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	<title>Kommentare zu: Berlin: &#8220;Medientechnik als Herausforderung für die Kommunikationswissenschaft&#8221;</title>
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		<title>Von: Christian</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/162/comment-page-1#comment-1027</link>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 22:56:04 +0000</pubDate>
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		<description>Jan, zum dritten Punkt &quot;Öffnen&quot; (das wollte ich Dir eigentlich schon im Gespräch nach dem Symposium sagen): Es gefällt mir gut, dass Du die Rolle von &quot;Code&quot; so betonst. Mir ist erst bei Deinem Vortrag aufgefallen, dass das bei uns - in der Kommunikationswissenschaft - noch gar nicht wirklich angekommen ist. Die Arbeiten von Lessig (&quot;Code is Law&quot;) und die älteren Sachen von Latour und andere &quot;Science and Technology Studies&quot;-Arbeiten werden in der deutschen Kommunikationswissenschaft ja überhaupt nicht rezipiert. Am &lt;a href=&quot;http://www.wzb.eu&quot;&gt;WZB&lt;/a&gt; ist mir das dagegen dauernd begegnet, in bestimmten Bereichen der Soziologie und Politikwissenschaft sind diese Ideen ja sehr präsent. In der Kommunikationswissenschaft ist da aber sicher tatschlich noch einiges &quot;rauszuholen&quot;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jan, zum dritten Punkt &#8220;Öffnen&#8221; (das wollte ich Dir eigentlich schon im Gespräch nach dem Symposium sagen): Es gefällt mir gut, dass Du die Rolle von &#8220;Code&#8221; so betonst. Mir ist erst bei Deinem Vortrag aufgefallen, dass das bei uns &#8211; in der Kommunikationswissenschaft &#8211; noch gar nicht wirklich angekommen ist. Die Arbeiten von Lessig (&#8220;Code is Law&#8221;) und die älteren Sachen von Latour und andere &#8220;Science and Technology Studies&#8221;-Arbeiten werden in der deutschen Kommunikationswissenschaft ja überhaupt nicht rezipiert. Am <a href="http://www.wzb.eu">WZB</a> ist mir das dagegen dauernd begegnet, in bestimmten Bereichen der Soziologie und Politikwissenschaft sind diese Ideen ja sehr präsent. In der Kommunikationswissenschaft ist da aber sicher tatschlich noch einiges &#8220;rauszuholen&#8221;.</p>
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		<title>Von: Mario Donick</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/162/comment-page-1#comment-1002</link>
		<dc:creator>Mario Donick</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jul 2008 08:11:41 +0000</pubDate>
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		<description>Das, was für mich Kommunikationswissenschaft ist (die Themen und Methoden, wie sie in Rostock betrieben werden und von denen ich geprägt bin), greift die von euch genannten Punkte durchaus auf: Wenn z.B. Organisationskommunikation mittels technischer Systeme betrachtet wird, oder die Frage, wieso Benutzeroberflächen (ganz banal z.B. die von Lichtanlagen im Hörsaal) nicht &quot;funktionieren&quot;, oder Kommunikation in öffentlichen Räumen wie dem Gericht.

Bei der Untersuchung ist KoWi dann ebenfalls eine Querschnittsdisziplin, bei uns aber nicht aus Informatik, BWL und Soziologie, sondern Linguistik, Psychologie und, teilweise, Medizin (wobei Soziologie dann noch sinnvolle Forschungsmethoden zur Verfügung stellt).

Publizistikwissenschaftlich machen wir dafür eigentlich gar nichts. Stellt sich die Frage, ob das der Grund ist, warum wir von vielen nicht als Kommunikationswissenschaft wahrgenommen werden, sondern nur als Mischung der genannten Disziplinen.

