Schmidt mit Dete

Social Media im Katastrophenfall

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Die drei Katastrophen in Japan – Erdbeben, Tsnunami und Kernschmelze – spiegeln sich auch in den zahlreichen Social-Media-Öffentlichkeiten wieder; einschlägige hashtags wie #japan, #fukushima oder #prayforjapan sind unter den trending topics. Auf Youtube sind unzählige Augenzeugen-Videos zu sehen.

Die Rolle, die Social Media im Katastrophenfall spielen kann, ist für vergangene Vorfälle und Krisen auch wissenschaftlich untersucht worden, z.B. von einer Forschergruppe zu „Crisis Informatics“ rund um Leysia Palen (U of Colorado) oder von Axel Bruns am CCI in Brisbane. Ich habe vor kurzem in anderem Zusammenhang damit begonnen, mich mit dem Forschungsstand zu beschäftigen und werde die kommenden Tage das sicher noch vertiefen.

Für den Moment scheint mir bemerkenswert, wie sehr Twitter dabei hilft, eine „ad hoc crisis community“ (Goolsby) entstehen zu lassen. Es ist nicht nur Kanal für die Verbreitung von Informationen, sondern auch der Ort, wo man Anteilnahme äußert, eigene Sorge oder Empörung ausdrückt und die Eindrücke verarbeitet, die die – journalistischen wie nutzergenerierten – Bilder aus Japan auslösen. Angesichts der Sprachbarriere ist mir jedoch unklar, inwieweit dies  auch direkt in Japan zu beobachten ist und inwiefern hier Twitter oder andere Dienste von Krisenstäben benutzt werden, um Hinweise oder offizielle Stellungnahmen zu verbreiten.

8 Kommentare

  1. Interessant … würde gern mehr dazu lesen.

  2. 2005 gabs diese Veranstaltung der Welthungerhilfe:
    „FLUTBILDERFLUT. Der Tsunami Effekt: Die Welle in den Medien und die Woge der Solidarität.
    Fund-Raiser, Medien-Profis, NGO-Spezialisten und Experten für Kultur & Design diskutieren kontroverse Thesen zur Wirkung von Katastrophen- bildern, Methoden der Hilfsorganisationen und dem Kalkül mit dem Gefühl. Moderation: Hans-Hermann Klare (Leiter Auslandsressort, stern) Gruner + Jahr Auditorium | Am Baumwall 11 | Eintritt frei“
    aber ich glaube nicht, dass dazu etwas veröffentlicht wurde. Diskutiert wurde eher über die Zeit kurz nach einer Katastrophe (bzw. die Übergangszeit „während/nach“ einer K.), z.B. wie TV-Sender/Fotoredaktionen auf private Videos/Handy-Fotos zurückgreifen mussten, weil sie keine eigenen Bilder hatten. Die Suche nach vermissten Angehörigen wurde damals schon privat via web/blogs organisiert, Twitter gabs ja noch nicht.

  3. Wollte doch auf was anderes hinweisen, hab aber zu lange darüber nachgedacht, ob du das nicht sowieso kennst und es dann vergessen. Jetzt aber:
    http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/FG/2010CommunicatingDisaster/

  4. Andrej, besten Dank für die Hinweise!

  5. Über Social Media im Hinblick auf die Japan-Ereignisse berichten wir gerade auch in unserem Blog, nur sehe ich die Rolle (gerade von Facebook) nicht unbedingt als heilsbringerisch an…

  6. Bin gerade durch Zufall auf diese Seite gestoßen, da ich gerade genau zu diesem Thema recherchiere, nämlich zur Kommunikation in sozialen Netzwerken in Zeiten von Katastrophen.
    Vielleicht hat hier jemand ein paar gute Literaturtipps dazu (vorzugsweise auf Deutsch)? Freue mich über Antworten!

  7. @Lin: Auf Deutsch gibt es nicht sonderlich viel. Auf Englisch würde ich mal nach der Forschergruppe von L. Palen (University of Colorado) suchen, oder nach den jüngsten Analysen von Axel Bruns & Jean Burgess (cci, Brisbane) zu den Floods in Queensland oder dem Earthquake in Christchurch.

  8. Die aktuellsten Informationen nach einer Katastrophe würde ich zuerst im Netz suchen. Allerdings per SUMA oder über Nachrichtenwebsites. Soziale Netzwerke zur Warnung im Katastrophenfall werden interessanter umso mehr Nutzer mobil vernetzt sind. Schlichte Warn-SMS sollten allerdings eine noch größere Gruppe erreichen.

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