Schmidt mit Dete

12. August 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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Zwei neue Publikationen

In den letzten Wochen sind zwei neue Publikationen von mir erschienen. Die erste ist ein Beitrag für den Sammelband „Vernetzte Organisation„, den Alexander Richter (Zürich) herausgegeben hat. Ich habe einen kurzen Überblick zu Praktiken und Strukturen vernetzter Öffentlichkeiten beigesteuert, der hoffentlich einen hilfreichen Rahmen für die übrigen Texte gibt, die sich mit zahlreichen Aspekten von Organisationen unter Bedingungen technisch vernetzter Kommunikation befassen. Im Sammelband sind sowohl eher akademisch ausgerichtete Aufsätze als auch Beiträge aus der Organisationspraxis vertreten; das gesamte Inhaltsverzeichnis ist als .pdf auf dieser Seite abrufbar.

Schmidt, Jan-Hinrik (2014): Vernetzte Öffentlichkeiten: Praktiken und Strukturen. In: Richter, Alexander (Hrsg.): Vernetzte Organisation. München: Oldenbourg. S. 16-25.

Der zweite Text ist ein gemeinsam mit Wiebke Loosen verfasster englischsprachiger Beitrag mit Befunden aus unserem DFG-Projekt zur „Wiederentdeckung des Publikums im Journalismus„. Wir diskutieren in dem Aufsatz die Operationalisierung unseres theoretischen Konzepts der „Inklusionsdistanz“, und zeigen anhand von Daten aus zwei Fallstudien, wie sich eine Reihe von Aspekten der Journalisten-Publikum-Beziehung vergleichend analysieren und einordnen lassen. Wir freuen uns ganz besonders, dass der Beitrag für das Journal „Digital Journalism“ akzeptiert wurde – eine noch recht junge, nichtsdestoweniger aber schon recht einflussreiche Zeitschrift mit einem sehr interessanten thematischen Spektrum.

Schmidt, Jan-Hinrik / Wiebke Loosen (2014): Both sides of the story. Assessing audience participation in journalism through the concept of inclusion distance. In: Digital Journalism, DOI: 10.1080/21670811.2014.930243

8. August 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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Die #scientipps sind wieder am Start

[Update: Die Preise sind vergeben, s.u.]

Die WM mitsamt dem phänomenalen mediokren Primzahlsensation-Algorithmus liegt gefühlt schon wieder Ewigkeiten zurück – zum Glück beginnt ja bald die neue Bundesliga-Saison und damit auch eine neue Auflage der „#scientipps„-Tipprunde. Zur neuen Saison habe ich dem Tippspiel eine eigene Unterseite auf dem Blog spendiert, das die Regeln erklärt. Deswegen liste ich hier nur die Preise auf, denn netterweise haben sich wieder einige Preisstifterinnen1 gefunden, die wir schon aus der Vorsaison kennen: Bieber, BrunsFaas, Weller und Schmidt schmeißen alles in den Pott, was nicht niet- und nagelfest ist.

Trotzdem wäre es toll, wenn vielleicht noch die eine oder andere Stifterin hinzukäme? Zum Beispiel fehlen noch zwei Preise für den großen Pool, und es gibt natürlich noch jede Menge Möglichkeiten, eigene Sonderpreise zu stiften.

Am Ende der Saison (inklusive Relegation, DFB-Pokalfinale und, Achtung neu: Ende der 2. Liga) entscheidet der Punktestand; die drei Erstplatzierten unter den aktiven Tipperinnen erhalten folgende Preise (bei Gleichstand entscheidet das Los):

  1. Preis: Drei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste
  2. Preis: Zwei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. Preis gewählten Bücher)
  3. Preis: Ein Buch nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. und 2. Preis gewählten Bücher – also das, das übrig bleibt)

Die Bücher:

  • Bildungshaus Schulbuchverlage (Hrsg.) (2013): Digitale Demokratie. Internet und Netzpolitik. Praxis Politik 2/2013
  • Bundeszentrale für Politische Bildung (2012): Digitale Demokratie. Aus Politik und Zeitgeschichte 7/2012
  • Weller, Bruns et al. (2013): Twitter & Society [als gedrucktes Buch, gestiftet von Kwelle]
  • Weller, Bruns et al. (2013): Twitter & Society [als eBook, gestiftet von Snurb]
  • Schmidt (2013): Social Media. Springer VS
  • Schmidt (2006): Weblogs. UVK.

