Schmidt mit Dete

28. November 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Rezension zu „Kollektivität und Macht im Internet“

Vor kurzem ist Ausgabe 4/2018 der Zeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft“ erschienen, zu der ich (auf S. 563-564) die folgende Rezension des Buches „Kollektivität und Macht im Internet“ (Dolata/Schrape 2018) beigesteuert habe.

In den 2000er Jahren gerieten die partizipationsfördernden Potenziale der digitalen Medien im Fokus, und Schlagworte wie „nutzergenerierte Inhalte“ oder das „Mitmachnetz“ bestimmten den Diskurs. Mittlerweile aber stehen statt der aktiven und ermächtigten Nutzerinnen und Nutzer die dominanten Social-Media-Plattformen und algorithmischen Intermediäre im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte, und die Perspektive hat sich auf Fragen der Kontrolle oder gar Manipulation von Öffentlichkeit verlagert. Ulrich Dolata und Jan-Felix Schrape (beide in der Abteilung „Organisations- und Innovationssoziologie“ der Universität Stuttgart beheimatet) haben hierzu in den vergangenen Jahren eine Reihe von Arbeiten vorgelegt, die auch für die Kommunikationswissenschaft einschlägig und instruktiv sind. Zunächst als Diskussionspapiere veröffentlicht, sind vier dieser Texte nun aktualisiert und in Teilen erweitert als Sammelband publiziert worden.

Im ersten Aufsatz nehmen Dolata/Schrape eine akteurs- und handlungstheoretische Analyse von Formen internetbasierter Kollektivität und der Rolle von technischen Infrastrukturen für deren Formierung und Aufrechterhaltung vor. Digitale Medientechnologien fungieren demnach als „Infrastrukturen des Kollektiven“ (S. 18), etwa indem sie Handeln wechselseitig beobachtbar machen. Doch nicht immer komme es auf dieser technischen Grundlage auch zu einer Institutionalisierung kollektiven Handelns in Gestalt von kollektiven Akteuren (etwa soziale Bewegungen), die stabile Koordinations- und Entscheidungsstrukturen herausbilden. Vielfach bleibe es bei nicht-organisierten Kollektiven (wie etwa den „Schwärmen“ oder „Crowds“), die situativ und meist flüchtig aufeinander bezogenes kollektives Verhalten artikulieren, aber keine Entscheidungs- und Strategiefähigkeit besitzen.

Der zweite Aufsatz von Dolata vertieft diese Überlegungen und diskutiert die Transformation von sozialen Bewegungen in und durch digitale(n) Medien. Dem einflussreichen und prägnanten Konzept  der „connective action“ (Bennet/Segerberg 2012) wirft Dolata vor, die Rolle von Technik für soziale Bewegungen nicht näher zu analysieren und nur ihr ermöglichendes Potenzial zu fokussieren, sie letztlich aber als „black box“ zu behandeln. Er setzt dem eine Perspektive entgegen, digitale Medien (speziell die sozialen Medien) als Infrastruktur und Institution zugleich zu begreifen, in die eigene handlungsstrukturierende Regeln eingeschrieben seien. Dies führe dazu, dass die Handlungsautononomie von sozialen Bewegungen erweitert und eingeschränkt zugleich sei – erweitert, weil unstrittig die Möglichkeiten gestiegen sind, für die eigenen Interessen zu mobilisieren oder Protest kollektiv zu artikulieren; eingeschränkt, weil vor allem die dominanten Intermediäre diese Möglichkeiten durch Veränderungen in Algorithmen oder Schnittstellen jederzeit beschneiden können und zudem jegliches Handeln verdaten, aggregieren und so ökonomischer wie staatlicher Überwachung zuführen.

Der dritte Aufsatz widmet sich einer weiteren Facette von Kollektivität in digitalen Medien, nämlich den „Open-Source-Communities“. Schrape zeichnet zunächst nach, wie seit den 1980er Jahren die Idee von „Free Software“ bzw. „Open Source“ von einer Utopie zu einer verbreiteten Arbeits­methode in der Softwareentwicklung wurde und mittlerweile eine zentrale Innovations­strategie ist, die auch die Produkte von IT-Konzernen wie Microsoft, Apple oder Google prägt. Eine simple Gegenüberstellung – hier die ehrenamtlich von Tüftlern und Enthusiasten bearbeiteten open-source-Projekte, dort die in Großkonzernen mit Profitinteressen erstellten proprietären Lösungen – ist demzufolge längst nicht mehr angemessen. Schrape schlägt alternativ eine Einteilung vor, die den Dimensionen der „Koordination“ (hierarchisch vs. heterarchisch) und Unternehmenseinfluss (hoch vs. niedrig) folgt und so vier „idealtypische Varianten quelloffener Softwareprojekte“ (S. 85ff.) unterscheiden kann.

