeit für Wiedersehen und Gespräche.
  • Wiederum eine Woche später ist in Berlin die Tagung “Kommunikationspolitik und Medienregulierung in der digitalen Gesellschaft”, die gemeinsam veranstaltet wird von der Fachgruppe ›Kommunikation und Politik‹ der DGPuK, dem Arbeitskreis ›Politik und Kommunikation‹ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW), der Fachgruppe ›Computervermittelte Kommunikation‹ der DGPuK und der Fachgruppe ›Politische Kommunikation‹ der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM). Wahrscheinlich ist die Tagung schon halb rum, wenn alle Veranstalter ihre Grußworte gesprochen haben.. ;-). Das Programm verspricht viele interessante Vorträge; gemeinsam mit meinem Kollegen Per Christiansen präsentiere ich am Samstag zum Thema “Dialog als Regulierungsinstrument im Datenschutz: Einschätzungen von Datenschutzaufsicht und Internet-Unternehmen” einige Ergebnisse aus einem “Transferprojekt”, das wir für eine Landesregierung durchgeführt haben. Ziel war, die Rolle von informellen Dialogsituationen für das Verhältnis von Datenschutzbehörden und Unternehmen zu erkunden und zu überlegen, inwieweit solcher informeller Dialog Teil von Regulierungsmaßnahmen sein könnte.
  • Am 5. März veranstaltet die “Katholische Jugendsozialarbeit Nord” in Hamburg ihre Jahrestagung, zu der ich die einleitende Keynote über den “Reiz der neuen Medien” beisteuern darf.
  • Und einen Tag später bin ich im Rahmen der SchulKinoWoche in Stade. Die Veranstaltungsreihe, die Filmvorführungen & Diskussionen für Schulen organisiert, ist dieses Jahr mit dem “Wissenschaftsjahr 2014″ gekoppelt, das “Die digitale Gesellschaft” zum Thema hat – für mich bedeutet das, dass ich am vormittags gemeinsam mit Schüler/innen “The Social Network” ansehen werde und im Anschluss dann für Fragen und Diskussion bereitstehe.
  • Am 11. März halte ich auf Einladung von Nils Zurawski einen Vortrag bei der 33. Kriminologischen Studienwoche der Uni Hamburg, die sich dieses Jahr mit “Proteste, soziale Bewegung, Abweichung” befasst. Ich gebe eine Einführung in den Themenbereich “Social Media und soziale Bewegungen”.

… und danach ist erstmal nichts vorgesehen. :-)

 

 

(Netz-)Politik

26. November 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mitgliedervotum der SPD – Wie entscheiden?

Zur Abwechslung mal wieder ein politischer Blog-Eintrag: Jetzt in diesem Moment, am Dienstag Abend, sitzen in Berlin die Verhandlungsteams beisammen und zurren wohl die letzten Details des Koalitionsvertrags fest. Wenn nicht irgendwas Unvorhergesehenes passiert, werde ich als SPD-Mitglied also in den nächsten Tagen Post bekommen und beim Mitgliedervotum mitentscheiden dürfen, ob meine Partei in den kommenden vier Jahren in einer großen Koalition mit CDU/CSU die Bundesregierung stellen wird oder nicht.

Um ehrlich zu sein: Ich habe im Moment überhaupt keine Ahnung, wie ich abstimmen werde.

Das liegt zum einen (und vor allem) daran, dass ich den ganzen aufgeregten Pressemeldungen und journalistischen Kommentaren, den geleakten Entwürfen von Koalitionsverträgen und den Twitter-Debatten für, wider und drumherum nur mit einem halben Auge gefolgt habe. Einigung auf dies, Formelkompromiss für das, kategorische Ablehnung von diesem, unbedingtes Beharren auf jenem – ich werde mir das endgültige Dokument anschauen, denn das ist, was zählt.

Zum anderen bin ich mir aber noch unklar, was ich als Grundlage bzw. als Maßstab meiner Entscheidung nehmen soll. Das Wohl des Landes? Das Wohl der SPD als Partei? Das Wohl der Wählerinnen und Wähler der SPD? Meine ganz persönliche Situation, bzw. die meiner Familie, meiner Freunde, meiner Nachbarschaft, meiner Twitter-Timeline oder meiner geschätzten Blog-Leserschaft? Mein rot-grünes Bauchgefühl?