Wie sieht es in anderen Einrichtungen aus -- hat die KoWi im Allgemeinen denn so starke Probleme, sich von Publizistik zu lösen?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das, was für mich Kommunikationswissenschaft ist (die Themen und Methoden, wie sie in Rostock betrieben werden und von denen ich geprägt bin), greift die von euch genannten Punkte durchaus auf: Wenn z.B. Organisationskommunikation mittels technischer Systeme betrachtet wird, oder die Frage, wieso Benutzeroberflächen (ganz banal z.B. die von Lichtanlagen im Hörsaal) nicht &#8220;funktionieren&#8221;, oder Kommunikation in öffentlichen Räumen wie dem Gericht.</p>
<p>Bei der Untersuchung ist KoWi dann ebenfalls eine Querschnittsdisziplin, bei uns aber nicht aus Informatik, BWL und Soziologie, sondern Linguistik, Psychologie und, teilweise, Medizin (wobei Soziologie dann noch sinnvolle Forschungsmethoden zur Verfügung stellt).</p>
<p>Publizistikwissenschaftlich machen wir dafür eigentlich gar nichts. Stellt sich die Frage, ob das der Grund ist, warum wir von vielen nicht als Kommunikationswissenschaft wahrgenommen werden, sondern nur als Mischung der genannten Disziplinen.</p>
<p>Wie sieht es in anderen Einrichtungen aus &#8212; hat die KoWi im Allgemeinen denn so starke Probleme, sich von Publizistik zu lösen?</p>
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		<title>Von: Jan Schmidt</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/162/comment-page-1#comment-989</link>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 21:53:11 +0000</pubDate>
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		<description>@sebastian: Danke, das sind interessante Ergänzungen. Ich bleibe gerade bei Punkt 2 hängen und überspitze die tatsächliche Lage mal - wenn die Kommunikationswissenschaft schon Probleme hat, sich von der &quot;öffentlichen Kommunikation im Sinne von Publizistik&quot; zu lösen und auch die &quot;öffentliche interpersonale Kommunikation&quot; einzubeziehen, dann ist eine Öffnung in Richtung von eher soziologisch besetzten Begriffen wie Arbeit oder Eigentum vermutlich noch schwieriger.

Ich kann die Probleme und das Zögern übrigens auch in gewisser Weise gut verstehen; das Definieren und In-Besitz-Nehmen eines Gegenstands (hier eben: öffentliche Kommunikation) hat etwas mit dem Selbstverständnis eines Faches, und dadurch mittelbar auch mit der Positionierung in der Konkurrenz um knappe Ressourcen (Stellen, Fördergelder, ...) zu tun. Die Frage ist durchaus bedenkenswert, ob ein Fach wie die Kowi mittelfristig &quot;nur&quot; eine Querschnittsdisziplin bleiben will/wird/kann, die irgendwie und -wo zwischen Informatik, Betriebswirtschaft und Soziologie geknötert ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@sebastian: Danke, das sind interessante Ergänzungen. Ich bleibe gerade bei Punkt 2 hängen und überspitze die tatsächliche Lage mal &#8211; wenn die Kommunikationswissenschaft schon Probleme hat, sich von der &#8220;öffentlichen Kommunikation im Sinne von Publizistik&#8221; zu lösen und auch die &#8220;öffentliche interpersonale Kommunikation&#8221; einzubeziehen, dann ist eine Öffnung in Richtung von eher soziologisch besetzten Begriffen wie Arbeit oder Eigentum vermutlich noch schwieriger.</p>
<p>Ich kann die Probleme und das Zögern übrigens auch in gewisser Weise gut verstehen; das Definieren und In-Besitz-Nehmen eines Gegenstands (hier eben: öffentliche Kommunikation) hat etwas mit dem Selbstverständnis eines Faches, und dadurch mittelbar auch mit der Positionierung in der Konkurrenz um knappe Ressourcen (Stellen, Fördergelder, &#8230;) zu tun. Die Frage ist durchaus bedenkenswert, ob ein Fach wie die Kowi mittelfristig &#8220;nur&#8221; eine Querschnittsdisziplin bleiben will/wird/kann, die irgendwie und -wo zwischen Informatik, Betriebswirtschaft und Soziologie geknötert ist.</p>
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		<title>Von: Sebastian</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/162/comment-page-1#comment-988</link>
		<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 21:01:14 +0000</pubDate>
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		<description>Die wesentlichen Punkte kann ich nur unterstützen, einiges würde ich aber ergänzen:
1. ad &quot;Bremsen&quot;: Darunter würde ich durchaus auch so etwas wie Siva Vaidhyanathans &quot;Critical Information Studies&quot; fassen.