Der abschließende vierte Aufsatz nimmt schließlich die großen Internetkonzerne Google, Facebook, Microsoft und Apple aus einer dezidiert machtsoziologischen Perspektive in den Blick. Anhand von wirtschaftlichen Kerndaten, Chronologien von Firmenübernahmen sowie einer konzisen Übersicht von Expansionsfeldern und Hauptkonkurrenten rekonstruiert Dolata die ausgeprägte ökonomische Macht dieser vier Konzerne. Er konstatiert aber auch, dass deren Markt- und Machtpositionen durchaus volatil seien und vor allem auf (temporären) Innovationsvorsprüngen beruhen. Zwar seien diese Konzerne, wie bereits Schrape in seinem Beitrag zuvor ausführt, auch an quelloffenen Softwareprojekten und Entwicklungsgemeinschaften beteiligt, doch im Kern ihrer wettbewerblich relevanten Forschung und Entwicklung verfolgten sie ein geschlossenes und proprietäres Innovationsmodell. Daraus resultiere eine zweite wesentliche Facette ihrer Macht, nämlich die infrastrukturelle und regelsetzende Macht – was wiederum zurückverweist auf die Gedanken der ersten beiden Aufsätze, Technik als wesentliche Bedingung internetbasierter Kollektivität zu betrachten.

Die Lektüre der einzelnen Beiträge lohnt sich meines Erachtens, weil sie in vielen Aspekten hochgradig anschlußfähig an kommunikationswissenschaftliche Theorien und Modelle sind. Die akteurstheoretischen Ausführungen des ersten Beitrags etwa lassen sich m.E. gut mit dem sozialkonstruktivistischen Konzept der kommunikativen Figuration von Hepp/Hasebrink (2017) verbinden, aber auch an die masse- und komplexitätstheoretischen Überlegungen von Neuberger (2017) oder Waldherr anknüpfen. Und die Ausführungen zur Macht von Plattformen und Informationsintermediären (einschließlich möglicher Alternativen) sind für alle hilfreich, die sich mit der Frage befassen, wie digitale Medien gegenwärtig Öffentlichkeit und Meinungsbildung wie auch alltägliche Sozialität prägen.

  • Bennett, W. Lance; Segerberg, Alexandra (2012): The logic of connective action. Digital media and the personalization of contentious politics. In: Information, Communication & Society 15 (5), S. 739–768. DOI: 10.1080/1369118X.2012.670661.
  • Hepp, Andreas; Hasebrink, Uwe (2017): Kommunikative Figurationen. Ein konzeptioneller Rahmen zur Erforschung kommunikativer Konstruktionsprozesse in Zeiten tiefgreifender Mediatisierung. In: Medien & Kommunikationswissenschaft 65 (2), S. 330–347.
  • Neuberger, Christoph (2017): Die Rückkehr der Masse. Interaktive Massenphänomene im Internet aus Sicht der Massen- und Komplexitätstheorie. In: Medien & Kommunikationswissenschaft 65 (3), S. 550–572. DOI: 10.5771/1615-634X-2017-3-550.
  • Waldherr, Annie (2017): Öffentlichkeit als komplexes System. Theoretischer Entwurf und methodische Konsequenzen. In: Medien & Kommunikationswissenschaft 65 (3), S. 534–549. DOI: 10.5771/1615-634X-2017-3-534.

15. Oktober 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2018-10)

Neben einer Reihe kleinerer Baustellen, etwa Überarbeitungen von eingereichten Artikeln, bin ich in diesen Wochen vor allem mit organisatorischen Vorarbeiten zu zwei Projekten beschäftigt, die im Dezember richtig starten:

  • Das Verbundvorhaben „Medien und wissenschaftliche Kommunikation“ (vom BMBF gefördert) hatte ich in der letzten „Mittendrin…“-Ausgabe bereits erwähnt. Hier stehen im Moment vor allem kleinere organisatorische Klärungen an, die mit dem Finanzierungsplan und den wissenschaftlichen wie studentischen Mitarbeiter/innen zusammen hängen. Offiziell ist das Projekt zum 1.10. gestartet; zum 1.12. wird dann Irene Broer als Projektmitarbeiterin beginnen und wir können in die Planung der empirischen Bausteine (Befragung von Wissenschaftsjournalist/innen; teilnehmende Beobachtung in einer wissenschaftsjournalistischen Redaktion) einsteigen.
  • Seit zwei Wochen wissen wir auch, dass das Hans-Bredow-Institut eine von elf Einrichtungen ist, die das „Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ aufbauen und tragen dürfen. Das ist eine ehrenvolle und zugleich herausfordernde Aufgabe; ich freue mich, dass ich zunächst für ein Jahr bredow-intern die Koordination dieses Vorhabens verantworten darf und v.a. mit Uwe Hasebrink, Wiebke Loosen und Wolfgang Schulz über den Beitrag des HBI zum Gesamtinstitut nachdenken darf. Ende Oktober wird es ein Kick-Off-Treffen geben, bei der vermutlich schon erste Schritte vereinbart werden; formaler Start der einjährigen Konzeptionsphase ist dann ebenfalls der 1.12.2018. Im Herbst 2019 muss das Konzept für die Hauptphase vorliegen, also Einigkeit über die Organisationsstruktur des dezentralen Instituts sowie über die Arbeitspläne für die kommenden vier Jahre bestehen.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. den Aufsatz „Datastructuring – Organizing and Curating Digital Traces into Action“ (Flyverbom/Murray), erschienen im Journal „Big Data & Society“.