Vor einigen Wochen, noch vor Beginn der Verhandlungen, hatten wir eine Sitzung meines Ortsvereins Reinbek, in dem wir auch über den Wahlausgang und die Situation der SPD gesprochen haben. Wir waren etwa 20 Personen, von denen niemand wirklich enthusiastisch pro Große Koalition gesprochen hat; die Erinnerungen an die letzte Auflage waren wohl noch zu schmerzhaft. Ein Genosse sprach sich ganz vehement und explizit für Rot-Rot-Grün aus und meinte, er werde bei einer Großen Koalition austreten. Ansonsten hielten sich meinem Eindruck nach ein “Wir müssen Große Koalition machen, was bleibt uns übrig?” und “Wir schauen mal, was verhandelt wird und sehen dann weiter” die Waage.

Wir werden sicher im Ortsverein eine weitere Diskussionsveranstaltung durchführen, um uns bei dieser Entscheidung gegenseitig zu helfen. Doch ich will mal in die Runde fragen: Was denkt Ihr, egal ob Ihr SPD-Mitglied, -Sympathisant/in, -Gegner/in oder -Meh seid? Und vor allem: Nach welchen Kriterien werdet oder würdet Ihr entscheiden?

 

Publikationen01

17. November 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Geburtstag im Social Web (2013)

Nach dem fulminanten Erfolg der vergangenen Jahre gibt es auch 2013 wieder eine neue Folge meiner eigenen kleinen Privatstatistik: Über welche Medienkanäle gratuliert man heutzutage zum Geburtstag?

Persönliche Glückwünsche und Anrufe lasse ich wie immer aus dieser Statistik raus; mit Ausnahme von SMS und von automatischen generierten Glückwunschmails gab es dieses Jahr auf allen anderen Kanälen etwas weniger Glückwünsche als 2012. Aber ich habe mich trotzdem über jeden Einzelnen gefreut, herzlichen Dank! :-)

Publikationen02

11. November 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Article on Twitter and Personal Publics now published

Axel Bruns brought a very nice present to the “Digital Methods” conference: A book! :-) So I’m happy to announce:

Schmidt, Jan-Hinrik (2014): Twitter and the Rise of Personal Publics. In: Weller, Katrin / Bruns, Axel / Burgess, Jean / Mahrt, Merja / Puschmann, Cornelius (Hrsg.): Twitter and Society. New York, NY: Peter Lang. S. 3-14.

The article has appeared in a very ambitious volume edited by australian and german colleagues, who brought together more than 50 international scholars who provide, in 31 articles, an excellent overview on the broad spectrum of current Twitter research (Axel Bruns has listed them all). Many thanks for the opportunity to be on board!


PS: On sunday evening, I brought the book with me to Indian restaurant in Berlin where I had dinner. One of the employees, who saw the title, told me that he had a master in anthropology and studied Facebook and Society in India – he wrote down the details of the book, so there might be a first reader already… ;-)

Vorträge01

8. November 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Tagung “Digital Methods” in Wien

Zur Abwechslung blogge ich mal wieder von einer wissenschaftlichen Tagung – nämlich der Jahrestagung der Fachgruppe computervermittelte Kommunikation der DGPuK, die auf Einladung von Axel Maireder in Wien stattfand. Das Thema der Tagung lautet “Digital Methods“, verspricht also Beiträge zu einem ganz wesentlichen und drängenden Forschungsfeld der Kommunikationswissenschaft (und anderer Sozialwissenschaften): Wie können wir die Praktiken und Strukturen von digital-vernetzten Kommunikationsräumen beobachten und erfassen, vermessen und auswerten, erklären und verstehen? Auch in unserem Fach sind ja Debatten rund um “Big Data” und “Computational Social Science” angekommen – wir können auf bisher ungekannte Datenmengen zugreifen, die in öffentlichen, halb-öffentlichen oder auch persönlich-öffentlichen Räumen anfallen; wir haben die Möglichkeit, etablierte Modelle und Theorien des Fachs (z.B. zu Informationsverbreitung und Agenda Setting) an die digitalen Spuren der vernetzten Kommunikation anzulegen und zu prüfen, ob sie noch passen; wir benötigen neben den “Standard-Kenntnissen” der empirischen Sozialforschung nun auch Wissen um das Funktionieren oder gar die Programmierung von Tools und Algorithmen des Data-Mining.

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Nach der Arbeit

18. Oktober 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Länderpunkt Brasilien: Fussball beim EC Vitoria

Ich bin ja kein wirklicher Groundhopper, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, besuche ich dann doch gern mal auf Reisen ein einheimisches Fussballspiel1. Und heute ergab sich eine solche Gelegenheit, denn während meiner Brasilienreise auf Einladung des Goethe-Instituts war ich – zusammen mit Christoph Bieber und Gerhard Vowe, also in exzellenter Gesellschaft – bei einem Spiel in der ersten brasilianischen Liga, dem Campeonato Brasileiro.