2. Die Veränderung von Arbeit und Eigentum im Sinne der Mediatisierung, Entstofflichung, Digitalisierung ist ein Langzeittrend, der immer weitere Bereiche des Alltags potenziell in die Kommunikationswissenschaft &quot;heimholt&quot; und entsprechend erklärt &amp; verstanden sein will. Wenn Arbeit zunehmend vollmediatisiert geschieht, in digitale Medienangebote als Produktionsgüter und (geistiges) Eigentum mündet und diese dank ihrer Kopierbarkeit *und* Kontrollierbarkeit die klassische Knappheitsökonomie auf den Kopf stellen, wie dann Märkte regulieren, individuelle Anreize schaffen, kollektive Arbeit koordinieren, Ergebnisse monetarisieren? Das sind Fragen, zu den plötzlich auch Kommunikationswissenschaftler Gehör finden können und sollten.
3. Öffnen sollte sich die KoWi nicht nur gegenüber der Informatik, sondern auch gegenüber dem *Design*: Grafikdesign, Sounddesign, Produktdesign, Interfacedesign, Informationsarchitektur. Nicht nur, weil es in HCI/User Research theoretische Modelle gibt, die die geforderte Reflexion auf mediale Strukturation bereits in guten Teilen leisten (ökologische Psychologie mit ihren affordances &amp; constraints, Aktivitätstheorie), sondern auch, weil die ästhetische Dimension und die Funktionalitäten jedes professionellen interaktiven Medienangebots heute absichtsvoll durchgestaltet sind, und Medienproduzenten (neben Zeit, Geld, Personal) stets diese drei Dimensionen miteinander vermitteln: &quot;Botschaft&quot; (klassische KoWi), Technik (Informatik, Medientechnik), Design (Designwissenschaft, HCI, User Research).
4. Neue Medien als Werkzeuge liefern auch eine Kontrastfolie zur eigenen buchkulturellen Praxis, die eine Methodenreflexion im Geiste der Wissenschaftsfoschung ermöglichen. Also nicht nur pragmatisches &quot;so kommunizieren wir viel effektiver&quot; oder &quot;so lernen Studis heute&quot;, sondern auch &quot;Was sind die medientechnisch bedingten impliziten Möglichkeitsbedingungen unserer bisherigen Praxen und Methoden, inwiefern haben diese mitgeformt, welche Art von Erkenntnis leichter, welche schwerer war und inwiefern verdienen diese Methoden und Praxen heute eine Revision?&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die wesentlichen Punkte kann ich nur unterstützen, einiges würde ich aber ergänzen:<br />
1. ad &#8220;Bremsen&#8221;: Darunter würde ich durchaus auch so etwas wie Siva Vaidhyanathans &#8220;Critical Information Studies&#8221; fassen.<br />
2. Die Veränderung von Arbeit und Eigentum im Sinne der Mediatisierung, Entstofflichung, Digitalisierung ist ein Langzeittrend, der immer weitere Bereiche des Alltags potenziell in die Kommunikationswissenschaft &#8220;heimholt&#8221; und entsprechend erklärt &amp; verstanden sein will. Wenn Arbeit zunehmend vollmediatisiert geschieht, in digitale Medienangebote als Produktionsgüter und (geistiges) Eigentum mündet und diese dank ihrer Kopierbarkeit *und* Kontrollierbarkeit die klassische Knappheitsökonomie auf den Kopf stellen, wie dann Märkte regulieren, individuelle Anreize schaffen, kollektive Arbeit koordinieren, Ergebnisse monetarisieren? Das sind Fragen, zu den plötzlich auch Kommunikationswissenschaftler Gehör finden können und sollten.<br />