20. September 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2018 (3)

In knapp drei Monaten ist schon wieder Weihnachten – aber bis es soweit ist, steht noch einige Vorträge an. Folgende Termine stehen derzeit in meinem Kalender:

  • Am 28.9. werde ich im Rahmen eines Wochenseminars zur „Medienstadt Hamburg“, das die „Neue Gesellschaft e.V.“ veranstaltet, den Vortrag „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht. Wie soziale Medien unsere Meinungsbildung prägen“ halten.
  • Am 5. und 6. Oktober darf ich mal wieder ins wunderbare Wien reisen. Das Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht (Uni Wien) sowie das Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung (Österreichische Akademie der Wissenschaften und Alpen-Adria-Uni Klagenfurt) veranstalten eine Tagung zu „Internet-Plattformen und Algorithmen: Die automatisierte Online-Kommunikation als Herausforderung für die Regulierung“, bei der ich den Vortrag „Die Medienlogik der Online-Intermediäre und ihre Konsequenzen für Meinungsbildung“ beisteuere.
  • Am 25.10.2018 bin ich in Rapperswil bei Zürich zu Gast, nämlich beim „Fachsymposium Neue Medien und Psyche„, den der kantonale psychiatrische Dienst St. Gallen veranstaltet. Ich werde dort den Vortrag „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht. Wie soziale Medien unsere Meinungsbildung prägen“ halten.
  • Am 4.12.2018 werde ich bei einer Fachtagung zum Thema Schüleraustausch, die der Dachverband High School ausrichtet, einen Vortrag zum Thema „Was ist der Reiz der sozialen Medien? Wie das Internet Selbstdarstellung, Beziehungspflege und Informationsverhalten beeinflusst“ präsentieren.
  • Und am 5.12.2018 brauche ich dann nur einige Meter weit zu laufen, um an der Uni Hamburg im Rahmen der Ringvorlesung „Digitalisierung der Demokratie – Politische Kommunikation im digitalen Zeitalter“ den Vortrag „Wenn Algorithmen Meinungen Bilden“ zu halten.

 

 

15. September 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2018-09)

Letzten Monat schrieb ich nach der Sommerpause von drei neuen Vorhaben; diese beschäftigen mich weiterhin:

  • Das Teilprojekt, das wir am HBI im Rahmen des Verbundvorhabens „Medien und wissenschaftliche Kommunikation“ durchführen, hat zwar noch nicht offiziell begonnen. Doch es nimmt langsam an Fahrt auf, weil wir in diesen Tagen die Vorstellungsgespräche für die Mitarbeiter/innenstelle im Projekt führen.
  • Im Rahmen des Projekts zu Algorithmischen Empfehlungssystemen für Öffentlich-Rechtliche Medienangebote ist eine Expertise entstanden, die Anfang des Jahres dem MDR vorgestellt wurde. Die vergangenen Wochen habe ich mit den anderen Autoren den Text überarbeitet, damit er als Arbeitspapier des HBI veröffentlicht werden kann; ausserdem wird wohl gegen Jahresende noch eine Kurzfassung in den Media Perspektiven erscheinen.
  • Und dann war ich die letzten Wochen damit beschäftigt, alle notwendigen Unterlagen für meine kumulative Habilitation zusammen zu sammeln (u.a. vollständige Schriften- und Lehrveranstaltungsverzeichnisse) und Gespräche mit den beteiligten Kolleg/innen von der Uni Hamburg und darüber hinaus zu führen. Kommende Woche werde ich den Antrag offiziell bei der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften einreichen – und dann erstmal warten. Der weitere Fortgang der Dinge ist, dass sich ein Habilitationsausschuss konstituiert, der wiederum Gutachterinnen bestellt und denen meine Arbeiten (d.h. zwei Bücher und sechs Aufsätze sowie eine ca. 20 Seiten lange zusammenfassende Dachschrift) zusendet. Sie haben drei Monate Zeit für ihr Gutachten, die dann noch einige Wochen an der Fakultät ausliegen müssen. Realistischerweise wird es also Frühjahr 2019 werden, bis ich den Habilitationsvortrag halten darf und dann (toi toi toi) das Verfahren abschließen kann.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari – zur Abwechslung mal kein wissenschaftlichen Text im engeren Sinn, sondern eine sehr breit argumentierende und verständlich geschriebene Darstellung der Menschheitsgeschichte.

15. August 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2018-08)

Im Juni und Juli konnte ich (arbeits- & urlaubsbedingt) keine „Mittendrin zur Monatsmitte“-Einträge veröffentlichen, aber jetzt geht es hoffentlich wieder regelmäßig weiter. Die größte Baustelle der ersten Jahreshälfte, das Gutachten zur Rolle von Algorithmen in der Meinungsbildung für das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag, ist mittlerweile abgeschlossen, spricht: das Gutachten ist abgegeben. Womit beschäftige ich mich im Moment?