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  1. Neben diversen Partien in Deutschland habe ich immerhin schon die Grashoppers Zürich und Bnei Yehuda Tel Aviv auf meiner Liste.
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16. September 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Buch “Social Media” ist erschienen

Nach Urlaub und Konferenzreise fand ich heute morgen endlich ein Exemplar des Buches “Social Media” auf meinem Schreibtisch, das ich für die neue Reihe “Medienwissen Kompakt” des VS Springer Verlag verfasst habe. Hurra!

Ich hatte vor einigen Wochen ja schon etwas zum Hintergrund und zur Zielgruppe dieser Reihe gebloggt und mich darüber gefreut, dass ich die Gelegenheit hatte, meine wissenschaftlichen Themen für eine nicht-wissenschaftliche Zielgruppe aufzubereiten. Ich freue mich natürlich über möglichst viele Leser/innen; für alle, die noch nach einer Lektüre für herbstliche Zugfahrten oder schon nach einem Weihnachtsgeschenk für die an Medien interessierte Verwandschaft suchen, hier noch einmal die Themen:

  • Verschwindet durch soziale Medien die Privatsphäre? (Hier geht es u.a. um mein Konzept der persönlichen Öffentlichkeiten)
  • Machen soziale Medien jeden zum Journalisten? (Was ist Medienöffentlichkeit, und inwiefern wird sie durch soziale Medien verändert?)
  • Bringen soziale Medien Wissen für alle? (Neben Bemerkungen zur Wikipedia und anderen Wikis erläutere ich hier auch ausführlicher die Rolle von Algorithmen für die Ordnung von Informationen)
  • Sind die sozialen Medien partizipativ – oder überwachen und kontrollieren sie den Menschen? (Hier habe ich die Gedanken zum “Partizipationsparadox”, das ich in jüngerer Zeit in meinen Vorträgen erwähne, etwas ausführlicher formuliert)
Vorträge01

10. September 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2013 (2)

Der Sommerurlaub ist vorbei und die Konferenzsaison ist eröffnet – es wird wieder mal Zeit für eine Übersicht der Reisen und Vorträge in den kommenden Monaten.

  • Als erstes steht eine Reise nach Cardiff an, wo ich mit Kollegin Wiebke Loosen bei der “Future of Journalism“-Konferenz unser DFG-Projekt zur “(Wieder-)Entdeckung des Publikums” vertrete. Unser Vortrag “Assessing audience participation in journalism through the concepts of inclusion level and inclusion distance” wird im Anschluss auch im Projektblog veröffentlicht.
  • Am Freitag den 20. September bin ich bei einer gemeinsamen Diskussionsrunde von Vocer und süddeutsche.de zu Gast, die sich mit “Debattenkultur und gesellschaftlicher Beschleunigung” [noch keine Homepage] befasst. Ich darf eine Replik auf Stefan Plöchinger halten und muss mir dringend Gedanken machen, was ich zu dem Thema zu sagen habe…. :-)
  • Eine Woche später bin ich ein weiteres Mal am KSI in Bad Honnef zu Gast, wo der “Medientreff NRW 2013” stattfindet. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema “OnAir – OnLine: Entwicklungen, Erfahrungen, Erkenntnisse” werde ich die Perspektive der Medienforschung einbringen.
  • Im Oktober steht dann die größte Reise des Jahres an: Vom 13. bis 20.10 darf ich auf Einladung des Goethe-Instituts in Brasilien weilen, genauer gesagt: In Salvador de Bahia, wo ich am internationalen Symposium “Demokratie im Zeitalter des Internet” [noch keine Homepage] teilnehme, sowie in Belem, wo ich zum Thema “Demokratie und Internet” einen Vortrag halte (in Kooperation mit dem dortigen DAAD-Büro). Ich war noch nie in Brasilien oder überhaupt Südamerika und freue mich dementsprechend jetzt schon darauf – nicht zuletzt, weil auch die geschätzten Kolleg/inn/en Kathrin Voss, Gerhard Vowe und Christoph Bieber mitreisen werden.
  • Vom 7. bis 9. November findet die diesjährige Fachgruppentagung der DGPuK-FG Computervermittelte Kommunikation in Wien statt. Meine eigene Vortragseinreichung hat leider das Review nicht überstanden, sodass ich nicht mit einem eigenen Vortrag vertreten sein werde, aber ich setze alles daran, trotzdem nach Wien zu kommen, weil das Tagungsthema – Digital Methods – ein sehr interessantes Programm verspricht.