3. Öffnen sollte sich die KoWi nicht nur gegenüber der Informatik, sondern auch gegenüber dem *Design*: Grafikdesign, Sounddesign, Produktdesign, Interfacedesign, Informationsarchitektur. Nicht nur, weil es in HCI/User Research theoretische Modelle gibt, die die geforderte Reflexion auf mediale Strukturation bereits in guten Teilen leisten (ökologische Psychologie mit ihren affordances &amp; constraints, Aktivitätstheorie), sondern auch, weil die ästhetische Dimension und die Funktionalitäten jedes professionellen interaktiven Medienangebots heute absichtsvoll durchgestaltet sind, und Medienproduzenten (neben Zeit, Geld, Personal) stets diese drei Dimensionen miteinander vermitteln: &#8220;Botschaft&#8221; (klassische KoWi), Technik (Informatik, Medientechnik), Design (Designwissenschaft, HCI, User Research).<br />
4. Neue Medien als Werkzeuge liefern auch eine Kontrastfolie zur eigenen buchkulturellen Praxis, die eine Methodenreflexion im Geiste der Wissenschaftsfoschung ermöglichen. Also nicht nur pragmatisches &#8220;so kommunizieren wir viel effektiver&#8221; oder &#8220;so lernen Studis heute&#8221;, sondern auch &#8220;Was sind die medientechnisch bedingten impliziten Möglichkeitsbedingungen unserer bisherigen Praxen und Methoden, inwiefern haben diese mitgeformt, welche Art von Erkenntnis leichter, welche schwerer war und inwiefern verdienen diese Methoden und Praxen heute eine Revision?&#8221;</p>
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		<title>Von: Mario Donick</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/162/comment-page-1#comment-986</link>
		<dc:creator>Mario Donick</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 10:08:32 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Euphorie bremsen&quot; finde ich sinnvoll. Ich habe mal versucht, den &quot;Bremsen&quot;-Gedanken aus einer anderen Perspektive ergänzend zu verstärken: &quot;Wann ist ein Medium erfolgreich?&quot; bedeutet letztlich &quot;Gelingt mit dem Medium Verständigung?&quot;, und Verständigung meine ich kognitionslinguistisch. Ein in diesem Sinne erfolgreiches Medium würde dabei helfen, situationsrelevante Kontexte (d.h. mental repräsentierter Annahmen) zu generieren und zu aktivieren &#8211; bei &quot;Sendern&quot; und &quot;Empfängern&quot;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Euphorie bremsen&#8221; finde ich sinnvoll. Ich habe mal versucht, den &#8220;Bremsen&#8221;-Gedanken aus einer anderen Perspektive ergänzend zu verstärken: &#8220;Wann ist ein Medium erfolgreich?&#8221; bedeutet letztlich &#8220;Gelingt mit dem Medium Verständigung?&#8221;, und Verständigung meine ich kognitionslinguistisch. Ein in diesem Sinne erfolgreiches Medium würde dabei helfen, situationsrelevante Kontexte (d.h. mental repräsentierter Annahmen) zu generieren und zu aktivieren &ndash; bei &#8220;Sendern&#8221; und &#8220;Empfängern&#8221;.</p>
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	<item>
		<title>Von: Jan Schmidt</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/162/comment-page-1#comment-984</link>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jul 2008 14:41:41 +0000</pubDate>
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		<description>Benedikt, das &quot;Bremsen&quot; hatte ich nicht im Sinne von &quot;um eine Auseinandersetzung drücken&quot; gemeint, geschweige denn im Sinne von &quot;die Anwendung medientechnischer Innovationen unterdrücken&quot;. 

