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	<title>Schmidt mit Dete &#187; Meta-Blogging</title>
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		<title>Boateng und das Internet</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 12:39:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Presse Funk und Fernsehen]]></category>
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		<description><![CDATA[(&#8230;) Zudem will ich anmerken, dass Sie als Soziologe sicherlich eine hervorragende Menschenkenntnis haben und bestimmt ein netter Typ sind.
Aber: Der Fall Boateng ist ene reine Sache, die sich über den Fußball erklären lässt. Diese Emotionen entstehen nur durch den Fußball. Deswegen sind diese Reaktionen bei Facebook usw. auch nur kurzfristig. Sie werden sehen, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>(&#8230;) Zudem will ich anmerken, dass Sie als Soziologe sicherlich eine hervorragende Menschenkenntnis haben und bestimmt ein netter Typ sind.</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>Aber: Der Fall Boateng ist ene reine Sache, die sich über den Fußball erklären lässt. Diese Emotionen entstehen nur durch den Fußball. Deswegen sind diese Reaktionen bei Facebook usw. auch nur kurzfristig. Sie werden sehen, dass sich spätestens zur WM der Fall Boateng wiedergelegt hat.</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>Naja was ich damit sagen will ist, dass Sie sich bei solchen Themen als Soziologe lieber raushalten sollten. Unter anderem stellen Sie nämlich gleich wieder die Deutschen als Nazis dar. Ich denke unser geschichtlicher Hintergrund hat uns schon genug bestraft. Gerade Sie als stolzer Deutscher sollten doch bestrebt sein, dass dieses Image an Wert verliert.</em></p>
<p style="text-align: right;">(Aus einer Mail, die ich am 18.5. in Reaktion auf einen <a href="http://portal.gmx.net/de/themen/wm2010/deutsches-team/10450598-iptc-bdt-20100518-427-dpa_24880850.html#.00000002">Artikel bei gmx.de</a> erhielt)</p>
<p>Ich bin ja nun wirklich der Letzte, dem man <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/category/sport">mangelndes Interesse an Fussball</a> vorwerfen könnte. Und doch meine ich, dass es derzeit wichtigere Themen gibt, als das Foul von Kevin-Prince Boateng an Michael Ballack, die WM-Chancen der deutschen Nationalmannschaft, und der Diskussion zu diesem Thema im Internet.</p>
<p>Aber ich habe in den vergangenen drei Tagen gefühlte 50 Prozent meiner Arbeitszeit mit Interviews und Stellungnahmen zu dem Thema verbracht, und auch oben stehende Mail erhalten, die ich&#8230; hmmm&#8230; interessant finde. Also werde ich einfach mal noch ein paar Gedanken zu dem Thema loswerden, auch und gerade als Soziologe. :-)</p>
<p>Zu Beginn stand ein Gespräch, das ich Dienstag mit einer dpa-Redakteurin geführt habe und in dem es um die Anti-Boateng-Gruppen auf Facebook sowie genereller um die unfreundlichen, teils auch rassistischen Kommentare gegen ihn in Internetforen, auf Twitter etc. ging. Die daraus entstandene dpa-Meldung wurde verschiedentlich unverändert veröffentlicht (z.B. auf <a href="http://portal.gmx.net/de/themen/wm2010/deutsches-team/10450598-iptc-bdt-20100518-427-dpa_24880850.html#.00000002">gmx.de</a>), teilweise um weitere Recherchen ergänzt (z.B. auf <a href="http://www.welt.de/sport/fussball/article7686753/Ballack-Foul-Hetzjagd-gegen-Boateng-im-Internet.html">welt.de</a> oder <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/413/511518/text/4/">sueddeutsche.de</a>), für die ich gelegentlich auch nochmal gesondert befragt wurde (z.B. auf <a href="http://www.swr.de/ratgeber/multimedia/boateng/-/id=1818/nid=1818/did=6403846/mv1vza/index.html">swr.de</a>), und sie war Ausgangspunkt für Hörfunkanfragen (z.B. Deutschlandfunk).</p>
<p>Zunächst mal eine grundsätzliche Feststellung zu meinem Zitat &#8220;Die Brutalität ist erschreckend&#8221;: Mir ist schon klar, dass rund um den Fussball relativ oft Bemerkungen oder Beschimpfungen fallen, die nicht jugendfrei, und leider oft auch rassistisch sind. Ich bin also nicht per se überrascht darüber, dass es sowas gibt &#8211; aber trotzdem erschrecke ich jedes mal, wenn ich mit solchen Sprüchen konfrontiert bin, ganz egal ob ich sie in den Fanrängen einer Arena um mich herum höre, in der U-Bahn oder eben in Internetforen. Auf die latente Fremdenfeindlichkeit und die außersportlichen Inszenierungen und Stigmatisierungen, die in der Diskussion um &#8220;Ghetta-Boateng vs. Capitano Ballack&#8221; ebenfalls eine Rolle spielen, will ich hier gar nicht ausführlich eingehen, siehe dazu z.B. &#8220;<a href="http://blog.derbraunemob.info/2010/05/19/essay-mit-zweierlei-masz-deutschlands-fouls-an-boateng/">Deutschlands Foul an Boateng</a>&#8221; oder den oben schon erwähnten <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/413/511518/text/4/">SZ-Artikel</a> sowie das ausgezeichnete ZEIT-Dossier über die beiden <a href="http://www.zeit.de/2010/20/DOS-Bolzplatz">Boateng-Brüder</a>.</p>
<p>Mir geht es eher um die kommunikativen Mechanismen, die zu dieser Aufschaukelung geführt haben; sie sind einerseits recht einfach zu erklären, andererseits aber auch wieder etwas komplexer &#8211; man kann eben nicht von <em>der</em> Hetzjagd in <em>dem</em> Internet sprechen. Einige Gedanken hierzu:</p>