 

Publikationen02

30. Juli 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Buchtipp: Wie funktionieren Wikis?

Die Tage fand ich ein Exemplar der Dissertation von Florian L. Mayer in der Post – der LIT-Verlag hatte es mir freundlicherweise zugeschickt, vielen Dank! Ich habe noch nicht die Zeit gehabt, das Buch (das in der Reihe “Studien zur Organisationskommunikation” erschienen ist) gründlich zu lesen, will aber trotzdem jetzt schon mal eine dringende Leseempfehlung für “Erfolgsfaktoren von Social Media: Wie ‘funktionieren’ Wikis? Eine vergleichende Analyse kollaborativer Kommunikationssysteme im Internet, in Organisationen und in Gruppen” aussprechen.

Warum? Erstens kenne ich Florian noch aus meiner Bamberger Zeit sehr gut; wir haben einige Jahre gemeinsam an der Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien an einer Reihe von Projekten gearbeitet1. So um 2004/2005 herum kam das Thema “Social Software” auf und wir begannen mit kleinen Studien und größeren Projekten zu Blogs und Netzwerkplattformen. Florian konzentrierte sich bald auf Wikis und bearbeitete mit Prof. Theis-Berglmair u.a. ein DFG-Projekt zu “Netzwerkgestützten kollaborativen Kommunikationssystemen” – aus denen auch letztlich seine Dissertation hervorging.

Zweitens, und damit verbunden, trägt das Buch dazu bei, das Ungleichgewicht in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung zu den sozialen Medien zu beheben. Denn die meisten Studien befassen sich derzeit mit Netzwerkplattformen wie Facebook oder mit Twitter, während es zu Wikis, insbesondere auch solchen jenseits der Wikipedia, vergleichsweise wenig Studien in unserem Fach gibt2. In der Studie von Florian Mayer werden öffentlich zugängliche Wikis (wie die Wikipedia) und interne Organisationswikis (insbes. durch drei Fallstudien) gleichermaßen untersucht und entlang der Leitbegriffe “Aufmerksamkeit”, “Organisation” und “Motivation” die für Wikis typischen Strukturen herausgearbeitet. Ausserdem werden die Ergebnisse in breitere Überlegungen zum Wandel von Öffentlichkeit eingeordnet, wobei mit “Mikrokommunikation” und “Mikrokollaboration” zwei interessante Konzepte angeschnitten werden, die noch der weiteren Ausarbeitung in den kommenden Jahren harren.. :-)

  1. … und nebenbei bei der Comedy Lounge und anderswo Witze erzählt
  2. Ausnahmen bestätigen die Regel; an Büchern finde ich empfehlenswert u.a. das 2007er-Buch zur Wikipedia von Christian Pentzold, das “Wikipedia-Universum” von Daniela Pscheida und, aus der Soziologie,  die netzwerkanalytische Studie von Christian Stegbauer.
Nach der Arbeit

15. Juli 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Die #scientipps gehen in die neue Saison

Nach der fulminanten Premiere-Saison geht die Bundesliga-Tipprunde “The scientipps” auch 2013/14 wieder an den Start. Diesmal mit noch mehr Preisstifterinnen1, denn diesmal räumen nicht nur Bieber, Bruns und Schmidt in bewährter Manier ihren Bücherschrank, sondern auch Thorsten Faas, Monika Taddicken und Katrin Weller sind dabei. Update: Auch Alexander Richter hat noch einen Preis gestiftet, siehe unten. Und als Superbonus kommen zwei Gemälde von Florian Hohmann dazu. Danke schon mal an dieser Stelle!

Wie kann man mitmachen?

  • Einfach in der Tipprunde “The Scientipps” auf kicktipp.de anmelden. Die Teilnehmerinnen der letzten Saison sind noch im System gespeichert und können sofort wieder loslegen.
  • Sich mit den Spielregeln vertraut machen.
  • Tipps abgeben (sinnvollerweise nicht alle auf einmal, sondern wohl doch eher von Spieltag zu Spieltag?)
  • Die Bonustipps nicht vergessen, die in einem separaten Menüpunkt VOR SAISONBEGINN abzugeben sind – dazu auf der Tippabgabe-Seite oben im Drop-Down-Menü unter “Spieltag” einfach “Fragen” anwählen” bzw. hier klicken.
  • Gerne im Forum mit anderen Scientipperinnen diskutieren
  • Beachten, dass wir das alles zum Spass machen, und daher auch der Rechtsweg ausgeschlossen ist.

