Schmidt mit Dete

Rezension zu “Streitfall Computerspiele”

Die Ausgabe 2/2009 der Zeitschrift “Medien Journal“, herausgegeben von der Österreichischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft, widmet sich dem Thema “Digitale Spielewelten”. Neben einigen sehr interessanten Artikeln ist dort auch eine Rezension von mir erschienen, die ich mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber auch bloggen kann.

Zimmermann, Olaf / Geißler, Theo (Hrsg.) (2008): Streitfall Computerspiele. Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz. Berlin.

In regelmäßigen Abständen, meist zu tragischen Anlässen wie Amokläufen oder anderen Gewalttaten Jugendlicher, geraten Computerspiele in den Fokus der öffentlichen Debatte, wobei die problemzentrierte Perspektive auf Gewaltdarstellungen oder exzessive Nutzung vorherrscht. Als der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats Mitte 2007 eine sachliche Auseinandersetzung anmahnte, die digitale Spiele als Kulturgüter und als wichtigen Bestandteil der Lebens- und Medienwelt der Heranwachsenden (aber nicht nur der!) ernst nimmt, schlugen die Wogen entsprechend hoch. Die anschließende Auseinandersetzung über Stellenwert von und Umgang mit Computerspielen wurde auch in der Zeitung „politik und kultur“ des Deutschen Kulturrats geführt; 40 der in den Jahren 2007/2008 dort erschienenen Beiträge, meist von zwei oder drei Seiten Länge, liegen nun im Sammelband „Streitfall Computerspiele“ vor. Die Autoren stammen überwiegend aus Politik und Wissenschaft, doch auch eine Reihe von Branchenvertretern, Pädagogen und Journalisten kommen zu Wort, sodass sich in der Gesamtschau ein sehr vielfältiges Bild ergibt.

Die Beiträge der ersten beiden inhaltlichen Teile zu den Themen „Zensur oder öffentliche Förderung“ sowie „Blicke in die Forschung“ stecken den gegenwärtigen Rahmen des öffentlichen Diskurses ab: Dem eher gefährdungs- bzw. risikozentrierten Blick auf gewalthaltige Spiele sowie auf exzessive Nutzung stehen Plädoyers für die Anerkennung von Computerspielen als Kulturgut gegenüber. Der dritte Block („Herausforderung für die Bildung“) zeigt, dass der Umgang mit Computerspielen nicht nur bestimmte motorische oder kognitive Fertigkeiten voraussetzt, sondern unter Umständen auch dem Erwerb von Kompetenzen dienen kann, die in das Leben „vor dem Bildschirm“ übertragbar sind.

Die Texte im vierten Block („Nicht nur Teil der Jugendkultur“) argumentieren, dass Computerspiele nicht mehr nur als Kinder- oder Jugendphänomen betrachtet werden dürfen, da sie (wenngleich noch in geringerem Ausmaß) auch in die Medienrepertoires von Erwachsenen Einzug gefunden haben. Die letzten beiden Themenblöcke („Marktsegment der Kulturwirtschaft“ sowie „Kultur- und Wirtschaftsgut“) widmen sich schließlich der Frage nach dem ökonomischen Potential von Computerspielen, was auch Fragen der wirtschaftlichen und ideellen Förderung einschließt – durch die 2009 erstmals vorgenommene Vergabe des Deutschen Computerspielepreises ist dieser Aspekt inzwischen auch institutionalisiert.

Dem Deutschen Kulturrat ist ein doppeltes Lob auszusprechen: Indem er in den vergangenen Jahren Raum gab, unvoreingenommen über den Stellenwert, die Risiken und die Potentiale von Computerspielen zu diskutieren, hat er zu einem differenzierten gesellschaftlichen Verständnis dieser noch vergleichsweise jungen Medienform beigetragen. Indem er nun die Beiträge dieser Debatte in gebündelter Form zur Verfügung stellt, fördert er wiederum auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ebendiesem Diskurs. Der Sammelband, der unter http://www.kulturrat.de auch als kostenfreies .pdf erhältlich ist, kann daher allen empfohlen werden, die an den gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Spiele interessiert sind.

CfP: Exploring Produsage

Together with Axel Bruns, I will guest-edit an issue of the Online-Journal “New Review of Hypermedia and Multimedia” dealing with “produsage” – a term coined by Axel, but a phenomenon visible all over the Internet. Below is the call for papers, we are looking forward to your submissions. Exploring Produsage A Special Issue of New [...]

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Rezension zu “International Blogging”

Für eine der kommenden Ausgaben von Medien & Kommunikationswissenschaft habe ich ein Buch lesen und besprechen dürfen; unten die um einige Links angereicherte Rezension: Russell, Adrienne / Nabil Echchaibi (Hrsg.): International Blogging. Identity, Politics, and networked publics. New York: Peter Lang. 205 Seiten. Auch wenn Netzwerk- und Videoplattformen oder die Wikipedia deutlich weiter verbreitet sind: [...]

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Wie überstehe ich das peer-reviewing?

Seit einiger Zeit schon trage ich den Gedanken zu einem Eintrag über den peer-review-Prozess mit mir herum. In den letzten Jahren habe ich für ganz unterschiedliche Journale Paper-Einreichungen begutachtet und dabei eine Reihe von Eindrücken gesammelt, die ich mal gebündelt und in Ratschlag-Form weiter geben will. Dabei geht es weniger um den (Stellen-)Wert des peer-reviewing [...]

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Artikel im Jahrbuch Medienpädagogik

Anfang der Woche trudelte das Belegexemplar des “Jahrbuch Medienpädagogik” bei mir ein, für das ich mit meiner Kollegin Claudia Lampert und unserer studentischen Mitarbeiterin Christiane Schwinge einen Beitrag verfasst habe: Schmidt, Jan / Claudia Lampert / Christiane Schwinge (2010): Nutzungspraktiken im Social Web – Impulse für die medienpädagogische Diskussion. In: Herzig, Bodo/Dorothee M. Meister/Heinz Moser/Horst [...]

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Kurzer Text zum Heranwachsen mit dem Social Web

Für die Zeitschrift “neue gespräche“, die von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung herausgegeben wird, habe ich einen kurzen Text über das Heranwachsen mit dem Social Web geschrieben. Mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber kann ich eine .pdf-Fassung zur Verfügung stellen; erschienen ist der Text in Heft 6/2009, das sich dem Thema “Familien.online” widmet. Schmidt, Jan (2009): [...]

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Noch ein Buch

Das erlebe ich auch nicht alle Tage: Innerhalb von wenigen Wochen sind gleich zwei Bücher erschienen, für die ich (mit-)verantwortlich zeichne. Nachdem meine Monographie zum neuen Netz bereits seit September erhältlich ist (und es schon erste Reaktionen gibt), ist nun auch der Sammelband zum Forschungsprojekt “Jugendliche und Web 2.0” erschienen, das wir am Hans-Bredow-Institut mit [...]

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“Das neue Netz” ist da

Der UVK-Verlag hatte mir den 18.9. als VÖ-Datum genannt, und umso großer war meine Freude, als ich heute in der Post einige druckfrische Autorenexemplare meines neuen Buches “Das neue Netz” fand – direkt von der Druckerei, deswegen wohl etwas früher. Alle anderen, die den Titel bereits vorbestellt haben (danke!) oder ihn sich demnächst kaufen möchten [...]

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Zwei weitere k@g-Beiträge

Nachdem es zu Jahresbeginn etwas ruhig bei kommunikation@gesellschaft war, geht es jetzt Schlag auf Schlag, denn zwei weitere Aufsätze sind erschienen. Besonders freue ich mich, dass uns Axel Bruns (Brisbane) eine ausführliche Fassung seines Vortrags vom letzten Oktober in Hamburg geliefert hat: Bruns, Axel (2009): „Anyone Can Edit“: Vom Nutzer zum Produtzer. In: Kommunikation@Gesellschaft, Jg. [...]

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Zwei neue Beiträge in kommunikation@gesellschaft

Im Online-Journal kommunikation@gesellschaft sind nicht nur zwei neue Beiträge erschienen, sondern auch hinter den Kulissen tut sich einiges: Wir haben in den letzten Wochen gemeinsam mit der GESIS daran gearbeitet, unsere Zeitschrift auf einen neuen Server umzuziehen und in open-access-Verzeichnisse einzupflegen. Teil des Umzugs (der noch nicht vollständig abgeschlossen ist und eine Integration in Sowiport [...]

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“Themenscan im Web 2.0″ in Media-Perspektiven

Im Sommer 2008 habe ich mit Julia Gutjahr, einer studentischen Mitarbeiterin von mir, für das ZDF eine Expertise zum “Themenscan im Internet” erstellt. Blogbasierte Öffentlichkeiten, Social-News-Plattformen und Tagging/Folksonomies haben wir als Mechanismen des aktiven Informationsmanagements im gegenwärtigen Internet vorgestellt und im Hinblick auf ihre Überlappung mit journalistisch hergestellten Öffentlichkeiten diskutiert. Die komplette Expertise konnte leider [...]

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My first publication in Portuguese

This is a premiere – I can add my first portuguese paper to the list of publications… :) Last year, Raquel Recuero, whom I know from the AOIR conferences and who is one of the leading Social Media Scholars in Brazil, told me about an edited volume dealing with Blog Research. We agreed to include [...]

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Kommunikations- und Medienbericht veröffentlicht

Als ich Ende 2007 am HBI anfing, wurde ich gleich in ein ziemlich großes Projekt eingebunden: Zusammen mit Kollegen formulierte ich ein wissenschaftliches Gutachten zur Medienentwicklung zwischen 1998 und 2007, das dem Kommunikations- und Medienbericht der Bundesregierung beigefügt wurde. Zum Hintergrund: Der Deutsche Bundestag hatte die Bundesregierung aufgefordert, einen entsprechenden Bericht über die Lage der [...]

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Aufsatz zu Bildblog in den Media-Perspektiven

In der aktuellen Ausgabe (11/2008) der Media-Perspektiven ist ein Aufsatz erschienen, in dem meine Bamberger Kollegen und ich uns mit Watchblogs auseinandersetzen und die Ergebnisse der Bildblog-Umfrage kurz zusammenfassen: Mayer, Florian L./Gabriele Mehling/Johannes Raabe/Jan Schmidt/ Kristina Wied (2008): Watchblogs aus der Sicht der Nutzer. Befunde einer Onlinebefragung zur Nutzung und Bewertung von Bildlog. In: Media-Perspektiven, [...]

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Skript zu “Datenauswertung mit Excel/openOffice”

Beim Aufräumen einiger Unterlagen habe ich ein Skript wieder gefunden, dass ich im Sommersemester 2007 im Rahmen eines Lehrauftrags an der FH Coburg erstellt hatte. Es ging in der Veranstaltung darum, Studierenden der Sozialen Arbeit Grundzüge der empirischen Sozialforschung (insbesondere das Erheben und Auswerten von empirischen Daten) näher zu bringen; da vermutlich ein Großteil der [...]

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