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	<title>Schmidt mit Dete &#187; Literatur</title>
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		<title>Beitrag im Magazin &#8220;Impu!se&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 08:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für die jüngste Ausgabe der Zeitschrift &#8220;Impu!se für Gesundheitsförderung&#8220;, die von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen herausgegeben wird, habe ich folgenden kurzen Text &#8211; für&#8217;s Blog ergänzt um einige Links &#8211; zur Rolle von Onlinemedien für Beziehungen und psycho-soziale Gesundheit verfasst. Das Social Web und Beziehungspflege Das Internet hat sich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für die jüngste Ausgabe der Zeitschrift &#8220;<a href="http://www.gesundheit-nds.de/CMS/index.php/veroeffentlichungen/impulse">Impu!se für Gesundheitsförderung</a>&#8220;, die von der <a href="http://www.gesundheit-nds.de/CMS/">Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen</a> herausgegeben wird, habe ich folgenden kurzen Text &#8211; für&#8217;s Blog ergänzt um einige Links &#8211; zur Rolle von Onlinemedien für Beziehungen und psycho-soziale Gesundheit verfasst.</p>
<blockquote><p><strong>Das Social Web und Beziehungspflege </strong></p>
<p>Das Internet hat sich in den letzten 15 Jahren im Medienalltag etabliert. Aktuellen Daten der <a href="http://www.initiatived21.de/portfolio/nonliner-atlas">Initiative D21 (Netzwerk für die Digitale Gesellschaft)</a> zufolge sind im Jahr 2011 etwa drei Viertel der Deutschen zumindest gelegentlich online. Eine wesentliche Ursache für diese rasante Verbreitung ist, dass das Internet als „Universalmedium“ nicht nur Funktionen bekannter Massenmedien wie Fernsehen, Radio oder Zeitung übernehmen kann, sondern auch zur Beziehungspflege genutzt wird.In der Frühphase des Internets dominierte die Vorstellung, das Datennetz entwickele sich zum „Cyberspace“, der von der „realen Welt“ abgekoppelt sei. In der „virtuellen Realität“ würden Menschen ihren Körper hinter sich lassen, in fremde Rollen schlüpfen und flüchtige Kontakte mit Fremden pflegen – so der Mythos, der allerdings den vielfältigen Facetten und Folgen onlinebasierter Kommunikation nicht gerecht wird. Viele Innovationen der letzten Jahre, wie Facebook,Twitter, YouTube oder Skype haben auf jeweils spezifische Weise die technischen Hürden gesenkt, sich mit anderen Menschen auszutauschen und Informationen miteinander zu teilen. Das Internet ist u.a. durch sie zum „Social Web“ geworden, das nicht mehr nur zum passiven Informationsabruf oder zum Abwickeln von Online-Banking und Shopping genutzt wird. Diese Entwicklung ist auch für den Aspekt der psychosozialen Gesundheit von Bedeutung, wie an drei Beispielen aus der Forschung des Hans-Bredow-Instituts verdeutlicht werden kann.</p>
<p><em>Computerspiele</em></p>
<p>Vorstellungen vom „Cyberspace“ sind derzeit noch am ehesten in den komplexen und grafisch aufwändigen Welten der Online-Rollenspiele à la „World of Warcraft“ verwirklicht. Diese können unter bestimmten biographischen und individuell-psychologischen Umständen dazu führen, dass die im Spiel gepflegten Beziehungen und die vom Spiel gestellten Aufgaben eine Sogwirkung entwickeln und wichtiger werden als Freundschaften oder Verpflichtungen außerhalb des Spiels. Es besteht die Gefahr,, dass sich Menschen in den Spielen verlieren und aus einer intensiven Beschäftigung ein exzessives oder pathologisches Verhalten wird, das mit gesundheitlichen, psychologischen und vor allem sozialen Beeinträchtigungen einhergeht. Nur ein sehr geringer Teil der Nutzer und Nutzerinnen zeigt über einen längeren Zeitraum Muster eines problematischen Nutzungsverhaltens; für die meisten bietet das Internet schlichtweg die Möglichkeit, ihr Hobby gemeinsam mit anderen auszuüben. [<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/forschung/kompetenzen-exzessive-nutzung-computerspielern-gefordert-gefoerdert-gefaehrdet">Mehr in unserer Studie für die LfM zur Computerspielnutzung</a>]</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Soziale Netzwerkplattformen</em></p>
<p>Zum Zweiten lässt sich der Mythos vom „Cyberspace“ gerade an den seit einigen Jahren besonders populären Netzwerkplattformen wie schülerVZ oder Facebook weiter entzaubern. Statt der Kommunikation mit Unbekannten geht es dort vorrangig um die Pflege und Erweiterung realweltlicher Beziehungen. Das Präsentieren und (Mit-)Teilen von Informationen über sich selbst in der eigenen persönlichen Öffentlichkeit wirft einerseits Fragen des Datenschutzes bzw. der informationellen Selbstbestimmung auf und verschiebt gesellschaftliche Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. Andererseits macht man es sich zu leicht, wenn man den vermeintlichen „Online-Exhibitionismus“ der Jugend anprangert – gerade für Jugendliche und junge Erwachsene bietet das Social Web Kommunikationsräume, die bei der Bewältigung von entwicklungspsychologischen Aufgaben helfen.</p>
<p>Diese Prozesse laufen nicht immer problemlos ab, sodass sich Streit, Gerüchte oder Mobbing vom Schulhof oder aus der Freizeit auf diese Plattformen verlängern können, was zu Stress und Belastungen führen kann. Eine Schülerin brachte dies im Rahmen eines Forschungsprojekts sehr prägnant auf den Punkt: „Alle meine Freunde sind auf schülerVZ, aber nicht alle auf schülerVZ sind meine Freunde“. Gleichzeitig lernen Jugendliche im Umgang mit dem Social Web aber auch Schlüsselkompetenzen unserer Zeit. Je individualisierter, flexibilisierter, mobiler unsere Gesellschaft wird, desto wichtiger wird der Aufbau und die Pflege eines sozialen Netzwerks. Die Einbettung in ein soziales Netzwerk liefert unterschiedliche psychosoziale Ressourcen, z.B. emotionale Unterstützung und Beistand oder auch karriererelevanten Informationsfluss, und trägt somit zur Bewältigung des Alltags in modernen Gesellschaften bei. [<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/forschung/jugendliche-web-20">Mehr in unserer Studie für die LfM zum Heranwachsen mit dem Social Web</a>]</p>
<p><em>Medizinische Information über Wikipedia und Co.</em></p>
<p>Als dritter Bereich soll das konkrete Gesundheitsinformationsverhalten angesprochen werden, das sich auch durch das Internet verändert. Einer Anfang 2011 durchgeführten repräsentativen Befragung zufolge ist für gesundheitsrelevante Themen der persönliche Austausch mit Arzt bzw. Ärztin sowie Freunden und Verwandten nach wie vor am weitesten in der deutschen Bevölkerung verbreitet. Doch immerhin ein Drittel aller Deutschen gibt an, zumindest gelegentlich auch medizinische Informationen in der Online-Enzyklopädie Wikipedia nachzuschlagen. Etwa ein Viertel greift auf Online-Informationsangebote von Krankenkassen oder Krankenversicherungen zurück. Für den Kontext dieses Beitrags noch entscheidender: Das Internet bietet zudem Räume für den persönlichen Austausch auch zu gesundheitsbezogenen Themen, z.B. in Patientenforen oder einschlägigen Gruppen in Online-Communities. Diese werden allerdings nur von 7 bis 15 % der deutschen Bevölkerung genutzt und im Durchschnitt nicht als so verlässlich und hilfreich eingeschätzt wie andere Informationsquellen. Dennoch zeigen Studien z.B. zu onlinebasierten Selbsthilfegruppen, dass die Möglichkeit zum Austausch von persönlichen Erfahrungen oder das Teilen von Gefühlen oder Ängsten eine wichtige Rolle bei der Bewältigung gerade von ernsthaften Krankheiten bietet. [<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/forschung/rolle-onlinekommunikation-herstellung-von-vertrauen-medizinisches-wissen">Mehr in unserem DFG-Projekt zur Rolle des Internets in der Gesundheitskommunikation</a>]</p>
<p>Das Internet ist somit nicht per se entfremdend oder isolierend, genauso wenig wie es ausschließlich gut oder vorteilhaft ist. Es kommt vielmehr auf den konkreten Einsatz in spezifischen Lebenssituationen an – und in dieser Hinsicht ist es inzwischen für einen wachsenden Teil der Bevölkerung unverzichtbar, auch und gerade um psychosoziale Befriedigung zu erlangen bzw. entsprechende Bedürfnisse zu befriedigen.</p></blockquote>
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		<title>Sonderausgabe &#8220;Phänomen Facebook&#8221;</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/898</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 09:14:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikation@gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Was lange währt, wird endlich gut: Mitte 2011 hatten wir den Call für eine Sonderausgabe des Online-Journals &#8220;kommunikation@gesellschaft&#8221; zum &#8220;Phänomen Facebook&#8221; veröffentlicht &#8211; und nun ist, nach Auswahl, Reviewing und Überarbeitung der Beiträge &#8211; die Sonderausgabe auch online. Sie umfasst neben einer kurzen Einleitung der Herausgeber zwei Essays, vier Beiträge, eine Forschungsnotiz und eine Rezension; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was lange währt, wird endlich gut: Mitte 2011 hatten wir den Call für eine Sonderausgabe des Online-Journals &#8220;<a href="http://www.kommunikation-gesellschaft.de/">kommunikation@gesellschaft</a>&#8221; zum &#8220;Phänomen Facebook&#8221; veröffentlicht &#8211; und nun ist, nach Auswahl, Reviewing und Überarbeitung der Beiträge &#8211; die Sonderausgabe auch online. Sie umfasst neben einer kurzen Einleitung der Herausgeber zwei Essays, vier Beiträge, eine Forschungsnotiz und eine Rezension; thematisch sind u.a. Texte zur spezifischen Kommunikationssituation, die Facebook schafft, zu politischer Kommunikation, zum Minarett-Streit und zu Farmville dabei &#8211; viele und interessante Lektüre, wie wir hoffen!</p>