Achtung, neue Regel – Da es vorkommen kann, dass Tipperinnen im Lauf der Saison aussteigen, wird “aktiv” wie folgt definiert: “Aktiv” sind diejenigen Personen, die zum Zeitpunkt einer Wertung mindestens an 75% der zurückliegenden Spieltage Tipps abgegeben haben.

Am Ende der Saison (inklusive Relegation und, Achtung neu, DFB-Pokalfinale) entscheidet der Punktestand; die drei Erstplatzierten unter den aktiven Tipperinnen erhalten folgende Preise (bei Gleichstand entscheidet das Los):

  1. Preis: Drei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste
  2. Preis: Zwei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. Preis gewählten Bücher)
  3. Preis: Ein Buch nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. und 2. Preis gewählten Bücher – also das, das übrig bleibt)

Die Bücher:

Ausserdem loben wir eine Reihe von Sonderpreisen aus, die zum Teil (#1 und #2) auch schon während der laufenden Saison vergeben werden:

(1) Das “Felix Toppberger-Vehfunkel Gedächtnisgemälde”

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp “Wo findet der erste Trainerinnenwechsel statt?” (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x eine Zeichnung von @hohse, der sich von Person, Umständen und Ort der ersten Trainerinnenentlassung wird inspirieren lassen.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(2) Der “Für’n Herbstmeister kann man sich nichts kaufen”-Preis

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp “Wer wird Herbstmeister?” (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Bieber/Leggewie (2012) “Unter Piraten
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(3) “Snurb’s dynamic down under cup”

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps “Welche Mannschaften belegen die letzten drei Plätze?” (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden):1x Hartley/Burgess/Bruns (2013) “New Media Dynamics
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(4) “Dr Bieber’s most daring tipper special trophy”

  • Sonderpreis für das torreichste korrekt vorausgesagte Spiel: 1x Coy/Pias (2009) “Powerpoint” (mit Beitrag von Bieber)
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(5) Die “Siegen ist nicht alles”-Prämie

  • Sonderpreis für die meisten Punkte aus Spieltagssiegen: 1x Schmidt/Weichert (2012) “Datenschutz
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 (6) kwelle’s Zusatzherausforderung: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze

  • Sonderpreis für den richtigen Tipp der Mannschaft, die den DFB-Pokal gewinnt (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen Edit: unter den Tipps für den 1. Spieltag abgegeben werden): 1x Tokar et al (2012): Science and the Internet
  • Sollte kein richtiger Tipp für die Siegermannschaft abgegeben worden sein, wird “rückwärts” geprüft: Wer hatte den Finalgegner richtig, wer die Halbfinalpartien, etc.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(7) Das “Mediokre Mediangemälde”

  • Sonderpreis für diejenige aktive Tipperin, deren Punktzahl am nächsten zum Durchschnittswert aller erspielen Punkte aller aktiven Teilnehmerinnen liegt: 1x eine Zeichnung von @hohse, die wohl angemessen mittelmäßig ausfallen wird und deren Inhalt möglicherweise in der Mitte der Saison ermittelt wird.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 Update – neuer Preis! (8) “Dat Ding muss ins Netz!”-Pokal

  • Sonderpreis für diejenige aktive Tipperin, die den Sondertipp “Welches Team stellt die Spielerin mit den meisten Toren?” gewinnt: 1x  Richter (2013): Vernetzte Organisation.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 

  1. Dieser Blogeintrag ist im generischen Femininum formuliert, d.h. Männer sind bei den Formulierungen immer mit gemeint.
Vorträge01

12. Juli 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Rückblick auf #vernö13

Vergangene Woche war die letzte Veranstaltung meiner Vorlesung “Vernetzte Öffentlichkeiten“, die ich im Sommersemester an der Uni Hamburg gehalten habe. Zeit also, einen zusammenfassenden Rückblick zu bloggen und dabei zu überlegen, was ich bei ähnlichen Lehrveranstaltungen anders oder wieder genau so machen würde.

Zunächst mal: Auch wenn es viel Aufwand war1, hat es Spaß gemacht, die Themen meiner Arbeit für die Vorlesung aufzubereiten und zu vermitteln. Neben Büchern, Aufsätzen und anderen Publikationen halte ich ja zum Thema “Internet und soziale Medien / Wandel von Öffentlichkeit” für unterschiedliche Publika recht viele Vorträge, die in der Regel zwischen 15 und 60 Minuten lang sind. In der Vorlesung hatte ich nun die Zeit, eine Reihe von Aspekten zu vertiefen und zum Teil neu zu erarbeiten (z.B. die Sitzung zu den technischen Grundlagen vernetzter Öffentlichkeiten). Dabei habe ich sicherlich einige wesentliche Bereiche ausgelassen – zum Beispiel zur Rolle sozialer Medien in der Organisations- und Unternehmenskommunikation -, aber das ist bei einem so breiten Thema wohl kaum anders möglich.

