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	<title>Schmidt mit Dete &#187; Das neue Netz</title>
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		<title>Sonderausgabe &#8220;Phänomen Facebook&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 09:14:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was lange währt, wird endlich gut: Mitte 2011 hatten wir den Call für eine Sonderausgabe des Online-Journals &#8220;kommunikation@gesellschaft&#8221; zum &#8220;Phänomen Facebook&#8221; veröffentlicht &#8211; und nun ist, nach Auswahl, Reviewing und Überarbeitung der Beiträge &#8211; die Sonderausgabe auch online. Sie umfasst neben einer kurzen Einleitung der Herausgeber zwei Essays, vier Beiträge, eine Forschungsnotiz und eine Rezension; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was lange währt, wird endlich gut: Mitte 2011 hatten wir den Call für eine Sonderausgabe des Online-Journals &#8220;<a href="http://www.kommunikation-gesellschaft.de/">kommunikation@gesellschaft</a>&#8221; zum &#8220;Phänomen Facebook&#8221; veröffentlicht &#8211; und nun ist, nach Auswahl, Reviewing und Überarbeitung der Beiträge &#8211; die Sonderausgabe auch online. Sie umfasst neben einer kurzen Einleitung der Herausgeber zwei Essays, vier Beiträge, eine Forschungsnotiz und eine Rezension; thematisch sind u.a. Texte zur spezifischen Kommunikationssituation, die Facebook schafft, zu politischer Kommunikation, zum Minarett-Streit und zu Farmville dabei &#8211; viele und interessante Lektüre, wie wir hoffen!</p>
<blockquote><p>Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (2012): Editorial: Phänomen „Facebook“. In: Dies. (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 1. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213011">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213011</a></p>
<p>Hoever, André (2012): Individualität und die Voreinstellungen des Positiven – Ein Essay über den Erfolg von Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 2. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213029">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213029</a></p>
<p>Benkel, Thorsten (2012): Die Strategie der Sichtbarmachung. Zur Selbstdarstellungslogik bei Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 3. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213038">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213038</a></p>
<p>Wirz, Dominic (2012): Markt der Bilder – Bilder des Marktes? Netzwerkanalysen zur Verbreitung von Bildinhalten und Useraktivitäten auf Social Network Sites am Beispiel von festzeit.ch. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 4. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213046">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213046</a></p>
<p>Nordhus, Lotte (2012): Die Schweizer Minarett-Initiative im Spiegel von Facebook – Eine Analyse der Diskussionen vor der Abstimmung 2009. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 5. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213057">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213057</a></p>
<p>Siri, Jasmin / Melchner, Miriam / Wolff, Anna (2012): The Political Network. Parteien und politische Kommunikation auf Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 6. Online-Publikation:<a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213068"> http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213068</a></p>
<p>Kinder, Katharina E. (2012): „You have a Farmville gift request” – Thesen zum Erfolg von Social Casual Gaming auf Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 7. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213072">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213072</a></p>
<p>Frischling, Barbara (2012): Verbindungsstatus: Es ist kompliziert. Gedanken zur Ambivalenz von Nähe und Distanz bei der Nutzung von Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Forschungsnotiz 1. Online-Publikation:<a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213083"> http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213083</a></p>
<p>Zurawski, Nils (2012): Zwei Bücher über Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Rezension 1. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213091">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213091</a></p></blockquote>
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		<title>Stellungnahme zum Impulspapier &#8220;Virtualität und Inszenierung&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 09:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende Juli wurde ich über das Netzwerk Medienethik auf ein medienethisches Impulspapier &#8220;Virtualität und Inszenierung&#8221; hingewiesen, das die publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz erstellt hat. Ich konnte damals nur kurz einen Blick hineinwerfen; einige Wochen später erhielt ich dann die Bitte, für das Journal &#8220;Communicatio Socialis&#8221; eine Stellungnahme zum Impulspapier zu verfassen. Sie ist nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende Juli wurde ich über das <a href="http://www.netzwerk-medienethik.de/2011/07/25/virtualitat-und-inszenierung-medienethisches-impulspapier-der-deutschen-bischofe/">Netzwerk Medienethik</a> auf ein medienethisches Impulspapier &#8220;<a href="http://www.dbk-shop.de/media/files_public/gtcdxpsr/DBK_1235.pdf">Virtualität und Inszenierung</a>&#8221; hingewiesen, das die publizistische Kommission der <a href="http://www.dbk.de/home/">Deutschen Bischofskonferenz</a> erstellt hat. Ich konnte damals nur kurz einen Blick hineinwerfen; einige Wochen später erhielt ich dann die Bitte, für das Journal &#8220;<a href="http://www.schwabenverlag.de/4zeitsch/4l_home.htm">Communicatio Socialis</a>&#8221; eine Stellungnahme zum Impulspapier zu verfassen. Sie ist nun zusammen mit einer Reihe von weiteren Einschätzungen in Ausgabe 4/2011 der Zeitschrift veröffentlicht worden.</p>
<blockquote><p>Schmidt, Jan-Hinrik (2011): Informationelle Selbstbestimmung in der Praxis. Kommunikationssoziologische Perspektive. In: Communicatio Socialis, Jg. 44, Nr. 4, S. 417-421.</p></blockquote>
<p>Mit freundlicher Zustimmung der Redaktion kann ich den Text vorab bereits hier im Blog einstellen; der Blick in das Heft lohnt sich aber definitiv, weil die anderen Stellungnahmen (u.a. von Andreas Hepp, Ingrid Paus-Hasebrink, Michael Jäckel und Peter Schaar) alle sehr instruktiv und weiterführend sind.</p>
<blockquote><p>Meine Stellungnahme zum medienethischen Impulspapier besteht aus zwei Teilen, nämlich (1) einer kritischen Würdigung sowie (2) einigen Gedanken, die die Anliegen des Textes weiterführen und erweitern sollen. Dem Verständnis mag die Information dienen, dass ich mich aus einer kommunikationssoziologischen Perspektive mit Entwicklungen der internetbasierten Kommunikation befasse, die sich unter den Oberbegriff des „neuen Strukturwandels von Öffentlichkeit“ zusammenfassen lassen.<span id="more-859"></span></p>
<p><em>Kritische Würdigung</em></p>
<p>In gewisser Weise stellt die publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz mit der Bezeichnung „Impulspapier“ das eigene Licht unter den Scheffel. Der Text leistet deutlich mehr als „nur“ Impulse zu setzen, denn er nimmt in vorbildlicher Weise eine knappe, nichtsdestotrotz aber fundierte und von klaren Anliegen geleitete Analyse der gegenwärtigen Medienentwicklung vor. Die Leitbegriffe „Virtualität“ und „Inszenierung“ bringen zentrale Entwicklungen auf den Punkt, die sich nicht nur in digitalen Medien zeigen, dort aber besonders prägnant auftreten. Zugleich demonstriert der Text, dass die Kategorie „Authentizität“ geeignet ist, diese Entwicklung analytisch differenziert zu erfassen und ethische Probleme herauszuarbeiten. Dies ist auch deswegen erfreulich, weil Authentizität ein zentrales Motiv der Nutzungspraktiken im Internet ist, das zum Beispiel die Selbstpräsentation auf Netzwerkplattformen anleitet, aber auch die Erwartungen an das Auftreten von Politiker, Unternehmen oder Organisationen in den sozialen Medien prägt. Somit ist das Impulspapier anschlußfähig an die Alltagserfahrungen der Nutzer.</p>
<p>Die abgeleiteten „ethischen Bewährungsfelder“ sind hochgradig relevant. Kommunikative Gewalt ist ein zentrales Thema der Medienwirkungsforschung und der öffentlichen Debatte, wobei zu der Sorge um problematische Wirkungen von Gewaltdarstellungen in Film, Fernsehen oder Computerspiel in jüngerer Zeit auch die Sorge um kommunikative Gewalt in alltäglichen Interaktionen (Stichwort: Mobbing bzw. Bullying) tritt. Hier sei darauf hingewiesen, dass es sich nicht notwendigerweise nur um ein Problem der medial vermittelten Kommunikation handelt. Vielmehr ist auch Cybermobbing zunächst einmal vor allem Mobbing, also eine a-soziale Form der Interaktion zwischen Menschen, die sich auf ganz unterschiedlichen Kanälen äußern kann.</p>
<p>Auch das zweite Thema, Datenschutz, ist in der alltäglichen Nutzungspraxis wie in der gesellschaftlich-politischen Debatte ständig präsent. Dies hängt wiederum zu einem großen Teil mit der Popularität von Netzwerkplattformen wie Facebook oder StudiVZ zusammen, die im Impulspapier als drittes Bewährungsfeld diskutiert werden. Dies ist sinnvoll, weil sie prototypisch für die identifizierten Entwicklungen stehen:</p>
<ul>
<li>für den Wandel von Selbstdarstellung und Inszenierung mit Authentizität als einer leitenden Erwartung;</li>
