Schmidt mit Dete

Mittendrin zur Monatsmitte (2017-03)

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Ich hab es jetzt nicht noch einmal extra nachgeprüft, aber ich vermute stark, dass alle „Mittendrin zur Monatsmitte“-Beiträge der vergangenen Monate das „Intermediäre“-Projekt ansprachen. So auch diesmal, aber vermutlich zum letzten Mal in ausführlicher Form, denn:

  • Letzte Woche haben wir den wissenschaftlichen Bericht zu unserer qualitativen Studie über „Intermediäre und Meinungsbildung“ als Arbeitspapier des Hans-Bredow-Instituts veröffentlicht – punktgenau zu einer Veranstaltung der Medienanstalten in Berlin, bei der es unter dem schönen Titel „Ganz meine Meinung?“ um die Rolle von Facebook, Google & Co. im Informationsverhalten ging.

Schmidt, Jan-Hinrik / Lisa Merten / Uwe Hasebrink / Isabelle Petrich / Amelie Rolfs (2017): Zur Relevanz von Online-Intermediären für die Meinungsbildung. Hamburg: Verlag Hans-Bredow-Institut, März 2017 (Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Institut Nr. 40). Online verfügbar unter http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/1172

In einem Radio-Interview am Rande der Berliner Veranstaltung habe ich unsere Befunde noch einmal eingeordnet, siehe den Beitrag auf wwwagner.tv.

Zum Arbeitspapier gehört auch ein Anhang, der alle 18 Einzel- und sechs Gruppenportraits zusammenfasst, die wir im Zuge der Analyse erstellt haben. Möglicherweise bin ich befangen, aber ich finde das eine sehr spannende Lektüre, die Aufschluss über die Vielfalt von Informationsrepertoires und meinungsbildungsrelevanter Praktiken gibt, der wir im Projekt begegnet sind. Wer also über die im Endbericht exemplarisch aufgeführten Portraits hinaus noch wissen will, mit wem wir gesprochen haben, der schaue doch bitte in diesen Anhang.

Und noch ein interessanter Fakt: Auch wenn wir noch einige Vorträge und Publikationen planen, ist das Projekt damit (nahezu) abgeschlossen; laut meiner Zeiterfassung habe ich seit Oktober 2015 (da haben wir die Arbeit am Antrag begonnen und uns um die Ausschreibung beworben) insgesamt knapp 375 Stunden an dem Vorhaben gearbeitet.

Was steht nun auf meiner Agenda? Neben einigen Reviews für „Medien und Kommunikationswissenschaft“ sowie zwei andere Journals stehen gerade insbesondere zwei Dinge an:

  • Die überarbeiteten Einreichungen für die Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft zu „Algorithmen“ sind mittlerweile bei uns Herausgebern gelandet und werden von uns ein weiteres Mal geprüft und kommentiert an die Verfasser/innen zurückgeschickt; nach meinem momentanen Eindruck sieht das aber alles recht gut aus, sodass die Sonderausgabe hoffentlich wie geplant im April erscheinen kann.
  • Mit Christian Nürnbergk arbeite ich weiter an der Analyse der Social-Media-Praktiken von Mitgliedern der Bundespressekonferenz. Wir haben eine knappe Zusammenfassung der Kernergebnisse aus der Online-Befragung, die im Sommer 2016 im Feld war, an die Befragungsteilnehmer/innen verschickt und prüfen gerade, inwieweit wir dieses Dokument auch generell online zugänglich machen (ohne damit die Möglichkeit zu verbauen, daraus einen „regulären“ Aufsatz zu machen). Die Befragungsdaten können wir durch Befunde einer Netzwerkanalyse, einer Analyse von Tweets, und einer Analyse der Twitter Friend Repertoires ergänzen; daran arbeiten wir im Moment noch.

Und was lese ich gerade beim S-Bahn-Pendeln? Das Buch „Prototype Politics“ von Daniel Kreiss, das die digitalen Strategien der US-Wahlkämpfe von Republikanern und Demokraten zwischen 2004 und 2014 nachzeichnet und dabei insbesondere deren Pfadhängigkeit herausarbeitet – also den Umstand, dass die Figurationen von Digital-Team und -Beratern sowie die von ihnen eingesetzten und weiter entwickelten Technologien mit Ende des Wahlkampfs nicht abrupt verschwinden, sondern auch und gerade in den „Zwischenjahren“ weiter existieren und so die Ausgangslage für den nächsten Wahlkampf prägen.

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