Neben den inhaltlichen Schwerpunkten war mir wichtig, vorlesungsbegleitend auch die Potentiale vernetzter Öffentlichkeiten zu demonstrieren. Bereits vor Semesterbeginn hatte ich dazu einen Bereich in meinem “Lehrwiki” für die Vorlesung eingerichet und den hashtag “vernö13” v.a. für Twitter etabliert. Ausserdem sind alle Foliensätze nicht nur als .pdf im Wiki, sondern auch auf Slideshare zu finden, um die Inhalte für Interessierte zu dokumentieren. Zugleich wollte ich dadurch die Vorlesung für Kommentare, Fragen und Anregungen von außen öffnen. Auf Twitter gab es zu den einzelnen Sitzungen mal mehr, mal weniger Austausch; meinem (nicht systematisch erhobenem) Eindruck nach gab es eine Handvoll Teilnehmer/innen der Vorlesung, die Twitter selbst nutzen und sich auch am #vernö13-hashtag beteiligten. Dazu kamen (etwas mehr) Externe, darunter die Kolleg/innen aus den Skype-Interviews, die sich punktuell zu Wort meldeten, teils mit Fragen, teils mit Anregungen und Hinweisen.

Das Wiki wurde nicht in dem Maße für aktive Mitarbeit angenommen, wie ich es mir gewünscht hatte2. Die ganz überwiegende Zahl der edits stammt von mir und betrifft v.a. die Dokumentation der einzelnen Vorlesungstermine. Zwei Ausnahmen gibt es, und die hängen mit dem Status der Vorlesung für die Studierenden zusammen: Es stand keine Klausur oder andere Prüfungsleistung am Ende, sondern man konnte ein Teilnahmeschein mit zwei Leistungspunkten/credits erwerben. Die Teilnahme wurde dadurch dokumentiert, dass die Studierenden ihre Matrikelnummer ins Wiki eintragen sollten, sodass jede/r zumindest einmal eine Seite editieren musste (wie das bei Mediawiki-Software geht, hatte ich in der ersten Sitzung demonstriert). Einige Studierende, die aus anderen Fachbereichen als “Medien und Kommunikation” kommen, benötigten einen benoteten Schein, um sich die Lehrveranstaltung in ihrem Studium anrechnen zu lassen. Ihnen bot ich die Möglichkeit an, als Prüfungsleistung einen inhaltlichen Bereich im Wiki zu editieren, also z.B. zu einem (Unter-)Thema einer der Sitzungen eine Wikiseite zu erstellen. Diese Leistungen trudeln nach und nach ein, z.B. in Form einiger vertiefender Bemerkungen zu “Big Data” oder aber durch das Ergänzen von weiterführenden Links zu den einzelnen Sitzungen.

Bei der letzten Sitzung habe ich mit den Studierenden auch darüber gesprochen, warum so viele außer dem Matrikelnummer-Eintrag keine weiteren Beiträge zum Wiki getätigt hatten. Zwei Hauptgründe wurden genannt: Erstens sei das MediaWiki technisch kompliziert bzw. zumindest nicht so komfortabel, wie man es aus anderen Bereichen des Web inzwischen gewohnt sei. Zweitens meinten einige, sie hätten nicht so recht gewusst, was sie beitragen sollen. Das wiederum zeigt mir, dass ich nicht ausreichend deutlich gemacht habe, dass das Wiki ja gerade als niedrigschwelliger Raum des Austauschs gedacht war, man also auch vertiefende Fragen o.ä. hätte stellen können. In dieser Hinsicht würde ich mir für ein nächstes Mal noch mehr Gedanken machen müssen, wie ich Beteiligung stimulieren kann, ohne in ein plumpes “Jeder muss drei Wiki-Seiten editieren, um einen Schein zu bekommen” zu verfallen.

Sehr froh bin ich, dass meine Vorlesung mit Unterstützung von lecture2go aufgezeichnet und frei verfügbar gemacht wurde. Dadurch konnte ich den Teilnehmer/innen frei stellen, in der Präsenzsitzung anwesend zu sein oder sich die Inhalte zu selbst gewählten Zeiten von zuhause oder anderswo anzueignen. Das führte dazu, dass von den 140 angemeldeten Studierenden meist nur 20 bis 40 Personen anwesend waren, was meiner Wahrnehmung nach aber die Atmosphäre im Raum deutlich verbesserte: Die sonst bei Vorlesungen übliche Grundunruhe, das Flüstern und die abgelenkte Präsenz von Leuten, die nur zum Unterzeichnen der Teilnehmerliste anwesend sin, fehlte völlig3. Ich hatte das Gefühl, dass alle Teilnehmer/innen konzentriert bei der Sache waren, was es für mich viel angenehmer und befriedigender machte, die 90 Minuten zu bestreiten.

