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Wandel medienübergreifender Nutzungsmuster

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In der aktuellen Ausgabe der Media-Perspektiven ist ein Aufsatz erschienen, der sich mit den Veränderungen in der Mediennutzung, insbesondere bezogen auf das Verhältnis der großen Gattungen (TV, Radio, Tageszeitung und Internet) auseinandersetzt:

Oehmichen, Ekkehardt/Schröter, Christian (2008): Medienübergreifende Nutzungsmuster: Struktur- und Funktionsverschiebungen. Eine Analyse auf Basis der ARD/ZDF-Onlinestudien 2008 und 2003. In: Media-Perspektiven, Nr. 8/2008, S. 394-409. [pdf]

Darin finden sich eine Reihe von interessanten Einzelbefunden, die die allgemeine Diagnose bestärken, dass das Internet gegenüber anderen Medien immer mehr an Bedeutung gewinnt

  • Auf der Grundlage von „intermedialen Nutzungsanteilen“1 stellen die Autoren bspw. fest, dass in der gesamten Bevölkerung das Internet (15%) zwar weiterhin hinter Radio und Fernsehen (jeweils 38%) liegt. Unter den Onlinern beträgt der Nutzungsanteil des Internet jedoch schon 23 Prozent – Internetnutzer verbringen also (im Durchschnitt) etwa ein Viertel ihrer gesamten Mediennutzungszeit online. Unter den 14- bis 29jährigen hat das Internet (37%) die anderen Medien bereits überholt (TV: 31%; Radio: 28%; Tageszeitung: 3%).
  • Vergleicht man die Nutzungsmotive, die den einzelnen Medien vorrangig zugeordnet sind, lässt sich auch eine wichtige Verschiebung erkennen: Für verschiedene Nutzungsmotive ist inzwischen das Internet das meistgenannte Medium, z.B. für „weil ich Denkanstösse bekomme“2, „weil ich mich informieren möchte“ oder „weil es mir Spaß macht“.

Ich kann mir gut vorstellen, dass einige dieser Entwicklungen auch beim Symposium „Medienrepertoires sozialer Milieus im medialen Wandel – Perspektiven einer medienübergreifenden Nutzungsforschung“ angesprochen werden, das Kollegen im Hans-Bredow-Institut Ende der Woche veranstalten.

  1. Die „intermedialen Nutzungsanteile“ werden aus den Angaben der Befragten zur Nutzungshäufigkeit und zur Nutzungsdauer berechnet; es handelt sich also nicht um tatsächliche Messungen o.ä. Zudem kann Parallelnutzung nicht berücksichtigt werden.
  2. Interessanterweise ging der Anteil der Nutzer, die dieses Motiv v.a. mit dem Internet verbinden, deutlich zurück. Die Autoren deuten dies als Indiz für die Veralltäglichung des Internets und seiner Inhalte, was ich plausibel finde.

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