<li>für die Erweiterung gesellschaftlicher Öffentlichkeiten, in denen das Filtern mit Hilfe von explizit gemachten sozialen Beziehungen an die Seite des professionell-journalistischen Auswählens, Aufbereitens und Verbreitens tritt;</li>
<li>schließlich auch für die Erweiterung der Kanäle für Konversation und Interaktion, ob im privat-persönlichen, beruflichen oder (zivil-)gesellschaftlichen Bereich.</li>
</ul>
<p>Bei all diesen Analysen begeht das Impulspapier nicht den Fehler, die populäre Gegenüberstellung von „digital natives“ und „digital immigrants“ zu reproduzieren. So hilfreich diese sein mag, um einzelne Entwicklungen auf den Punkt zu bringen, so problematisch ist sie doch. Denn der Blick auf Jugendliche und junge Erwachsene, die scheinbar so selbstverständlich mit digitalen Medien umgehen, ist oft exotisierend und mischt ein Drittel Bewunderung mit einem Drittel Unverständnis und einem weiteren Drittel Sorge. Die „Digital Natives“ sind dann tatsächlich die Anderen und Fremden, die Eingeborenen einer unbekannten Welt, in die die Erwachsenen nur als Touristen oder Einwanderer Zutritt haben.</p>
<p>Doch dies birgt die doppelte Gefahr, dass junge Menschen entweder alleine gelassen werden – „Was sollen wir Alten denen denn noch beibringen können?“ – oder aber mit Regeln und Erwartungen konfrontiert werden, die aus einer anderen Medienwelt stammen und nicht mehr passend sind. Der Weg des Impulspapiers erscheint hier deutlich konstruktiver und zukunftsgerichteter: Zum einen würdigt es den Stellenwert der digitalen Medien für die Bewältigung alltäglicher Aufgaben in einer Gesellschaft, die von Informationsfülle und Prinzipien der vernetzten Individualität gekennzeichnet ist. Zum anderen sucht es aber auch nach Fertigkeiten und Vermittlungsformen, die alle Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzen, selbstbestimmt, kenntnisreich und verantwortungsvoll an diesen Medien teilhaben zu können.</p>
<p><em>Weiterführende Gedanken</em></p>
<p>Aus der gelungenen Analyse gegenwärtiger Medienentwicklungen leitet das Papier eine Reihe von Forderungen bzw. Handlungsempfehlungen ab. Man könnte diese sicherlich um zusätzliche Bewährungsfelder erweitern und entsprechende ethische Forderungen und Kompetenzen skizzieren – Felder wie das Urheberrecht oder Formen der Arbeit und des Wirtschaftens in der Wissensgesellschaft fallen hier unmittelbar ins Auge. Meine Bemerkungen drehen sich stattdessen aber um zwei Aspekte, die aus meiner Sicht hochgradig anschlußfähig sind und geeignet scheinen, die Stoßrichtung des Textes weiter zu führen.</p>
<p>Dies betrifft erstens einen Begriff, der interessanterweise im Impulspapier an keiner Stelle explizit auftaucht: „Informationelle Selbstbestimmung“. Er ist im Zusammenhang der Volkszählungsdebatte der 1980er Jahre entstanden und hat, ausgehend vom Urteil des Bundesverfassungsgerichts 1983, maßgeblich die Vorstellung (und rechtliche Gestaltung) von Datenschutz in Deutschland beeinflusst. Im Kern besagt er, dass jeder Mensch die Kontrolle darüber haben sollte, welche personenbezogenen Daten über ihn von wem für welche Zwecke gespeichert und verwendet werden. Und auch wenn er unter anderen medialen und gesellschaftlichen Bedingungen geprägt wurde, halte ich ihn doch für sehr gut geeignet, die Art und Weise anzuleiten, wie wir in digitalen Medienumgebungen agieren.</p>
<p>Zum ersten besitzt er eine normative Komponente, die sich nicht in rechtlichen Ansprüchen und Verpflichtungen erschöpft, sondern auch den alltäglichen Umgang miteinander betrifft. Menschen erwarten, dass sie selbst bestimmen können, was sie wem offenbaren und wer Informationen über sie sammelt und weiter verbreitet, selbst wenn sie es nicht direkt mit einer datenverarbeitenden Stelle zu tun haben, sondern mit ihren Partnern, Bekannten, Nachbarn, Fremden im Zugabteil, o.ä.</p>
<p>Zum zweiten lässt sich der Begriff als ausgeübte Praxis deuten und damit der empirischen Analyse zugänglich machen: Wir können beobachten und vergleichen, wie Menschen informationelle Selbstbestimmung im Internet oder anderswo ausüben; wie souverän oder scheiternd, wie differenziert oder pauschal, wie offen oder restriktiv sie personenbezogene Informationen mit anderen teilen. Wir können auch überprüfen, inwieweit Merkmale des Kontexts diese Praxis beeinflussen, also inwiefern zum Beispiel die Vorstellung vom Publikum auf einer Internetplattform oder auch die technischen Voreinstellungen und Optionen der Software die informationelle Selbstbestimmung erleichtern oder erschweren.</p>
<p>Zum dritten schließlich bezeichnet der Begriff eine Kompetenz: Informationelle Selbstbestimmung ist etwas, was man unter gegenwärtigen Medienbedingungen können muss und können sollte. Das Impulspapier schneidet in Abschnitt VI.B.2 einige Facetten dieser Kompetenz an, doch eine weitergehende Differenzierung und Entwicklung von informationeller Selbstbestimmung als notwendige Kompetenz unserer Zeit steht noch aus.</p>
<p>Der zweite weiterführende Aspekt berührt das im Impulspapier entwickelte Verständnis von „Teilhabe“ bzw. „Partizipation“. Medien sind hierbei Werkzeuge, mit denen gesellschaftliche Teilhabe verwirklicht oder verbessert werden kann, weil sie als Kommunikationsmittel, als Schnittstellen und als Ausdrucksphänomene fungieren (siehe Kapitel V.C). Ich möchte eine weitere Facette von Teilhabe ergänzen: In dem Maße, in dem wesentliche Teile unseres sozialen Lebens und gesellschaftlicher Öffentlichkeit mit Hilfe von digitalen Technologien ermöglicht bzw. unterstützt werden, wird auch die Teilhabe an der Gestaltung dieser Technologien selbst eine wesentliche demokratische Aufgabe.</p>
<p>Dies betrifft auch, aber nicht nur die bereits angesprochene informationelle Selbstbestimmung – die softwareseitig vorgegebenen Optionen und Voreinstellungen von Plattformen wie Facebook, YouTube oder Twitter haben einen wesentlichen Einfluss auf die Zugänglichkeit und Verbreitung von Informationen. Aber auch gesellschaftliche Öffentlichkeit ist in wachsendem Maße von den Filter- und Sortierleistungen der Algorithmen geprägt, die nicht transparent sind. Im Bereich der mobilen Medien etabliert sich derzeit ein Modell, das anders als das Internet auf vergleichsweise geschlossenen Systemen beruht: Software bzw. „Apps“ auf Smartphones und Tablet-PCs sind nicht frei installierbar, sondern müssen über zentralisierte Marktplätze („App Store“, „Android Marketplace“ o.ä.) bezogen werden, deren Betreiber eine machtvolle, weil kontrollierende Rolle einnehmen. All diese Entwicklungen sind wiederum durch den Umstand gekennzeichnet, dass wir in aller Regel als „Kunde“ (und nicht als „Bürger“) an ihnen teilhaben: Wer sich für einen Dienst registriert, geht einen Vertrag mit den Betreibern ein und muss Allgemeine Geschäftsbedingungen akzeptieren, die kaum jemand liest, weil sie auch kaum jemand verstehen kann.</p>
<p>In all diesen Bereichen sind die Mitspracherechte der Nutzer nur gering ausgeprägt, wenn sie denn überhaupt existieren. Selbst die wesentliche Einflussmöglichkeit, die Konsumenten bzw. Kunden in der Regel bleibt, nämlich der Verzicht auf Konsum bzw. Nutzung der Dienste eines Anbieters, wird durch Monopolisierungstendenzen und Netzwerkeffekte vielfach erschwert: Facebook nicht zu nutzen kommt in bestimmten Altersgruppen der sozialen Isolation gleich, und die Plattform zugunsten einer Alternative zu verlassen, ist gleichbedeutend mit einem Verlust der dort eingestellten und gepflegten Informationen, weil diese nicht exportiert und an anderer Stelle eingepflegt werden können.</p>
<p>Zentrale Weichenstellungen für die Entwicklung der Mediengesellschaft werden derzeit in Feldern getroffen, wo Regulierung durch Recht und durch marktliche Verträge auf die starke Prägekraft von Software-Code trifft. Die vierte Säule der Rahmung menschlichen Handelns in digitalen Medien, die Regulierung durch Normen und ethische Prinzipien, droht demgegenüber gelegentlich etwas in den Hintergrund zu geraten. Das Impulspapier entwirft und begründet ethische Prinzipien, die uns bei der demokratischen Gestaltung der medialen Kommunikationsräume anleiten können – es kommt jetzt darauf an, die Prinzipien einzubringen und sich an dieser Gestaltung zu beteiligen.</p></blockquote>
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		<title>ComDigMed-Tagung in Erfurt</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 10:32:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ende vergangener Woche stand für mich die letzte Tagungs-/Vortragsreise des Jahrs 2011 an: Auf Einladung des Promotionskollegs &#8220;Communication und Digital Media&#8221; an der Uni Erfurt war ich bei der Tagung &#8220;Zwischen Partizipationskultur und Selbstausbeutung – Medienmacher &#38; Mediennutzer im Social Web&#8221; zu Gast. Es waren sehr interessante und diskussionsreiche anderthalb Tage, und ich habe mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende vergangener Woche stand für mich die letzte Tagungs-/Vortragsreise des Jahrs 2011 an: Auf Einladung des <a href="http://www.uni-erfurt.de/comdigmed/promotionskolleg/">Promotionskollegs &#8220;Communication und Digital Media</a>&#8221; an der Uni Erfurt war ich bei der Tagung &#8220;<a href="http://www.uni-erfurt.de/comdigmed/konferenz/" target="_blank">Zwischen Partizipationskultur und Selbstausbeutung – Medienmacher &amp; Mediennutzer im Social Web</a>&#8221; zu Gast. Es waren sehr interessante und diskussionsreiche anderthalb Tage, und ich habe mich sehr gefreut, in einer &#8220;Endnote&#8221; einige Gedankenstränge und Themen aus den vielen Vorträgen der Bereiche &#8220;Politik&#8221;, &#8220;Journalismus&#8221; und &#8220;Sozialisation&#8221; aufgreifen und verbinden zu können.<br />