  • Da wären zum ersten organisatorische Vorarbeiten für ein Teilprojekt innerhalb eines größeren Verbundvorhabens in der Förderlinie „Quantitative Wissenschaftsforschung“ des BMBF. Die endgültige Förderzusage steht noch aus, aber über die verschiedenen Standorte (Kiel, Leipzig, Köln und Hamburg) hinweg bereiten wir uns darauf vor, in den kommenden drei Jahren den Einfluss zu untersuchen, den externe Wissenschaftskommunikation auf den innerwissenschaftlichen Impact von Forschung hat. In diesem Zusammenhang haben wir auch eine Stelle für eine/n Junior-Researcher (65%) ausgeschrieben. Sobald das Projekt final bewilligt wurde, werde ich auch mehr dazu schreiben…
  • Zum zweiten arbeite ich mit Kollegen an einem Aufsatz zu Algorithmischen Empfehlungssystemen für Öffentlich-Rechtliche Medienangebote; hierzu gibt es Vorarbeiten in Form einer bislang unveröffentlichten Expertise für den MDR, die wir nun auch einem breiteren Publikum zugänglich machen wollen.
  • Und ein drittes Vorhaben wird mittel- und längerfristig Konsequenzen haben: Ich stoße gerade das Verfahren an, im Wintersemester kumulativ zu habilitieren. Das Thema der zusammenfassenden Dachschrift lautet „Praktiken und soziale Ordnung des Social Web“; sie bündelt Arbeiten aus den Jahren 2006 bis 2015, angefangen vom „Weblogs„-Buch über „Das neue Netz“ und daran anknüpfende Publikationen bis hin zu Aufsätzen aus dem Kontext des „(Wieder-)Entdeckung des Publikums„-Projekts.

 

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das Buch „Search Engine Society“ (2. Auflage) von Alexander Halavais, das Praktiken, Strukturen und Konsequenzen von Suchmaschinen (und verwandten Diensten) behandelt.

3. August 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Scientipps 2018/19

Die  #scientipps – Tipprunde geht in ihre siebte Bundesliga-Saison – wie immer gibt es auch diesmal wieder jede Menge wissenschaftliche Preise zu gewinnen, und das generische Femininum1 bleibt natürlich auch.

Die Mittipperinnen der letzten Jahre und der Sonderausgabe zur WM 2018 habe ich bereits eingeladen, aber interessierte Tipperinnen dürfen gerne auch neu mit einsteigen. Ihr müsst nicht in der Wissenschaft arbeiten, sondern einfach nur Spaß am Tippen haben – bitte nutzt diese Seite bei kicktipp.de zur Anmeldung. Die Regeln des Tippspiels sind auf einer eigenen Blog-Unterseite niedergeschrieben, sodass mir an dieser Stelle eigentlich nur bleibt, die Pokale und Preise vorzustellen. Ein herzlicher Dank an die Damen Bieber, Bruns, Faas, Weller sowie, erstmals, Biniok und Bohmann für die Preise!

Fangen wir an mit dem

(1) „Scientipps Grand Prix“

der am Ende der Saison (inklusive Relegation, DFB-Pokalfinale und Ende der 2. Liga) anhand des Punktestands vergeben wird; die drei Erstplatzierten unter den aktiven Tipperinnen erhalten folgende Preise (bei Gleichstand entscheidet das Los):

  1. Preis: Drei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste
  2. Preis: Zwei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. Preis gewählten Bücher)
  3. Preis: Ein Buch nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. und 2. Preis gewählten Bücher – also das, das übrig bleibt)

Die Bücher:
1x Willems (Hrsg) (2008): Weltweite Welten
1x Fritz (2011): Wie Computerspieler ins Spiel kommen
1x Internet & Gesellschaft Collaboratory (2011): Gleichgewicht und Spannung zwischen digitaler Privatheit und Öffentlichkeit
1x Aus Politik und Zeitgeschichte, 7/2012 (Digitale Demokratie)
1x Praxis Politik 2/2013 (Digitale Demokratie)
1x MedienConcret 1/2016 (Medien und Migration)

Daneben lassen sich eine Reihe von Sonderpreisen ergattern, zum Teil (#2 und #3) auch schon während der laufenden Saison:

(2) Die „Das ganze Leben ist ein Spiel“-Trophäe

Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wo findet der erste Trainerinnenwechsel statt?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x eine CD (jahaa): Hast Du Flow? Mixtape 2018
Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(3) Die „Faas’sche Wundertüte“

Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer wird Herbstmeisterin?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x ein Überraschungspreis von Faas
Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

Die übrigen Preise werden zum Saisonende vergeben. Erstmals können wir in dieser Saison

(4) „Dr. Bohmann Preis für grenzenlose Fussballkultur“

ausloben, nämlich für den korrekten Tipp „Wer gewinnt die Regionalliga Süd?“ (Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x „Neues Deutschland. Zur Aktualität des Multikulturalismus“ (mit Bild von Boateng in Lederhose!)

Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

Und dann gibt es die zeitlosen Klassiker unter den Preisen:

(5) „Snurb’s dynamic down under cup“

Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die letzten drei Plätze?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden):
1x Bruns (2018): Gatewatching and News Curation (als eBook)

Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(6) „Dr Bieber’s most daring tipper special trophy“

Sonderpreis für das torreichste korrekt vorausgesagte Spiel: 1x ein Überraschungspreis von Bieber
Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(7) kwelle’s Zusatzherausforderung: „Nie mehr zweite Liga!“

Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die ersten drei Plätze in der zweiten Bundesliga?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x ein Überraschungsbuch aus dem kwelle‚rschen Bücherschrank
Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(8) Die „#scientipps-Torjägerinnentippkanone“

Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Welche Mannschaft stellt die Torschützenkönigin?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Heine (1986): Ein Tor Tabu fällt
Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

[Update 7.8.2018]

Wir haben noch einen weiteren Preis gestiftet bekommen:

(9) Der „Geld schießt keine Tore“-Bonuspreis

Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Welche Mannschaft stellt die Top-Scorerin?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden; für die Wertung ist die Kicker-Scorerinnenliste am Ende des 34. Spieltags entscheidend): 1x Biniok/Lettkemann (Hrsg.) (2017): Assistive Gesellschaft
Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

[Update 8.8.2018]

(10) Die große „Der Pokal hat seine eigenen Gesetzestexte“-Sammlung

Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer gewinnt den DFB-Pokal?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 23.8.2018, 20.30 Uhr bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Noack/Spindler (2001): Unternehmensrecht und Internet
Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 

Wie immer gilt: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Spaß beim Tippen, und möge die beste Tipperin gewinnen!