<p>Die rasche Prominenz, die die ersten Anti-Boateng-Gruppen<sup>1</sup> auf Facebook erhalten haben, sind Resultat der Schneeballeffekte, die in den persönlichen Öffentlichkeiten der Plattform entstehen können: Jede Person, die einer Gruppe beitritt, kommuniziert automatisch genau dies auch an den eigenen Kontaktkreis; so wird jedes neue Mitglied wiederum zum Multiplikator. Nimmt man hinzu, dass diese Gruppen vermutlich auch an anderen Stellen im Netz verlinkt waren, und dass über sie auch in den reichweitestärkeren Medien berichtet wurde, verwundert die Dynamik ihres Wachstums nicht.</p>
<p>Etwas komplizierter ist die Frage, warum Menschen solchen Gruppen beitreten und sich ggfs. auch abfällig, beleidigend, rassistisch o.ä. äußern. Zunächst mal sind die beiden Dinge voneinander zu trennen: Wer einer Gruppe beitritt, meldet sich nicht automatisch dort in der &#8220;Diskussion&#8221; auch zu Wort &#8211; vielen reicht schon der Beitritt an sich als Statement, mit dem die eigene Haltung zu einem bestimmten Sachverhalt ausgedrückt (=auf dem eigenen Profil sichtbar und im eigenen Live Feed für das erweiterte soziale Netzwerk mitgeteilt) wird.</p>
<p>Eine beliebte Erklärung für ähnliche Online-Phänomene (Hassgruppen, Beleidigungen, etc.) ist die vorgebliche Anonymität bzw. Pseudonymität, aus der heraus man leicht schimpfen oder hetzen könne, weil ja keine Rückschlüsse auf die &#8220;echte Identität&#8221; der Person möglich seien. Ich meine, dass nicht die Pseudonymität allein per se problematisch ist, sondern ein zweiter Faktor der Architektur von onlinebasierten Kommunikationsräumen wichtig ist: Auch in pseudonymen Umgebungen können sich Regeln des kommunikativen Umgangs miteinander herausbilden, wenn die Nutzer wiederholt miteinander in Kontakt kommen. Dann können nämlich relativ stabile Erwartungen, &#8220;Fremdbilder&#8221; und Rollen entstehen &#8211; regelmäßige Nutzer eines Forums wissen z.B. einfach aus früherer Erfahrung, dass Nutzer &#8220;Muskelprotz74&#8243; auf eine bestimmte Art kommuniziert, während Nutzer &#8220;Schnuffelbärchen&#8221; gerne trollt und Nutzer &#8220;OldenburgRulez&#8221; ein Newbie ist. Auf solche halbwegs stabilen &#8220;Online-Identitäten&#8221; lässt sich reagieren, auch wenn man vielleicht gar nicht weiß, wer &#8220;Muskelprotz74&#8243; in Wirklichkeit ist: ihr Verhalten lässt sich einordnen und ggfs. sanktionieren.</p>
<p>In kommunikativen Umgebungen, in denen Pseudonymität herrscht UND Nutzer nur einmalig oder punktuell zusammentreffen, steigen hingegen die Chancen für unreguliertes und problematisches kommunikatives Verhalten. In den Kommentaren bei YouTube-Videos zeigt sich dies m.E. immer besonders ausgeprägt; nicht zufällig verlässt sich YouTube zusätzlich auf technisch unterstützte Mechanismen zur Regulierung von Kommentaren (den Daumen hoch/runter-Knopf), denn eine vorrangig diskursive soziale Kontrolle ist unter der dort herrschenden  Kommunikationsarchitektur eher schwierig durch zu halten.</p>
<p>Facebook-Gruppen sind aus dieser Perspektive ein durchaus interessanter Fall: Nutzer treten dort in der Regel mit ihrer echten Identität und mit Klarnamen auf  (was zumindest theoretisch eher &#8216;dämpfend&#8217; bzw. mäßigend wirken sollte, weil man ja ggfs. negative Sanktionen zu befürchten hätte). Gerade in solchen spontan entstandenen Gruppen scheint aber die Erwartung nicht sonderlich groß, dort über einen längeren Zeitraum aktiv zu sein, weswegen man auch eher mal eine unüberlegte Äußerung tätigt. Ohnehin scheint mir die überwiegende Mehrheit derjenigen, die sich im Kommentarbereich bzw. der Pinnwand zu Wort melden, nicht per se rassistisch oder verhetzend, sondern eher erbost, wütend, aufgebracht &#8211; also eine Reaktion aus dem Moment heraus, ohne dass über die Konsequenzen der eigenen Meinungsäußerung groß nachgedacht wurde. Das entspricht m.E. auch dem Kommunikationmodus, der in persönlichen Öffentlichkeiten dominiert: Man publiziert nicht, sondern man unterhält sich und betreibt Konversation; man wägt nicht objektiv Argumente gegeneinander ab, sondern drückt seine subjektive Meinung aus &#8211; in diesem Fall zugegebenermaßen alles in einem eher rauher Tonfall.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_678" class="footnote">Die Ursprungsgruppe &#8220;82.000.000 gegen Boateng&#8221; scheint inzwischen gelöscht zu sein.</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Einige Notizen zu den rivva-Leitmedien</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/662</link>
		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/662#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 16:50:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>
		<category><![CDATA[rivva]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute ist bei carta ein interessantes Portrait von Frank Westphal, dem Macher von rivva.de erschienen. Das hat mich daran erinnert, dass ich seit einigen Tagen schon vorhatte, Ergebnisse einer kleinen Auswertung zu bloggen, die ich mit meiner studentischen Mitarbeiterin Jessica Kunert vor knapp einem Monat vorgenommen habe.
