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	<title>Kommentare zu: Die Generation der per-SMS-Schlußmacher?</title>
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		<title>Von: Jan</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/488/comment-page-1#comment-1708</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 07:52:12 +0000</pubDate>
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		<description>Völlig richtig - faktisches Verhalten kann anders aussehen, als das tatsächlich Verhalten, z.B. weil die objektiven constraints einer Situation, oder auch die subjektiven Stimmungen etc. nicht zulassen, dass man sich gemäß der (sozial oder individuell) erwünschten Weise verhält.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Völlig richtig &#8211; faktisches Verhalten kann anders aussehen, als das tatsächlich Verhalten, z.B. weil die objektiven constraints einer Situation, oder auch die subjektiven Stimmungen etc. nicht zulassen, dass man sich gemäß der (sozial oder individuell) erwünschten Weise verhält.</p>
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		<title>Von: S. Meyer</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/488/comment-page-1#comment-1707</link>
		<dc:creator>S. Meyer</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 05:39:58 +0000</pubDate>
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		<description>Eine der größten Problematiken solcher Studien ist jedoch, dass Antwortverhalten und Realität oftmals nicht annähernd deckungsgleich sind.

Es war zu erwarten, dass in einer neutralen Umgebung der Wunsch besteht die SMS sei als Kommunikationsmittel gänzlich ungeeignet - wie sieht es aber in der Realität aus ?

In nicht wenigen Fällen wird man sich Tränen, Erklärungen und langwierige Gespräche ersparen wollen und greift dann doch zum Handy.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der größten Problematiken solcher Studien ist jedoch, dass Antwortverhalten und Realität oftmals nicht annähernd deckungsgleich sind.</p>
<p>Es war zu erwarten, dass in einer neutralen Umgebung der Wunsch besteht die SMS sei als Kommunikationsmittel gänzlich ungeeignet &#8211; wie sieht es aber in der Realität aus ?</p>
<p>In nicht wenigen Fällen wird man sich Tränen, Erklärungen und langwierige Gespräche ersparen wollen und greift dann doch zum Handy.</p>
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	<item>
		<title>Von: Jan Schmidt</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/488/comment-page-1#comment-1690</link>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2009 11:49:37 +0000</pubDate>
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		<description>Ha, interdisziplinärer Dialog - sehr schön.. :-)

Mit der Formulierung &quot;Die Daten bestätigen es glücklicherweise&quot; wollte ich ausdrücken, dass ich mich freue, empirische Daten für meine bislang schon immer &quot;ungestützt&quot; vertretene These zu haben. Das &quot;glücklicherweise&quot; war also nicht auf den Umstand bezogen, dass die Jugendlichen lieber f-2-f kommunizieren.
In der Hinsicht der Beurteilung von Kanälen bin ich zunächst einmal wertfrei: Ich halte keinen Kommunikationskanal für inhärent &quot;besser&quot; oder &quot;schlechter&quot; als andere, anders als Leute, die z.B. meinen, mit der SMS und dem Internet sei der Untergang der abendländischen Kommunikationskultur verbunden [Alex, erinnerst Du Dich an die Diskussionsbeiträge bei meinem Hegelwochen-Vortrag letztes Jahr? :-))].