  1. Männer sind bei den Formulierungen also immer mit gemeint.

3. August 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Rezension zu „Political Communication in the Online World“

In Ausgabe 2 des 2018er-Jahrgangs von Medien & Kommunikationswissenschaft ist eine Rezension erschienen, die ich vom Sammelband „Political Communication in the Online World. Theoretical Approaches and Research Designs“ (Hrsg. Gerhard Vowe und Philipp Henn) verfasst habe. Exklusiv hier im Blog: Die Fassung mit Hyperlinks! :-)

In den letzten Monaten ist die Debatte um die Ausrichtung und das Selbstverständnis der sozialwissenschaftlich orientierten Kommunikationswissenschaft wieder aufgelodert, insbesondere durch den programmatischen Beitrag von Andreas Hepp in der Publizistik sowie die darauf bezugnehmenden Repliken. Im Kern geht es um die Frage, ob (und wenn ja: wie) sich unser Fach ändern müsse, wenn sich sein zentraler Bezugspunkt, nämlich die öffentliche Kommunikation, grundlegend wandele. Weil sowohl über die Merkmale dieses Wandels als auch die daraus zu ziehenden Konsequenzen produktive Uneinigkeit herrscht, wird diese Debatte (hoffentlich!) weiter geführt. Bemerkenswerterweise liegt mit dem hier zu besprechenden Sammelband bereits seit 2016 ein ambitionierter Vorschlag vor, wie eine neu justierte kommunikationswissenschaftliche Perspektive für den Teilbereich der Forschung zu politischer Kommunikation aussehen könnte.

Der Band, den Gerhard Vowe und Philipp Henn (beide Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) herausgegeben haben, ist dabei ausdrücklich als „interim report“ gedacht, also als Zwischenbilanz der Arbeiten, die im Rahmen der Forschergruppe „Politische Kommunikation in der Online-Welt“ mit Förderung der DFG und des SNF seit 2011 entstanden sind. Sein Anspruch ist, nicht einfach nur Studien mit Bezug zu Online-Phänomen zu versammeln, sondern Theorie und Methode der politischen Kommunikationsforschung für eine „Online-Welt“, also eine „communications world dominated by the logic of online media“ (S. 3) zu skizzieren. Den beiden großen Teilen des Bandes zu „Theoretical Approaches“ und „Research Designs“ steht je ein rahmender Text voran, der grundlegende Überlegungen skizziert: Henn/Jandura/Vowe rekonstruieren in Kap. 2 insgesamt sieben Dimensionen des „traditionellen Paradigmas“ der politischen Kommunikationsforschung und Veränderungen, die in der „Online-Welt“ zu beobachten sind (in der Sozialdimension etwa der Wandel von vergleichsweise stabilen Akteurskonstellationen der Massenkommunikation hin zu flexibleren Kommunikationsrollen und hybriden Kommunikationsmodi). Und in Kap. 10 argumentieren Vowe/Henn, dass drei fundamentale methodologische Prinzipien – kausale Erklärungen als Erkenntnisziel; der Anspruch intersubjektiver Überprüfbarkeit; die prinzipielle Unabgeschlossenheit des Forschungsprozesses – durch Entwicklungen sowohl des Gegenstands als auch der Organisation von Forschung zwar herausgefordert, aber nicht obsolet werden.

Damit ist zugleich das zentrale Argument des Bandes genannt: Der gegenwärtige Medienwandel ist so tiefgreifend, dass er eine Anpassung etablierter Modelle und Ansätze erfordert, ohne diese vollends über Bord zu werfen und zu versuchen, gewissermaßen „von Null“ anzufangen. Die gemeinsame Trope der verbleibenden 15 Beiträge ist folgerichtig das „revisited“, etwa in Gestalt von Titeln wie „Gatekeeping revisited“ (Friedrich/Keyling/Brosius, Kap. 4) oder „The Spiral of Silence Revisited“ (Eilders/Porten-Cheé, Kap. 6). Alle Texte verorten sich – mehr oder weniger stark – im Feld der politischen Kommunikationsforschung, ohne aber darauf beschränkt zu sein. Auch wer sich in anderen Teilbereichen unseres Faches beheimatet fühlt und etwa zu Journalismus oder zu Mediennutzung und –wirkung forscht, wird die aktuellen Überblicke zu einzelnen Theorien und Methoden mit Gewinn lesen. Gerade im Methodenteil sind zudem einige Beiträge (beispielhaft Kap. 13 von Waldherr et al.) versammelt, die den Blick auf das aktuell hochdynamische, interdisziplinäre Feld der Computational Social Science erweitern.

