Schmidt mit Dete

Vortrag beim Salon Surveillance

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Kommenden Freitag (22.10.) werde ich auf Einladung des Leipziger Vereins “Engagierte Wissenschaft e.V.” in der Veranstaltungsreihe “Salon Surveillance” eine Veranstaltung zum Thema “Informationelle Selbstbestimmung im Social Web” bestreiten. Beginn ist um 19 Uhr in der Moritzbastei; es wird einen kurzen Impulsvortrag geben, an den sich eine hoffentlich lebhafte Diskussion anschließt. Zur Vorbereitung habe ich ein Thesenpapier erstellt, das ich vorab hier einfach schon einmal veröffentliche – Anregungen, Fragen und Kommentare speise ich gern am Freitag in die Diskussion mit ein.

I.  Das Internet ist zum Social Web geworden, in denen Nutzer sich ihre eigenen persönlichen Öffentlichkeiten schaffen können. Dort teilen sie Informationen von persönlicher Relevanz mit einem Publikum, zu dessen Mitgliedern soziale Beziehungen unterschiedlicher Stärke bestehen.

II. Der vorherrschende Kommunikationsmodus im Social Web ist die Konversation, nicht das Publizieren. Aber auch diese Art der Kommunikation unterliegt einer Spannung zwischen Selbstoffenbarung einerseits und Kontrolle der eigenen Privatsphäre andererseits.

III. Die kommunikative Architektur dieser Räume – die online vorliegenden Daten sind persistent, kopierbar, durchsuchbar und aggregierbar – erschwert die Grenzziehung zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit. Dadurch kommt es zum „privacy paradox“: Für die Social-Web-Nutzer ist Privatsphäre nach wie vor ein wichtiger Wert, doch im tatsächlichen Handeln verlieren sie unter Umständen die Kontrolle über die eigenen persönlichen Daten.

IV. Unter diesen Bedingungen ist eine Rückbesinnung auf den Gedanken der informationellen Selbstbestimmung notwendig, die normatives Konzept, ausgeübte Praxis und notwendige Kompetenz zugleich ist: Informationelle Selbstbestimmung wird durch spezifische rechtliche, technische und ethische-moralische Bedingungen gerahmt, setzt aber auch Fertigkeiten und Wissen voraus, um in digitalen vernetzten Umgebungen verantwortungsvoll handeln zu können.

V. Informationelle Selbstbestimmung ist zudem mehr als das Wahrnehmen des „Rechts auf Privatheit”, sondern umfasst z.B. auch die informationelle Autonomie (im Sinne der freien Wahl von Quellen und Kommunikationsräumen) oder die selbstbestimmte Übertragung des eigenen Wissens an die Gemeinschaft oder marktliche Akteure.

Weiterführende Informationen

www.schau-hin.info
www.netzcheckers.de
www.surfer-haben-rechte.de
www.klicksafe.de
www.datenschutzzentrum.de
www.saechsdsb.de

Ein Kommentar

  1. Hallo Jan,

    schade, schade – ich muss am Nachmittag des 22. von Leipzig nach Köln, von dort nach Ma und weiter nach München. Hätte Dich gerne getroffen!

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