Wichtig ist meines Erachtens aber (und hier werde ich dann normativ), dass Menschen die Möglichkeit haben, den Kanal zu wählen, den sie in einer spezifischen Situation gemäß ihrer kommunikativen Absichten und im Kontext (sub-)kultureller Normen für am Besten geeignet halten. Hier kommt dann wenn man so will meine sozialdemokratische Gesinnung durch...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ha, interdisziplinärer Dialog &#8211; sehr schön.. :-)</p>
<p>Mit der Formulierung &#8220;Die Daten bestätigen es glücklicherweise&#8221; wollte ich ausdrücken, dass ich mich freue, empirische Daten für meine bislang schon immer &#8220;ungestützt&#8221; vertretene These zu haben. Das &#8220;glücklicherweise&#8221; war also nicht auf den Umstand bezogen, dass die Jugendlichen lieber f-2-f kommunizieren.<br />
In der Hinsicht der Beurteilung von Kanälen bin ich zunächst einmal wertfrei: Ich halte keinen Kommunikationskanal für inhärent &#8220;besser&#8221; oder &#8220;schlechter&#8221; als andere, anders als Leute, die z.B. meinen, mit der SMS und dem Internet sei der Untergang der abendländischen Kommunikationskultur verbunden [Alex, erinnerst Du Dich an die Diskussionsbeiträge bei meinem Hegelwochen-Vortrag letztes Jahr? :-))].</p>
<p>Wichtig ist meines Erachtens aber (und hier werde ich dann normativ), dass Menschen die Möglichkeit haben, den Kanal zu wählen, den sie in einer spezifischen Situation gemäß ihrer kommunikativen Absichten und im Kontext (sub-)kultureller Normen für am Besten geeignet halten. Hier kommt dann wenn man so will meine sozialdemokratische Gesinnung durch&#8230;</p>
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		<title>Von: Bernd</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/488/comment-page-1#comment-1689</link>
		<dc:creator>Bernd</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2009 11:15:28 +0000</pubDate>
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		<description>@Alexander Filipovic: Der Begriff &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Erw%C3%BCnschtheit&quot;&gt;&quot;soziale Erwünschtheit&quot;&lt;/a&gt; ist ein gängiger Fachbegriff der empirischen Sozialforschung. 

&lt;blockquote&gt;
&quot;Es ist kaum eine so perfekte Versuchsanordnung denkbar, die es erlauben würde, dies dann darzustellen… Klar, für die empirische Sozialforschung ist das ein formales Problem, für mich als Ethiker aber ein interessanter Fall für den Zusammenhang von Empirie und Ethik.&quot;
&lt;/blockquote&gt;

Was ist hier ein &quot;formales&quot; Problem? Wenn das Antwortverhalten von sozialen Erwartungen bestimmt wird, haben wir (Sozialforscher) auch ein gravierendes inhaltliches (Verständnis-)Problem.