Der Blick in den Band lohnt sich meines Erachtens – nicht zuletzt um einen Eindruck davon zu gewinnen, wie sich das durchaus komplexe und langfristige akademische Vorhaben einer Forschergruppe so bündeln lässt, dass mehr dabei herauskommt als eine gewöhnliche Aufsatzssammlung. Der online einsehbare Arbeitsplan der Forschergruppe verspricht, dass bald auch der Entwurf einer „modularisierten Theorie des Wandels politischer Kommunikation“ vorgelegt werden wird, der die Arbeiten resümiert und integriert. Mit dem hier besprochenen Band ist die Meßlatte auf jeden Fall schon recht hoch gelegt.

25. Mai 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Die Scientipps zur WM 2018 (mit Primzahlsensationsalgorithmus)

[Update 7.6.2018: Mittlerweile konnte auch der Primzahlsensationalgorithmus einmal die WM durchtippen; das Ergebnis habe ich unten an diesen Beitrag angefügt.]

Man kommt ja gar nicht zum Luftholen: Kaum sind die Scientipps 2017/18 beendet, geht es schon weiter im Programm: Die WM 2018 steht vor der Tür! Und natürlich gibt es auch dieses Jahr wieder eine Sonderausgabe des allseits beliebten Tippspiels mit wissenschaftlichen Preisen und generischem Femininum – die „Scientipps WM 2018“-Edition (Link führt zur Anmeldung; alle interessierten Tipperinnen, ob Wissenschaftlerin oder nicht, sind  herzlich eingeladen!).

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23. Mai 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2018 (2)

Die letzte Übersicht meiner anstehenden Vorträge ist schon wieder einige Monate her – hier ein Update mit den kommenden Terminen und Themen. Dreimal werde ich den Vortrag „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht: Wie soziale Medien Meinungsbildung und Orientierung in der Welt prägen“ halten, den ich in den vergangenen Monaten bereits bei mehreren anderen Gelegenheiten präsentiert habe:

Am 18.6. schließlich habe ich es nicht weit, weil ich in Hamburg bleibe und zur HafenCity Universität fahre, wo ich einen Beitrag zur interdisziplinären Vortragsreihe „Anonymität“ leiste. Titel meines Vortrags dort: „Zwischen Authentizität und Anonymität. Praktiken des Identitätsmanagements in sozialen Medien“.

15. Mai 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2018-05)

In diesem Monat ist es vergleichsweise einfach, das „Mittendrin zur Monatsmitte“-Update zu schreiben:

  • Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert (ich schreibe diesen Beitrag einige Tage vor und lasse ihn automatisch veröffentlichen), werden wir heute das Gutachten „Auswirkungen von Algorithmen auf die individuelle Meinungsbildung“ an das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) schicken. Es wird in die Erstellung eines umfassenderen Berichts einfließen, d.h. zunächst nicht öffentlich zugänglich sein. Aber ich kann zumindest verraten, dass wir auf ca. 70 Seiten versucht haben, zum einen die existierenden Befunde zu den Potenzialen und Risiken algorithmischer Selektion für Prozesse der Meinungsbildung darzustellen, und zum anderen daraus Handlungsoptionen abzuleiten – wohl wissend, dass der Bundestag ein, aber natürlich nicht der einzige Addresat für medienrechtliche Weichenstellungen ist.
  • Nach Abgabe des Gutachtens werde ich mich etwas intensiver dem Beitrag über Elternblogs widmen können, der für die Sonderausgabe „Kinder|Medien|Rechte“ von „merz.wissenschaft“ vorgesehen ist. Mehr kann und will ich hier nicht schreiben, weil der Beitrag erst den „double-blind peer review „-Prozess durchlaufen muss – aber es sind spannende Befunde zu erwarten! :-D
  • Und dann muss ich irgendwie noch Zeit finden, um dieses Blog an die Anforderungen der neuen Datenschutzgrundverordnung anzupassen. Gebookmarked, aber noch nicht durchgearbeitet, habe ich dazu eine Reihe von Artikeln, u.a. von Sascha Kuhra, in der WP Tavern und bei BlogMojo.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. die Dissertation von Jörg Pohle („Datenschutz und Technikgestaltung. Geschichte und Theorie des Datenschutzes aus informatischer Sicht und Folgerungen für die Technikgestaltung„; .pdf) – eine sehr detailreiche (und soweit ich das bisher beurteilen kann: komplexe) Auseinandersetzung mit der Datenschutzdebatte der vergangenen 50 Jahre.

15. April 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2018-04)

Es ist wieder Monatsmitte, die monatliche Bestandsaufnahme steht an. Leider bin ich heute knapp bei Zeit und etwas kürzer angebunden, aber: woran arbeite ich gerade?