Es geht mir eigentlich vor allem darum, die vorherrschenden Diskurse kritisch zu betrachten; das beinhaltet zum einen zu fragen, wer warum von revolutionären Umbrüchen spricht, zum anderen diese Diagnosen dann aber auch mit der tatsächlichen Diffusion, Aneignung und den resultierenden Folgen zu konfrontieren. &quot;Bremsen&quot; also im Sinne von &quot;Euphorie bremsen, wo sie übers Ziel hinausschießt&quot;. 
Ich sehe das nicht als &quot;Unterdramatisieren&quot;; es bietet doch vielmehr die Möglichkeit, die tatsächlichen Veränderungen (z.B. auch in den von Dir angesprochenen Bereichen Demokratisierung etc.) angemessen zu erfassen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Benedikt, das &#8220;Bremsen&#8221; hatte ich nicht im Sinne von &#8220;um eine Auseinandersetzung drücken&#8221; gemeint, geschweige denn im Sinne von &#8220;die Anwendung medientechnischer Innovationen unterdrücken&#8221;. </p>
<p>Es geht mir eigentlich vor allem darum, die vorherrschenden Diskurse kritisch zu betrachten; das beinhaltet zum einen zu fragen, wer warum von revolutionären Umbrüchen spricht, zum anderen diese Diagnosen dann aber auch mit der tatsächlichen Diffusion, Aneignung und den resultierenden Folgen zu konfrontieren. &#8220;Bremsen&#8221; also im Sinne von &#8220;Euphorie bremsen, wo sie übers Ziel hinausschießt&#8221;.<br />
Ich sehe das nicht als &#8220;Unterdramatisieren&#8221;; es bietet doch vielmehr die Möglichkeit, die tatsächlichen Veränderungen (z.B. auch in den von Dir angesprochenen Bereichen Demokratisierung etc.) angemessen zu erfassen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Benedikt</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/162/comment-page-1#comment-983</link>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Jul 2008 07:58:34 +0000</pubDate>
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		<description>Jan, mit dem ersten Punkt &quot;Bremsen&quot; kann ich mich nicht so richtig anfreunden.

Beharrungskräfte eingeübter Nutzungsroutinen und eine Abwehr der Veränderungen erscheint mir kein hinreichender Indikator dafür, zwischen Umbruch oder Inkrementalität zu sein. Beides hat auch die Industrielle Revolution lange begleitet, konnte sie aber letztlich nicht aufhalten. Auch nicht in Bayern, wo Maximilian II. eine ganze Weile noch glaubte, sich um den Industrialismus drücken zu können.

Außerdem birgt dieses Unterdramatisieren meiner Ansicht nach die Gefahr, dass auch Kritiker dadurch beschwichtigt werden können: &quot;Es ist alles nicht so arg&quot;. Genau die kritischen Stimmen müssen jedoch gestärkt werden, wobei diese Kritik darauf fokussieren sollte, wie die Entwicklung von Medien wie Blogs oder Social Networks gestaltet werden können, damit z.B. Demokratisierung, Meinungsfreiheit etc. gefördert werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jan, mit dem ersten Punkt &#8220;Bremsen&#8221; kann ich mich nicht so richtig anfreunden.</p>
<p>Beharrungskräfte eingeübter Nutzungsroutinen und eine Abwehr der Veränderungen erscheint mir kein hinreichender Indikator dafür, zwischen Umbruch oder Inkrementalität zu sein. Beides hat auch die Industrielle Revolution lange begleitet, konnte sie aber letztlich nicht aufhalten. Auch nicht in Bayern, wo Maximilian II. eine ganze Weile noch glaubte, sich um den Industrialismus drücken zu können.</p>
<p>Außerdem birgt dieses Unterdramatisieren meiner Ansicht nach die Gefahr, dass auch Kritiker dadurch beschwichtigt werden können: &#8220;Es ist alles nicht so arg&#8221;. Genau die kritischen Stimmen müssen jedoch gestärkt werden, wobei diese Kritik darauf fokussieren sollte, wie die Entwicklung von Medien wie Blogs oder Social Networks gestaltet werden können, damit z.B. Demokratisierung, Meinungsfreiheit etc. gefördert werden.</p>
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