Im Kern ging es uns darum zu ermitteln, welches [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist bei <a href="http://carta.info/25259/portraet-frank-westphal-ich-wuerde-gern-die-frank-schirrmacher-maschine-bauen/">carta ein interessantes Portrait von Frank Westphal</a>, dem Macher von <a href="http://rivva.de/">rivva.de</a> erschienen. Das hat mich daran erinnert, dass ich seit einigen Tagen schon vorhatte, Ergebnisse einer kleinen Auswertung zu bloggen, die ich mit meiner studentischen Mitarbeiterin Jessica Kunert vor knapp einem Monat vorgenommen habe.</p>
<p>Im Kern ging es uns darum zu ermitteln, welches die Leitmedien für die deutschsprachige Blogosphäre sind, also woher die Nachrichten (im weiten Sinne verstanden) stammen, die in der Blogosphäre diskutiert werden. Dazu haben wir uns rivva vorgenommen &#8211; die Plattform scannt nicht die gesamte deutschsprachige Blogosphäre, sondern folgt &#8220;3.800 deutschsprachigen Quellen und 850 englischsprachigen.  Im Pool befinden sich fast genau 150.000 Twitter-Accounts, von denen zurzeit etwa 50.000 aktiv verfolgt werden&#8221; (Auskunft F. Westphal in einer mail an mich vom 5.3.<span style="text-decoration: line-through;">2003</span>2010).</p>
<p>Rivva führt auf der gesonderten Seite „<a href="http://rivva.de/leitmedien">Leitmedien</a>“ eine tagesaktuelle Auswertung, welchen Anteil einzelne Online-Angebote im Lauf der vergangenen 100 Tage an den Beiträgen auf Startseite von Rivva besitzen, also wieviel Prozent der Beiträge, die auf der Startseite von Rivva auftauchten (weil sie eine &#8220;Aufmerksamkeitsschwelle&#8221; überschritten, indem sie von Blogs verlinkt oder getwittert wurden), von Spiegel Online, Netzpolitik.org o.ä. stammen. Für unsere erste Auswertung haben wir am 2.3.2010 die Daten entnommen und etwas näher untersucht:</p>
<ul>
<li>Betrachtet man den prozentualen Anteil, den einzelne Angebote an den Meldungen auf der Startseite von Rivva aufweisen, lässt sich eine für vernetzte Öffentlichkeiten typische Verteilung feststellen &#8211; auf einige wenige Quellen konzentriert sich ein relativ hoher Anteil der Aufmerksamkeit: Aus den zehn Top-Quellen stammen zusammen genommen 28 Prozent aller Startseiten-Beiträge; die Top 100 Quellen (von insgesamt 588 aufgeführten Quellen) sogar 68 Prozent.</li>
</ul>
<p><em>Die zehn aufmerksamkeitsstärksten Angebote im Rivva-Leitmedienindex</em></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="84" valign="top">Rang</td>
<td width="239" valign="top">Name</td>
<td width="292" valign="top">Anteil an Beiträgen auf Startseite   (in %)</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">1</td>
<td width="239" valign="top">SPIEGEL ONLINE</td>
<td width="292" valign="top">6,74</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">2</td>
<td width="239" valign="top">FAZ.NET</td>
<td width="292" valign="top">4,19</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">3</td>
<td width="239" valign="top">The Official Google   Blog</td>
<td width="292" valign="top">2,76</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">4</td>
<td width="239" valign="top">ZEIT ONLINE</td>
<td width="292" valign="top">2,59</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">5</td>
<td width="239" valign="top">heise online News</td>
<td width="292" valign="top">2,49</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">6</td>
<td width="239" valign="top">netzpolitik.org</td>
<td width="292" valign="top">2,40</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">7</td>
<td width="239" valign="top">Artikel / sueddeutsche.de</td>
<td width="292" valign="top">2,03</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">8</td>
<td width="239" valign="top">CARTA</td>
<td width="292" valign="top">1,96</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">9</td>
<td width="239" valign="top">TechCrunch</td>
<td width="292" valign="top">1,43</td>
</tr>
<tr>
<td width="84" valign="top">10</td>
<td width="239" valign="top">Stefan Niggemeier</td>
<td width="292" valign="top">1,41</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Stand: 2.3.2010</p>
<p>In einem nächsten Schritt haben wir uns die 100 führenden Quellen des Leitmedienindexes näher angesehen und anhand verschiedener Kriterien kategorisiert, nämlich Sprache; Anzahl und journalistischer Hintergrund der Autoren; Typ der Öffentlichkeit (s.u.)<sup>1</sup>. Diese Auswertung erbrachte:</p>
<ul>
<li>Etwa zwei Drittel der 100 führenden Quellen sind deutschsprachige Angebote (70), denen 30 englischsprachige Quellen gegenüberstehen.</li>
<li>Etwa ein Drittel der Quellen (34) sind Angebote, die nur von einer Person betrieben werden. 45 Angebote haben – soweit erkennbar – einen festen Stamm von Autor/innen, und 21 Angebote haben „Magazin-Charakter“, d.h. es gibt wechselnde Autor/innen.</li>
<li>Ein Drittel der Quellen (32) lässt sich dem Typ „persönliche Öffentlichkeit“ zurechnen, in dem Themen vorrangig nach Kriterien der individuell-persönlichen Relevanz ausgewählt und aufbereitet werden. Jeweils etwa ein Viertel der Quellen sind neue publizistische Öffentlichkeiten (z.B. Netzpolitik oder Spreeblick; 23), sind Bestandteil publizistischer Angebote, die auch ausserhalb des Internets etabliert sind (also z.B. Spiegel Online, tagesschau.de oder auch Blogs im Onlineauftritt der FAZ; 22) oder Angebote im Rahmen von unternehmerischer bzw. organisationaler Öffentlichkeitsarbeit bzw. PR (23).</li>
<li>Bei etwas mehr als der Hälfte aller Quellen (54) war kein professionell-journalistischer Hintergrund des/der Autor/innen erkennbar. Bei den übrigen 46 Angeboten war dies entweder durch die Art des Angebots (z.B. Online-Auftritt eines etablierten Mediums) oder durch Selbstcharakterisierungen (im Impressum, einem Selbstverständnis o.ä.) ersichtlich, wobei in neun Fällen journalistische und nicht-journalistische Autor/innen gemeinsam verantwortlich zeichnen.</li>
</ul>
<p>Bereits erwähnt habe ich, dass die 100 populärsten Quellen für etwa zwei Drittel aller Beiträge (68 Prozent) auf der Startseite von Rivva verantwortlich sind. Schlüsselt man den Anteil auf, den die vier publizistischen Typen an diesen Beiträgen haben, ergibt sich folgendes Bild: 41 Prozent (aller Beiträge der &#8220;Top 100&#8243;-Quellen auf der Startseite) entfallen auf etabliert-publizistische Angebote, 23 Prozent auf neue publizistische Angebote, 19 Prozent auf persönliche Öffentlichkeiten und 17 Prozent auf Quellen aus dem Bereich der PR oder Organisations- bzw. Unternehmenskommunikation. Achtung: Wir haben nicht den &#8220;long tail&#8221; der übrigen 488  &#8220;Startseiten-Artikel-Lieferanten&#8221; untersucht, sodass man diese Prozentwerte nicht auf alle Beiträge verallgemeinern kann, die in der Blogosphäre diskutiert werden.</p>
<p>Was kann man nun mit diesen Erkenntnissen anfangen? Zunächst mal ist es ein weiterer Beleg dafür, dass blogbasierte Öffentlichkeiten mit professionell-journalistischen Öffentlichkeiten verschränkt sind; nimmt man noch den Befund aus einer<a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/456"> früheren kleinen Studie</a> hinzu, dass weniger als zehn Prozent der Verweise von Blogs auf massenmediale Quellen explizit kritisch sind, sondern es überwiegend reine Referenzierungen oder sogar Empfehlungen sind, erhärtet sich der Befund, dass Blogs die Aufmerksamkeit für journalistische Inhalte noch vergrößern.</p>
<p>Allerdings machen die Online-Angebote etablierter (=auch ausserhalb des Internets vertretener) Medien nur einen kleinen Teil der Quellen aus; neben neue publizistische Anbieter tritt auch der neue Typ der &#8220;persönlichen Öffentlichkeit&#8221;, bei dem einzelne Personen ohne journalistische Vorbildung oder expliziten Anspruch Themen liefern, die von anderen Blogs aufgegriffen und diskutiert werden.</p>
<p>Interessant wäre es natürlich, diesen Schnappschuss von Anfang März 2010 um weitere Analysen zu ergänzen, also z.B. Verläufe über Monate oder Jahre hinweg zu identifizieren (Werden etablierte Medien als Quelle wichtiger? Werden deutsche oder englischsprachige Quellen wichtiger?) oder aber die Kategorien zu verfeinern, anhand derer die &#8220;Leitmedien der Blogosphäre&#8221; klassifiziert werden können. Mal sehen, wann ich dazu komme.. ;-)</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_662" class="footnote">Eine eingehende Analyse, bspw. von Themenwahl, Präsentationsstil, redaktioneller Organisation oder Regelmäßigkeit der Veröffentlichungen der Quellen, haben wir aus Zeitgründen zunächst weg gelassen.</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Rezension zu &#8220;International Blogging&#8221;</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/642</link>
		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/642#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 14:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Für eine der kommenden Ausgaben von Medien &#38; Kommunikationswissenschaft habe ich ein Buch lesen und besprechen dürfen; unten die um einige Links angereicherte Rezension:
Russell, Adrienne / Nabil Echchaibi (Hrsg.): International Blogging. Identity, Politics, and networked publics. New York: Peter Lang. 205 Seiten.