  • Zwar kein Projekt im eigentlichen Sinn, aber zweifelsfrei berichtenswert: Vor wenigen Tagen fiel der endgültige Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern, das Hans-Bredow-Institut in die Leibniz-Gemeinschaft aufzunehmen. Damit ist ein mehrjähriger Prozess (vorläufig) abgeschlossen, in dem wir viele unserer internen Abläufe und Strukturen geändert oder neu zusammen gestellt haben, etwa die stärkere Orientierung der wissenschaftlichen Arbeit an Forschungsprogrammen oder die Dokumentation unseres wissenschaftlichen „Outputs“ (Publikationen, Vorträge, Interviews, etc.) für Evaluationszwecke.
  • Die nächsten Wochen werden überwiegend im Zeichen des Gutachtens zum Thema „Algorithmen und Meinungsbildung„, das wir für das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) erstellen – denn am 15.5. ist die Deadline für die Abgabe. Mit einem Team-Workshop läuten wir diese Woche die heiße Phase ein; dabei wird es vor allem darum gehen, die verschiedenen Befunde aus dem Forschungsstand sowie unseren eigenen (Sekundäranalysen) zusammenfassend zu interpretieren und mögliche Empfehlungen abzuleiten.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das Gutachten meiner Kollegen Stephan Dreyer und Wolfgang Schulz für die Bertelsmann-Stiftung zur Frage, wie algorithmische Entscheidungssysteme im Lichte der neuen Datenschutzgrundverordnung zu beurteilen sind.

15. März 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2018-03)

Sollte ich mir Sorgen machen, wenn der Abstand zwischen „Mittendrin zur Monatsmitte“-Einträgen größer ist als der zwischen Trainerentlassungen beim HSV…?? Nun denn, hier einige der Vorhaben und Projekte, an denen ich derzeit arbeite:

  • Das Gutachten zum Thema „Algorithmen und Meinungsbildung„, das wir für das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) erstellen, macht weiter Fortschritte. Die Unterkapitel zum Forschungsstand sind in einer ersten Fassung fertig und können jetzt von uns Projektbeteiligten wechselseitig gegengelesen und aufeinander bezogen werden. Als nächstes to do stehen für mich zwei Unterkapitel an, in denen ich Sekundärauswertungen von zwei Studien beschreibe, nämlich vom Reuters Institute Digital News Survey und von der Intermediäre-Studie für die medienanstalten. In beiden Fällen werde ich mit meinen Kolleg/innen noch einmal in die vorliegenden Daten eintauchen und einzelne Aspekte (v.a. Einstellungen zu algorithmischen Filtern sowie „algorithm awareness“) näher beleuchten. Übrigens: Im Moment ist im Kontext des Projekts auch eine Online-Umfrage des TAB im Feld, die sich mit „Chancen und Risiken automatisch personalisierter Nachrichten im Internet“ befasst. Wer mitmachen möchte, klicke bitte den Link…
  • In den letzten Wochen habe ich etwas mehr Zeit als sonst in Begutachtungen für wissenschaftliche Zeitschriften investiert. Mit schöner Regelmäßigkeit, d.h. ca. ein Review pro Monat, begutachte ich natürlich für unsere institutseigene Zeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft„. Beim Online-Journal kommunikation@gesellschaft, das ich mit herausgebe, standen die finalen Arbeiten an der Sonderausgabe „Originalität und Viralität von (Internet-)Memes“ an. Und dann landeten Anfragen von „New Media & Society“ und dem „International Journal of Communication“ für Begutachtungen auf meinem Schreibtisch, die ich beide angenommen habe (die Anfragen, nicht die Paper.. :-)). Und zu guter Letzt habe ich mir ein Profil bei „publons“ eingerichtet; die Plattform1 erlaubt es, die eigenen Reviews zu dokumentieren und zu „metrifizieren“ (z.B. auf einer eigenen „Statistik„-Seite). Hilfreich war, dass ich nach der Registrierung alle meine „Thank you for your review for Journal xyz“-Mails dorthin weiterleiten konnte und die Reviews dann dort eingepflegt wurden; mein Enthusiasmus geht nicht so weit, dass ich da jetzt alle Gutachten aus den letzten Jahren nachtragen würde. Und ich weiss auch nicht, ob ich den Dienst in ein paar Monaten noch nutzen werde, mal sehen.
  • Und zu guter Letzt noch zwei Dinge, die ich cliffhanger-artig im letzten „Mittendrin“-Beitrag offen gelassen hatte: Bei den Betriebsratswahlen des Bredow-Instituts wurde ich wiedergewählt, und der Abstract für die diesjährige Ausgabe von „merz.wissenschaft“ wurde akzeptiert; bis Juni haben meine Koautorin und ich also Zeit, unseren Beitrag zu „Elternblogs“ auszuarbeiten.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. einen Vierseiter von Philipp Staab und Florian Butollo, erschienen in der Arbeitspapierreihe „Wiso direkt“ der Friedrich-Ebert-Stiftung: „Digitaler Kapitalismus – wie China das Silicon Valley herausfordert„.

 

  1. Sie gehört zu Clarivate Analytics, einem der größeren Fische im Teich von „Academic Analytics“-Dienstleistungen.

16. Februar 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mittendrin zur Monatsmitte (2018-02)

Wenn dieser Text zu lesen ist, habe ich es diesen Monat nicht geschafft, einen Blog-Eintrag zu meinen aktuellen Vorhaben und Baustellen zu schreiben… Die Kommentare können gerne dazu benutzt werden, mich zu verhöhnen, anzufeuern, zu ermuntern, oder mich durch demonstratives Schweigen zu strafen.

Ich bin mal wieder etwas spät dran, aber hier nun einige der Themen und Vorhaben, an denen ich derzeit arbeite.