Es gibt, in gewissen Grenzen, die &lt;a href=&quot;http://opus.zbw-kiel.de/volltexte/2007/6253/&quot;&gt;Möglichkeit &quot;soziale Erwünschtheit&quot; zu messen&lt;/a&gt;, um damit einen Eindruck vom Grad der (möglichen) Antwortverzerrung zu erhalten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Alexander Filipovic: Der Begriff <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Erw%C3%BCnschtheit">&#8220;soziale Erwünschtheit&#8221;</a> ist ein gängiger Fachbegriff der empirischen Sozialforschung. </p>
<blockquote><p>
&#8220;Es ist kaum eine so perfekte Versuchsanordnung denkbar, die es erlauben würde, dies dann darzustellen… Klar, für die empirische Sozialforschung ist das ein formales Problem, für mich als Ethiker aber ein interessanter Fall für den Zusammenhang von Empirie und Ethik.&#8221;
</p></blockquote>
<p>Was ist hier ein &#8220;formales&#8221; Problem? Wenn das Antwortverhalten von sozialen Erwartungen bestimmt wird, haben wir (Sozialforscher) auch ein gravierendes inhaltliches (Verständnis-)Problem.</p>
<p>Es gibt, in gewissen Grenzen, die <a href="http://opus.zbw-kiel.de/volltexte/2007/6253/">Möglichkeit &#8220;soziale Erwünschtheit&#8221; zu messen</a>, um damit einen Eindruck vom Grad der (möglichen) Antwortverzerrung zu erhalten.</p>
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	<item>
		<title>Von: Alexander Filipovic</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/488/comment-page-1#comment-1688</link>
		<dc:creator>Alexander Filipovic</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2009 09:40:24 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Jan, das ist ein sehr gutes Beispiel für die Verstrickung von Normativität und Empirie. Handelt es sich aber nicht eigentlich um eine Verschleierung, wenn man von &quot;der Sozialen Erwünschtheit&quot; spricht? Mal abgesehen davon, dass die Substantivierung etwas holperig ist, ist doch dahinter mehr zu vermuten, als einfach eine unwichtige soziale Konvention oder eine formale Problematik empirischen Forschens: Offenbar, und Deine Beispiele verdeutlichen dies, geht es um &quot;Werte&quot;, die nicht nur allgemein gelten, sondern aktuell für gut und richtig gehalten werden. Die Praxis empirischen Forschens ist, wenn es um Einstellungen, Handlungsmotive und allgemein um &quot;Gründe&quot; geht, nahe dran an Wertfragen, die sich, wie Du richtig andeutest, schwierig erheben lassen, weil die Frage eigentlich die nach der ethischen Identität von Personen (hier: Jugendliche) ist. Es ist kaum eine so perfekte Versuchsanordnung denkbar, die es erlauben würde, dies dann darzustellen... Klar, für die empirische Sozialforschung ist das ein formales Problem, für mich als Ethiker aber ein interessanter Fall für den Zusammenhang von Empirie und Ethik. Nur: Wie sieht es eigentlich mit Deiner ethischen Identität aus (vgl. Deine Formulierung: &quot;Die Daten bestätigen es glücklicherweise&quot;?)... Müsstest Du nicht Deine moralischen Überzeugungen ausweisen? Oder anders: Was versetzt Dich in die Lage, hier und anderswo zu urteilen? Deine Expertise als empirischer Sozialforscher? Oder die moralischen Quellen Deiner sozialdemokratischen und bürgerlichen (?) Gesinnung?
LG, A.
PS: Du siehst, ich bin dabei, meine Manuskript von der Medienethik-Tagung im Feb. fertig zu machen...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Jan, das ist ein sehr gutes Beispiel für die Verstrickung von Normativität und Empirie. Handelt es sich aber nicht eigentlich um eine Verschleierung, wenn man von &#8220;der Sozialen Erwünschtheit&#8221; spricht? Mal abgesehen davon, dass die Substantivierung etwas holperig ist, ist doch dahinter mehr zu vermuten, als einfach eine unwichtige soziale Konvention oder eine formale Problematik empirischen Forschens: Offenbar, und Deine Beispiele verdeutlichen dies, geht es um &#8220;Werte&#8221;, die nicht nur allgemein gelten, sondern aktuell für gut und richtig gehalten werden. Die Praxis empirischen Forschens ist, wenn es um Einstellungen, Handlungsmotive und allgemein um &#8220;Gründe&#8221; geht, nahe dran an Wertfragen, die sich, wie Du richtig andeutest, schwierig erheben lassen, weil die Frage eigentlich die nach der ethischen Identität von Personen (hier: Jugendliche) ist. Es ist kaum eine so perfekte Versuchsanordnung denkbar, die es erlauben würde, dies dann darzustellen&#8230; Klar, für die empirische Sozialforschung ist das ein formales Problem, für mich als Ethiker aber ein interessanter Fall für den Zusammenhang von Empirie und Ethik. Nur: Wie sieht es eigentlich mit Deiner ethischen Identität aus (vgl. Deine Formulierung: &#8220;Die Daten bestätigen es glücklicherweise&#8221;?)&#8230; Müsstest Du nicht Deine moralischen Überzeugungen ausweisen? Oder anders: Was versetzt Dich in die Lage, hier und anderswo zu urteilen? Deine Expertise als empirischer Sozialforscher? Oder die moralischen Quellen Deiner sozialdemokratischen und bürgerlichen (?) Gesinnung?<br />
LG, A.<br />
PS: Du siehst, ich bin dabei, meine Manuskript von der Medienethik-Tagung im Feb. fertig zu machen&#8230;</p>
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