Auch wenn Netzwerk- und Videoplattformen oder die Wikipedia deutlich weiter verbreitet sind: Blogs haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für eine der kommenden Ausgaben von <a href="http://www.m-und-k.info/">Medien &amp; Kommunikationswissenschaft</a> habe ich ein Buch lesen und besprechen dürfen; unten die um einige Links angereicherte Rezension:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Russell, Adrienne / Nabil Echchaibi (Hrsg.): <a href="http://www.amazon.de/International-Blogging-Identity-Networked-Formations/dp/1433102331">International Blogging. Identity, Politics, and networked publics</a>. New York: Peter Lang. 205 Seiten.</p>
<p>Auch wenn Netzwerk- und Videoplattformen oder die Wikipedia deutlich weiter verbreitet sind: Blogs haben sich als niedrigschwellige Formate des onlinebasierten Publizierens und damit als prototypische Vertreter des Web 2.0 etabliert. Dies drückt sich auch in einem stetig wachsenden Forschungsstand aus, in dem jedoch international vergleichende Untersuchungen nach wie vor eher dünn gesät sind. Die zu besprechende Aufsatzsammlung vereint neun länder- bzw. sprachbezogene Fallstudien, deren Anspruch Ko-Herausgeberin <a href="http://adrienne.typepad.com/">Adrienne Russell</a> (University of Denver, USA) in ihrer Einleitung formuliert: Stellenwert und Folgen von Blogs sollen in Beziehung zum jeweiligen nationalen Mediensystem sowie dem politischen und kulturellen Kontext diskutiert werden. So ließe sich zum einen der Dominanz des us-amerikanischen Modells von Blogs und ihrer gesellschaftlichen Institutionalisierung entgegnen, zum anderen einer impliziten Technikeuphorie vorbeugen, die gesellschaftliche Wirkungen vorrangig aus technischen Merkmalen ableitet.</p>
<p>Die Fallstudien besitzen in „Identität“ und „Politik“ zwei gemeinsame inhaltliche Nenner. Diese verweisen darauf, dass Blogs eine Verbindung zwischen individueller Selbstpräsentation (durch das explizit-Machen und Aushandeln von Identitätsaspekten) und kollektiven Handeln (durch die Artikulation politischer Positionen oder Widerstände) schaffen können. Zur weitergehenden Strukturierung des Bandes taugen diese beiden Leitbegriffe allerdings nur bedingt; die Autor/innen argumentieren letztlich doch zu sehr von unterschiedlichen Perspektiven und aufgrund unterschiedlicher methodischer Zugänge, sodass die inhaltliche Klammer des Bandes eher schwach bleibt.</p>
<p>Positiv ist hervorzuheben, dass alle Kapitel einen kurzen historischen Überblick zur Verbreitung und Institutionalisierung von Blogs in den betrachteten Ländern haben. Darauf aufbauend liegt der Fokus mal auf einzelnen Angeboten wie dem „<a href="http://yahoo.bondyblog.fr/">Bondy Blog</a>“, das N. Echchaibi als Forum für marginalisierte Stimmen aus den französischen Banlieues charakterisiert, oder dem Blog des italienischen Komikers <a href="http://www.beppegrillo.it/">Beppe Grillo</a>, das in Kombination mit anderen Online-Werkzeugen graswurzelartige politische Strukturen in Italien fördert (G. Navarria). Andere Beiträge analysieren die Rolle von Blog-Netzwerken: <a href="http://snurb.info/">Bruns</a>/Adams zeigen auf Grundlage von Netzwerk- und Inhaltsanalysen der australischen politischen Blogosphäre, dass dort eine hohe Polarisierung, aber eher links-progressive Tendenzen vorzufinden ist, die sie als Gegengewicht zu den eher konservativen Mainstream-Medien des Landes deuten. In Singapur hingegen, so Y. Ibrahim, stehen Blogs vor allem in Konflikt mit der dort herrschenden politischen Kultur, die Pluralismus als Bedrohung ansieht und sich u.a. in einer starken Regulierung bis hin zur direkten Kontrolle der etablierten Medien äußert.</p>
<p>In einem besonders lesenswerten Text diskutieren Alexanyan/Koltsova, wie sich auf der Plattform „<a href="http://www.livejournal.com/">LiveJournal</a>“ sowohl die nationale wie die transnationale russissche Online-Kultur manifestiert. Interessant ist diese Fallstudie auch deswegen, weil LiveJournal 1999 in den USA gegründet wurde, seit 2007 aber in Besitz des russischen Medienunternehmens SUP ist. Diese Übernahme erzeugte vor allem bei den nicht in Russland lebenden russigsprachigen Nutzern Sorgen: „[On LiveJournal] there is the large Russian diaspora, many with powerfully negative memories of the Soviet Union, and with a deep-seated distrust of anything associated with Russian commercial or political interests. These people specifically chose LiveJournal as ‘their online home’ because of its American ownership, and their reaction to having any part of their LiveJournal data ‘transferred’ to Russia is akin to having themselves symbolically deported.” (78)</p>
<p>Die Beiträge zur muslimischen Blogosphäre (E. Siapera) sowie zu Blogs in Marokko (A. Douai) und China (K. de Vries) sind insofern problematisch, als bei ihnen nur auf englischsprachige Blogs zurückgegriffen wird. Dadurch können sie zwar herausarbeiten, wie sich in den Blogs „reconfigurations of western modernity“ (Siapera) artikulieren oder Verbindungen zu globalen Diskursen über Menschenrechte, Demokratisierungsbemühungen o.ä. hergestellt werden. Leider bleibt durch diese Beschränkung jedoch unklar, welchen Stellenwert Blogs jenseits dieser – relativ gesehen – Elitendiskurse der international orientierten Blogger haben. Dies führt zum letzten Kritikpunkt an dem Band: Der Fokus auf politische Kommunikation und die Verbindungen zu massenmedialen politischen Öffentlichkeiten lässt zu selten deutlich werden, ob bzw. zu welchem Grad Blogs in den jeweiligen Gesellschaften noch andere Sphären des Identitäts- und Beziehungsmanagements berühren, beispielsweise in Bezug auf das Verhältnis von lokalen und globalen Populärkulturen, oder für die Pflege von erweiterten sozialen Netzwerken aus dem Privatleben. Für die international vergleichende Blogforschung gibt es also noch eine ganze Menge zu tun.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Blogging practices &#8211; framework visualized</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/615</link>
		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/615#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 10:44:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[What a surprise: A couple of months ago I discussed some aspects of my blogging practice framework with Manolo Vergara from Mexico, who was working at his masters&#8217; thesis in Communication at that time.  As part of that work, he collaborated with designer Mariana González Guzmán-Poirê (check out her collection of Mexican kitsch.. :-)) to [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>What a surprise: A couple of months ago I discussed some aspects of my <a href="http://jcmc.indiana.edu/vol12/issue4/schmidt.html">blogging practice framework</a> with <a href="http://www.contramedia.name/">Manolo Vergara</a> from Mexico, who was working at his masters&#8217; thesis in Communication at that time.  As part of that work, he collaborated with designer <a href="http://marianasix.deviantart.com/">Mariana González Guzmán-Poirê</a> (check out her <a href="http://marianasix.deviantart.com/art/Kitsch-137909489">collection of Mexican kitsch</a>.. :-)) to create the following visualization of the framework &#8211; much better than the one I&#8217;ve created<sup>1</sup> for the original article .</p>
<p>Thanks to both of You!</p>
<p><a href="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2009/12/BloggingPractices2.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-614" title="BloggingPractices2" src="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2009/12/BloggingPractices2-231x300.png" alt="BloggingPractices2" width="231" height="300" /></a></p>
<p>(Click to enlarge)</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_615" class="footnote">&#8230; using MS Word.. ;-) </li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Öffentlichkeiten und Informationsselektion bei Twitter</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 15:22:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen all den Konferenzreisen komme ich zum Glück zumindest ab und an auch mal dazu, mir einige konzeptionelle Gedanken zu machen. Schon länger geistert mir durch den Kopf, wie man die spezifische Architektur des Kommunikationsraums von Twitter visualisieren könnte, der ja trotz mancher Ähnlichkeiten dann doch anders als z.B. das Weblog oder die Profilseite auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen all den <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/592">Konferenzreisen</a> komme ich zum Glück zumindest ab und an auch mal dazu, mir einige konzeptionelle Gedanken zu machen. Schon länger geistert mir durch den Kopf, wie man die spezifische Architektur des Kommunikationsraums von Twitter visualisieren könnte, der ja trotz mancher Ähnlichkeiten dann doch anders als z.B. das Weblog oder die Profilseite auf einer Netzwerkplattform gestaltet ist. Heute hatte ich endlich mal etwas Zeit, eine Abbildung zu basteln, die ich gern zur Diskussion stelle.</p>
<p><a href="http://www.schmidtmitdete.de/images/twitteroeffentlichkeit.jpg"><img class="aligncenter" title="Twitteröffentlichkei" src="http://www.schmidtmitdete.de/images/twitteroeffentlichkeit.jpg" alt="" width="722" height="610" /></a><em>Strukturell</em> will ich damit ausdrücken, dass sich der einzelne Nutzer von Twitter im Schnittfeld von zwei unterschiedlichen Sphären befindet: Dem &#8220;Radar&#8221;<sup>1</sup> und dem &#8220;Publikum&#8221;. Mit &#8220;Radar&#8221; meine ich den kontinuierlichen Fluss von Informationen, die meine Quellen liefern und der mir <a href="http://www.nytimes.com/2008/09/07/magazine/07awareness-t.html?_r=2&amp;pagewanted=1&amp;oref=slogin">ambient awareness</a> liefert. Mit &#8220;Publikum&#8221; ist der Kreis meiner Follower gemeint, an den meine eigenen Tweets gehen (und für die ich also Teil von deren Radar bin). Die Personenkreise meines Radars und meines Publikums können sich zu gewissem Grad überlappen, müssen es aber nicht; im Extremfall folgen mir völlig andere Menschen als denen ich folge. Dies erleichtert nicht nur die individuelle Informationsverarbeitung, denn meine Aufmerksamkeit mag begrenzt sein, während mir durchaus hunderte oder tausende Menschen folgen können. Aus Netzwerkt-Perspektive ist eine geringe Überlappung deswegen relevant, weil ich dann als Makler zwischen meinem Radar und meinem Publikum fungieren kann.</p>
<p><em>Prozessual </em>sind meines Erachtens drei Stufen bzw. Selektionsentscheidungen voneinander zu trennen:</p>
<ol>
<li><em>Wem folge ich</em>? Hier sind ganz unterschiedliche Kriterien denkbar, darunter z.B. persönliche Bekanntschaft oder Freundschaft, (gefühlte) Reziprozitätsnormen, Prominenz, Vertrauen in eine Informationsquelle, das strategische Zusammenstellen möglichst unterschiedlicher Quellen, &#8230;</li>
<li><em>Was lese ich zu einem konkreten Zeitpunkt</em>? Dies betrifft die jeweils situationsspezifische Abwägung, ob ich meinem &#8220;Radar&#8221; Aufmerksamkeit widme. Für manche mag das routinisiert erfolgen, andere entscheiden dagegen ad hoc, ob sie sich einklinken. Sehr wahrscheinlich spielt auch die Größe des „Radars“ hierbei eine wichtige Rolle.</li>
<li><em>Was sende ich bzw. was verbreite ich weiter?</em> Dies betrifft grundsätzlich zunächst die Auswahl aus der Fülle möglicher Informationen (ob nun basierend auf anderen Quellen im Netz, dem eigenen Alltag oder momentanen Einfällen), die man twittern könnte. Aber auch beim Empfehlen, Weiterleiten oder Retweeten von Botschaften aus dem eigenen Radar legen Nutzer bestimmte Selektionskriterien an<sup>2</sup>.</li>
</ol>
<p>Die Selektionskriterien wären empirisch zu überprüfen (und variieren sicher in hohem Maße zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen). Noch nicht enthalten in dem Modell sind beispielsweise @-Replies, Listen oder auch der Umstand, dass man Tweets ja auch rezipieren kann ohne einer Person zu folgen. Da muss ich nochmal drüber nachdenken. Genauso wie ich überlegen muss, inwieweit sich das Modell auch auf andere persönliche Öffentlichkeiten jenseits von Twitter übertragen lässt, z.B. auf den Buschfunk der VZs oder den activity feed von Facebook. Vielleicht hat der eine oder die andere meiner geneigten Leserschaft ja Anmerkungen oder Ideen?</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_595" class="footnote">Ich habe vorhin auf Twitter auch gefragt, welche alternativen Bezeichnungen es gäbe. Danke für Eure Antworten: <a href="http://twitter.com/oetting/statuses/5680296359">Filter</a>, <a href="http://twitter.com/macava/statuses/5680312269">Bühne</a>, <a href="http://twitter.com/snurb_dot_info/statuses/5680353945">Tracker bzw. Pfadfinder</a>, <a href="http://twitter.com/uknaus/statuses/5680413348">Inspirationsquelle</a>, <a href="http://twitter.com/chris_politicus/statuses/5680519430">Quellen</a>, <a href="http://twitter.com/Hami11er/statuses/5680524545">Sensoren</a>, <a href="http://twitter.com/ragnarh/statuses/5680620238">Hinterbühne</a>, <a href="http://twitter.com/mediakaleid/statuses/5680645233">Selektoren</a>, <a href="http://twitter.com/malte_politicus/statuses/5681210080">Regisseure bzw. Produzenten</a>, <span><span><a href="http://twitter.com/_tillwe_/statuses/5681843744">SchauspielerInnen bzw. Programm oder hubs</a>.</span></span> Update: <a href="http://twitter.com/meineverlag/statuses/5681939233">Inspiration</a>, <a href="http://twitter.com/macava/statuses/5681986106">Akteur/actor</a> </li><li id="footnote_1_595" class="footnote">Siehe hierzu auch den <a href="http://de.wrs.yahoo.com/_ylt=A0oG756IeP1KiIEBfpUzCQx.;_ylu=X3oDMTByamlqaW9mBHNlYwNzcgRwb3MDMwRjb2xvA2FjMgR2dGlkAw--/SIG=125q4tu6k/EXP=1258211848/**http%3a//www.danah.org/papers/TweetTweetRetweet.pdf">Paper-Entwuf von boyd/Golder/Lotan 2010</a>.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Übereifriger Jugendschutzfilter</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 07:42:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Nach der Arbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Abwechslung mal wieder was Kurzweiliges: An sich ist ja schon interessant, dass Spreeblick beim SiteCoach-Jugendschutzfilter aufgrund vermeintlich jugendschutzgefährdender Inhalte geblockt wird. Viel interessanter finde ich aber die Begründung &#8211; denn &#8220;Forbidden Keyword fisting!&#8221; klingt ja weniger jugendschutz- als gesundheitsgefährdend&#8230; 1

Ob da der ZDF-Versprecher von vor einigen Tagen Pute Pate stand?
Fehlermeldung gesehen im Bahnhofsinternetcafe von Würzburg.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Abwechslung mal wieder was Kurzweiliges: An sich ist ja schon interessant, dass <a href="http://www.spreeblick.com/">Spreeblick</a> beim SiteCoach-Jugendschutzfilter aufgrund vermeintlich jugendschutzgefährdender Inhalte geblockt wird. Viel interessanter finde ich aber die Begründung &#8211; denn &#8220;Forbidden Keyword fisting!&#8221; klingt ja weniger jugendschutz- als gesundheitsgefährdend&#8230; <sup>1</sup></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-589" title="keywordfisting_spreeblick" src="http://www.schmidtmitdete.de/wp-content/uploads/2009/10/keywordfisting_spreeblick.png" alt="keywordfisting_spreeblick" width="480" height="360" /></p>
<p>Ob da der <a href="http://www.spreeblick.com/2009/10/07/fisting-attacken/">ZDF-Versprecher von vor einigen Tagen</a> <span style="text-decoration: line-through;">Pute</span> Pate stand?</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_588" class="footnote">Fehlermeldung gesehen im Bahnhofsinternetcafe von Würzburg.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Blogs vs. MSM &#8211; Mehr Lob als Kritik</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/456</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 09:24:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>
		<category><![CDATA[gor09]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Monaten habe ich viele Vorträge über das neue Netz im Allgemeinen gehalten, über persönliche Öffentlichkeiten und die Grenzverschiebungen der Privatsphäre. Bei der diesjährigen General Online Research Conference (GOR) kann ich zur Abwechslung mal wieder aktuelle Forschungsergebnisse über Blogs vortragen, genauer: Zum Verhältnis von Weblogs und den etablierten, journalistisch betriebenen Medien. Den Vortrag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Monaten habe ich viele Vorträge über das neue Netz im Allgemeinen gehalten, über persönliche Öffentlichkeiten und die Grenzverschiebungen der Privatsphäre. Bei der diesjährigen <a href="http://www.gor.de/gor09/index_en.php">General Online Research Conference</a> (GOR) kann ich zur Abwechslung mal wieder aktuelle Forschungsergebnisse über Blogs vortragen, genauer: Zum Verhältnis von Weblogs und den etablierten, journalistisch betriebenen Medien. Den Vortrag zu &#8220;How do blogs comment on mainstream media content?&#8221; halte ich am morgigen Mittwoch, für meine geneigten Leserinnen und Leser gibt es hier schon mal einen exklusiven Vorgucker.</p>
<p>Ausgangspunkt der kleinen Inhaltsanalyse, die ich im Herbst 2008 mit meinen studentischen Mitarbeitern Julia Gutjahr und Norman Müller durchgeführt habe, war die Beobachtung, dass <a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/archives/595">die Onlineauftritte der etablierten Medien (MSM) zu den meistverlinkten Angeboten in der Blogosphäre</a> gehören. Bislang eher unklar war allerdings, inwieweit diese Links auch in einen wertenden Kontext eingebunden sind: Verlinken Blogs auf MSM, um deren Inhalte zu kritisieren, oder um zu loben? Oder doch eher, um einfach &#8220;neutral&#8221;<sup>1</sup> hinzuweisen?</p>
<p>Um diese Frage zu beantworten, haben wir eine Inhaltsanalyse einer Zufallsauswahl von Links (N=1.168) aus der deutschsprachigen Blogosphäre auf 20 populäre MSM-Angebote sowie 5 populäre Blogs durchgeführt. Das Schlüsselergebnis: Die ganz überwiegende Mehrheit der Verlinkungen (~80 Prozent) ist nicht wertend, sondern neutral. Unter den wertenden Beiträgen überwiegen die positiven Beiträge (also Lob, Empfehlungen o.ä.; 11,5%), und nur eine Minderheit von Blogeinträgen (7,4%) verweist kritisch auf die Inhalte von professionell-journalistischen Angeboten.</p>
<p>Es gibt noch einige Unterschiede zwischen einzelnen Subgruppen, die allerdings alle nicht sonderlich stark sind; besonders interessant finde ich, dass die Online-Angebote von öffentlich-rechtlichen Anbietern tendenziell etwas positiver bewertet werden als die Angebote der privaten Konkurrenz (sowohl Rundfunk als auch Print).</p>
<p>Alles weitere dann morgen beim Vortrag oder in dem Paper, das ich hoffentlich zeitnah erstellen kann.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=schmidtjanhowdoblogscommentonmsm-090404131009-phpapp01&amp;stripped_title=schmidt-jan-how-do-blogs-comment-on-msm" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=schmidtjanhowdoblogscommentonmsm-090404131009-phpapp01&amp;stripped_title=schmidt-jan-how-do-blogs-comment-on-msm"></embed></object></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_456" class="footnote">Aufmerksamkeitsökonomisch ist bereits ein &#8216;neutraler&#8217; Link eine Empfehlung, da ja die Aufmerksamkeit eines Lesers auf die verlinkte Quelle gelenkt wird.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Journalistische Ethik im Social Web</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/422</link>
		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/422#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2009 14:42:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftscafe]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte ja bereits einige Male das Thema &#8220;Forschungsethik im Web 2.0&#8221; angeschnitten; heute bin ich auf einen interessanten und leider nicht sonderlich erfreulichen Fall gestossen, dass sich ähnliche Fragen auch für den Journalismus stellen1, insbesondere im Umgang mit online verfügbaren persönlichen Daten. Darauf aufmerksam gemacht hat mich eine Redakteurin von &#8220;Zapp&#8220;, die wohl in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte ja bereits <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/416">einige Male</a> das Thema &#8220;<a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/99">Forschungsethik im Web 2.0</a>&#8221; angeschnitten; heute bin ich auf einen interessanten und leider nicht sonderlich erfreulichen Fall gestossen, dass sich ähnliche Fragen auch für den Journalismus stellen<sup>1</sup>, insbesondere im Umgang mit online verfügbaren persönlichen Daten. Darauf aufmerksam gemacht hat mich eine Redakteurin von &#8220;<a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/index.html">Zapp</a>&#8220;, die wohl in der heutigen Sendung (Mi, 23.00 Uhr, NDR) einen Bericht darüber bringen werden. Ich hoffe, ich verderbe ihnen jetzt keine exklusive Story &#8211; ich finde diesen Fall aber sehr spannend und will meine Einschätzung mal niederschreiben&#8230;.</p>
<p>[Update 18.00 Uhr: Naja, so ganz exklusiv ist das ohnehin nicht mehr, wie ich gerade <a href="http://rivva.de/about/http://www.abendblatt.de/daten/2009/02/25/1062418.html">bei rivva.de</a> feststelle.. :-)]</p>
<p>[Update 23.30 Uhr: Der Zapp-Beitrag lief gerade; <a href="http://www.hoerfunkakademie.de/?id=24,403">Hans Paukens</a>, Geschäftsführer der Deutschen Hörfunkakademie, war mit seiner Einschätzung zu sehen - er erinnerte ebenfalls an journalistische Ethikrichtlinien und meinte sinngemäß: Die Publikation der persönlichen Texte und Fotos bedient allenfalls den Voveurismus des Publikums.]</p>
<p>Der Hintergrund: Vor einigen Tagen wurde <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,608974,00.html">in Bad Bramstedt eine vierköpfige Familie tot aufgefunden</a>; laut Staatsanwaltschaft wohl &#8220;erweiterter Suizid&#8221;, sehr wahrscheinlich durch den Vater. Das Hamburger Abendblatt bestreitet schon seit einigen Tagen die Regionalberichterstattung mit dem Fall &#8211; und hat heute <a href="http://www.abendblatt.de/daten/2009/02/25/1062418.html">Textauszüge und Fotos aus dem Blog des Vaters</a> veröffentlicht. Laut Artikel, um &#8220;Einblicke[..] in die Seele eines Verzweifelten&#8221; zu geben &#8211; aus meiner Sicht ist dabei allerdings eine Grenze überschritten worden.</p>
<p><em>Als Einschub: Ich kann das Vorgehen des Abendblatts bzw. der zwei verantwortlichen Journalisten nicht (presse-)rechtlich beurteilen, sondern kommentiere hier aus der Sicht eines Wissenschaftlers, der sich mit den Merkmalen und Praktiken der neuen &#8220;persönlichen Öffentlichkeiten&#8221; im Internet auseinandersetzt.</em></p>
<p>Interessant ist zunächst die einleitende Formulierung, dem &#8220;Abendblatt lieg[e] exklusiv das Internet-Tagebuch (Blog) des Familienvaters vor&#8221; &#8211; da ganze Textstellen wörtlich zitiert werden, ist es ein leichtes, via Google das frei verfügbare Blog ausfindig zu machen, also kann von Exklusivität eigentlich keine Rede sein. Hinzu kommt, dass im Artikel der Name des Sohns aus erster Ehe zwar geändert wurde, aber im Blog der echte Name steht. Merke: wörtliche Zitate aus dem Internet können gegooglet werden, dadurch ist Anonymität nicht mehr gewährleistet.</p>
<p>Es geht aber noch weiter: Wenn man den Namen des Blogs (augenscheinlich ein nickname des Mannes) googelt, stösst man auf eine Reihe weiterer Profile, z.B. bei Youtube und giga.de, und auf eine Homepage der Familie mit Fotogalerie, einem Gästebuch u.a. Von dieser Homepage sind Fotos entnommen und im Abendblatt gedruckt worden &#8211; allerdings wird als Quelle der Name eines der Journalisten genannt, der an dem Artikel mitgeschrieben hat. Zudem sind Kommentare von Besuchern der Seite (offenbar Freunde der Familie) in <a href="http://www.abendblatt.de/daten/2009/02/23/1059443.html?s=2">einem weiteren Artikel des Abendblatts zitiert worden</a>.</p>
<p>Was zeigt uns dies? Zunächst einmal, dass unter Umständen bereits einige wenige Informationen genügen, um sich ein deutlich umfassenderes Bild einer Person zu ergooglen; hier genügte bereits ein wörtliches Zitat im Abendblatt, um dann vermittelt über einen relativ eindeutigen Nickname an mehr Informationen zu kommen.</p>
<p>Die spannendere Frage ist allerdings, ob es ethisch vertretbar ist, diese privaten Informationen in einem journalistischen Artikel zu verwenden? Meiner Ansicht nach: Nein. Im Blog stehen teilweise sehr persönliche Einträge (z.B. die Schilderung eines Konflikts mit der Ex-Frau), und es ist an vielen Stellen deutlich zu erkennen, dass es für den Mann die Online-Variante eines Tagebuchs ist, in dem er Erlebnisse und Gedanken für sich selbst niederschreibt. Es gibt keine Kommentare (zumindest sind mir beim Drüberscannen keine aufgefallen), sodass das &#8220;für-sich-selbst schreiben&#8221; noch verstärkt wird. Die Homepage der Familie richtet sich meinem Eindruck nach vor allem an Freunde und Bekannte, die dort teilweise ja auch Kommentare hinterlassen. Texte und Bilder aus diesen persönlichen Öffentlichkeiten herauszulösen und im Abendblatt einem breiten Publikum zugänglich zu machen, verletzt meines Erachtens die Privatsphäre der betroffenen Personen &#8211; ganz abgesehen davon (und von mir mangels Kenntnis nicht beurteilbar), wie presserechtlich das Einholen eines Einverständnisses geregelt ist, wenn private Informationen über Verstorbene veröffentlicht werden sollen.</p>
<p>Der offensichtliche Einwand gegen meine Bedenken ist natürlich: Aber es steht doch frei im Netz, dann ist es doch nicht mehr privat! Ja und nein &#8211; ich halte es nicht für ethisch falsch, solche frei verfügbaren Informationen im Netz zu recherchieren, denn in dieser Hinsicht sind sie tatsächlich nicht privat. Aber ich halte es für falsch, diese Informationen anschließend zu veröffentlichen (noch dazu ohne Einwilligung<sup>2</sup> ), weil damit die Publikumserwartungen des Mannes bzw. der Familie verletzt wurden. Die wiederum machen einen wesentlichen Teil der Privatsphäre aus: Die Kontrolle darüber, was ich welchem Personenkreis gegenüber preisgebe, wird ganz maßgeblich davon geleitet, welches Publikum ich für Äußerungen oder Verhalten annehmen kann.</p>
<p>Die persönlichen Informationen aus Blog und Homepage waren ganz offensichtlich nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt, sondern für eine eingeschränkte, eben: die persönliche Öffentlichkeit. Und letztlich setzt ja genau hier auch journalistische Ethik an: Abzuwägen, ob man bestimmte Informationen, die man hat, auch veröffentlichen sollte.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_422" class="footnote">In diesem Zusammenhang auch nochmal der Hinweis auf die <a href="http://www.coolepark.de/2009/02/14/recherche-im-social-web-ethische-perspektiven">Präsentation von Tobias Eberwein</a> bei der Medienethik-Tagung vor zwei Wochen</li><li id="footnote_1_422" class="footnote">Wobei ich nicht beurteilen kann, ob bzw. wer in diesem konkreten Fall um Einwilligung gebeten wurde.</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Aufsatz zu Bildblog in den Media-Perspektiven</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/370</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 16:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
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		<description><![CDATA[In der aktuellen Ausgabe (11/2008) der Media-Perspektiven ist ein Aufsatz erschienen, in dem meine Bamberger Kollegen und ich uns mit Watchblogs auseinandersetzen und die Ergebnisse der Bildblog-Umfrage kurz zusammenfassen:
Mayer, Florian L./Gabriele Mehling/Johannes  Raabe/Jan Schmidt/ Kristina Wied (2008): Watchblogs aus der Sicht der Nutzer. Befunde einer Onlinebefragung zur Nutzung und Bewertung von Bildlog. In: Media-Perspektiven, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der aktuellen Ausgabe (11/2008) der <a href="http://www.media-perspektiven.de/mediaperspektiven.html">Media-Perspektiven</a> ist ein Aufsatz erschienen, in dem meine Bamberger Kollegen und ich uns mit Watchblogs auseinandersetzen und die Ergebnisse der Bildblog-Umfrage kurz zusammenfassen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Mayer, Florian L./Gabriele Mehling/Johannes  Raabe/Jan Schmidt/ Kristina Wied (2008): Watchblogs aus der Sicht der Nutzer. Befunde einer Onlinebefragung zur Nutzung und Bewertung von Bildlog. In: Media-Perspektiven, Nr. 11, 2008, S. 589-594. Online verfügbar: <a href="http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/Mayer.pdf">http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/Mayer.pdf</a></p>
<p>Weitere Vorträge und der Link zum umfassenderen Ergebnisbericht finden sich auf der <a href="http://www.schmidtmitdete.de/lebenslauf-aktivitaten-publikationen/projekt-bildblog-befragung">Seite zur Bildblog-Befragung</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Elektrischer Reporter&#8221; über Twitter und beim ZDF</title>
		<link>http://www.schmidtmitdete.de/archives/362</link>
		<comments>http://www.schmidtmitdete.de/archives/362#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 17:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das neue Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Meta-Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Presse Funk und Fernsehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mario Sixtus aka &#8220;Elektrischer Reporter&#8221; ist nun auch beim ZDF zu sehen. In der neuesten Folge geht es um Twitter, und ich komme auch mit einer kurzen Einschätzung zu Wort. Wer das nicht in der ZDF-Mediathek sehen möchte, kann auch hier vorbeischauen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mario Sixtus aka &#8220;<a href="http://www.elektrischer-reporter.de/">Elektrischer Reporter</a>&#8221; ist nun auch <a href="http://elektrischerreporter.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,7413239,00.html">beim ZDF zu sehen</a>. In der neuesten Folge geht es um Twitter, und ich komme auch mit einer kurzen Einschätzung zu Wort. Wer das nicht in der ZDF-Mediathek sehen möchte, kann auch <a href="http://www.elektrischer-reporter.de/elr/video/83/">hier vorbeischauen</a>.</p>
]]></content:encoded>
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