Problematisch an der Form der Aufzeichnung ist hingegen, dass es sich letztlich trotzdem “nur” um abgefilmte Vorlesungen handelt. Zwar steht visuell das Beamerbild, d.h. meine Powerpoint-Präsentation im Vordergrund, und das Kamerabild von mir ist eher klein eingeblendet – aber man sieht eben, dass ich nicht zu den Zuschauern vor dem Bildschirm, sondern zu den Personen im Hörsaal spreche (wobei ich mich bemüht habe, vor allem beim Wiederholen von Fragen aus dem Auditorium für die Kamera auch in diese Richtung zu schauen.. :-)). Denkbar wäre, wie es ein Teilnehmer aus seinem Informatikstudium berichtete, auf das Videobild von mir komplett zu verzichten und nur Folien + Audiospur aufzuzeichnen. Doch wirklich ausnutzen würde ich die Potentiale von lecture2go wohl erst, wenn ich Inhalte spezifisch mit Blick auf die Videoaufzeichnung aufbereite, also z.B. kürzere Einheiten direkt für das “Fernstudium” konzipiere. Mal sehen, ob ich in absehbarer Zeit dazu komme; ein Experiment wäre es auf jeden Fall wert.

Apropos Experiment: in der zweiten Hälfte des Semesters habe ich damit experimentiert, zu den Veranstaltungsthemen jeweils auch Expert/innen in die Vorlesung hineinzuholen – nicht durch Gastvorträge, sondern durch ca. 15- bis 20-minütige Gespräche via Video-Skype. Das hat technisch wunderbar geklappt4 und war inhaltlich eine große Bereicherung, ganz zu schweigen davon, dass ich dadurch nicht 90 Minuten durchreden musste.. ;-) Ein ganz großer Dank an Jeannette Hoffmann, Jessica Einspänner, Juliane Leopold, Christian Heller, Johnny Häusler, Christoph Bieber und Axel Bruns für die Bereitschaft, daran mit zu wirken! Auch von den Studierenden kam sehr positives feedback dazu, sodass ich dieses Format sicher wieder einsetzen werde.

Soweit meine Eindrücke und Überlegungen kurz nach dem Ende des Semesters. Vielleicht mag ja der eine oder die andere aus meiner geneigten Leserschaft noch Feedback ergänzen, oder Erfahrungen aus eigenen Lehrveranstaltungen ergänzen? Weil so eine semesterumfassende Lehrveranstaltung, ob Vorlesung oder Seminar, ordentlichen Zeitaufwand mit sich bringt, bin ich nicht sicher, ob ich in naher Zukunft erneut wieder eine anbiete – ich bin als Mitarbeiter des Hans-Bredow-Instituts ja in der privilegierten Position, dass ich keine Lehrverpflichtung habe…. Andererseits habe ich nun Grundstruktur, Inhalte und Erfahrungen gesammelt, sodass es möglicherweise doch ein vernö14 oder vernö15 geben könnte, mal sehen.. ;-)

PS: Heimlicher Höhepunkt war aus meiner Sicht übrigens die kollektive Runde geoguessr-Extreme, die wir ganz am Ende der letzten Vorlesung gespielt haben. Wer gegen uns antreten will, findet hier den Link zur challenge – aber vorher die Regeln durchlesen, und gerne den eigenen Score im Wiki hinterlassen.

PPS: Das obige Foto, das auch auf allen Folien zu finden ist, stammt übrigens von meinem Vater und ist eine alte, verrostete Fernsehplatine mit dem Antennenanschluss links und der netzwerkartig verschalteten Platine. Wenn das mal kein Symbolbild ist!