Statt eines ausführlichen Blogeintrags bette ich einfach meinen ersten Versuch mit der Plattform &#8220;storify&#8221; ein, die ich genutzt habe, um insbesondere die auf Twitter stattfindende Begleitkommunikation zu dokumentieren.</p>
<p><script src="http://storify.com/JanSchmidt/comdigmed.js"></script><noscript><a href="http://storify.com/JanSchmidt/comdigmed" target="_blank">View the story &#8220;#comdigmed&#8221; on Storify</a>]</noscript></p>
<div id="tweetbutton885" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F885&amp;text=ComDigMed-Tagung%20in%20Erfurt&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F885" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Vorwort zu Blogistan</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/862</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 09:34:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[In der &#8220;Hamburger Edition&#8221; des Hamburger Instituts für Sozialforschung ist dieser Tage die deutsche Übersetzung des Buches &#8220;Blogistan. Politik und Internet im Iran&#8221; erschienen. Ich habe für diese Ausgabe ein Vorwort beisteuern dürfen, das ich mit freundlicher Erlaubnis des Verlags hier ebenfalls veröffentlichen kann. Im Mai 2011 fand erstmals im Vorfeld einer G8-Tagung auch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/10/blogistan.jpg"><img class="size-medium wp-image-867 aligncenter" title="Camera 360" src="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/10/blogistan-300x225.jpg" alt="Blogistan" width="300" height="225" /></a></p>
<p>In der &#8220;Hamburger Edition&#8221; des <a href="http://www.his-online.de/">Hamburger Instituts für Sozialforschung</a> ist dieser Tage die deutsche Übersetzung des Buches &#8220;<a href="http://www.his-online.de/verlag/programm/detailseite/publikationen/blogistan.html">Blogistan. Politik und Internet im Iran</a>&#8221; erschienen. Ich habe für diese Ausgabe ein Vorwort beisteuern dürfen, das ich mit freundlicher Erlaubnis des Verlags hier ebenfalls veröffentlichen kann.</p>
<blockquote><p>Im Mai 2011 fand erstmals im Vorfeld einer G8-Tagung auch ein „eG8-Gipfel“ statt. Der französische Präsident Sarkozy hatte Größen der Internetbranche wie Mark Zuckerberg (Facebook), Jeff Bezos (Amazon) oder Eric Schmidt (Google), aber auch Vordenker wie Yochai Benkler (Harvard University) oder John-Perry Barlow (Electronic Frontier Foundation) eingeladen, um über die Bedeutung des Internets für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu sprechen. Dabei wurde immer wieder auf die Revolutionen in Nordafrika verwiesen: War die Welt zu Beginn des Jahres nicht (erneut) Zeuge geworden, wie in Tunesien oder Ägypten digitale Informations- und Kommunikationstechnologien den sozialen Wandel nicht nur schleichend und schrittweise, sondern rasant und disruptiv vorantreiben?</p>
<p>Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Medien immer eine wichtige Rolle für gesellschaftliche Veränderungen und politische Umstürze spielen: In der französischen Revolution des späten 18. Jahrhunderts waren das sich entwickelnde Zeitungswesen, aber auch Flugblätter, Vignetten und Karikaturen entscheidende Träger von Öffentlichkeit. In der Februarrevolution von 1917 spielte die Kontrolle über die Telegraphenleitungen eine wichtige Rolle bei der Koordination und Mobilisierung im riesigen russischen Reich. Die iranische Revolution von 1979 hingegen konnte auf Transistorradios und Kassettenrekorder zurückgreifen, um die Predigten und Aufrufe der Mullahs in der Bevölkerung zu verbreiten.</p>
<p>Heute, im Jahr 2011, spricht man von „Facebook-Revolutionen“ oder „Twitter-Revolutionen“ – die Werkzeuge, um Öffentlichkeit für politische Forderungen herzustellen, Gleichgesinnte zu mobilisieren und Aktivitäten zu koordinieren, haben sich ganz offensichtlich weiter entwickelt. Die Verbreitung von Mobiltelefonen und digitalen Kameras erhöht die Chance, dass Bilder von Demonstrationen, Protesten oder Übergriffen aufgezeichnet werden. Netzwerkplattformen, Blogs und Microblogs senken die Hürden weiter, diese Informationen dann auch nahezu in Echtzeit zu verbreiten. Die Schneeballeffekte, die in den vernetzten Öffentlichkeiten zum Tragen kommen, erhöhen die Reichweite der Bilder und Aufrufe – auch weil etabliert-professionelle Medien auf solche nutzergenerierten Inhalte zurückgreifen und in ihre eigene Berichterstattung einbinden. <span id="more-862"></span>So entstand anlässlich der Ereignisse in Nordafrika eine transnationale Öffentlichkeit. Jeder, der wollte, konnte buchstäblich „live“ die Proteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo oder dem Platz des 7. November in Tunis verfolgen und sich unter Umständen sogar selbst als Multiplikator fühlen, zum Beispiel durch das Weiterleiten von Informationen zum Umgehen von Internetsperrungen. Diese Form der politischen Teilhabe auch über Grenzen hinweg war in der Tat neu. Doch rechtfertigt sie es, von einer „Internet-Revolution“ zu sprechen? Die Einschätzungen von westlichen Beobachtern wie von Beteiligten vor Ort decken sich darin, dass die Ursache der Proteste nicht in den digitalen Technologien zu suchen sind, sondern in Faktoren wie hoher Jugendarbeitslosigkeit, grassierender Korruption oder steigenden Preise. Zudem wird zu Recht darauf hingewiesen, dass das Internet nicht per se demokratisch ist, auch wenn „Cyberoptimisten“ gerne eine quasi natürliche Verbindung zwischen dessen dezentralen technischen Architektur und demokratisierenden Wirkungen unterstellen.</p>
<p>Man muss aber nicht gleich ins andere Extrem des „Cyberpessimismus“ fallen um zu erkennen, dass die gleichen Technologien auch für Überwachung und Kontrolle, für Propaganda oder Zensur eingesetzt werden. Zudem gilt es zumindest zu bedenken, dass viele der Plattformen und Werkzeuge, mit deren Hilfe sich demokratische Öffentlichkeiten online formieren und artikulieren, im Grunde hochgradig kommerzialisiert sind: Sie werden von Unternehmen zur Verfügung gestellt und betrieben – für Nutzer, die nicht „Bürger“, sondern „Kunden“ sind und daher nur eingeschränkte Mitspracherechte (wenn überhaupt) bei der Gestaltung und Kontrolle der Kommunikationsräume haben, in denen sie sich über Persönliches wie Politisches austauschen.</p>
<p>Das Verhältnis von Internet und Politik ist also durchaus komplexer, als technikzentrierte Perspektiven, ob nun optimistisch oder pessimistisch, nahelegen. Dies liegt erstens daran, dass „das Internet“ als Analysekategorie schlechterdings ungeeignet, weil deutlich zu grob ist. Es vereint auf einer technischen Grundlage – verteilten Netzwerken von Rechnern, die auf der Basis spezifischer Protokolle Daten austauschen – eine Vielzahl von Kommunikationsdiensten, Angeboten und Plattformen, die je eigene Optionen eröffnen und Kommunikationsmodi unterstützen. Als Hybrid- oder Universalmedium stellt es Kanäle der interpersonalen one-to-one-Kommunikation (z.B. die E-Mail) genauso zur Verfügung wie es Formen der massenmedialen Kommunikation unterstützt, seien es Livestreams von Radio- oder Fernsehsendern oder die publizistischen Angebote von Online-Zeitungen. Hinzu kommen vielfältige Varianten der gruppen- oder netzwerkbezogenen Kommunikation, die sich auf Netzwerkplattformen, in Diskussionsforen oder Chatrooms äußert. Und nicht zuletzt bieten Onlinetechnologien interaktive Funktionen, die eher in den Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion fallen, beispielsweise Recherchen in Datenbanken und Archiven, spielerische Tools zur Ermittlung von politischen Präfenzen wie den Wahlomaten, oder Werkzeuge zur Abwicklung und Unterstützung von Transaktionen, Abstimmungen oder gar dem Online-Voting.</p>
<p>Zweitens: Welche tatsächlichen Folgen diese kommunikationstechnisch ganz unterschiedlich gestalteten Angebote für politisches Handeln entfalten, hängt von ihrer Einbettung in existierende institutionelle oder organisatorische Strukturen ab, die jeweils eigene Prägekraft einbringen. So agieren in einzelnen Politikfeldern ganz unterschiedliche kollektive Akteure, darunter Parteien, lokale Bürgerinitiativen, Nichtregierungsorganisationen o.ä., mit jeweils eigenen Zielen und Interessen, institutionalisierten Formen der Koordination und Abstimmung von Handeln sowie des Austragens von Konflikten, nicht zuletzt auch mit unterschiedlichen personellen oder finanziellen Ressourcen. In diesen existierenden Rahmen werden die neuen Technologien eingepasst – ob sie an die Seite oder an die Stelle anderer Werkzeuge und Technologien treten, ist aber nicht von vorneherein ausgemacht.</p>
<p>Werden diese Kontextbedingungen für onlinebasierte politische Kommunikation außer Acht gelassen, kommt es in aller Regel rasch zu Fehlschlüssen, wie sich exemplarisch am Umgang mit der vielbeachteten Online-Strategie des 2008er-Präsidentschaftswahlkampfs von Barack Obama zeigen lässt. Diese beruhte zu wesentlichen Teilen darauf, mit Hilfe von digitalen Plattformen lokale Unterstützernetzwerke zu initiieren (indem Gleichgesinnte vor Ort zusammengebracht wurden), deren Basisarbeit zu unterstützen (indem Wahlkampfmaterial und Argumentationshilfen, aber auch Adressen noch unentschlossener Wähler für Hausbesuche zur Verfügung gestelllt wurden) und nicht zuletzt bis dato ungekannte Summen an (Klein-)Spenden einzuwerben – mit denen ja ironischerweise massiv Werbeplätze im Fernsehen gekauft werden konnten.</p>
<p>Diese Strategie auf Deutschland zu übertragen scheiterte nicht an der Unwilligkeit oder Unkenntnis auf Seiten deutscher Wahlkämpfer (auch wenn Abneigungen gegen das Netz existieren mögen), sondern vielmehr daran, dass es hierzulande die Unterstützerwerke bereits, manche würden sagen: noch gibt: Es sind die Ortsvereine oder Bezirksgruppen der Parteien, die Engagement bündeln und auf eine stabile organisatorische Basis stellen, zudem auch zwischen den Wahlkämpfen aktiv sind. Durch das System der staatlichen Parteienfinanzierung in Kombination mit Mitgliedsbeiträgen sind Parteien und ihre Kandidaten darüber hinaus nicht im gleichen Maße darauf angewiesen, jeden Wahlkampf von Grund auf neu durch Spenden zu finanzieren.</p>
<p>Die Wechselwirkungen zwischen Internet und Politik sind schließlich komplex, weil sie drittens in umfassendere medial-kulturelle Konstellationen eingebettet sind, die aus – je nach Gesellschaft oder Subkultur, Szene oder Gemeinschaft unterschiedlichen – Formen und Praktiken der sozialen Organisation und des Verhältnisses von Indidivuum zum Kollektiv bestehen. Online-Plattformen wie Twitter oder Facebook in Kombination mit mobilen Endgeräten unterstützen eine spezifische Morphologie der sozialen Organisation, die sich mit dem kanadischen Soziologen Barry Wellman als „networked individualism“ oder „vernetzte Individualität“ bezeichnen lässt: Der Einzelne ist im Lebensverlauf beständig gefordert, seine individuelle Identität beständig und aktiv herzustellen und anderen zu signalisieren, weil traditionelle Vorgaben und Bindungen an Bedeutung verlieren. Dies geschieht zunehmend in lockeren, zeitlich flexiblen und örtlich weit reichenden Beziehungsgeflechten, die netzwerkartig organisiert sind, also nicht mehr so klar abgrenzbar sind wie beispielsweise die gesellschaftlichen Stände der Vormoderne oder die großen gesellschaftlichen Milieus des 20. Jahrhunderts. Digitale Technologien helfen, diese Anforderungen an die Gestaltung des eigenen Lebens zu bewältigen und bestärken diese dadurch gleichzeitig.</p>
<p>Doch diese Form von Sozialität, die gerade das Web 2.0 fördert und fordert, beinhaltet eben auch ein spezifisch westlich-modernes Verständnis des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft, das z.B. in Asien oder Nordafrika auf andere, kulturell-historisch verschieden geprägte Formen trifft, ob nun religiös, ethnisch, familial oder lokal geprägt. Inwieweit sich solche Formen von Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung behaupten können, sich – auch angesichts anderer tiefgreifender Veränderungen wie anhaltende Verstädterung oder ökonomische Globalisierung – wandeln oder aber sich die Sozialmorphologie des vernetzten Individualismus durchsetzt, ist nicht klar. Für das Verhältnis von Internet und Politik ist dies deswegen relevant, weil einerseits das dominierende Menschen- und Gesellschaftsbild auch die Grundlage für die Organisation von kollektiver Willensbildung und gesellschaftlichem Wandel darstellt. Andererseits werden die damit zusammenhängenden kulturellen, politischen und ökonomischen Konflikte um die Gestalt der „Weltgesellschaft“ eben auch mit Hilfe des Internets, in digitalen und (potentiell) globalen Öffentlichkeiten ausgetragen.</p>
<p>Es ist daher nur zu begrüßen, wenn sich Studien umfassend mit der gesellschaftlichen Verbreitung und Aneignung digitaler Technologien befassen. Das vorliegende Buch stellt ein hervorragendes Beispiel einer solchen fundierten Analyse dar. Es widmet sich dem Iran – einem Land, das vor den Ereignissen in Nordafrika gerne als Beispiel für die Potentiale des Internets herangezogen wurde. Die Proteste nach der Präsidentschaftswahl vom Sommer 2009 wurden ebenfalls über internetbasierte Plattformen wie YouTube, Flickr oder Blogs über die Grenzen des Landes getragen. Die Studie „Blogistan“ macht diese Ereignisse verständlich, indem es aus einer breiteren Perspektive die Entwicklung und gesellschaftliche Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Allgemeinen und von Weblogs im Speziellen im Iran skizziert und in den gesellschaftlichen sowie politischen Kontext einbettet.</p>
<p>Es liefert insbesondere Einblicke in die Vielfalt und die historische, kulturelle und politische Bedeutung iranischer Blogs. Deren Popularität lässt sich nicht allein auf den Wunsch nach freier Meinungsäußerung in einem repressiven Staat zurückzuführen, denn dann müssten in anderen arabischen Ländern oder auch in China deutlich mehr Blogger existieren. Vielmehr zeigen die Autoren auf, wie verschiedene Faktoren die iranische Blogosphäre prägen: Das im kollektiven Gedächtnis verankerte Erbe der Revolution, die alltäglichen repressiven Erfahrungen der Bürger, kulturelle Muster des (auch künstlerischen) Ausdrucks sowie die Vorstellungen von Kosmopolität die im Iran wie in der großen iranischen Diaspora verbreitet sind.</p>
<p>Die Studie öffnet zudem auch den Blick für erweiterte Formen der Teilhabe und des Politischen, die im Iran z.B. im Zwischen-den-Zeilen eines Poesieblogs oder der Diskussion scheinbar privat-persönlicher Eindrücke einer jungen Frau über ihren Alltag stecken. So trägt es auch zu einer differenzierteren Einschätzung der iranischen Gesellschaft bei; letztlich lässt es sich nämlich auch als Studie des Wandels von gesellschaftlich-kulturellen Strukturen des Iran durch die Linse der Medienentwicklung lesen.</p>
<p>Eine solche differenzierte Analyse hilft, den „western bias“ überwinden, der in vielen Analysen der gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Medientechnologien zu finden ist: Aneignung, Verbreitung und Konsequenzen gerade des Web 2.0 werden zumeist unter (implizitem) Rückgriff auf die amerikanische Gesellschaft diskutiert, anstatt die jeweilige kulturelle Einbettung der Technologien angemessen zu berücksichtigen. Das betrifft nicht nur den bereits erwähnten Vergleich der Online-Wahlkämpfe in den USA und Deutschland, sondern insbesondere auch Debatten um weiterführende gesellschaftliche Fragen wie die Vorstellung von Privatsphäre oder die Struktur der grenzüberschreitenden Internetökonomie, bei denen leider oft der Blick über den westlichen Tellerrand fehlt.</p>
<p>Dieses Buch ist also deswegen so verdienstvoll, weil es deutlich macht, dass Technologien eben nicht einfach so „wirken“, sondern ihre Nutzung, ihre Folgen und ihre kulturelle Signifikanz immer vom jeweiligen gesellschaftlichen Kontext abhängen – ohne jedoch kulturalistischen Determinismus an die Stelle des technologischen Determinismus zu setzen. Das Buch ist somit mehr als „nur“ eine Studie zu Weblogs im Iran, sondern vielmehr auch eine umfangreiche Abhandlung der Auswirkungen und Eingebettetheit neuer Medien auf und in gesellschaftliche Strukturen und politische Prozesse.</p></blockquote>
<div id="tweetbutton862" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F862&amp;text=Vorwort%20zu%20Blogistan&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F862" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Back from diata11</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/853</link>
		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/853#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 19:54:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[It has been a while since I blogged about a conference *after* I&#8217;ve attended (recently I seem to just announce where I&#8217;m going to travel to), but the &#8220;Düsseldorf Workshop on Interdisciplinary Approaches to Twitter Analysis&#8221; &#8211; better known by its catchy hashtag #diata11 &#8211; seems to be a good occasion to revive this practice&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>It has been a while since I blogged about a conference *after* I&#8217;ve attended (recently I seem to just <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/846">announce where I&#8217;m going to travel to</a>), but the &#8220;<a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/de/diata11">Düsseldorf Workshop on Interdisciplinary Approaches to Twitter Analysis</a>&#8221; &#8211; better known by its catchy hashtag #diata11 &#8211; seems to be a good occasion to revive this practice&#8230;</p>
<p>First of all: The organizers have done a great job in putting together a <a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/diata11-program">diverse and international program</a> which not only promised, but delivered many inspiring talks and discussions. So thanks to <a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/de/node/19">Katrin Weller</a>,<a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/de/beteiligte/puschmann"> Cornelius Puschmann</a> and all your colleagues!</p>
<p>Some more thoughts on two questions which kept me thinking, because they popped up in various presentations over the two days. The first one: If we agree that Twitter (and other Social Media) is affording new public spheres with unique structures that differ from mass-mediated public spheres &#8211; do we then also need a new concept to describe the communicative mode in which people enter, form, contribute to and (re-)produce these networked spheres?</p>
<p>To put it in other words: If mass-mediated publics are formed etc. in and by the communicative mode of &#8220;publishing&#8221;, and if interpersonal communication is formed etc. in and by the communicative mode of &#8220;conversation&#8221;, what is the equivalent for the networked public sphere of &#8220;mass-self communication&#8221;<sup><a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/853#footnote_0_853" id="identifier_0_853" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="As Castells put it, thanks Michael for the reminder.">1</a></sup>? &#8220;Twittering&#8221; (or blogging, &#8216;facebooking&#8217;, &#8230;) right now factually serve as concepts for that, but they are not very well developed yet (or are they?) as a communicative mode<sup><a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/853#footnote_1_853" id="identifier_1_853" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Which, as an analytical concept, would include aspects and dimensions such as perception of audience, mediating technologies, dominance of certain speech acts over others, shared routines and expectations of &amp;#8220;legitimate&amp;#8221; or &amp;#8220;right&amp;#8221; behaviour, &amp;#8230;.">2</a></sup> .</p>
<p>The second question is more of a comment :-) It has to do with the kind of research that was dominant at the workshop: More or less large-scale studies which used data accessed through the Twitter API, analysing manifestations of communication (=content of tweets, hashtags, &#8230;) over certain time periods. To put it somewhat sarcastically: The research is following the data Twitter makes availabe to researchers, but not necessarily the questions that are relevant, important or more interesting.</p>
<p>This should not be understood as finger-pointing; I have absolutely no problem with exploring data, looking for patterns without starting from elaborate hypotheses or theoretical models, experimenting with methods (thus advancing, of course, knowledge), etc. But just having read the paper &#8220;<a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1926431">Six provocations for big data</a>&#8221; by danah boyd &amp; Kate Crawford, I agree with many of their observations and caveats about the particular kind of research that comes with big data (and they specifically refer, but not restrict themselves to Twitter research), in particular:</p>
<ul>
<li>The problem of the &#8220;black box Twitter&#8221; in general and the API&#8217;s selectivity in particular which make it hard to assess the generalizability of the data;</li>
<li>The ethical questions connected to privacy, informed consent and the re-contextualization of communication by research.</li>
</ul>
<p>Since I had to leave before the final discussion, I apologize if these questions have been reflected and discussed there; if not, I&#8217;d love to have space for thoughts and reflections at a #DIATA12 or #DIATA13.. :-</p>
<p>In the meantime, I hope I&#8217;ll also find time to correct, refine and advance my own ideas on the emerging regime of audience measurement on Twitter; if you&#8217;re interested in the presentation, just have a look below.</p>
<div id="__ss_9256221" style="width: 425px;"><strong style="display: block; margin: 12px 0 4px;"><a title="Twitter and the new regime of audience measurement" href="http://www.slideshare.net/JanSchmidt/twitter-and-the-new-regime-of-audience-measurement" target="_blank">Twitter and the new regime of audience measurement</a></strong> <object id="__sse9256221" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=twitteraudiencemeasurementprint-110914094016-phpapp02&amp;rel=0&amp;stripped_title=twitter-and-the-new-regime-of-audience-measurement&amp;userName=JanSchmidt" /><param name="name" value="__sse9256221" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse9256221" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=twitteraudiencemeasurementprint-110914094016-phpapp02&amp;rel=0&amp;stripped_title=twitter-and-the-new-regime-of-audience-measurement&amp;userName=JanSchmidt" name="__sse9256221" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></div>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_853" class="footnote">As Castells put it, thanks <a href="http://twitter.com/#!/Mick_4all/statuses/114279753887920128">Michael for the reminder</a>.</li><li id="footnote_1_853" class="footnote">Which, as an analytical concept, would include aspects and dimensions such as perception of audience, mediating technologies, dominance of certain speech acts over others, shared routines and expectations of &#8220;legitimate&#8221; or &#8220;right&#8221; behaviour, &#8230;.</li></ol><div id="tweetbutton853" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F853&amp;text=Back%20from%20diata11&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F853" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Vorträge in der zweiten Hälfte 2011</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/846</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 10:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
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		<description><![CDATA[Den August reserviere ich mir traditionellerweise für Urlaub und Arbeiten in Hamburg, will sagen: Ich nehme keine Vortragsanfragen o.ä. an. Ab September bin ich aber wieder unterwegs, und einer Tradition folgend stelle ich hier mal meine Vorträge für die zweite Jahreshälfte zusammen. Es beginnt mit dem &#8220;Hamburger Fachtag für Verantwortliche in der evangelischen Kinder- und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den August reserviere ich mir traditionellerweise für Urlaub und Arbeiten in Hamburg, will sagen: Ich nehme keine Vortragsanfragen o.ä. an. Ab September bin ich aber wieder unterwegs, und <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/798">einer Tradition folgend</a> stelle ich hier mal meine Vorträge für die zweite Jahreshälfte zusammen.</p>
<ul>
<li>Es beginnt mit dem &#8220;Hamburger Fachtag für Verantwortliche in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit&#8221; [leider keine Homepage], der am 6.9. zum Thema &#8220;Auf welchem Kanal funken wir? Neue Kommunikationswelten Jugendlicher &#8211; Herausforderungen, Chancen und Risiken&#8221; stattfindet. Ich halte einen Impulsvortrag über &#8220;Heranwachsen mit dem Social Web und dessen Relevanz für den Alltag von Jugendlichen&#8221;.</li>
<li>Am 14. und 15. September bin ich in Düsseldorf beim Workshop &#8220;<a href="http://nfgwin.uni-duesseldorf.de/diata11-program">Interdisciplinary Approaches to Twitter Analysis</a>&#8220;, um einige Gedanken über &#8220;Twitter and the new Regime of Audience Measurement&#8221; vorzustellen.</li>
<li>Am 19. September bin ich zu Gast bei der <a href="http://www.hss.de/">Hanns Seidel Stiftung</a> in München, um an einem Werkstattgespräch des Medienpolitischen Arbeitskreises teilzunehmen. Es geht um &#8220;Politisches Führungsverhalten im Internetzeitalter&#8221; &#8211; <span style="text-decoration: line-through;">und wenn nichts dazwischen kommt, werde ich dort endlich mal wieder <a href="http://thomaspleil.wordpress.com/">Thomas Pleil</a> treffen, den ich ewig nicht mehr gesehen habe.. :-) </span>Leider wird er doch nicht teilnehmen können.<span style="text-decoration: line-through;"><br />
</span></li>
<li>Wo ich schon mal in Bayern bin, bleibe ich gleich da: Am 20. und 21. September bin ich in Augsburg, wo die Bundeszentrale für Politische Bildung ein weiteres Modellseminar &#8220;<a href="http://www.drehscheibe.org/modellseminar-das-netz-ist-lokal-2011.html">Das Netz ist lokal</a>&#8221; für Lokaljournalist/innen veranstaltet. Ich darf mit einem Beitrag zum Thema &#8220;Social Media &#8211; Praktiken und Öffentlichkeiten&#8221; aufwarten. Möglicherweise wird man im <a href="http://www.drehscheibe.org/weblog/">Drehscheibe-Blog zu den Modellseminaren</a> davon lesen können?</li>
<li>Und nur einige Tage später bin ich am anderen Ende der Republik: Am 24. September findet in Kiel der &#8220;<a href="http://www.schleswig-holstein.de/Medienkompetenz/DE/Aktuelles/Medienkompetenztag%202011/medienkompetenztag_2011_node.html">Medienkompetenztag 2011</a>&#8221; statt, zu dem ich den Vortrag &#8220;Heranwachsen mit dem Internet. Wie sich Mediennutzung, Beziehungspflege und politische Teilhabe verändern&#8221; beisteuern werde.</li>
<li>Dann wird es international: Vom 29.9. bis 1.10. findet in Innsbruck der <a href="http://www.soziologie2011.eu/">&#8220;soziologische Dreiländerkongress&#8221;, der 3. gemeinsame Kongress der DGS, ÖGS und SGS</a> statt. Das Thema &#8220;Neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit&#8221; war einfach zu verlockend &#8211; wie schön, dass meine Einreichung akzeptiert wurde und ich am Samstag vormittag im Panel &#8220;Mediale Refiguration von Öffentlichkeit und Privatheit im Web 2.0&#8243; über &#8220;Persönliche Öffentlichkeiten im Social Web: Entstehen, Strukturprinzipien und Konsequenzen&#8221; sprechen werde.</li>
<li>Noch etwas weiter weg als Innsbruck geht es zwei Wochen später: Vom 12. bis 16.10 bin ich in New York. Auf Einladung des dortigen <a href="http://www.goethe.de/ins/us/ney/deindex.htm?wt_sc=newyork">Goethe-Instituts</a> werde ich am 13.10 einen Vortrag über &#8220;Lernen im, mit und für das Social Web&#8221; halten. Zudem hat mich <a href="http://mobilityshifts.org/conference/participants/keynotes/trebor-scholz/">Trebor Scholz</a> für die &#8220;<a href="http://mobilityshifts.org/">MobilityShifts</a>&#8220;-Konferenz eingeladen, wo ich am 15.10. ebenfalls (dann aber auf englisch) über &#8220;Digital Fluencies for the Social Web&#8221; sprechen werde.</li>
<li>Danach geht es wieder in heimische Gefilde: Am 4.11. veranstaltet die VHS Hamburg eine Diskussionsrunde zum Thema &#8220;<a href="http://www.vhs-hamburg.de/home/kurse/kursdetails-44?kid=206470">Social Media: Demokratie, Partizipation, Manipulation?</a>&#8220;, an der ich teilnehmen werde.</li>
<li>Ausnahmsweise mal nicht als Vortragender, sondern als Mitorganisator bin ich am 10. bis 12.11. im Einsatz: Dann findet &#8211; ebenfalls in Hamburg &#8211; der erste gemeinsame Doktoranden-Workshop der <a href="http://www2.dgpuk.de/fg_cvk/">DGPuK-Fachgruppe Computervermittelte Kommunikation</a> und der <a href="http://www.dgof.de/">Deutschen Gesellschaft für Onlineforschung</a> statt.</li>
<li>Am 21./22. November findet in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart die AKSB-Jahrestagung 2011 statt, die sich mit &#8220;<a href="http://www.aksb.de/?ID=343&amp;mod=aktuellesdetail">Gesellschaft im Zeichen von Web 2.0</a>&#8221; befassen wird. Ich trage am Abend des 21.11. einen Vortrag über &#8220;Identitäts- und Beziehungsmanagement in sozialen Netzwerken&#8221; bei.</li>
<li>Und schließlich noch eine Veranstaltung in Erfurt: Das dortige Kolleg &#8220;<a href="http://www.uni-erfurt.de/comdigmed/">Communication &amp; Digital Media</a>&#8221; organisiert am 25. und 26.November die interdisziplinäre Konferenz &#8220;<a href="http://www.uni-erfurt.de/comdigmed/konferenz/">Zwischen Partizipationskultur und Selbstausbeutung. Medienmacher und Mediennutzer im Social Web</a>&#8221; [<a href="http://www.napoko.de/wp-content/uploads/2011/08/comdigmed_cfp.pdf">Call</a>]. Ich habe für eine Keynote zugesagt &#8211; den genauen Titel haben wir noch gar nicht festgelegt, aber das reiche ich einfach nach.</li>
</ul>
<div id="tweetbutton846" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F846&amp;text=Vortr%C3%A4ge%20in%20der%20zweiten%20H%C3%A4lfte%202011&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F846" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Buch &#8220;Privacy Online&#8221; erschienen</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 16:26:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Im März hatte ich bereits darauf hingewiesen: Im DFG-geförderten “Young Scholars Network on Privacy and Web 2.0“ ist der Sammelband &#8220;Privacy Online. Perspectives on Privacy and Self-Disclosure in the Social Web&#8221; entstanden.  Wie das stolz fotografierte Belegexemplar demonstriert, ist der Band nun auch gedruckt erhältlich &#8211; tolle Sache, herzlichen Dank an der Stelle auch an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/08/privacybuch.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-839" title="privacybuch" src="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/08/privacybuch-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Im März hatte ich bereits darauf hingewiesen: Im DFG-geförderten “<a href="http://www.hamburgmediaschool.de/medienmanagement/lehreundforschung/forschungsprojekte/projekte/DFG-English.php">Young Scholars Network on Privacy and Web 2.0</a>“ ist der Sammelband &#8220;<a href="http://www.springerlink.com/content/978-3-642-21520-9/#section=926504&amp;page=1">Privacy Online. Perspectives on Privacy and Self-Disclosure in the Social Web</a>&#8221;  entstanden.  Wie das stolz fotografierte Belegexemplar demonstriert,  ist der Band nun auch gedruckt erhältlich &#8211; tolle Sache, herzlichen Dank  an der Stelle auch an Sabine Trepte und Leonard Reinecke, die ein  tolles Herausgeber-Team waren.</p>
<p>Mein eigener Beitrag ist weiterhin als <a href="../pdf/schmidt_micro_blogs_preprint.pdf">preprint online verfügbar</a>. In fertiger Form ist er unter <a href="http://www.springerlink.com/content/978-3-642-21520-9/#section=926519&amp;page=1&amp;locus=0">http://www.springerlink.com</a> zu finden:</p>
<blockquote><p>Schmidt, Jan-Hinrik (2011): (Micro)Blogs: Practices of  Privacy   Management. In: Trepte, Sabine / Leonard Reinecke (Eds.):  Privacy   Online. Heidelberg: Springer. 159-173.</p></blockquote>
<p>Und hier nochmal der Abstract:</p>
<blockquote><p>This paper examines the ways users of (micro-)blogs  navigate the boundaries between the private and the public. Various  studies show that authenticity and subjectivity are dominant ideals for  selecting and presenting content within blog-based personal publics, and  that (micro-)blog authors share routines and expectations of “writing  about oneself”, influencing the range of personal information shared as  well as the specific ways of presenting these personal information to an  imagined audience. This paper discusses the sociotechnical development,  that is: the evolution of both tools and practices, from the rather  static personal homepages of online diaries to distributed conversation  of the blogosphere and to the constant and near-live streams and feeds  of current (micro-)blogging within articulated social networks. This  evolving communicative architecture, it is argued, affords the emergence  of personal publics, where user share information of personal relevance  with an audience consisting of strong and weak ties to engage in  conversation.</p></blockquote>
<div id="tweetbutton837" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F837&amp;text=Buch%20%26%238220%3BPrivacy%20Online%26%238221%3B%20erschienen&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F837" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Wie besetzt man zwei DFG-Stellen?</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/831</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 10:17:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Stellen und Calls]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor knapp einem Monat erhielten meine Kollegin Wiebke Loosen und ich die Nachricht, dass unser DFG-Antrag zur &#8220;(Wieder-)Entdeckung des Publikums&#8221; bewilligt wurde. Darin enthalten: Zwei Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen. Da ich mir vorstellen kann, dass es für den einen oder die andere meiner geneigten Leserschaft interessant ist, schreibe ich einfach mal ein paar Takte dazu, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor knapp einem Monat erhielten meine Kollegin Wiebke Loosen und ich die Nachricht, dass unser <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/814">DFG-Antrag zur &#8220;(Wieder-)Entdeckung des Publikums&#8221; bewilligt wurde</a>. Darin enthalten: Zwei Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen. Da ich mir vorstellen kann, dass es für den einen oder die andere meiner geneigten Leserschaft interessant ist, schreibe ich einfach mal ein paar Takte dazu, wie wir diese beiden Stellen letztendlich besetzt haben.</p>
<p>Bereits vor der endgültigen Bewilligung hatten Wiebke und ich uns Gedanken über mögliche neue Kolleg/innen gemacht und auch über einige Personen gesprochen, die uns in den letzten Monaten aufgefallen waren -  z.B. weil wir sie auf Tagungen kennengelernt hatten, die sie gegen Ende ihres Studiums oder zu Beginn der &#8220;prae-doc-Phase&#8221; besuchten, oder weil wir irgendwie anders mitbekommen hatten, dass sie eine Promotion angehen wollen. Wir waren uns aber auch einig, dass wir die Stellen offen ausschreiben werden und haben das auch sofort nach Erhalt der Bewilligung getan.</p>
<p>Wir erhielten insgesamt 32 Bewerbungen, die durchweg interessant waren. In einem ersten Schritt haben wir getrennt voneinander alle Bewerbungen gesichtet, zu jeder Person einige Notizen gemacht und so für uns selbst den ersten Eindruck bewertet. Wichtige Kriterien waren dabei vor  allem: Einschlägigkeit     des Studiums und der Abschlußarbeit,  methodische  Erfahrungen,     Berührungspunkte zum Projektthema   “Journalismus 2.0″,  auch ein     schwer in Worte zu fassender  “aha?!”-Faktor. Danach haben wir     unsere Eindrücke abgeglichen und sind  mehrmals über die verbleibenden Bewerbungen     gegangen, bis am Ende neun Personen übrig blieben, die wir zu      Vorstellungsgesprächen einluden; zur Vorbereitung schickten wir     eine  Fassung des DFG-Antrags mit.</p>
<p>An den Gesprächen, die wir innerhalb von drei Tagen absolvierten, nahm neben Wiebke und mir noch eine weitere Kollegin teil, die bei uns im Instituts-Betriebsrat ist. Der Ablauf war in der Regel so, dass wir einleitend nochmal um eine kurze Vorstellung baten und davon ausgehend dann z.B. nach den Eindrücken vom Antrag bzw. dem geplanten Projekt fragten, wo der/die Bewerber/in Anknüpfungspunkte zu ihrer bisherigen Erfahrung (inhaltlich oder methodisch) sahen, oder wie die Ambitionen für die eigene Promotion aussehen. Da wir ja in der besonderen Situation sind, zwei Stellen besetzen zu können, haben wir auch danach gefragt, welche Teile und Arbeitspakete sie am Liebsten bearbeiten würden &#8211; nicht als Fangfrage, sondern um zu erfahren, wo sie selbst ihre Stärken und Interessen sehen. Im zweiten Teil des Gesprächs ging es dann eher um organisatorische Dinge, v.a. auch was wir als Institut anbieten (Arbeitsplatz, Promotionsbetreuung, etc.). Alle (je etwa einstündigen) Gespräche verliefen sehr freundlich und konstruktiv, und wir waren von allen Personen ehrlich beeindruckt.</p>
<p>Dann stand die endgültige Entscheidung an &#8211; und es mag komisch klingen, aber es war schwerer zwei Stellen als nur eine Stelle zu besetzen&#8230; Bei einer Stelle kann man letztlich eine Liste von Kriterien formulieren und dann die Person auswählen, die die meisten Kriterien erfüllt bzw. diese am besten erfüllt. Bei zwei Stellen kommt zusätzlich ins Spiel, dass wir auf die &#8220;Passung&#8221; achten mussten &#8211; also zwei Personen auswählen, die sich so gut ergänzen, dass die verschiedenen inhaltlichen und methodischen Facetten bzw. Anforderungen des Projekts abgedeckt sind. Wir haben daher im Anschluss an die Gespräche eine Reihe von Konstellationen durchgesprochen, z.B. Kombinationen von methodischen Kenntnissen oder von eher theoretischen und eher praktischen Erfahrungen. Letztlich haben wir uns für eine Kombination entschieden, in der die beiden Mitarbeiter (eine Frau, ein Mann) die Seite der Journalismus-Forschung einerseits und die Seite der Publikumsforschung andererseits abdecken.</p>
<p>Was kann ich als Ratschläge oder Empfehlungen nennen? Zunächst mal grundsätzlich:</p>
<ul>
<li>Wer nach dem Studium eine weitere wissenschaftliche Laufbahn anstrebt oder zumindest darüber nachdenkt, eine Promotion anzuschließen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es eine ganze Reihe von Konstellationen gibt: die &#8220;klassische&#8221; Assistentenstelle an einem Lehrstuhl oder Institut, die Stelle in einem (DFG- oder anderweitig geförderten) Forschungsprojekt, Stipendien in Graduate Schools bzw. Doktorandenkollegs, oder auch die durch anderweitige Berufstätigkeit finanzierte externe Promotion<sup><a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/831#footnote_0_831" id="identifier_0_831" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Gabi Reinmann hat mal aus Sicht einer Promotionsbetreuerin einige Merkmale dieser Varianten systematisiert.">1</a></sup>. Alle Varianten haben ihre Besonderheiten &#8211; ein DFG-Projekt bietet direkte Einblicke in und Anbindung an Grundlagenforschung; zudem ist es durch die Regel &#8220;50% Arbeitszeit, aber 65% Vergütung&#8221; auch möglicherweise attraktiver als andere Varianten. Aber es ist eben nicht der einzige Weg&#8230;</li>
<li>Es schadet nie, sich gegen Studienende bzw. zu Beginn der Orientierung zur Promotion hin bereits mit einschlägigen Tagungen, Netzwerken, Fachgruppen o.ä. vertraut zu machen: Welche Obertthemen werden behandelt? Zu welchen Fragestellungen werden Calls ausgeschrieben? Im Idealfall kann man auch persönlich solche Tagungen besuchen<sup><a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/831#footnote_1_831" id="identifier_1_831" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In der Sichtung der Bewerbungen war es f&uuml;r uns immer ein interessantes  Detail, wenn jemand angab, schon bestimmte Tagungen besucht zu haben.  Kein K.O.-Kriterium, aber eben ein Indiz f&uuml;r die Orientierung in  Richtung akademische Laufbahn.">2</a></sup>  &#8211; denn auch ohne eigenen Vortrag wird man davon profitieren, erste Einblicke in diese Bereiche der wissenschaftlichen Tätigkeit zu bekommen: Wie und über welche Fragen wird diskutiert? Wer arbeitet gerade an welchen Projekten? Wo scheinen Lücken zu sein, in die man selbst mit der eigenen Forschung stoßen könnte? Nicht zuletzt kann man auf solchen Tagungen, Workshops etc. meist unkompliziert mit Leuten ins Gespräch kommen, vielleicht von den eigenen Interessen und Absichten erzählen und so beginnen, sein eigenes Netzwerk aufzubaue &#8211; wer weiß, ob Person XY, mit der man sich über die eigenen Ambitionen unterhält, nicht in drei Monaten ein einschlägiges Projekt startet oder von einer Ausschreibung hört?</li>
<li>Was die Bewerbung selbst angeht: Wir waren etwas verwundert, dass relativ wenige Bewerber/innen explizit etwas zu ihren Promotionsplänen schrieben. In den Anschreiben haben alle auf das Projekt an sich Bezug genommen (was ja auch gut ist), aber nur vereinzelt fielen dort bereits Bemerkungen wie &#8220;Ich möchte die Beschäftigung im Projekt auch dazu nutzen, meine geplante Promotion voranzutreiben, die nach derzeitigem Stand im Themenbereich 123 angesiedelt sein soll&#8221; oder &#8220;&#8230;bei der ich mich mit Fragestellung xyz befassen möchte&#8221;. Je nachdem, in welchem Stadium man sich gerade befindet &#8211; kurz vor Abschluß des Studiums, oder schon einige Monate in die Arbeit an der Promotion hinein, oder auch nach gewisser Zeit in der Praxis ausserhalb der akademischen Welt mit dem Wunsch zurückzukommen &#8211; wird das unterschiedlich ausgereift sein, und es ist natürlich auch immer sinnvoll, die Dissertationspläne und Forschungsfragen mit dem konkreten Projekt abzugleichen. Aber gerade weil die Dissertation eben auch ein ganz wichtiger Bestandteil einer DFG-finanzierten Stelle ist,  ist dies zwar (für uns) kein K.O.-Kriterium gewesen, aber eben ein  Hinweis, dass sich jemand schon Gedanken gemacht hat, in welche  inhaltliche Richtung es weitergehen könnte.</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_831" class="footnote">Gabi Reinmann hat mal <a href="http://gabi-reinmann.de/?p=2442">aus Sicht einer Promotionsbetreuerin einige Merkmale dieser Varianten </a>systematisiert.</li><li id="footnote_1_831" class="footnote">In der Sichtung der Bewerbungen war es für uns immer ein interessantes  Detail, wenn jemand angab, schon bestimmte Tagungen besucht zu haben.  Kein K.O.-Kriterium, aber eben ein Indiz für die Orientierung in  Richtung akademische Laufbahn.</li></ol><div id="tweetbutton831" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F831&amp;text=Wie%20besetzt%20man%20zwei%20DFG-Stellen%3F&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F831" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Kurz zum neuen Institut für Internet und Gesellschaft</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/827</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jul 2011 09:10:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[[Vorab zur Klarstellung/Offenlegung: Ich bin Mitarbeiter des Hans-Bredow-Instituts, das "integrierter Gründungskooperationspartner" des neuen Instituts ist; an der Vorbereitung oder Organisation des Berliner Instituts war/bin ich aber nicht beteiligt.] Kurz einige Bemerkungen zu den Reaktionen auf die gestrige  &#8220;Enthüllung&#8221; des Forschungsinstituts für Internet und Gesellschaft: Ich begrüße es voll und ganz, dass nun Anlauf genommen wird, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[Vorab zur Klarstellung/Offenlegung: Ich bin Mitarbeiter des Hans-Bredow-Instituts, das "integrierter Gründungskooperationspartner" des neuen Instituts ist; an der Vorbereitung oder Organisation des Berliner Instituts war/bin ich aber nicht beteiligt.]</p>
<p>Kurz einige Bemerkungen zu den Reaktionen auf die gestrige  &#8220;Enthüllung&#8221; des <a href="https://sites.google.com/a/internetundgesellschaft.de/betasite/">Forschungsinstituts für Internet und Gesellschaft</a>:</p>
<p>Ich begrüße es voll und ganz, dass nun Anlauf genommen wird, um in Deutschland ein (letztlich auch über Deutschland hinausreichendes) interdisziplinäres wissenschaftliches Institut aufzubauen, das sich mit der Wechselwirkung von Internet und Gesellschaft auseinandersetzt. Nicht nur, weil mich dieses Thema selbst umtreibt, persönlich wie wissenschaftlich, sondern auch weil ich davon überzeugt bin, dass wir noch viel zu wenig darüber wissen, wie digitale Technologien die soziale Welt formen und umgekehrt (und mindestens genauso wichtig) wie wir gesellschaftlich digitale Technologien formen, gestalten, und auch: regulieren können und sollten.</p>
<p>Etwas den Kopf geschüttelt habe ich bei der Diagnose von Philip Banse, der Anschub  dieser Einrichtung durch Google sei ein &#8220;<a href="http://philipbanse.de/wp/googles-institut-fur-internet-und-gesellschaft-ein-armutszeugnis/">Armutszeugnis für die deutsche (Online-)Forschung</a>&#8220;; seine Stossrichtung geht ja einerseits an die Wissenschaftspolitik, die es nicht geschafft hat, entsprechende Institute selbst zu fördern, zum anderen an die Forscher/innen selbst, die international nicht wahrgenommen würden und sich nun auch noch von möglicherweise anrüchiger (weil von Google stammender) Finanzierung abhängig machten. Dankenswerterweise hat Martin Emmer bereits einige Dinge geradegerückt und einen <a href="http://mjemmer.wordpress.com/2011/07/12/wie-gehts-der-deutschen-online-forschung/">schönen Überblick zur sozialwissenschaftlichen Onlineforschung</a> in Deutschland zusammengestellt. Ich teile mit ihm den Eindruck, dass es durchaus jede Menge von Forschungsnetzwerken und Verbünden gibt, die Onlineforschung betreiben &#8211; und ich finde es auch gut, dass sich nicht alle davon primär als &#8220;Think Tank&#8221; für Politik und Öffentlichkeit begreifen, sondern Grundlagenwissenschaft jenseits von direkter wirtschaftlicher oder politischer Verwertbarkeit betreiben. Denn in der Tat (um Martin leicht abzuwandeln): &#8220;Ohne fundamentale Analyse und Erklärung der beobachteten Phänomene  [sollten keine] Regulierungs- und Geschäftsmodelle entwickelt und  diskutiert werden.&#8221;</p>
<p>Das beherrschende Thema in den Diskussionen, die ich so wahrnehme, ist aber die Frage nach Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Forschung angesichts des Anschubfinanziers Google. Gesunde Skepsis<sup><a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/827#footnote_0_827" id="identifier_0_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&amp;#8220;Ungesunde Skepsis&amp;#8221; ist meines Erachtens die Vorstellung, Google w&uuml;rde eine Art ausgelagerte Marktforschung betreiben wollen &amp;#8211; dazu br&auml;uchten sie nun wahrlich kein Institut f&ouml;rdern, das seine Ergebnisse &ouml;ffentlich zur Verf&uuml;gung stellen wird&amp;#8230;.">1</a></sup> ist hier völlig angebracht &#8211; nicht, weil ich befürchte, dass sich das neue Institut Forschungsfragen oder Schlußfolgerungen wird vorschreiben lassen. Aber es ist ein gutes Zeichen, wenn gesellschaftlich hinterfragt wird, wie wissenschaftliche Forschung ermöglicht wird.  Hinter der Finanzierung eines Instituts durch Unternehmen stecken immer auch wissenschaftsfremde Interessen, selbst wenn es nicht um &#8220;bezahlte Auftragsforschung&#8221; a la Tabak- und Pharmalobby geht, sondern um Aktivitäten, die unter dem Label &#8220;corporate citizenship&#8221; laufen: <a href="http://www.nytimes.com/2011/05/16/technology/16iht-google16.htm">Googles Europa-Aktivitäten hat de NYT unlängst schön zusammen gefasst</a>.</p>
<p>Insofern ist es gut, wenn von Anfang an auf Unabhängigkeit gepocht wird. Ich bin in dieser Hinsicht aber zuversichtlich: Die Konstruktion des neuen Instituts sieht zum einen die Trennung von finanzieller Abwicklung<sup><a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/827#footnote_1_827" id="identifier_1_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das wird wohl &uuml;ber eine eigenst&auml;ndige F&ouml;rder-gGmbH laufen.">2</a></sup> und wissenschaftlicher Arbeit vor. Zum anderen sollen meines Wissens weitere Finanzquellen eröffnet werden; teils durch das Gewinnen weiterer Förderer aus dem Bereich der Internetwirtschaft, teils durch das gängige Einwerben von Drittmitteln im Rahmen der öffentlichen Wissenschaftsföderung. Und beides kann nur gelingen, wenn die wissenschaftliche Arbeit exzellent ist, das heißt transparent, unabhängig und den akademischen  Standards, nicht den unternehmerischen Interessen verpflichtet ist.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_827" class="footnote">&#8220;Ungesunde Skepsis&#8221; ist meines Erachtens die Vorstellung, Google würde eine Art <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-07/google-uni-institut?commentstart=9#cid-1446216">ausgelagerte Marktforschung betreiben</a> wollen &#8211; dazu bräuchten sie nun wahrlich kein Institut fördern, das seine Ergebnisse öffentlich zur Verfügung stellen wird&#8230;.</li><li id="footnote_1_827" class="footnote">Das wird wohl über eine <a href="https://sites.google.com/a/internetundgesellschaft.de/betasite/das-institut/die-direktoren">eigenständige Förder-gGmbH laufen</a>.</li></ol><div id="tweetbutton827" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F827&amp;text=Kurz%20zum%20neuen%20Institut%20f%C3%BCr%20Internet%20und%20Gesellschaft&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F827" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Rezension zu &#8220;A private sphere&#8221;</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/823</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 12:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer der kommenden Ausgaben von &#8220;Medien und Kommunikationswissenschaft&#8221; wird eine Rezension von mir zum Buch &#8220;A private sphere. Democracy in a digital age&#8221; erscheinen. Im Blog ist sie heute schon zu lesen, und zwei weiterführende Links gibt es auch noch! :-) Rezension zu: Papacharissi, Zizi (2010). A private sphere. Democracy in a digital age. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einer der kommenden Ausgaben von &#8220;Medien und Kommunikationswissenschaft&#8221; wird eine Rezension von mir zum Buch &#8220;A private sphere. Democracy in a digital age&#8221; erscheinen. Im Blog ist sie heute schon zu lesen, und zwei weiterführende Links gibt es auch noch! :-)</p>
<blockquote><p><em>Rezension zu: Papacharissi, Zizi (2010). <a href="http://www.polity.co.uk/digitalmediaandsociety/bookinfo_privatesphere.aspx">A private sphere. Democracy in a digital age</a>. Cambridge: Polity.</em></p>
<p>Nicht nur aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive ist der Strukturwandel von Öffentlichkeit, den digitale Medientechnologien anstoßen und befördern, wohl eine der gesellschaftlich folgenreichsten Entwicklungen unserer Zeit. Im Alltag von Privatpersonen äußert er sich zum Beispiel in verschwimmenden Grenzen zwischen Privatsphäre und Selbstoffenbarung, was unter Umständen auch Gefühle von Kontrollverlust mit sich bringt. Für demokratische Gesellschaften als Ganze geht es hingegen um nicht weniger als die Frage, wie Praktiken der Information zu, Teilhabe an und Koordination von gesellschaftlichen Belangen unter den neuen Medienbedingungen gestaltet werden können.</p>
<p><span id="more-823"></span><a href="http://tigger.uic.edu/~zizi/Site/ziziweb.html">Zizi A. Papacharissi</a>, die an der University of Illinois in Chicago das Department of Communication leitet, hat mit „A private sphere“ eine Studie vorgelegt, die eine Reihe von Argumenten zu diesem Strukturwandel entfaltet und in breitere Diskussionen aus der politischen, soziologischen und kommunikations­wissenschaftlichen Forschung einbettet. In insgesamt sechs Kapiteln rekonstruiert sie unter anderem die Unterscheidung zwischen „private“ und „public“ in verschiedenen politischen Theorien, stellt unterschiedliche Modelle der Zugehörigkeit bzw. „citizenship“ dar und setzt sich mit der Frage auseinander, ob das Internet nur einen „public space“ oder auch eine „public sphere“ schaffe. Ersteres bejaht sie, letzteres weist sie zurück, weil zentrale Kriterien (gleichberechtigter Zugang zu Informationen; Reziprozität in der Kommunikation; Abwesenheit von „kommerzieller Kolonialisierung“) nicht erfüllt seien.</p>
<p>Um nicht bei dieser Defizit-Diagnose stehen zu bleiben, plädiert sie dafür, die gegenwärtigen konvergenten Praktiken nicht mehr am alten Idealmodell der Öffentlichkeit (organisierter, rationaler und verständigungsorientierter Diskurs in jedermann zugänglichen Arenen) zu messen, sondern über die Erweiterungen von Öffentlichkeit nachzudenken, die digitale Medien mit sich bringen. Dazu schlägt sie im letzten Kapitel des Buchs das Konzept der „private sphere“ vor, wobei sie darunter nicht die „Privatsphäre“ im deutschen Sinn versteht (die ja eher mit dem Begriff der „privacy“ korrespondiert). Vielmehr versucht sie mit dem Konzept zu fassen, dass das Internet persönlich-private Kommunikationsräume schafft, in denen Menschen soziale Beziehungen pflegen, die über die interpersonale Kommunikation hinausreichen: „Within this private sphere, the citizen is alone, but not lonely or isolated. The citizen is connected, and operates in a mode and with political language determined by him or her.” (S. 132).</p>
<p>Diese private sphere, so Papacharissi, äußere sich in einer Reihe von Praktiken, die zumindest das Potential für politische Teilhabe besäßen, auch wenn sie nicht per se politisch seien bzw. eine politische Öffentlichkeit konstitutierten. Fünf dieser „new civic habits“ beschreibt sie näher:</p>
<p>Erstens führt sie Praktiken des Identitäts- und Beziehungsmanagements rund um das “networked self“ bzw. die „remote connectivity“ an, wie sie sich vor allem auf Netzwerkplattformen äußern. Sie sind strukturell um das “Self” organisiert, das in ein erweitertes soziales Netzwerk eingebunden ist und diese sozialen Beziehungen beständig pflegt und aktualisiert, indem Informationen von persönlicher Relevanz zugänglich gemacht werden; darunter können auch politische Themen seien. Zweitens nennt sie Praktiken des Bloggens, die sie als Ausdruck von „Narzissmus“ im Sinne einer selbst-zentrierten und introspektiven Praxis interpretiert. Blogger würden ihr Tun demnach primär als expressive Aktivität verstehen, weniger als Deliberation.</p>
<p>Als drittes Beispiel dient ihr YouTube – weniger eine Praxis an sich, sondern eher ein Ort an dem sich politische Teilhabe mittels Formen der Satire, der kreativen Mashups und des Unvorhergesehenen äußere. Viertens geht sie auf „News Aggregation“ ein, also das kollaborative Erstellen von Ranglisten aktuell populärer Themen durch das Sammeln einer Vielzahl von Einzelstimmen oder „Votes“. Entsprechende Mechanismen finden sich inzwischen nicht mehr nur auf Plattformen wie digg.com, sondern fokussieren auch auf Twitter oder Facebook Aufmerksamkeit. Fünftens schließlich beschreibt sie Online-Aktivismus als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Aktivitäten, die nicht auf einzelne Plattformen oder Werkzeuge beschränkt sind und oft grenzüberschreitend soziale Bewegungen konstituieren.</p>
<p>Das Buch enthält zahlreiche interessante und aufschlussreiche Gedanken, darunter zum Beispiel das Argument, parallel zum Bedeutungsgewinn von Konsum als Modus der Zugehörigkeit sei auch „privacy“ – verstanden als „Sphäre in der man in Ruhe gelassen wird“ – zu einem Luxusgut geworden. Für eine wachsende Zahl von Bürgern sei gerade „informationelle Privatheit“ (Beate Rössler) nicht mehr zugänglich bzw. zu kostspielig; nicht zuletzt, weil sie gegen informationelle Güter und Dienstleistungen (wie den kostenfreien E-Mail-Account oder die Interaktionsmöglichkeiten auf einer Netzwerkplattform) getauscht werden kann, auf die zu verzichten sich nicht jeder leisten vermag.</p>
<p>Kritisch ist anzumerken, dass nicht immer analytisch deutlich argumentiert wird und die Zuordnungen von Technologien, Praktiken und Öffentlichkeiten nicht immer überzeugen, z.B. wenn YouTube vorrangig als Ort für Satire und Unvorhergesehenes interpretiert wird. Zudem werden viele der privat-persönlichen Räume der „private sphere“ von kommerziellen Unternehmen betrieben und kontrolliert. Fragen der informationellen Selbstbestimmung gegenüber diesen Datensammlern sowie der Einflussmöglichkeiten über die Gestaltung dieser Räume, letzlich also der selbstbestimmten Teilhabe auch an der private sphere, reisst Papacharissi eher an, als dass sie Antworten geben kann. Nichtsdestotrotz ist ihr Buch ein lesenswerter und anregender Beitrag zur Debatte um den neuen Strukturwandel von Öffentlichkeit.</p></blockquote>
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