Schmidt mit Dete

Identität und Privatsphäre – Vortrag beim co:llab

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Als vor einigen Wochen die „Ausschreibung“ zum Co:llaboratory „Öffentlichkeit und Privatsphäre“ veröffentlicht wurde, war ich ehrlich gesagt arg in Versuchung, mich zu um eine Mitarbeit zu bewerben – das Thema liegt mir am Herzen und ist ein zentraler Aspekt meiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahre. Zudem finde ich das Format der Co:llabs sehr interessant, denn sie bringen über einen überschaubaren Zeitraum eine Gruppe von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zusammen, um über Themen der digitalen Gesellschaft zu diskutieren und Szenarien sowie Policy-Vorschläge zu formulieren.

Ich musste angesichts anderer zeitlicher Verpflichtungen dann zwar davon absehen, mich in diesem Co:llab zu engagieren, habe mich aber sehr gefreut, dass ich heute bei einer Sitzung dabei sein konnte und bei der öffentlichen Veranstaltung am Abend in Berlin auch einen Impulsvortrag mit einigen soziologischen Gedanken zum Thema „Identität und Privatsphäre“ halten durfte. Die Folien sind inzwischen bei Slideshare eingestellt (s.u.); meine Argumentation kulminierte in der letzten – durchaus bewusst normativ gehaltenen – Folie, die drei Thesen bzw. Gedanken formulierte:

  • Die These vom „Kontrollverlust“ angesichts der Entwicklung konvergenter digitaler Medien mag durch individuelle Erfahrung gestützt sein, ist aber normativ falsch: Wir verlieren nicht die Kontrolle, wir verzichten höchstens (und unnötigerweise!) auf ihre Ausübung!
  • Digitale Medien und ihre Auswirkungen sind und bleiben gesellschaftlich gestaltbar: Wir benötigen die gesellschaftliche Debatte über die Regelungsstrukturen digitaler Medien (Recht, Verträge, Code, soziale Normen)!
  • Das Bedürfnis nach Privatsphäre (im Sinne der Kontrolle über den Zugang zum Selbst) gehört zur Tiefenstruktur moderner Gesellschaft: Wenn wir digitale Medien nicht so gestalten, dass Menschen dieses Bedürfnis erfüllen können, werden Menschen auf die Nutzung der digitalen Medien verzichten – oder sich geschlossene Systeme suchen, die diese Bedürfnisse anbieten!

Eine Aufzeichnung des Vortrags soll wohl relativ zügig auch via YouTube zur Verfügung gestellt werden, ich weise dann gerne darauf hin.

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