<blockquote><p>Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (2012): Editorial: Phänomen „Facebook“. In: Dies. (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 1. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213011">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213011</a></p>
<p>Hoever, André (2012): Individualität und die Voreinstellungen des Positiven – Ein Essay über den Erfolg von Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 2. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213029">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213029</a></p>
<p>Benkel, Thorsten (2012): Die Strategie der Sichtbarmachung. Zur Selbstdarstellungslogik bei Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 3. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213038">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213038</a></p>
<p>Wirz, Dominic (2012): Markt der Bilder – Bilder des Marktes? Netzwerkanalysen zur Verbreitung von Bildinhalten und Useraktivitäten auf Social Network Sites am Beispiel von festzeit.ch. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 4. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213046">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213046</a></p>
<p>Nordhus, Lotte (2012): Die Schweizer Minarett-Initiative im Spiegel von Facebook – Eine Analyse der Diskussionen vor der Abstimmung 2009. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 5. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213057">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213057</a></p>
<p>Siri, Jasmin / Melchner, Miriam / Wolff, Anna (2012): The Political Network. Parteien und politische Kommunikation auf Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 6. Online-Publikation:<a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213068"> http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213068</a></p>
<p>Kinder, Katharina E. (2012): „You have a Farmville gift request” – Thesen zum Erfolg von Social Casual Gaming auf Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Beitrag 7. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213072">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213072</a></p>
<p>Frischling, Barbara (2012): Verbindungsstatus: Es ist kompliziert. Gedanken zur Ambivalenz von Nähe und Distanz bei der Nutzung von Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Forschungsnotiz 1. Online-Publikation:<a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213083"> http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213083</a></p>
<p>Zurawski, Nils (2012): Zwei Bücher über Facebook. In: Zurawski, Nils / Schmidt, Jan-Hinrik / Stegbauer, Christian (Hrsg.): Phänomen „Facebook“. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 13, Rezension 1. Online-Publikation: <a href="http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213091">http://nbn-resolving.de/nbn:de:0228-201213091</a></p></blockquote>
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		<title>Stellungnahme zum Impulspapier &#8220;Virtualität und Inszenierung&#8221;</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/859</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 09:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende Juli wurde ich über das Netzwerk Medienethik auf ein medienethisches Impulspapier &#8220;Virtualität und Inszenierung&#8221; hingewiesen, das die publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz erstellt hat. Ich konnte damals nur kurz einen Blick hineinwerfen; einige Wochen später erhielt ich dann die Bitte, für das Journal &#8220;Communicatio Socialis&#8221; eine Stellungnahme zum Impulspapier zu verfassen. Sie ist nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende Juli wurde ich über das <a href="http://www.netzwerk-medienethik.de/2011/07/25/virtualitat-und-inszenierung-medienethisches-impulspapier-der-deutschen-bischofe/">Netzwerk Medienethik</a> auf ein medienethisches Impulspapier &#8220;<a href="http://www.dbk-shop.de/media/files_public/gtcdxpsr/DBK_1235.pdf">Virtualität und Inszenierung</a>&#8221; hingewiesen, das die publizistische Kommission der <a href="http://www.dbk.de/home/">Deutschen Bischofskonferenz</a> erstellt hat. Ich konnte damals nur kurz einen Blick hineinwerfen; einige Wochen später erhielt ich dann die Bitte, für das Journal &#8220;<a href="http://www.schwabenverlag.de/4zeitsch/4l_home.htm">Communicatio Socialis</a>&#8221; eine Stellungnahme zum Impulspapier zu verfassen. Sie ist nun zusammen mit einer Reihe von weiteren Einschätzungen in Ausgabe 4/2011 der Zeitschrift veröffentlicht worden.</p>
<blockquote><p>Schmidt, Jan-Hinrik (2011): Informationelle Selbstbestimmung in der Praxis. Kommunikationssoziologische Perspektive. In: Communicatio Socialis, Jg. 44, Nr. 4, S. 417-421.</p></blockquote>
<p>Mit freundlicher Zustimmung der Redaktion kann ich den Text vorab bereits hier im Blog einstellen; der Blick in das Heft lohnt sich aber definitiv, weil die anderen Stellungnahmen (u.a. von Andreas Hepp, Ingrid Paus-Hasebrink, Michael Jäckel und Peter Schaar) alle sehr instruktiv und weiterführend sind.</p>
<blockquote><p>Meine Stellungnahme zum medienethischen Impulspapier besteht aus zwei Teilen, nämlich (1) einer kritischen Würdigung sowie (2) einigen Gedanken, die die Anliegen des Textes weiterführen und erweitern sollen. Dem Verständnis mag die Information dienen, dass ich mich aus einer kommunikationssoziologischen Perspektive mit Entwicklungen der internetbasierten Kommunikation befasse, die sich unter den Oberbegriff des „neuen Strukturwandels von Öffentlichkeit“ zusammenfassen lassen.<span id="more-859"></span></p>
<p><em>Kritische Würdigung</em></p>
<p>In gewisser Weise stellt die publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz mit der Bezeichnung „Impulspapier“ das eigene Licht unter den Scheffel. Der Text leistet deutlich mehr als „nur“ Impulse zu setzen, denn er nimmt in vorbildlicher Weise eine knappe, nichtsdestotrotz aber fundierte und von klaren Anliegen geleitete Analyse der gegenwärtigen Medienentwicklung vor. Die Leitbegriffe „Virtualität“ und „Inszenierung“ bringen zentrale Entwicklungen auf den Punkt, die sich nicht nur in digitalen Medien zeigen, dort aber besonders prägnant auftreten. Zugleich demonstriert der Text, dass die Kategorie „Authentizität“ geeignet ist, diese Entwicklung analytisch differenziert zu erfassen und ethische Probleme herauszuarbeiten. Dies ist auch deswegen erfreulich, weil Authentizität ein zentrales Motiv der Nutzungspraktiken im Internet ist, das zum Beispiel die Selbstpräsentation auf Netzwerkplattformen anleitet, aber auch die Erwartungen an das Auftreten von Politiker, Unternehmen oder Organisationen in den sozialen Medien prägt. Somit ist das Impulspapier anschlußfähig an die Alltagserfahrungen der Nutzer.</p>
<p>Die abgeleiteten „ethischen Bewährungsfelder“ sind hochgradig relevant. Kommunikative Gewalt ist ein zentrales Thema der Medienwirkungsforschung und der öffentlichen Debatte, wobei zu der Sorge um problematische Wirkungen von Gewaltdarstellungen in Film, Fernsehen oder Computerspiel in jüngerer Zeit auch die Sorge um kommunikative Gewalt in alltäglichen Interaktionen (Stichwort: Mobbing bzw. Bullying) tritt. Hier sei darauf hingewiesen, dass es sich nicht notwendigerweise nur um ein Problem der medial vermittelten Kommunikation handelt. Vielmehr ist auch Cybermobbing zunächst einmal vor allem Mobbing, also eine a-soziale Form der Interaktion zwischen Menschen, die sich auf ganz unterschiedlichen Kanälen äußern kann.</p>
<p>Auch das zweite Thema, Datenschutz, ist in der alltäglichen Nutzungspraxis wie in der gesellschaftlich-politischen Debatte ständig präsent. Dies hängt wiederum zu einem großen Teil mit der Popularität von Netzwerkplattformen wie Facebook oder StudiVZ zusammen, die im Impulspapier als drittes Bewährungsfeld diskutiert werden. Dies ist sinnvoll, weil sie prototypisch für die identifizierten Entwicklungen stehen:</p>
<ul>
<li>für den Wandel von Selbstdarstellung und Inszenierung mit Authentizität als einer leitenden Erwartung;</li>
<li>für die Erweiterung gesellschaftlicher Öffentlichkeiten, in denen das Filtern mit Hilfe von explizit gemachten sozialen Beziehungen an die Seite des professionell-journalistischen Auswählens, Aufbereitens und Verbreitens tritt;</li>
<li>schließlich auch für die Erweiterung der Kanäle für Konversation und Interaktion, ob im privat-persönlichen, beruflichen oder (zivil-)gesellschaftlichen Bereich.</li>
</ul>
<p>Bei all diesen Analysen begeht das Impulspapier nicht den Fehler, die populäre Gegenüberstellung von „digital natives“ und „digital immigrants“ zu reproduzieren. So hilfreich diese sein mag, um einzelne Entwicklungen auf den Punkt zu bringen, so problematisch ist sie doch. Denn der Blick auf Jugendliche und junge Erwachsene, die scheinbar so selbstverständlich mit digitalen Medien umgehen, ist oft exotisierend und mischt ein Drittel Bewunderung mit einem Drittel Unverständnis und einem weiteren Drittel Sorge. Die „Digital Natives“ sind dann tatsächlich die Anderen und Fremden, die Eingeborenen einer unbekannten Welt, in die die Erwachsenen nur als Touristen oder Einwanderer Zutritt haben.</p>
<p>Doch dies birgt die doppelte Gefahr, dass junge Menschen entweder alleine gelassen werden – „Was sollen wir Alten denen denn noch beibringen können?“ – oder aber mit Regeln und Erwartungen konfrontiert werden, die aus einer anderen Medienwelt stammen und nicht mehr passend sind. Der Weg des Impulspapiers erscheint hier deutlich konstruktiver und zukunftsgerichteter: Zum einen würdigt es den Stellenwert der digitalen Medien für die Bewältigung alltäglicher Aufgaben in einer Gesellschaft, die von Informationsfülle und Prinzipien der vernetzten Individualität gekennzeichnet ist. Zum anderen sucht es aber auch nach Fertigkeiten und Vermittlungsformen, die alle Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzen, selbstbestimmt, kenntnisreich und verantwortungsvoll an diesen Medien teilhaben zu können.</p>
<p><em>Weiterführende Gedanken</em></p>
<p>Aus der gelungenen Analyse gegenwärtiger Medienentwicklungen leitet das Papier eine Reihe von Forderungen bzw. Handlungsempfehlungen ab. Man könnte diese sicherlich um zusätzliche Bewährungsfelder erweitern und entsprechende ethische Forderungen und Kompetenzen skizzieren – Felder wie das Urheberrecht oder Formen der Arbeit und des Wirtschaftens in der Wissensgesellschaft fallen hier unmittelbar ins Auge. Meine Bemerkungen drehen sich stattdessen aber um zwei Aspekte, die aus meiner Sicht hochgradig anschlußfähig sind und geeignet scheinen, die Stoßrichtung des Textes weiter zu führen.</p>
<p>Dies betrifft erstens einen Begriff, der interessanterweise im Impulspapier an keiner Stelle explizit auftaucht: „Informationelle Selbstbestimmung“. Er ist im Zusammenhang der Volkszählungsdebatte der 1980er Jahre entstanden und hat, ausgehend vom Urteil des Bundesverfassungsgerichts 1983, maßgeblich die Vorstellung (und rechtliche Gestaltung) von Datenschutz in Deutschland beeinflusst. Im Kern besagt er, dass jeder Mensch die Kontrolle darüber haben sollte, welche personenbezogenen Daten über ihn von wem für welche Zwecke gespeichert und verwendet werden. Und auch wenn er unter anderen medialen und gesellschaftlichen Bedingungen geprägt wurde, halte ich ihn doch für sehr gut geeignet, die Art und Weise anzuleiten, wie wir in digitalen Medienumgebungen agieren.</p>
<p>Zum ersten besitzt er eine normative Komponente, die sich nicht in rechtlichen Ansprüchen und Verpflichtungen erschöpft, sondern auch den alltäglichen Umgang miteinander betrifft. Menschen erwarten, dass sie selbst bestimmen können, was sie wem offenbaren und wer Informationen über sie sammelt und weiter verbreitet, selbst wenn sie es nicht direkt mit einer datenverarbeitenden Stelle zu tun haben, sondern mit ihren Partnern, Bekannten, Nachbarn, Fremden im Zugabteil, o.ä.</p>
<p>Zum zweiten lässt sich der Begriff als ausgeübte Praxis deuten und damit der empirischen Analyse zugänglich machen: Wir können beobachten und vergleichen, wie Menschen informationelle Selbstbestimmung im Internet oder anderswo ausüben; wie souverän oder scheiternd, wie differenziert oder pauschal, wie offen oder restriktiv sie personenbezogene Informationen mit anderen teilen. Wir können auch überprüfen, inwieweit Merkmale des Kontexts diese Praxis beeinflussen, also inwiefern zum Beispiel die Vorstellung vom Publikum auf einer Internetplattform oder auch die technischen Voreinstellungen und Optionen der Software die informationelle Selbstbestimmung erleichtern oder erschweren.</p>
<p>Zum dritten schließlich bezeichnet der Begriff eine Kompetenz: Informationelle Selbstbestimmung ist etwas, was man unter gegenwärtigen Medienbedingungen können muss und können sollte. Das Impulspapier schneidet in Abschnitt VI.B.2 einige Facetten dieser Kompetenz an, doch eine weitergehende Differenzierung und Entwicklung von informationeller Selbstbestimmung als notwendige Kompetenz unserer Zeit steht noch aus.</p>
<p>Der zweite weiterführende Aspekt berührt das im Impulspapier entwickelte Verständnis von „Teilhabe“ bzw. „Partizipation“. Medien sind hierbei Werkzeuge, mit denen gesellschaftliche Teilhabe verwirklicht oder verbessert werden kann, weil sie als Kommunikationsmittel, als Schnittstellen und als Ausdrucksphänomene fungieren (siehe Kapitel V.C). Ich möchte eine weitere Facette von Teilhabe ergänzen: In dem Maße, in dem wesentliche Teile unseres sozialen Lebens und gesellschaftlicher Öffentlichkeit mit Hilfe von digitalen Technologien ermöglicht bzw. unterstützt werden, wird auch die Teilhabe an der Gestaltung dieser Technologien selbst eine wesentliche demokratische Aufgabe.</p>
<p>Dies betrifft auch, aber nicht nur die bereits angesprochene informationelle Selbstbestimmung – die softwareseitig vorgegebenen Optionen und Voreinstellungen von Plattformen wie Facebook, YouTube oder Twitter haben einen wesentlichen Einfluss auf die Zugänglichkeit und Verbreitung von Informationen. Aber auch gesellschaftliche Öffentlichkeit ist in wachsendem Maße von den Filter- und Sortierleistungen der Algorithmen geprägt, die nicht transparent sind. Im Bereich der mobilen Medien etabliert sich derzeit ein Modell, das anders als das Internet auf vergleichsweise geschlossenen Systemen beruht: Software bzw. „Apps“ auf Smartphones und Tablet-PCs sind nicht frei installierbar, sondern müssen über zentralisierte Marktplätze („App Store“, „Android Marketplace“ o.ä.) bezogen werden, deren Betreiber eine machtvolle, weil kontrollierende Rolle einnehmen. All diese Entwicklungen sind wiederum durch den Umstand gekennzeichnet, dass wir in aller Regel als „Kunde“ (und nicht als „Bürger“) an ihnen teilhaben: Wer sich für einen Dienst registriert, geht einen Vertrag mit den Betreibern ein und muss Allgemeine Geschäftsbedingungen akzeptieren, die kaum jemand liest, weil sie auch kaum jemand verstehen kann.</p>
<p>In all diesen Bereichen sind die Mitspracherechte der Nutzer nur gering ausgeprägt, wenn sie denn überhaupt existieren. Selbst die wesentliche Einflussmöglichkeit, die Konsumenten bzw. Kunden in der Regel bleibt, nämlich der Verzicht auf Konsum bzw. Nutzung der Dienste eines Anbieters, wird durch Monopolisierungstendenzen und Netzwerkeffekte vielfach erschwert: Facebook nicht zu nutzen kommt in bestimmten Altersgruppen der sozialen Isolation gleich, und die Plattform zugunsten einer Alternative zu verlassen, ist gleichbedeutend mit einem Verlust der dort eingestellten und gepflegten Informationen, weil diese nicht exportiert und an anderer Stelle eingepflegt werden können.</p>
<p>Zentrale Weichenstellungen für die Entwicklung der Mediengesellschaft werden derzeit in Feldern getroffen, wo Regulierung durch Recht und durch marktliche Verträge auf die starke Prägekraft von Software-Code trifft. Die vierte Säule der Rahmung menschlichen Handelns in digitalen Medien, die Regulierung durch Normen und ethische Prinzipien, droht demgegenüber gelegentlich etwas in den Hintergrund zu geraten. Das Impulspapier entwirft und begründet ethische Prinzipien, die uns bei der demokratischen Gestaltung der medialen Kommunikationsräume anleiten können – es kommt jetzt darauf an, die Prinzipien einzubringen und sich an dieser Gestaltung zu beteiligen.</p></blockquote>
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		<title>Vorwort zu Blogistan</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/862</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 09:34:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[In der &#8220;Hamburger Edition&#8221; des Hamburger Instituts für Sozialforschung ist dieser Tage die deutsche Übersetzung des Buches &#8220;Blogistan. Politik und Internet im Iran&#8221; erschienen. Ich habe für diese Ausgabe ein Vorwort beisteuern dürfen, das ich mit freundlicher Erlaubnis des Verlags hier ebenfalls veröffentlichen kann. Im Mai 2011 fand erstmals im Vorfeld einer G8-Tagung auch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/10/blogistan.jpg"><img class="size-medium wp-image-867 aligncenter" title="Camera 360" src="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2011/10/blogistan-300x225.jpg" alt="Blogistan" width="300" height="225" /></a></p>
<p>In der &#8220;Hamburger Edition&#8221; des <a href="http://www.his-online.de/">Hamburger Instituts für Sozialforschung</a> ist dieser Tage die deutsche Übersetzung des Buches &#8220;<a href="http://www.his-online.de/verlag/programm/detailseite/publikationen/blogistan.html">Blogistan. Politik und Internet im Iran</a>&#8221; erschienen. Ich habe für diese Ausgabe ein Vorwort beisteuern dürfen, das ich mit freundlicher Erlaubnis des Verlags hier ebenfalls veröffentlichen kann.</p>
<blockquote><p>Im Mai 2011 fand erstmals im Vorfeld einer G8-Tagung auch ein „eG8-Gipfel“ statt. Der französische Präsident Sarkozy hatte Größen der Internetbranche wie Mark Zuckerberg (Facebook), Jeff Bezos (Amazon) oder Eric Schmidt (Google), aber auch Vordenker wie Yochai Benkler (Harvard University) oder John-Perry Barlow (Electronic Frontier Foundation) eingeladen, um über die Bedeutung des Internets für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu sprechen. Dabei wurde immer wieder auf die Revolutionen in Nordafrika verwiesen: War die Welt zu Beginn des Jahres nicht (erneut) Zeuge geworden, wie in Tunesien oder Ägypten digitale Informations- und Kommunikationstechnologien den sozialen Wandel nicht nur schleichend und schrittweise, sondern rasant und disruptiv vorantreiben?</p>
<p>Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Medien immer eine wichtige Rolle für gesellschaftliche Veränderungen und politische Umstürze spielen: In der französischen Revolution des späten 18. Jahrhunderts waren das sich entwickelnde Zeitungswesen, aber auch Flugblätter, Vignetten und Karikaturen entscheidende Träger von Öffentlichkeit. In der Februarrevolution von 1917 spielte die Kontrolle über die Telegraphenleitungen eine wichtige Rolle bei der Koordination und Mobilisierung im riesigen russischen Reich. Die iranische Revolution von 1979 hingegen konnte auf Transistorradios und Kassettenrekorder zurückgreifen, um die Predigten und Aufrufe der Mullahs in der Bevölkerung zu verbreiten.</p>
<p>Heute, im Jahr 2011, spricht man von „Facebook-Revolutionen“ oder „Twitter-Revolutionen“ – die Werkzeuge, um Öffentlichkeit für politische Forderungen herzustellen, Gleichgesinnte zu mobilisieren und Aktivitäten zu koordinieren, haben sich ganz offensichtlich weiter entwickelt. Die Verbreitung von Mobiltelefonen und digitalen Kameras erhöht die Chance, dass Bilder von Demonstrationen, Protesten oder Übergriffen aufgezeichnet werden. Netzwerkplattformen, Blogs und Microblogs senken die Hürden weiter, diese Informationen dann auch nahezu in Echtzeit zu verbreiten. Die Schneeballeffekte, die in den vernetzten Öffentlichkeiten zum Tragen kommen, erhöhen die Reichweite der Bilder und Aufrufe – auch weil etabliert-professionelle Medien auf solche nutzergenerierten Inhalte zurückgreifen und in ihre eigene Berichterstattung einbinden. <span id="more-862"></span>So entstand anlässlich der Ereignisse in Nordafrika eine transnationale Öffentlichkeit. Jeder, der wollte, konnte buchstäblich „live“ die Proteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo oder dem Platz des 7. November in Tunis verfolgen und sich unter Umständen sogar selbst als Multiplikator fühlen, zum Beispiel durch das Weiterleiten von Informationen zum Umgehen von Internetsperrungen. Diese Form der politischen Teilhabe auch über Grenzen hinweg war in der Tat neu. Doch rechtfertigt sie es, von einer „Internet-Revolution“ zu sprechen? Die Einschätzungen von westlichen Beobachtern wie von Beteiligten vor Ort decken sich darin, dass die Ursache der Proteste nicht in den digitalen Technologien zu suchen sind, sondern in Faktoren wie hoher Jugendarbeitslosigkeit, grassierender Korruption oder steigenden Preise. Zudem wird zu Recht darauf hingewiesen, dass das Internet nicht per se demokratisch ist, auch wenn „Cyberoptimisten“ gerne eine quasi natürliche Verbindung zwischen dessen dezentralen technischen Architektur und demokratisierenden Wirkungen unterstellen.</p>
<p>Man muss aber nicht gleich ins andere Extrem des „Cyberpessimismus“ fallen um zu erkennen, dass die gleichen Technologien auch für Überwachung und Kontrolle, für Propaganda oder Zensur eingesetzt werden. Zudem gilt es zumindest zu bedenken, dass viele der Plattformen und Werkzeuge, mit deren Hilfe sich demokratische Öffentlichkeiten online formieren und artikulieren, im Grunde hochgradig kommerzialisiert sind: Sie werden von Unternehmen zur Verfügung gestellt und betrieben – für Nutzer, die nicht „Bürger“, sondern „Kunden“ sind und daher nur eingeschränkte Mitspracherechte (wenn überhaupt) bei der Gestaltung und Kontrolle der Kommunikationsräume haben, in denen sie sich über Persönliches wie Politisches austauschen.</p>
<p>Das Verhältnis von Internet und Politik ist also durchaus komplexer, als technikzentrierte Perspektiven, ob nun optimistisch oder pessimistisch, nahelegen. Dies liegt erstens daran, dass „das Internet“ als Analysekategorie schlechterdings ungeeignet, weil deutlich zu grob ist. Es vereint auf einer technischen Grundlage – verteilten Netzwerken von Rechnern, die auf der Basis spezifischer Protokolle Daten austauschen – eine Vielzahl von Kommunikationsdiensten, Angeboten und Plattformen, die je eigene Optionen eröffnen und Kommunikationsmodi unterstützen. Als Hybrid- oder Universalmedium stellt es Kanäle der interpersonalen one-to-one-Kommunikation (z.B. die E-Mail) genauso zur Verfügung wie es Formen der massenmedialen Kommunikation unterstützt, seien es Livestreams von Radio- oder Fernsehsendern oder die publizistischen Angebote von Online-Zeitungen. Hinzu kommen vielfältige Varianten der gruppen- oder netzwerkbezogenen Kommunikation, die sich auf Netzwerkplattformen, in Diskussionsforen oder Chatrooms äußert. Und nicht zuletzt bieten Onlinetechnologien interaktive Funktionen, die eher in den Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion fallen, beispielsweise Recherchen in Datenbanken und Archiven, spielerische Tools zur Ermittlung von politischen Präfenzen wie den Wahlomaten, oder Werkzeuge zur Abwicklung und Unterstützung von Transaktionen, Abstimmungen oder gar dem Online-Voting.</p>
<p>Zweitens: Welche tatsächlichen Folgen diese kommunikationstechnisch ganz unterschiedlich gestalteten Angebote für politisches Handeln entfalten, hängt von ihrer Einbettung in existierende institutionelle oder organisatorische Strukturen ab, die jeweils eigene Prägekraft einbringen. So agieren in einzelnen Politikfeldern ganz unterschiedliche kollektive Akteure, darunter Parteien, lokale Bürgerinitiativen, Nichtregierungsorganisationen o.ä., mit jeweils eigenen Zielen und Interessen, institutionalisierten Formen der Koordination und Abstimmung von Handeln sowie des Austragens von Konflikten, nicht zuletzt auch mit unterschiedlichen personellen oder finanziellen Ressourcen. In diesen existierenden Rahmen werden die neuen Technologien eingepasst – ob sie an die Seite oder an die Stelle anderer Werkzeuge und Technologien treten, ist aber nicht von vorneherein ausgemacht.</p>
<p>Werden diese Kontextbedingungen für onlinebasierte politische Kommunikation außer Acht gelassen, kommt es in aller Regel rasch zu Fehlschlüssen, wie sich exemplarisch am Umgang mit der vielbeachteten Online-Strategie des 2008er-Präsidentschaftswahlkampfs von Barack Obama zeigen lässt. Diese beruhte zu wesentlichen Teilen darauf, mit Hilfe von digitalen Plattformen lokale Unterstützernetzwerke zu initiieren (indem Gleichgesinnte vor Ort zusammengebracht wurden), deren Basisarbeit zu unterstützen (indem Wahlkampfmaterial und Argumentationshilfen, aber auch Adressen noch unentschlossener Wähler für Hausbesuche zur Verfügung gestelllt wurden) und nicht zuletzt bis dato ungekannte Summen an (Klein-)Spenden einzuwerben – mit denen ja ironischerweise massiv Werbeplätze im Fernsehen gekauft werden konnten.</p>
<p>Diese Strategie auf Deutschland zu übertragen scheiterte nicht an der Unwilligkeit oder Unkenntnis auf Seiten deutscher Wahlkämpfer (auch wenn Abneigungen gegen das Netz existieren mögen), sondern vielmehr daran, dass es hierzulande die Unterstützerwerke bereits, manche würden sagen: noch gibt: Es sind die Ortsvereine oder Bezirksgruppen der Parteien, die Engagement bündeln und auf eine stabile organisatorische Basis stellen, zudem auch zwischen den Wahlkämpfen aktiv sind. Durch das System der staatlichen Parteienfinanzierung in Kombination mit Mitgliedsbeiträgen sind Parteien und ihre Kandidaten darüber hinaus nicht im gleichen Maße darauf angewiesen, jeden Wahlkampf von Grund auf neu durch Spenden zu finanzieren.</p>
<p>Die Wechselwirkungen zwischen Internet und Politik sind schließlich komplex, weil sie drittens in umfassendere medial-kulturelle Konstellationen eingebettet sind, die aus – je nach Gesellschaft oder Subkultur, Szene oder Gemeinschaft unterschiedlichen – Formen und Praktiken der sozialen Organisation und des Verhältnisses von Indidivuum zum Kollektiv bestehen. Online-Plattformen wie Twitter oder Facebook in Kombination mit mobilen Endgeräten unterstützen eine spezifische Morphologie der sozialen Organisation, die sich mit dem kanadischen Soziologen Barry Wellman als „networked individualism“ oder „vernetzte Individualität“ bezeichnen lässt: Der Einzelne ist im Lebensverlauf beständig gefordert, seine individuelle Identität beständig und aktiv herzustellen und anderen zu signalisieren, weil traditionelle Vorgaben und Bindungen an Bedeutung verlieren. Dies geschieht zunehmend in lockeren, zeitlich flexiblen und örtlich weit reichenden Beziehungsgeflechten, die netzwerkartig organisiert sind, also nicht mehr so klar abgrenzbar sind wie beispielsweise die gesellschaftlichen Stände der Vormoderne oder die großen gesellschaftlichen Milieus des 20. Jahrhunderts. Digitale Technologien helfen, diese Anforderungen an die Gestaltung des eigenen Lebens zu bewältigen und bestärken diese dadurch gleichzeitig.</p>
<p>Doch diese Form von Sozialität, die gerade das Web 2.0 fördert und fordert, beinhaltet eben auch ein spezifisch westlich-modernes Verständnis des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft, das z.B. in Asien oder Nordafrika auf andere, kulturell-historisch verschieden geprägte Formen trifft, ob nun religiös, ethnisch, familial oder lokal geprägt. Inwieweit sich solche Formen von Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung behaupten können, sich – auch angesichts anderer tiefgreifender Veränderungen wie anhaltende Verstädterung oder ökonomische Globalisierung – wandeln oder aber sich die Sozialmorphologie des vernetzten Individualismus durchsetzt, ist nicht klar. Für das Verhältnis von Internet und Politik ist dies deswegen relevant, weil einerseits das dominierende Menschen- und Gesellschaftsbild auch die Grundlage für die Organisation von kollektiver Willensbildung und gesellschaftlichem Wandel darstellt. Andererseits werden die damit zusammenhängenden kulturellen, politischen und ökonomischen Konflikte um die Gestalt der „Weltgesellschaft“ eben auch mit Hilfe des Internets, in digitalen und (potentiell) globalen Öffentlichkeiten ausgetragen.</p>
<p>Es ist daher nur zu begrüßen, wenn sich Studien umfassend mit der gesellschaftlichen Verbreitung und Aneignung digitaler Technologien befassen. Das vorliegende Buch stellt ein hervorragendes Beispiel einer solchen fundierten Analyse dar. Es widmet sich dem Iran – einem Land, das vor den Ereignissen in Nordafrika gerne als Beispiel für die Potentiale des Internets herangezogen wurde. Die Proteste nach der Präsidentschaftswahl vom Sommer 2009 wurden ebenfalls über internetbasierte Plattformen wie YouTube, Flickr oder Blogs über die Grenzen des Landes getragen. Die Studie „Blogistan“ macht diese Ereignisse verständlich, indem es aus einer breiteren Perspektive die Entwicklung und gesellschaftliche Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Allgemeinen und von Weblogs im Speziellen im Iran skizziert und in den gesellschaftlichen sowie politischen Kontext einbettet.</p>
<p>Es liefert insbesondere Einblicke in die Vielfalt und die historische, kulturelle und politische Bedeutung iranischer Blogs. Deren Popularität lässt sich nicht allein auf den Wunsch nach freier Meinungsäußerung in einem repressiven Staat zurückzuführen, denn dann müssten in anderen arabischen Ländern oder auch in China deutlich mehr Blogger existieren. Vielmehr zeigen die Autoren auf, wie verschiedene Faktoren die iranische Blogosphäre prägen: Das im kollektiven Gedächtnis verankerte Erbe der Revolution, die alltäglichen repressiven Erfahrungen der Bürger, kulturelle Muster des (auch künstlerischen) Ausdrucks sowie die Vorstellungen von Kosmopolität die im Iran wie in der großen iranischen Diaspora verbreitet sind.</p>
<p>Die Studie öffnet zudem auch den Blick für erweiterte Formen der Teilhabe und des Politischen, die im Iran z.B. im Zwischen-den-Zeilen eines Poesieblogs oder der Diskussion scheinbar privat-persönlicher Eindrücke einer jungen Frau über ihren Alltag stecken. So trägt es auch zu einer differenzierteren Einschätzung der iranischen Gesellschaft bei; letztlich lässt es sich nämlich auch als Studie des Wandels von gesellschaftlich-kulturellen Strukturen des Iran durch die Linse der Medienentwicklung lesen.</p>
<p>Eine solche differenzierte Analyse hilft, den „western bias“ überwinden, der in vielen Analysen der gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Medientechnologien zu finden ist: Aneignung, Verbreitung und Konsequenzen gerade des Web 2.0 werden zumeist unter (implizitem) Rückgriff auf die amerikanische Gesellschaft diskutiert, anstatt die jeweilige kulturelle Einbettung der Technologien angemessen zu berücksichtigen. Das betrifft nicht nur den bereits erwähnten Vergleich der Online-Wahlkämpfe in den USA und Deutschland, sondern insbesondere auch Debatten um weiterführende gesellschaftliche Fragen wie die Vorstellung von Privatsphäre oder die Struktur der grenzüberschreitenden Internetökonomie, bei denen leider oft der Blick über den westlichen Tellerrand fehlt.</p>
<p>Dieses Buch ist also deswegen so verdienstvoll, weil es deutlich macht, dass Technologien eben nicht einfach so „wirken“, sondern ihre Nutzung, ihre Folgen und ihre kulturelle Signifikanz immer vom jeweiligen gesellschaftlichen Kontext abhängen – ohne jedoch kulturalistischen Determinismus an die Stelle des technologischen Determinismus zu setzen. Das Buch ist somit mehr als „nur“ eine Studie zu Weblogs im Iran, sondern vielmehr auch eine umfangreiche Abhandlung der Auswirkungen und Eingebettetheit neuer Medien auf und in gesellschaftliche Strukturen und politische Prozesse.</p></blockquote>
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		<title>Rezension zu &#8220;A private sphere&#8221;</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/823</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 12:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
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		<description><![CDATA[In einer der kommenden Ausgaben von &#8220;Medien und Kommunikationswissenschaft&#8221; wird eine Rezension von mir zum Buch &#8220;A private sphere. Democracy in a digital age&#8221; erscheinen. Im Blog ist sie heute schon zu lesen, und zwei weiterführende Links gibt es auch noch! :-) Rezension zu: Papacharissi, Zizi (2010). A private sphere. Democracy in a digital age. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einer der kommenden Ausgaben von &#8220;Medien und Kommunikationswissenschaft&#8221; wird eine Rezension von mir zum Buch &#8220;A private sphere. Democracy in a digital age&#8221; erscheinen. Im Blog ist sie heute schon zu lesen, und zwei weiterführende Links gibt es auch noch! :-)</p>
<blockquote><p><em>Rezension zu: Papacharissi, Zizi (2010). <a href="http://www.polity.co.uk/digitalmediaandsociety/bookinfo_privatesphere.aspx">A private sphere. Democracy in a digital age</a>. Cambridge: Polity.</em></p>
<p>Nicht nur aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive ist der Strukturwandel von Öffentlichkeit, den digitale Medientechnologien anstoßen und befördern, wohl eine der gesellschaftlich folgenreichsten Entwicklungen unserer Zeit. Im Alltag von Privatpersonen äußert er sich zum Beispiel in verschwimmenden Grenzen zwischen Privatsphäre und Selbstoffenbarung, was unter Umständen auch Gefühle von Kontrollverlust mit sich bringt. Für demokratische Gesellschaften als Ganze geht es hingegen um nicht weniger als die Frage, wie Praktiken der Information zu, Teilhabe an und Koordination von gesellschaftlichen Belangen unter den neuen Medienbedingungen gestaltet werden können.</p>
<p><span id="more-823"></span><a href="http://tigger.uic.edu/~zizi/Site/ziziweb.html">Zizi A. Papacharissi</a>, die an der University of Illinois in Chicago das Department of Communication leitet, hat mit „A private sphere“ eine Studie vorgelegt, die eine Reihe von Argumenten zu diesem Strukturwandel entfaltet und in breitere Diskussionen aus der politischen, soziologischen und kommunikations­wissenschaftlichen Forschung einbettet. In insgesamt sechs Kapiteln rekonstruiert sie unter anderem die Unterscheidung zwischen „private“ und „public“ in verschiedenen politischen Theorien, stellt unterschiedliche Modelle der Zugehörigkeit bzw. „citizenship“ dar und setzt sich mit der Frage auseinander, ob das Internet nur einen „public space“ oder auch eine „public sphere“ schaffe. Ersteres bejaht sie, letzteres weist sie zurück, weil zentrale Kriterien (gleichberechtigter Zugang zu Informationen; Reziprozität in der Kommunikation; Abwesenheit von „kommerzieller Kolonialisierung“) nicht erfüllt seien.</p>
<p>Um nicht bei dieser Defizit-Diagnose stehen zu bleiben, plädiert sie dafür, die gegenwärtigen konvergenten Praktiken nicht mehr am alten Idealmodell der Öffentlichkeit (organisierter, rationaler und verständigungsorientierter Diskurs in jedermann zugänglichen Arenen) zu messen, sondern über die Erweiterungen von Öffentlichkeit nachzudenken, die digitale Medien mit sich bringen. Dazu schlägt sie im letzten Kapitel des Buchs das Konzept der „private sphere“ vor, wobei sie darunter nicht die „Privatsphäre“ im deutschen Sinn versteht (die ja eher mit dem Begriff der „privacy“ korrespondiert). Vielmehr versucht sie mit dem Konzept zu fassen, dass das Internet persönlich-private Kommunikationsräume schafft, in denen Menschen soziale Beziehungen pflegen, die über die interpersonale Kommunikation hinausreichen: „Within this private sphere, the citizen is alone, but not lonely or isolated. The citizen is connected, and operates in a mode and with political language determined by him or her.” (S. 132).</p>
<p>Diese private sphere, so Papacharissi, äußere sich in einer Reihe von Praktiken, die zumindest das Potential für politische Teilhabe besäßen, auch wenn sie nicht per se politisch seien bzw. eine politische Öffentlichkeit konstitutierten. Fünf dieser „new civic habits“ beschreibt sie näher:</p>
<p>Erstens führt sie Praktiken des Identitäts- und Beziehungsmanagements rund um das “networked self“ bzw. die „remote connectivity“ an, wie sie sich vor allem auf Netzwerkplattformen äußern. Sie sind strukturell um das “Self” organisiert, das in ein erweitertes soziales Netzwerk eingebunden ist und diese sozialen Beziehungen beständig pflegt und aktualisiert, indem Informationen von persönlicher Relevanz zugänglich gemacht werden; darunter können auch politische Themen seien. Zweitens nennt sie Praktiken des Bloggens, die sie als Ausdruck von „Narzissmus“ im Sinne einer selbst-zentrierten und introspektiven Praxis interpretiert. Blogger würden ihr Tun demnach primär als expressive Aktivität verstehen, weniger als Deliberation.</p>
<p>Als drittes Beispiel dient ihr YouTube – weniger eine Praxis an sich, sondern eher ein Ort an dem sich politische Teilhabe mittels Formen der Satire, der kreativen Mashups und des Unvorhergesehenen äußere. Viertens geht sie auf „News Aggregation“ ein, also das kollaborative Erstellen von Ranglisten aktuell populärer Themen durch das Sammeln einer Vielzahl von Einzelstimmen oder „Votes“. Entsprechende Mechanismen finden sich inzwischen nicht mehr nur auf Plattformen wie digg.com, sondern fokussieren auch auf Twitter oder Facebook Aufmerksamkeit. Fünftens schließlich beschreibt sie Online-Aktivismus als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Aktivitäten, die nicht auf einzelne Plattformen oder Werkzeuge beschränkt sind und oft grenzüberschreitend soziale Bewegungen konstituieren.</p>
<p>Das Buch enthält zahlreiche interessante und aufschlussreiche Gedanken, darunter zum Beispiel das Argument, parallel zum Bedeutungsgewinn von Konsum als Modus der Zugehörigkeit sei auch „privacy“ – verstanden als „Sphäre in der man in Ruhe gelassen wird“ – zu einem Luxusgut geworden. Für eine wachsende Zahl von Bürgern sei gerade „informationelle Privatheit“ (Beate Rössler) nicht mehr zugänglich bzw. zu kostspielig; nicht zuletzt, weil sie gegen informationelle Güter und Dienstleistungen (wie den kostenfreien E-Mail-Account oder die Interaktionsmöglichkeiten auf einer Netzwerkplattform) getauscht werden kann, auf die zu verzichten sich nicht jeder leisten vermag.</p>
<p>Kritisch ist anzumerken, dass nicht immer analytisch deutlich argumentiert wird und die Zuordnungen von Technologien, Praktiken und Öffentlichkeiten nicht immer überzeugen, z.B. wenn YouTube vorrangig als Ort für Satire und Unvorhergesehenes interpretiert wird. Zudem werden viele der privat-persönlichen Räume der „private sphere“ von kommerziellen Unternehmen betrieben und kontrolliert. Fragen der informationellen Selbstbestimmung gegenüber diesen Datensammlern sowie der Einflussmöglichkeiten über die Gestaltung dieser Räume, letzlich also der selbstbestimmten Teilhabe auch an der private sphere, reisst Papacharissi eher an, als dass sie Antworten geben kann. Nichtsdestotrotz ist ihr Buch ein lesenswerter und anregender Beitrag zur Debatte um den neuen Strukturwandel von Öffentlichkeit.</p></blockquote>
<div id="tweetbutton823" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F823&amp;text=Rezension%20zu%20%26%238220%3BA%20private%20sphere%26%238221%3B&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F823" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Die Rolle von SNS im Bundestagswahlkampf 2009</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/793</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 09:56:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute habe ich das Belegexemplar des frisch erschienenen Sammelbandes &#8220;Das Internet im Wahlkampf. Analysen zur Bundestagswahl 2009&#8221; in der Post gefunden. Die Herausgeber Eva Johanna Schweitzerund Steffen Albrecht haben insgesamt 12 Beiträge betreut und versammelt, die sich mit &#8220;Kontexte und Strategien&#8221;, &#8220;Nutzer und Nutzung&#8221;, &#8220;Inhalte und Formaten&#8221; sowie dem Verhältnis von &#8220;Alte und neue Medien&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="../wp-content/uploads/2011/03/internetbuch.jpg"><img class="alignleft" title="Das Internetbuch" src="../wp-content/uploads/2011/03/internetbuch-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a> Heute habe ich das Belegexemplar des frisch erschienenen Sammelbandes &#8220;<a href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-17023-7/Das-Internet-im-Wahlkampf.html">Das Internet im Wahlkampf. Analysen zur Bundestagswahl 2009</a>&#8221; in der Post gefunden. Die Herausgeber Eva Johanna Schweitzerund Steffen Albrecht haben insgesamt 12 Beiträge betreut und versammelt, die sich mit &#8220;Kontexte und Strategien&#8221;, &#8220;Nutzer und Nutzung&#8221;, &#8220;Inhalte und Formaten&#8221; sowie dem Verhältnis von &#8220;Alte und neue Medien&#8221; befassen. Auf den ersten Blick, den ich gerade gewagt habe, ist es eine sehr umfassende und detaillierte Bestandsaufnahme zur Rolle des Internets bei der jüngsten Bundestagswahl; einzelne Texte widmen sich zum Beispiel den Erfolgsfaktoren politscher YouTube-Videos, der Rolle von Wahlblogs oder von Twitter, dem Wahl-O-Mat oder auch einem Vergleich von E-Campaigns in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA.</p>
<p>Ich bin als Ko-Autor eines Beitrags vertreten, den maßgeblich meine frühere studentische Mitarbeiterin und jetzige Master-Studentin an der LSE Jessica Kunert verfasst hat:</p>
<blockquote><p>Kunert, Jessica / Schmidt, Jan (2011): Hub, Fine-Tuner oder Business as Usual? Social Network Sites und die Bundestagswahl 2009. In: Schweitzer,   Eva Johanna / Steffen Albrecht (Hrsg.): Das Internet im Wahlkampf. Analysen zur Bundestagswahl 2009. Wiesbaden: VS. S. 226-243.</p></blockquote>
<div id="tweetbutton793" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F793&amp;text=Die%20Rolle%20von%20SNS%20im%20Bundestagswahlkampf%202009&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F793" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Gefordert, gefördert, gefährdet&#8221; &#8211; Computerspielprojekt abgeschlossen</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/758</link>
		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/758#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 10:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Game Studies]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.schmidtmitdete.de/?p=758</guid>
		<description><![CDATA[Heute (am 16.2.) werden im Rahmen der Fachtagung &#8220;Computerspiele zwischen Spaß, Pädagogik und Exzess&#8221; Ergebnisse eines Projekts vorgestellt, das mich von Mitte 2009 bis Ende 2010 insgesamt 15 Monate beschäftigt hat: Unter dem etwas sperrigen Arbeitstitel &#8220;Kompetenzerwerb, exzessive Nutzung und Abhängigkeitsverhalten bei Computerspielen&#8220;  habe ich mit Kolleg/innen vom Hans-Bredow-Institut sowie Jürgen Fritz und Tanja Witting [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute (am 16.2.) werden im Rahmen der Fachtagung &#8220;<a href="http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Veranstaltungskalender/Interne_Veranstaltungen/Flyer_ComputerspieleSocial-Games.pdf">Computerspiele zwischen Spaß, Pädagogik und Exzess</a>&#8221; Ergebnisse eines Projekts vorgestellt, das mich von Mitte 2009 bis Ende 2010 insgesamt 15 Monate beschäftigt hat: Unter dem etwas sperrigen Arbeitstitel &#8220;<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/node/2412">Kompetenzerwerb, exzessive Nutzung und Abhängigkeitsverhalten bei Computerspielen</a>&#8220;  habe ich mit Kolleg/innen vom Hans-Bredow-Institut sowie <a href="http://www.f01.fh-koeln.de/wvw/">Jürgen Fritz und Tanja Witting von der FH Köln</a> im Auftrag der <a href="http://www.lfm-nrw.de/">LfM in Nordrhein-Westfalen</a> die Nutzung und Auswirkungen von digitalen Spielen untersucht.</p>
<p>Die doppelte Perspektive &#8211; Kompetenzerwerb als positiv konnotierte Folge des Computerspielens, Computerspielabhängigkeit hingegen als gesellschaftliches Problem &#8211; und die für sich genommen schon umfangreichen Fragen haben recht hohe Ansprüche an das Forschungsdesign gestellt; wir haben letztlich sieben umfangreiche Spielanalysen, etwa vierzig ausführliche Interviews mit Computerspielern, fünf Interviews mit Experten aus Beratungseinrichtungen und eine repräsentative Befragung von Computerspielern (n=600) in Deutschland durchgeführt.</p>
<p>Die Ergebnisse des Projekts sind in verschiedener Form und Ausführlichkeit &#8211; und mit einem etwas knackigeren Titel (&#8220;Kompetenzen und exzessive Nutzung bei Computerspielern: Gefordert, gefördert, gefährdet?&#8221;) &#8211; zusammengefasst. Eine sehr knappe &#8220;executive summary&#8221; (s.u.) und eine etwas ausführlichere Zusammenfassung können dem eiligen Leser helfen. Die ausführlichen Befunde sind in drei Bänden der LfM-Schriftenreihe publiziert:</p>
<p>Die vollständigen Ergebnisse des Projekts sind publiziert in:</p>
<ul>
<li>Fritz, J.; Lampert, C.; Schmidt, J.; Witting, T. (2011) (Hrsg.):  Kompetenzen und exzessive Nutzung bei Computerspielern: Gefordert,  gefördert, gefährdet. Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt  für Medien NRW (LfM), Band 66. Berlin.<br />
(<em>Kapitel des Bandes: Einleitung; Theoretische und Methodische Grundlagen; Die Computerspieler in Deutschland; Wie Spieler spielen; Kompetenzförderung in und durch Computerspiele(n); Computerpiele(n) als zeitliches Phänomen; Problematische Nutzung und Abhängigkeit von Computerspielen; Medienpädagogische Konsequenzen und Handlungsbedarfe; Zusammenfassung und Fazit</em>)</li>
</ul>
<ul>
<li>Fritz, J.  (2011): Wie Computerspieler in Spiel kommen. Theorien und Modelle zur  Nutzung und Wirkung virtueller Spielwelten. Schriftenreihe  Medienforschung der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Band 67. Berlin.<br />
(<em>Eine Zusammenfassung der theoretischen Konzepte, die Jürgen Fritz im Laufe seiner langjährigen Forschung zu Computerspielen entwickelt hat.</em>)</li>
</ul>
<ul>
<li>Fritz, J.; Rohde, W. (2011): Mit Computerspielern ins Spiel kommen.  Dokumentation von Fallanalysen. Schriftenreihe Medienforschung der  Landesanstalt für Medien NRW (LfM), Band 68. Berlin.<br />
(<em>Die Dokumentation von fallanalytischen Spielerportraits, die auf der Grundlage der ausführlichen Interviews erstellt wurden.</em>)</li>
</ul>
<p>Zudem gibt es einen <a href="http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Forschung/Computerspiele2011-Anhangband.pdf">Anhangband mit weiteren Informationen und der Tabellendokumentation der Repräsentativbefragung, der online verfügbar</a> ist. Eher an Eltern richten sich Antworten auf einige häufig gestellte Fragen finden sich <a title="Fragen_Antworten_Kompetenzen_exzessiveNutzung.pdf (19.2 KB)" href="http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Forschung/Fragen_Antworten_Kompetenzen_exzessiveNutzung.pdf">hier</a>.</p>
<p>Dieser Beitrag ist vorab verfasst; ich werde nach der Veranstaltung einige weitere Informationen ergänzen.</p>
<p><strong>[Update] Eine Auswahl an Reaktionen</strong></p>
<p>Siehe auch diesen Eintrag für eine kurze <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/771">Einordnung der Berichterstattung<strong> </strong>zur Studie</a>.<strong><br />
</strong></p>
<ul>
<li>Martin Lorber, PR Director von EA, hat quasi live von der Tagung ein <a href="http://spielkultur.ea.de/kategorien/forschung/landesanstalt-fur-medien-nrw-relativiert-das-suchtproblem-bei-computerspielen-deutlich">kurzes Interview mit Jürgen Fritz und Uwe Hasebrink gebloggt</a>.</li>
<li>Spiegel Online hat mir einige Nachfragen gestellt und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,745907,00.html">berichtet über die Studie</a>.</li>
<li><a href="http://www.golem.de/1102/81481.html">Golem</a></li>
<li>Artikel im <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1297979668238.shtml">Kölner Stadtanzeiger</a>, mit Kritik von Prof. Christian Pfeiffer.</li>
<li>Ein <a href="http://schau-hin.info/startseite/detail/article/games-unvoreingenommen-naehern.html">Interview, das Schau hin</a> mit mir geführt hat.</li>
<li>Eine <a href="http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/presse0.html#c245">Pressemitteilung des &#8220;Fachverbands Medienabhängigkeit&#8221;</a> zum Artikel auf Spiegel Online.</li>
</ul>
<p><strong>Kurzzusammenfassung</strong></p>
<p>Mit den Themen Kompetenz und exzessive Nutzung nimmt die Studie zwei zentrale Themenfelder in den Blick, die auf den ersten Blick konträr, wenn nicht unvereinbar scheinen. Zum einen untersucht sie, was Computerspiele fordern und fördern, zum anderen geht sie der Frage nach, ob von Computerspielen eine Gefährdung im Sinne eines (zeitlichen) Kontrollverlustes ausgeht. Die Studie basiert auf einem Mehrmethodenansatz und berücksichtigt sowohl die Angebots- als auch die Nutzerseite. Zusammenfassend lassen sich folgende Ergebnisse hervorheben:</p>
<ul>
<li> Den Ergebnissen der Repräsentativbefragung zufolge spielen die deutschen Computerspieler (ab 14 Jahren) im Durchschnitt etwa 6,25 Stunden pro Woche. 17 Prozent von ihnen lassen sich als „extensive Spieler“ bezeichnen, die im Durchschnitt mehr als 90 Minuten pro Tag mit Computerspielen verbringen. Unter ihnen sind Männer sowie Jugendliche und junge Erwachsene (14 bis 29 Jahre) überproportional vertreten.</li>
<li>Unter Zuhilfenahme der <a href="http://kfn.de/Forschungsbereiche_und_Projekte/Medienwirkungsforschung/Computerspiel-_und_Internetabhaengigkeit.htm">KFN-CSAS-II-Skala</a> ermittelte die Studie, dass 98,6 Prozent der Computerspieler ein unauffälliges Spielverhalten zeigen, 0,9 Prozent über dem Schwellenwert für „gefährdet“ und 0,5 Prozent über dem für „abhängig“ liegen. Dabei handelt es sich jedoch um keine Diagnose von „Computerspielabhängigkeit“ im Sinne eines klinischen Störungsbildes.</li>
<li>Bindungsfaktoren, die eine intensive Auseinandersetzung mit Computerspielen begünstigen, finden sich in ganz unterschiedlichen Genres. Gerade im Bereich des onlinebasierten Spielens – insbesondere bei den „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Massively_Multiplayer_Online_Game">Massively Multiplayer Online Games</a>“ (MMOs) und auch die „<a href="http://socialgamestudies.org/report">Social Games</a>“ (wie z.B. <em>Farmville</em>) – ist eine Konvergenz von Spielmechanismen, Belohnungsstrukturen und sozialen Funktionen zu beobachten, die entsprechende Spiele attraktiv und motivierend machen.</li>
<li>Problematische Computerspielnutzung wird nicht durch ein konkretes Spiel bzw. Spielgenre verursacht. In denjenigen Fällen, in denen es zu einer zeitlich exzessiven Computerspielnutzung mit problematischen Auswirkungen auf andere Lebensbereiche kommt, wirken vielmehr Merkmale von Spieler, Spiel und Spielkontext zusammen. So kann es beispielsweise in biographischen Übergangsphasen, in denen wenig äußere Zeitstrukturen vorgegeben sind, zu intensivem Spielen kommen.</li>
<li>Computerspiele sind für viele Personen in einen sozialen Rahmen eingebettet, weil sie mit oder gegen andere gespielt werden. Das geteilte Unterhaltungserleben, das gemeinsame zielorientierte Handeln und auch die Möglichkeiten zur Kommunikation über das Spiel hinaus machen den Reiz vieler digitaler Spiele aus. Erfahrungen aus der Beratungspraxis zeigen, dass diese hochgradige soziale Orientierung insbesondere dann problematisch werden kann, wenn dadurch realweltliche Misserfolge kompensiert werden.</li>
<li>Selbstbestimmte Computerspielnutzung erfordert eigene Kompetenzen, insbesondere die Fähigkeit zur Selbstregulierung, um die den Computerspielen innewohnenden Zeitrhythmen mit Anforderungen aus anderen Bereichen des eigenen Lebens abgleichen zu können.</li>
<li>Computerspieler selbst rahmen digitale Spiele nur sehr selten als „Lernraum“ und vermuten, dass erworbene Kompetenzen innerhalb der digitalen Spiele verbleiben, es also allenfalls zu intramondialem Transfer, d.h. zu einer Übertragung der im Spiel erworbenen Kompetenzen auf andere, strukturell ähnliche Spiele kommt.</li>
<li>Medienpädagogisches Ziel muss sein, Computerspieler zu einem selbstbestimmten Umgang mit digitalen Spielen zu befähigen. Daher werden zum einen Anbieter aufgefordert, die Bindungsfaktoren der Spiele transparenter zu machen. Zum anderen sollte das Angebot für Eltern erweitert werden, das sie in die Lage versetzt, die Computerspielnutzung ihrer Kinder besser einschätzen und begleiten zu können. Bereits bestehende Angebote zur Förderung von Medienkompetenz im Umgang mit Computerspielen sollten ausgebaut bzw. finanziell verstetigt und vernetzt werden.</li>
</ul>
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		<title>HRK-Handreichungen zu Web 2.0 in Hochschulen</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/736</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Dec 2010 10:54:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Mitte 2009 bis Herbst 2010 war ich als externer Experte Mitglied einer Arbeitsgruppe1 der Kommission &#8220;Neue Medien und Wissenstransfer&#8221; der Hochschulrektorenkonferenz, die sich mit der Rolle von Web 2.0-Technologien für Hochschulen auseinandersetzte. Nach einer Auftaktveranstaltung arbeiteten wir in einer ganzen Reihe von Treffen an einer kompakten Handreichung, die zwischenzeitlich in der Reihe &#8220;Beiträge zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Mitte 2009 bis Herbst 2010 war ich als externer Experte Mitglied einer Arbeitsgruppe<sup><a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/736#footnote_0_736" id="identifier_0_736" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die anderen externen Experten waren Thomas Bernhardt, Bernd Kleimann und Florian L. Mayer.">1</a></sup> der Kommission &#8220;Neue Medien und Wissenstransfer&#8221; der Hochschulrektorenkonferenz, die sich mit der Rolle von Web 2.0-Technologien für Hochschulen auseinandersetzte. Nach einer <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/530">Auftaktveranstaltung </a>arbeiteten wir in einer ganzen Reihe von Treffen an einer <a href="http://www.hrk.de/de/home/home_5782.php">kompakten Handreichung</a>, die zwischenzeitlich in der Reihe &#8220;Beiträge zur Hochschulpolitik&#8221; erschienen ist. Das knapp <a href="http://www.hrk.de/de/download/dateien/Herausforderung_Web2.0.pdf">50seitige .pdf ist auf den Seiten der HRK downloadbar</a>; es enthält neben einer Einführung in das Phänomen auch eine ganze Reihe von aktuellen Einsatzbeispielen &#8211; die das <a title="HIS" href="http://www.his.de/" target="_blank">HIS</a> (Hochschul-Informations-System GmbH) an <a href="http://www.his.de/abt3/ab33/hrk_web_2_0">auf einer weigenen Webseite auch nochmal verlinkt</a> -  sowie einige Einschätzungen zur Rolle entsprechender Anwendungen in Lehre, Forschung und Verwaltung (siehe auch die Zusammenfassung unten).</p>
<p>Als besonderes Highlight hat ein Team der Fernuniversität Hagen auch noch ein kurzes Video produziert, das als Teaser auf die Handreichungen hinweist &#8211; wie ich finde, sehr gelungen.</p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Rwy0KmOBzdo?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Rwy0KmOBzdo?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
<blockquote><p><strong>Zusammenfassung:</strong> Das „Web 2.0“ und die mit ihm einhergehenden technischen, ökonomischen und gesellschaftlich-kulturellen Entwicklungen verändern das Kommunikations- und Informationsverhalten in unserer Gesellschaft. Insbesondere in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen gehören Dienste wie Wikipedia, Facebook, studiVZ, YouTube, Twitter oder Flickr zum Alltag.</p>
<p>Dies beeinflusst auch den Kontext, in dem sich Hochschulen und ihre Angehörigen bewegen: Menschen präsentieren sich mit ihrem Wissen, Erlebnissen und Erfahrungen im Internet, um soziale Beziehungen mit anderen Menschen pflegen und Informationen miteinander teilen zu können. Das verändert nicht nur den privat-persönlichen Alltag, sondern wirkt sich auch auf berufliche Netzwerke und gemeinsames Arbeiten aus. Web 2.0 fördert zudem den tiefer gehenden gesellschaftlichen Strukturwandel hin zur „vernetzten Individualität“ und schafft neue Öffentlichkeiten, in denen Informationen und Wissen aller Art ausgetauscht und verbreitet werden.</p>
<p>Hochschulen sollten diese Entwicklung nicht nur wahrnehmen, sondern selbst aktiv werden. Insgesamt zeigt sich anhand der dargestellten Einsatzbeispiele, dass an den Hochschulen bereits jetzt ein erhebliches Kreativitätspotenzial besteht. Dies gilt für Forschung, Lehre und zentrale Einrichtungen, wo die Möglichkeiten des Web 2.0 zur Vernetzung, Partizipation und Kollaboration bereits heute vielfältige Mehrwerte entstehen lassen.</p>
<p>Hochschulleitungen sollten im Gespräch mit beteiligten Akteuren und Experten prüfen, inwieweit einzelne Anwendungen hochschulweit etabliert und in nachhaltige Strukturen überführt werden können. Ausblickend ist zu erwarten, dass sich die Hochschulen im Zuge der aktuellen und zukünftigen Entwicklungen des Internets und der Internetnutzung sukzessiv verändern werden.</p></blockquote>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_736" class="footnote">Die anderen externen Experten waren <a href="http://www.elearning2null.de/about/thomas/">Thomas Bernhardt</a>, <a href="http://www.his.de/unternehmen/orga/mitarbeiter?auskunft=kleimann">Bernd Kleimann</a> und <a href="http://www.uni-bamberg.de/kowi/personen-einrichtungen/florian-l-mayer/">Florian L. Mayer</a>.</li></ol><div id="tweetbutton736" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F736&amp;text=HRK-Handreichungen%20zu%20Web%202.0%20in%20Hochschulen&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F736" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Netzwerkplattformen als Räume des Heranwachsens</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/725</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 12:43:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor inzwischen gut zwei Jahren habe ich auf der Tagung &#8220;Mit der Welt vernetzt&#8221; einen Vortrag mit ersten Befunden aus dem Projekt &#8220;Jugendliche und Web 2.0&#8243; gehalten. Wie das manchmal so ist, hat sich die dazugehörige Publikation etwas verzögert &#8211; aber jetzt ist der Sammelband erschienen. Das vollständige Inhaltsverzeichnis findet sich auf der Homepage des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor inzwischen gut zwei Jahren habe ich auf der Tagung &#8220;<a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/287">Mit der Welt vernetzt</a>&#8221; einen Vortrag mit ersten Befunden aus dem Projekt &#8220;Jugendliche und Web 2.0&#8243; gehalten. Wie das manchmal so ist, hat sich die dazugehörige Publikation etwas verzögert &#8211; aber jetzt ist der Sammelband erschienen. Das vollständige Inhaltsverzeichnis findet sich <a href="http://www.kopaed.de/kopaedshop/index.php?PRODUCT_ID=658">auf der Homepage des kopaed-Verlags</a>.</p>
<blockquote><p>Schmidt, Jan (2010): Netzwerkplattformen als Räume des Heranwachsens.  In: Fuhs, Burkard / Lampert, Claudia / Rosenstock, Roland (Hrsg.): Mit  der Welt vernetzt. Kinder und Jugendliche in virtuellen  Erfahrungsräumen. München: kopaed. S. 163-177.</p></blockquote>
<div id="tweetbutton725" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F725&amp;text=Netzwerkplattformen%20als%20R%C3%A4ume%20des%20Heranwachsens&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F725" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Zwei Rezensionen</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/686</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 10:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[In der neuesten Ausgabe der Publizistik sind zwei Rezensionen erschienen, an denen ich beteiligt bin. Einmal unmittelbar, denn ich habe eine Rezension zu zwei aktuellen Büchern verfasst (S. 205f.), die sich mit dem Internet im Alltag befassen: Meyen, Michael und Senta Pfaff-Rüdiger (Hrsg.): Internet im Alltag. Qualitative Studien zum praktischen Sinn von Onlineangeboten. – Berlin: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der neuesten Ausgabe der <a href="http://www.vsjournals.de/index.php;do=viewmag/site=pub/lng=de/area=kom/id=7/alloc=159/sid=ab24d23763ff2ada43c92dc4defaa988">Publizistik</a> sind zwei Rezensionen erschienen, an denen ich beteiligt bin. Einmal unmittelbar, denn ich habe eine Rezension zu zwei aktuellen Büchern verfasst (S. 205f.), die sich mit dem Internet im Alltag befassen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Meyen, Michael und Senta Pfaff-Rüdiger (Hrsg.): Internet im Alltag. Qualitative Studien zum praktischen Sinn von Onlineangeboten. – Berlin: Lit Verlag 2009 (= Reihe: Mediennutzung; Bd. 14). 376 Seiten. Preis: Eur 34,90.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Ahrens, Julia: Doing online, doing gender. Alltagspraktiken rund um das Internet in Deutschland und Australien. Bielefeld: transcript 2009 (= Reihe: Critical Media Studies;  Bd. 2). 324 Seiten. Preis: Eur 33,80.</p>
<p>An der anderen Rezension bin ich mittelbar beteiligt: Annika Sehl hat (auf S. 217f.)  den Sammelband des Projekts &#8220;<a href="http://www.hans-bredow-institut.de/webzweinull/">Jugendliche und Web 2.0&#8243;</a> besprochen, den ich mit Ingrid Paus-Hasebrink und Uwe Hasebrink herausgegeben habe. Hier das <a href="http://www.vsjournals.de/index.php;do=pdf/sid=2c363eb955ec5473de048ad416c08334/site=pub/lng=de/area=kom/article_id=8280/doi=10.1007~s11616-010-0084-3">.pdf des gesamten Rezensionsteils</a>.</p>
<div id="tweetbutton686" class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F686&amp;text=Zwei%20Rezensionen&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=horizontal&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.schmidtmitdete.de%2Farchives%2F686" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div>]]></content:encoded>
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