  • Ich bin in diesen Tagen in Hannover bei der „Computational Communication Science: Towards a Strategic Roadmap”-Konferenz in Hannover. Im Rahmen eines Blocks zu forschungsethischen Fragen habe ich einen kurzen Input-Vortrag zum Thema „Big Data and Research Ethics“ gehalten, der unten eingebettet ist. Ich arbeite ja nicht systematisch zu forschungsethischen Fragen, habe aber immer mal wieder  zu diesem Thema Vorträge gehalten oder publiziert (zuletzt v.a. mit Nele Heise). Der Vortrag in Hannover war eine gute Gelegenheit, mir mal wieder etwas ausführlicher Gedanken zu machen; insbesondere durch die Diskussionen und Gespräche im Anschluss ist mir deutlich geworden, wie sehr forschungsethische Fragen im Bereich der „Computational Communication/Social Science“ nicht nur den Forschungsprozess im engeren Sinne berühren, sondern weit darüber hinausreichende Implikationen haben. Am Ende des Vortrags habe ich das mit Verweis auf den „surveillance capitalism“ angerissen.

  • Die diesjährige Ausgabe von „merz.wissenschaft“ wird sich dem Thema „Kinder|Medien|Rechte“ widmen. Ich arbeite gerade an einer Einreichung zu „Elternblogs“, zusammen mit einer Masterstudentin, deren Abschlußarbeit ich betreut habe. Sollte das abstract akzeptiert werden, kann ich hoffentlich in den folgenden Monaten noch etwas mehr zu der sehr aufschlußreichen Umfrage schreiben, die Grundlage für das Paper sein wird.
  • Auch die Arbeiten, die ich in der letzten Ausgabe von „Mittendrin zur Monatsmitte“ erwähnt habe, sind weiterhin aktuell – u.a. das „TAB-Gutachten„, aber auch die Betriebsratwahlen im Hans-Bredow-Institut werden mich absehbar noch einige Zeit beschäftigen.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? U.a. das Paper „Autobiography in Real Time: A Genre Analysis of Personal Mommy Blogging“ von Aimée Morrison, das im Kontext der oben erwähnten „Elternblog“-Studie sehr aufschlussreich ist. Ich finde es ganz schön, mich nach längerer Zeit mal wieder etwas ausführlicher mit Literatur rund ums Bloggen befassen zu können und zu prüfen, ob die Analysen, die ich vor mehr als zehn Jahren durchgeführt habe, noch aktuell sind.

25. Januar 2018
von Jan-Hinrik Schmidt
1 Kommentar

Vorträge 2018 (1)

Die ersten Vorträge in diesem Jahr stehen an, also will ich mal wieder eine Übersicht verbloggen, wo ich in den nächsten Wochen sprechen darf. Der Fokus wird ganz klar auf dem Thema „Internet und Meinungsbildung“ liegen – die Titel sind fast wortgleich, allerdings werden einzelne Vorträge unterschiedliche Nuancen setzen und ganz unterschiedliche Publika adressieren:

  • Am 26. Januar bin ich bei den „Hardehausener Medientagen“ eingeladen, die von „YOUPAX“ (dem „jungen Glaubenportal im Erzbistum Paderborn“) organisiert werden. Ich werde dort den ersten Keynote-Vortrag zum Thema „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht. Wie das Internet Informationssuche und Meinungsbildung verändert“ halten.
  • Im Februar gibt es dann eine Premiere: Der Volksbund Kriegsgräberfürsorge Niedersachsen veranstaltet seine fachdidaktische Tagung „Populismus und Schule“ dieses Jahr gleich 3x mit identischem Programm, aber an unterschiedlichen Orten. So kommt es, dass ich am 8.2. in Hannover, am 22.2. in Lüneburg und am 27.2. in Oldenburg sein werde; auch hier lautet das Thema „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht. Wie soziale Medien Meinungsbildung und Orientierung in der Welt prägen“.
  • Dazwischen gibt es inhaltliche Abwechslung (aber keine räumliche): In Hannover findet vom 12. bis 16.2. die internationale ‚Workshop Conference‘  „Computational Communication Science“ statt, die Julia Niemann-Lenz, Sabine Reich, Dorothée Hefner, Christoph Klimmt und Leonard Reinecke mit Unterstützung der Volkswagen-Stiftung organisieren. Als Teil dieser Veranstaltung soll am 15./16.2. eine „Roadmap Conference“ durch Vorträge und Gruppenarbeit an einer mittelfristigen Strategie zur Etablierung und Stärkung von „Computational Methods in Communication Science“ arbeiten. Ich darf am Abend des 15.2. mit einem Vortrag zu „Big Data & Ethics“ einen ersten Impuls setzen und dann am Vormittag des 16.2. zusammen mit Sabine Reich einen Workshop moderieren, wo dieses Thema von den Teilnehmenden weiter vertieft wird.
  • Am 14.3. bin ich beim Präventionsrat Verden zu Gast, um anlässlich der Vollversammlung des Präventionsrats den Eröffnungsvortrag „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht. Wie das Internet unsere Meinungsbildung beeinflusst“ zu halten.
  • Am 20.4. schließlich werde ich den Vortrag „Zwischen Partizipationsversprechen und Algorithmenmacht. Wie das Internet unsere Meinungsbildung beeinflusst“ auch noch einmal in Stuttgart halten, nämlich beim „Stuttgarter Jugendhaus„, einem gemeinnützigen freien Träger von Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit.