Vernoe13 08

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Sitzung 8: Informationsfluss in vernetzten Öffentlichkeiten[bearbeiten]

Öffentlichkeit und Netzwerk sind die Schlüsselbegriffe der gegenwärtigen Mediengesellschaft. Das Internet, als das Netzwerkmedium heutiger Zeit, spielt eine maßgebliche Rolle bei der Konstitution von Öffentlichkeit. Darüber hinaus stellt es auch die Basis für die Informationszirkulation in vernetzten Öffentlichkeiten. Im Vergleich zu klassischen Medien sind neue Mechanismen und Mechaniken der Informationsverbreitung, -verdichtung und -verselbstständigung beobachtbar.

Analytische Phasen der Informationsverbreitung[bearbeiten]

Analytisch betrachtet, lassen sich vier Phasen der Informationsverbreitung beziehungsweise der Informationszirkulation unterscheiden. Diese sind jedoch nicht klar voneinander abzugrenzen. Vielmehr gehen sie fließend ineinander über, da sie oftmals Teil der gleichen Praktik (z.B. „Liken“) sind.

  • Schaffen: In der Phase des Schaffens werden Inhalte auf verschiedenen Wegen in vernetzte Öffentlichkeiten eingespeist. Nutzer laden beispielsweise Bilder und Videos ins Internet oder veröffentlichen einen Tweet respektive einen Blogpost. Mit der wachsenden Netzabdeckung und -zugänglichkeit steigen die Möglichkeiten der Erstellung von Inhalten. Zudem werden Digitalkameras, Smartphones und andere Gadgets immer leistungsfähiger (Geotagging, WLAN für Kameras) und erweitern den Horizont der Informationsverbreitung. Darüber hinaus steigt zunehmend die Nutzung von Distributionsplattformen und „personal publishing“-Diensten, wie tumblr, Twitter oder anderen Microblogging-Angeboten. Dies zeigt, dass aktuelle Entwicklungen, sowohl auf Hardware-, als auch auf Software-Ebene, den Schaffens-Prozess begünstigen.
  • Filtern: Die Phase des Filterns bezieht sich auf das Auswählen von Inhalten zur Rezeption und/ oder Anschlusskommunikation. Nutzer entscheiden, ob sie einen Post oder ein Video näher anschauen, lesen oder ihrerseits aktiv darauf antworten. Es entsteht ein Selektionsprozess, in dem Nutzer Informationen filtern und entscheiden, ob sie eine Anschlusskommunikation eingehen.
  • Aggregieren: Beim Aggregieren werden Inhalte und Informationen von Nutzern aktiv gebündelt und geordnet. Beispiele dafür sind Fotosets oder ein Weblog in dem verschiedenste Dinge zu einem bestimmten Thema zusammengeführt werden.
  • Verbreiten: Das Verbreiten von Inhalten/ Informationen bezieht sich auf die Zugänglichmachung beziehungsweise das Verteilen von Inhalten. Nachdem ein spezifischer Inhalt erstellt, von anderen Nutzern gefiltert und möglicherweise aggregiert wurde, wird dieser viral über verschiedene Kanäle verbreitet.

Formen der Verbreitung von Informationen[bearbeiten]

In der ersten und zweiten analytischen Phase der Informationsverbreitung gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, Informationen zu vermitteln. Es wird unterschieden in:

  • Partizipative Informationsvermittlung (Persönliche Relevanz und Authentizität)
  • Professionelle Informationsvermittlung (Journalistische Nachrichtenfaktoren und Darstellungsformen)
  • Technisierte Informationsvermittlung (Automatisch generierte Daten und algorithmische Selektionskriterien)

Nach Neuberger (2009) teilen Nutzer bei der Partizipativen Informationsvermittlung Informationen mit Authentizitätsanspruch im Netz. Dabei wird Identitätsmanagement im Sinne von „ich zeige euch hier etwas, das ich selbst erlebt habe“ betrieben. Das Streben nach Identitätsmanagement ist soziologisch belegt und kann sich in verschiedenen Praktiken, wie situations- und akteursübergreifenden Formen des Tuns, äußern. Ein Facebook-Post über den Abschluss des eigenen Studiums wäre hierfür ein ganz banales Beispiel.

Bei der Professionellen Informationsvermittlung speisen journalistisch-publizistische Öffentlichkeiten Inhalte ein. Dies erfolgt über Korrespondenten und die journalistische Tätigkeit an sich. Im Vergleich zur partizipativen Informationsvermittlung liegen hier andere Kriterien zugrunde. Informative Inhalte werden nach den journalistischen Nachrichtenfaktoren bewertet und journalistische Routinen legen fest, ob Informationen als mitteilungswert angesehen werden (Ist beispielsweise eine prominente Persönlichkeit involviert oder betrifft die Information besonders viele Menschen?). Dabei finden spezielle Darstellungsformen, wie die Nachricht, Reportage oder aber die Glosse Anwendung.

Per se ergibt sich somit ein Kontrast zwischen partizipativer und professioneller Informationsvermittlung. In der Realität allerdings ist das Gegenteil zu beobachten. Beide Formen verstärken sich gegenseitig durch die Möglichkeit der Anschlusskommunikation und wechselseitige Beobachtungen. Der Informationsfluss in der vernetzten Öffentlichkeit kann sich so weiter verbreiten.

Die dritte Form der Informationsvermittlung (Technisierte Informationsvermittlung) bezieht sich direkt auf die programmierseitige Infrastruktur. In diesem Fall bestimmt die programmierte Software, wie und in welchem Umfang Inhalte in das Netzwerk eingespeist werden. Ein Beispiel hierfür wäre die Übertragung von GEO- und Meta-Daten bei der Veröffentlichung eines Tweets, sofern diese Option aktiviert wurde.

Vernetzte Öffentlichkeiten beruhen quasi auf allen drei idealtypischen Vermittlungsformen, gehorchen aber jeweils eigenen Logiken. Zusammenfassend ist eine vernetzte Öffentlichkeit durch verschiedene Kombinationen von partizipativer, professioneller und technisierter Informationsvermittlung respektive Filterung gekennzeichnet.

Modelle der Filterung und Aggregation von Informationen[bearbeiten]

Um Inhalte zu strukturieren und dem Nutzer schnell zugänglich zu machen, bedienen sich Social-Media-Plattformen und -angebote verschiedener Modelle, mit denen Informationen gefiltert und aggregiert werden.

  • Hierarchische Ordnung vs. Chronologische Ordnung
  • Personalisierte Ordnung vs. Thematische Ordnung

Im Falle der hierarchischen Ordnung werden Inhalte nach ihrer Wichtigkeit sortiert. Artikel mit vielen „Likes“ oder Empfehlungen werden weiter oben angezeigt, als Artikel, die weniger Resonanz bekommen haben. Ranglisten oder Leserempfehlungen sind praktische Beispiele. Die Süddeutsche bedient sich in der rechten Sidebar auf der Startseite dieser Praktik, um interessante Artikel prominent zu platzieren und die Aufmerksamkeit darauf zu erhöhen. Die chronologische Ordnung beschreibt eine Sortierung nach der Aktualität der jeweiligen Information. Besonders in den Sozialen Medien nutzen Plattformen diese Methodik, um ihre Activity- beziehungsweise News-Feeds zu organisieren. Facebook oder auch Xing sind als prominente Beispiele zu nennen.
Bei der personalisierten Ordnung wird das eigene Kontaktnetzwerk als Filter herangezogen, um Inhalte zu strukturieren. Es werden nur Informationen angezeigt, die von Individuen aus dem eigenen persönlichen Netzwerk eingespeist worden sind. Die thematische Ordnung definiert sich durch thematische Nähe und Zugehörigkeit zu einem bestimmten Thema. Beispielhaft seien an dieser Stelle Twitter-Hashtags genannt.

Diese Unterscheidungen sind wichtig, um bestimmte Ordnungsmuster und Formen der Aggregation von Inhalten zu finden. Derartige Ordnungen sind mittlerweile gängige Praxis auf den meisten sozialen Plattformen. Der Informationsfluss lässt sich so bewusst und unbewusst steuern beziehungsweise neu aggregieren. Das Filtern und Darstellen von Informationen nach bestimmten Kriterien ist ein ganz wesentliches Muster der sozialen Medien.

Unterschiedliche Reichweiten der Informationsverbreitung[bearbeiten]

Die Knoten der vernetzten Öffentlichkeiten haben unterschiedlich große Reichweiten. Ein Publikum mit persönlicher Öffentlichkeit ist ein anderes, als ein Publikum mit publizistischer Öffentlichkeit. Allerdings gibt es durchaus Überschneidungen beider Publika. Im Vergleich zu einem persönlichen Weblog erreichen journalistische Angebote eine größere Rezipientenzahl. Im Umkehrschluss ist es jedoch denkbar, dass persönliche virale Inhalte durchaus auf journalistischer Ebene aufgegriffen und dadurch die Aufmerksamkeit beziehungsweise der virale Buzz noch erhöht werden. Neben direkten Effekten auf die Aufmerksamkeit für Informationen treten auch indirekte (Multiplikator-)Effekte auf. Seiten beziehungsweise Portalen mit großer Reichweite wird dabei eine höhere Chance zugesprochen, diese Multiplikator-Effekte aktiv zu nutzen. Aufgrund der höheren Reichweite ist es wahrscheinlicher, dass Inhalte viral weiter verbreitet werden. Des Weiteren werden durch Aggregatoren und spezialisierte Suchmaschinen die verstreuten Informationen gebündelt. Dienste, wie 10000flies oder Rivva, machen zudem Aufmerksamkeitshierarchien sichtbar. 10000flies misst die Reichweite im Sinne von Anschlusskommunikation auf einen Artikel. Dabei wird die Zahl der Facebook-Likes, Tweets und Google +1-Klicks kumuliert. So wird vereinfacht abgebildet, wie Nutzer sozialer Medien auf Informationen und Inhalte reagieren.




Aufmerksamkeitshierarchien und die Long-Tail-Verteilung[bearbeiten]

Long tail

Mit Hilfe der Aufmerksamkeitshierarchien in sozialen Medien erfasst man statistisch, wie sich die Anschlusskommunikation auf bestimmte Artikel oder Themen gestaltet. Dienste, wie 10000flies oder Rivva, nehmen dabei keinerlei Bewertung der Anschlusskommunikation vor; es wird lediglich die erzielte Aufmerksamkeit der Information erfasst. Dabei werden neben den großen klassisch-journalistischen Medien auch kleinere Weblogs und persönliche Öffentlichkeiten registriert.

Die idealtypische Verteilung einer Aufmerksamkeitshierarchie entsteht, indem die Angebote nach dem Grad der erzielten Aufmerksamkeit in Reihenfolge gebracht werden. Dabei ensteht die, unter anderem für soziale Medien typische, Long-Tail-Verteilung. Bei dieser Verteilung erreicht der überwiegende Teil der Informationen nur ein kleines Publikum. Nur sehr wenige Angebote erregen im Vergleich dazu eine exorbitant hohe Aufmerksamkeit. Anderson (2006) beschreibt dieses Phänomen als den Long-Tail, welcher nicht nur in Aufmerksamkeitshierarchien im Netz auftritt. Allgemein ist festzustellen, dass zwar einige wenige „Blockbuster“ hohe Aufmerksamkeit erzielen, sich in der Summe jedoch der Großteil der Gesamtaufmerksamkeit auf den Long-Tail verteilt. Im Internet gibt es eine überschaubare Anzahl von Angeboten journalistischer Natur, welche aufgrund ihrer großen Reichweite eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, Angebote mit hoher Aufmerksamkeit einzuspeisen. Allerdings ist die Zahl an privaten Blogs, Aggregatoren und anderen Publishing-Diensten kaum zu überblicken. Genau diese Angebote mit Nischeninteressen vereinen in der Gesamtsumme den Hauptteil der Aufmerksamkeit im Long-Tail auf sich.




Formen der Informationsverbreitung: Viralität[bearbeiten]

Unter Viralität versteht man im Allgemeinen einen hohen Grad der Empfehlungstätigkeit als Reaktion auf eine Information. Sind Internetnutzer aus freien Stücken bereit, eine Information, sei es ein Video oder ein Bild, weiterzuempfehlen oder zu teilen, dann spricht man von einer viralen Verbreitung. Das Wort viral entstammt dabei dem Wort und der Bedeutung von „Virus“, da sich die Information unaufhaltsam ohne weitere (aktive) Mitwirkung fortsetzt. Viralität zeigt somit eine hohe Verbreitung bei gleichzeitiger Stabilität des Ursprungsinhalts an. Virale Phänomene lassen sich mit den vier idealtypischen Phasen der Informationsverbreitung erklären. In der Schaffensphase wird zunächst der Ursprung des Inhalts definiert. Virale Effekte können

  • bewusst/ strategisch

oder

  • unbewusst/ ungewollt

erzielt werden. Bei der bewussten respektive strategischen Nutzung von Viralität wird gezielt mittels Werbekampagnen oder politischer Botschaften versucht, hohe Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ein hoher Grad der Empfehlungstätigkeit soll so planmäßig erreicht werden. Im Falle der unbewussten beziehungsweise ungewollten Auslösung (von viralen Effekten) wird beispielsweise ein Video willkürlich ins Netz gestellt, ohne sich dabei über mögliche Multiplikator- oder virale Effekte im Klaren zu sein. Nach Einspeisung des Inhalts, ob bewusst oder unbewusst, greifen Filter-, Aggregations- und Verbreitungseffekte. Diese Verstärkereffekte sorgen für eine schneeballartige und virale Verbreitung der Information. Ein lustiges Video wird Freunden gezeigt, diese „liken“ oder empfehlen es via Social Networks weiter. Ab einer bestimmten Reichweite greifen auch journalistische Medien das „Internetphänomen“ auf, was wiederum noch mehr Reichweite samt Aufmerksamkeit erzeugt. Die weitere Verbreitung kann ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gezielt gesteuert werden.

Viralität als Ziel des strategischen Marketings[bearbeiten]

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ergibt die Nutzung solcher multiplikativer Effekte Sinn, da sich die Information (z.B. ein viraler Werbespot) durch das Internet rasant und ohne weitere Kosten verbreiten kann. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, einen Inhalt zu schaffen, der eine hohe Empfehlungstätigkeit bei den Internetnutzern hervorruft. Ein Ziel des strategischen Marketings von Unternehmen oder politischen Kampagnen ist es daher, die richtigen Viralitätsfaktoren zu ermitteln. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung oder die grafische Gestaltung der Information sind solche Faktoren.

Spreadability vs. Stickiness[bearbeiten]

In der Kulturtheorie unterscheiden Jenkins et al. (2013) bei der Verbreitung von Informationen Spreadability und Stickiness.

Unter spreadability wird der technisch/ inhaltlich bedingte Umstand verstanden, dass es in vernetzten Öffentlichkeiten Inhalte gibt, die sich verbreiten wollen beziehungsweise verbreitet werden. Aufgrund der heutigen vernetzten Infrastruktur wird eine solche bewusste oder unbewusste Verbreitung begünstigt. Stickiness steht im Gegensatz zu spreadability und definiert sich als das Behalten der Kontrolle über die Verbreitung eines Inhalts. Der Nutzer soll auf der Seite der Information (z.B. ein Video oder Artikel) verweilen und diesem weitere Aufmerksamkeit schenken. Es wird versucht, eine möglichst hohe Bindung des Besuchers an die Webpräsenz zu erreichen. Jenkins et al. (2013) stellen weiterhin heraus, dass bei Inhalten im Netz eine Grundspannung zwischen den Medienproduzenten entsteht. Journalistische Medien sehen sich mit einem Trade-off von stickiness und spreadability konfrontiert. Einerseits ist die Bindung des Nutzers an das eigene Angebot ein Primärziel, andererseits lassen sich durch gezielte Ausnutzung viraler Effekte weitere Erfolgspotenziale erschließen. Kleinere Angebote, die vor allem durch die partizipative Informationsvermittlung geprägt sind, versuchen dagegen gezielt, virale Multiplikatoreffekte zu nutzen.

Virale Phänomene: Beispiele[bearbeiten]

Im Internet gibt es unzählige Beispiele der bewussten und unbewussten Nutzung viraler Effekte. Einige ausgewählte sollen an dieser Stelle präsentiert werden.




Formen der Informationsverbreitung: Meme[bearbeiten]

Nach Shifman (2011) stammt der Begriff der „Meme“ gewissermaßen aus der Evolutionsbiologie und beschreibt allgemein: „units of culture that spread from person to person by means of copying or imitating“. Internet-Meme sind Formen von Inhalten (Bilder, Texte, Klänge, Videos, ...), welche sich durch Nachahmung, Imitation und Modifikation viral verbreiten. Die Inhalte entwickeln sich gewissermaßen in einem dynamischen Prozess über Ansteckung und Abänderung stetig weiter. Dabei lässt sich nach Christian Heller eine Analogie zum Witz erkennen, da dieser gehört und anschließend weitererzählt wird. Allenfalls das Medium ist im Vergleich zum Meme ein anderes. Aufgrund ihrer Emotionalität und Affektivität sind Meme Inhalte, die sich schnell im Gedächtnis festsetzen. Sie sind zumeist sehr schnell wirkend und die Pointe kristallisiert sich umgehend heraus. Meme zeichnen sich vor allem durch ihre hohe Verbreitung bei gleichzeitiger Variation des ursprünglichen Inhalts aus. Es gibt mittlerweile unzählige Angebote, wie MemeCreator oder QuickMeme, mit denen man selbst Meme erstellen und editieren kann. Auch Meme-Sammlungen und -Listen (beispielsweise 9GAG) sind zuhauf im Internet zu finden. Das Grundmuster des Long-Tails trifft auch auf Meme zu.

Herkunft und Verwendung[bearbeiten]

Nach der Definition gibt es Meme im Internet, seitdem Internetnutzer verschiedenste Inhalte von Seiten hin- und herkopieren und diese verändern können. Mittels Microblogging-Diensten und Angeboten, wie Twitter und Co., wird die Verbreitung solcher Meme einfach gemacht.

Verwendet werden Meme häufig als Reaktionsbilder oder emotionale Antwort auf bestimmte Inhalte und Informationen oder einfach als weitere kreative Darstellungsform des Humors. In Anbetracht ihrer extremen Flüchtigkeit erzielen sie nur einen kurzen Peak an Aufmerksamkeit. Der Nutzer entscheidet augenblicklich, ob der Inhalt teilenswert ist oder eben nicht.

Verbreitung von Memen[bearbeiten]

Im Gegensatz zur Charakteristik von viralen Inhalten umfasst der Prozess der Informationszirkulation alle prototypischen Phasen der Informationsverbreitung (Anker-Link nach oben zu „Phasen der Informationsverbreitung“). In den Schaffensprozess wird insofern eingegriffen, als dass der ursprüngliche Inhalt modifiziert werden kann. Wie auch bei viralen Inhalten sorgen Verstärkereffekte der Filter-, Aggregations- und Verbreitungsphase für eine schneeballartige Verbreitung von Memen, welche durch die technische Infrastruktur von „Likes“ und „Retweets“ begünstigt wird. Es kommt zu zahlreichen und intensiven Variationen des ursprünglichen Inhalts. Viele Plattformen – wie 9GAG, KnowYourMeme, 4chan oder MemeCreator – bilden das Grundgerüst beziehungsweise das Ökosystem für die Zirkulation und Modifikation von Internet-Memen.



Unterlagen zur Vorlesung[bearbeiten]

Worum geht es?[bearbeiten]

In vernetzten Öffentlichkeiten lassen sich neue Mechanismen und Dynamiken beobachten, wie sich Informationen verbreiten, verdichten und verselbständigen.

  • Welche strukturellen Merkmale vernetzter Öffentlichkeiten beeinflussen die Verbreitung von Informationen?
  • Sind alle Informationen gleichermaßen viral, spreadable, shitstormfähig?
  • Was sind Meme, und wo kommen sie eigentlich her?


Zu Gast: Christian Heller aka plomlompom


Folien der Veranstaltung[bearbeiten]

.pdf-Fassung: http://www.schmidtmitdete.de/pdf/vernoe13_08_print.pdf

Slideshare: http://de.slideshare.net/JanSchmidt/vernetzte-ffentlichkeiten-2013-sitzung-8-informationsfluss-in-vernetzten-ffentlichkeiten

Aufzeichnung zur Veranstaltung: http://lecture2go.uni-hamburg.de/veranstaltungen/-/v/15101


Weiterführende Literatur und Links[bearbeiten]

Literatur aus den Folien

  • Anderson, Chris (2006): The long tail. Why the future of business is selling less for more. New York.
  • Dawkins, Richard (1976): The selfisch Gene. Oxford: Oxford University Press.
  • Hautzer, Lena/Marco Lünich/Patrick Rössler (2012): Social Navigation: Neue Orientierungsmuster bei der Mediennutzung im Internet. Baden-Baden: Nomos.
  • Ingenhoff, Diana / Britta Meys (2012): Online-Kampagnen. In: Zerfaß, Ansgar / Thomas Pleil (Hrsg.): Handbuch Online-PR. Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. Konstanz: UVK. S. 351-364
  • Köhler, Benedikt (2013): Mapping a Revolution. In: Beautiful Data [Weblog], 2.6.2013. Online-Publikation: http://beautifuldata.net/2013/06/mapping-a-revolution
  • Jenkins, Henry/Sam Ford/Joshua Green (2013): Spreadable Media. Creating Value and Meaning in a Networked Culture. New York: NYU Press.
  • Maier, Michaela et al. (2010): Nachrichtenwertttheorie. Baden-Baden: Nomos
  • Neuberger, Christoph (2009): Internet, Journalismus und Öffentlichkeit. Analyse des Medienumbruchs. In: Christoph Neuberger/Christian Nürnbergk/Melanie Rischke (Hrsg.): Journalismus im Internet: Profession – Partizipation – Techni­sierung. Wiesbaden. S. 19-105.
  • Neuberger, Christoph/Christian Nürnbergk/Melanie Rischke (Hrsg.) (2009): Journalismus im Internet: Profession – Partizipation – Techni­sierung. Wiesbaden: VS Verlag.
  • Schmidt, Jan (2011): Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Konsequenzen des Web 2.0. 2. überarb. Auflage. Konstanz: UVK.
  • Shifman, Limor (2011): An anatomy of a YouTube meme. In: New Media & Society, Jg. 14, Nr. 2, 20111, S. 187-203.

Links

Fragen (und Antworten)[bearbeiten]

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