  1. Laut meiner Zeiterfassung habe ich für Vorbereitung, Halten der Vorlesung und Nachbereitung insgesamt 120 Stunden gebraucht.
  2. Wobei ich auch genug über die Kluft zwischen technischen Potentialen und tatsächlicher Aneignung von Wikis gerade in Lehr-Lern-Kontexten weiss, dass ich mir keine übertriebene Hoffnungen gemacht hatte… ;-
  3. Umgekehrt war es richtig auffällig, als in einer Sitzung eine Gruppe von drei Studierenden mal für einige Minuten untereinander tuschelte…
  4. Einziger Wehrmutstropfen: Das Tonsignal der Skype-Gespräche konnte nicht direkt, sondern nur über die Saalanlage aufgezeichnet werden, sodass meine Gesprächspartner/innen auf den lecture2go-Aufzeichnungen leider nicht sehr gut zu verstehen sind.
Publikationen02

4. Juni 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Manuskript “Social Media” fertiggestellt

Eben habe ich das Manuskript für ein neues Buch weggeschickt: Wenn alles läuft wie geplant, wird im Herbst 2013 das Buch “Social Media” bei Springer VS erscheinen. Es wird den Auftakt für die von Gunter Reus und Klaus Beck herausgegebene Reihe “Medienwissen kompakt” bilden, deren Ziel es laut Verlagsangaben ist,

allen interessierten Lesern in knapper und leicht verständlicher Form Einblick in Forschungsergebnisse der Kommunikationswissenschaft zu ermöglichen. Darüber hinaus können die Bände Studienanfängern und Studierenden benachbarter Sozial- und Geisteswissenschaften zur ersten Orientierung dienen. Besonders kompetente Vertreter des Faches [*hüstel*, Anm. des Bloggers] beweisen mit den Monographien, dass die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft für eine Vielzahl gesellschaftlicher Fragen Erklärungen und Antworten bereithält. Von diesem Wissen können alle in der „Mediengesellschaft“ profitieren – insbesondere Journalisten, Politiker, Führungskräfte der Wirtschaft, Pädagogen und Eltern.

Neben meinem Buch sind u.a. Bände zu “Musik und Medien”, “Aufwachsen mit Medien” oder “Medien und Wahlen” angekündigt. Ich finde die Idee für eine solche Reihe sehr gut und freue mich auch deshalb so über die Gelegenheit, dort vertreten zu sein, weil ich schon seit einigen Jahren sehr gerne genau ein solches Buch schreiben wollte: An ein möglichst breites Publikum gerichtet, trotzdem wissenschaftlich fundiert, und zu aktuellen Themen meiner Forschung. In vielen Vorträgen, die ich in den letzten Jahren jenseits von akademischen Konferenzen halten durfte, habe ich mich schon um eine Vermittlung der kommunikationswissenschaftlichen Erkenntnisse rund um die “sozialen Medien” bemüht; ich hoffe, dass das Buch auch dazu beitragen kann, dass die Funktionsweise und Folgen des gegenwärtigen Internets besser verstanden wird. Auf der Verlagsseite steht unter “content level”: lower undergraduate – ich hoffe aber, dass auch Schülerinnen und Schüler, interessierte Zeitgenossen oder Deine Mutter das Buch gewinnbringend lesen werden.

Worum geht es konkret in dem Buch? Zugespitzt könnte man sagen, dass es sich um eine aktualisierte Kurzfassung von “Das neue Netz” ohne Fussnoten und Literaturverzeichnis handelt, aber das stimmt dann irgendwie doch nicht. Wer das neue Netz gelesen hat, dem werden bestimmte Konzepte und Argumentationsgänge bekannt vorkommen, aber ich habe die knapp 22.000 Worte (die in einem kompakten Layout etwa 100 Seiten im Kleinformat ausmachen werden) neu geschrieben und einige neue Gedanken mit aufgenommen. Der Logik der gesamten Reihe folgend hat jedes Kapitel eine eigene Leitfrage, die bei mir lauten:

  • Verschwindet durch soziale Medien die Privatsphäre? (Hier geht es u.a. um mein Konzept der persönlichen Öffentlichkeiten)
  • Machen soziale Medien jeden zum Journalisten? (Was ist Medienöffentlichkeit, und inwiefern wird sie durch soziale Medien verändert?)
  • Bringen soziale Medien Wissen für alle? (Neben Bemerkungen zur Wikipedia und anderen Wikis erläutere ich hier auch ausführlicher die Rolle von Algorithmen für die Ordnung von Informationen)
  • Sind die sozialen Medien partizipativ – oder überwachen und kontrollieren sie den Menschen? (Hier habe ich die Gedanken zum “Partizipationsparadox”, das ich in jüngerer Zeit in meinen Vorträgen erwähne, etwas ausführlicher formuliert)

Sobald das Buch erschienen ist, werde ich gerne noch einmal darauf hinweisen – für den Moment besteht natürlich die Möglichkeit, es sich bei Amazon noch einmal genauer anzusehen und mit den dort gefundenen Daten beim Buchhändler des Vertrauens vorzubestellen… :-)