[Update: Die meisten Punkte (433) und damit den ersten Platz belegt Aniola. Herzlichen Glückwunsch! Auf Platz 2 folgt G.vonMalente (407 Punkte; letztes Jahr reichten ihr 410 Punkte nur zu Platz 3…), und auf Platz 3 kommt luski (406 Punkte) .]

Ausserdem loben wir eine Reihe von Sonderpreisen aus, die zum Teil (#1 und #2) auch schon während der laufenden Saison vergeben werden:

(1) Das „Felix Toppberger-Vehfunkel Gedächtnisgemälde“

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wo findet der erste Trainerinnenwechsel statt?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x eine Zeichnung von @hohse, der sich von Person, Umständen und Ort der ersten Trainerinnenentlassung wird inspirieren lassen.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

[Update 16.9.2014] Des einen (Slomka) leid, des anderen (Rogu) Freud: Die erste Trainerinnen-Entlassung der Saison fand beim HSV statt, worauf nur Rogu getippt hatte. Den Preis wird @hohse höchstpersönlich anfertigen und übergeben.

(2) Die „Faas’sche Wundertüte“

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer wird Herbstmeister?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x ein Überraschungspreis von Faas
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

[Update: Es gab eine Reihe von Tipperinnen, die auf Bayern München getippt hatten; nach Anwendung der Aktivitätsregel und der Regel „wenigste Gesamtpunkte bisher“ ging der Preis an Flo.]

(3) „Snurb’s dynamic down under cup“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die letzten drei Plätze?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Bruns (2007) „Blogs, Wikipedia, Second Life and beyond
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

[Update: Niemand hatte alle drei Teams (HSV, Freiburg, Paderborn) richtig getippt. Die Langeweiler hatte HSV und Paderborn richtig (aber sie will ja keine Preise gewinnen), und elf Tipperinnen hatten auf Freiburg und Paderborn gesetzt. Unter Anwendung der Regeln gewinnt DerTobi.]

(4) „Dr Bieber’s most daring tipper special trophy“

  • Sonderpreis für das torreichste korrekt vorausgesagte Spiel: 1x Bieber/Kamps (im Erscheinen): Die US-Präsidentschaftswahl
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

[Update: Es gab Spiele mit sieben, acht und sogar neun Toren – aber da lag niemand richtig. Sechs Tore reichten also, und DerTobi sowie G.vonMalente hatten beide das 6:0 von Bayern gegen Werder Bremen richtig getippt. Beide hatten schon Preise, sodass DerTobi aufgrund der geringeren Gesamtpunkte das Rennen machte.]

(5) Die „Siegen ist nicht alles“-Prämie

  • Sonderpreis für die meisten Punkte aus Spieltagssiegen: 1x Schmidt/Weichert (2012) „Datenschutz
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

[Update: Klare Siegerin ist btw13, die insgesamt an 9 Spieltagen + den Bonustipps die meisten Tipppunkte alleine oder mit anderen verbuchte, und so 6,78 Spieltagssiege einfuhr.]

 (6) kwelle’s Zusatzherausforderung: „Nie mehr zweite Liga!“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die ersten drei Plätze in der zweiten Bundesliga?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x König, Stahl, Wiegand (Hrsg.) (2014): Soziale Medien. Gegenstand und Instrument der Forschung.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

[Update: Eine echte Herausforderung! Auf Ingolstadt und Darmstadt tippte niemand, und nur wawerka hatte den KSC auf der Rechnung – herzlichen Glückwunsch!]

 

 

  1. Dieser Blogeintrag ist im generischen Femininum formuliert, d.h. Männer sind bei den Formulierungen immer mit gemeint.

28. Mai 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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Primzahlsensation-Algorithmus enthüllt: Deutschland wird Weltmeister 2014

Nach dem erfolgreichen Abschluss der #scientipps-Tipprunde zur Bundesliga-Saison 2013/14 wird es zur WM eine Sonderauflage – ohne Preise – geben, nämlich die scientipps-wm14 – Tipprunde (der Link führt zur Anmeldung; wer mitmachen mag, ist herzlich eingeladen!). Bei den regulären scientipps-Runden lasse ich aus Spaß immer den „Langeweiler“ mitlaufen, der alle Spiele 0-0 tippt und die Bonustipps (Meister etc.) so wie in der Vorsaison. Und wie in der Vorsaison macht er mit dieser Strategie nicht wirklich viele Punkte; da zudem bei einer WM zumindest ab den K.O.-Spielen Unentschieden keine gute Tipp-Option mehr sind, wäre das auch, naja, langweilig. Ich habe mir daher für die WM ein etwas komplexeres System zur Prognose zur Ergebnisse entwickelt, das in der Tipprunde die Tipps von Sepp_Blatter bestimmen wird – und das vorhersagt, dass Deutschland Weltmeister wird! Und das kommt so:

Der zentrale Parameter ist der Rang einer Mannschaft auf der FIFA-Weltrangliste vom 8.5.2014. Um das Ergebnis einer Partie zu bestimmen, gelten nun folgende Regeln:

1) Bestimme die Mannschaft mit dem niedrigeren Rang. Sie schießt mindestens soviele Tore:
Rang >= 50: 0 Tore
Rang >= 25: 1 Tor
Rang >= 10: 2 Tore
Rang >= 2: 3 Tore

2) Bestimme die Differenz zwischen den Rangplätzen der beiden Mannschaften. Die bessere Mannschaft schießt

0 Tore mehr wenn Diff < 5
1 Tor mehr wenn 5 =< Diff <15
2 Tore mehr wenn 15 =< Diff <30
3 Tore mehr wenn 30 =< Diff < 50
4 Tore mehr wenn 50 <= Diff

Es kann nach dieser Regel also Unentschieden geben, wenn die Mannschaften 4 oder weniger Plätze voneinander entfernt sind. Daher brauchen wir Regel

3) In K.O.-Spielen (ab dem Achtelfinale) gilt: Die bessere Mannschaft schießt

1 Tor mehr in der Verlängerung wenn 3 =< Diff < 5
1 Tor mehr im Elfmeterschießen wenn 1 =< Diff < 3

So weit, so gut – aber nach den bisherigen Regeln würde sich immer die besserplatzierte Mannschaft durchsetzen, und am Ende würde Spanien wieder Weltmeister. Das wäre auch langweilig, daher gibt es noch den *trommelwirbel* „Primzahlsensation“-Faktor:

4) Wenn [(Produkt der beiden Weltranglistenplätze) – 1] eine Primzahl ist, dann geht das Spiel genau andersherum aus als in den Schritten 1-3 errechnet. Bei einem Unentschieden bleibt es bei einem Unentschieden.

Ein Beispiel: Uruguay (Rang 6) spielt gegen Griechenland (Rang 10)
1) Rangniedrige Mannschaft (GRI) schießt 2 Tore
2) Ranghöhere Mannschaft (URU) hat weniger als 5 Ränge Vorsprung, ergo schießen sie 0 Tore mehr
Das Spiel geht 2-2 aus. Wenn es ein K.O.-Rundenspiel wäre, würde greifen:
3) Die Differenz von 4 Punkten macht ein Tor mehr in der Verlängerung für Uruguay.
4) Nun ist aber (6*10)-1 = 59, also eine Primzahl. Ergo erleben wir eine Primzahlsensation, und Griechenland gewinnt 3-2.

Mit diesen Regeln habe ich einmal die komplette WM durchgetippt (hier die Übersicht als .pdf). Zunächst zur deutschen Gruppe G: In allen Spielen mit Beteiligung von Portugal kommt es zu Primzahlsensationen! Das Spiel gegen Deutschland geht unverändert 3-3 aus, aber gegen die USA (2-3) und Ghana (1-4!) unterliegen CR7 und Co. Deutschland hingegen gewinnt gegen Ghana (4-1) und gegen die USA (3-2), was in der Summe den Gruppensieg vor den USA bringt.

In den anderen Gruppen kommt es zu einer Reihe von Überraschungen: Brasilien kann dem hohen Erwartungsdruck offensichtlich nicht standhalten, verliert primzahlsensationell gegen Kroatien und gegen Kamerun, und scheidet als Gruppenletzter der Gruppe A sang- und klanglos aus. In Gruppe B sind Holland und Chile exakt punkt- und torgleich, ein Losentscheid ist nötig, Chile gewinnt und zieht ins Achtelfinale ein. In Gruppe C und D kommen die nominellen Favoriten Kolumbien und Griechenland sowie Uruguay und Italien weiter. In Gruppe E ereignen sich dagegen lauter Primzahlsensationen; einzig das Spiel Ecuador gegen Frankreich endet so, wie es zu erwarten wäre – in den anderen Spielen gewinnt jeweils der Underdog, sodass am Ende die Schweiz ausscheidet, aber Honduras sensationell als Gruppenerster weiterkommt! In Gruppe F kommt Nigeria dank zweier Primzahlsensationssiege vor Bosnien und dem Iran punktgleich mit Argentinien weiter. Und in Gruppe H wird es am letzten Spieltag turbulent: Algerien überrumpelt Russland und zieht ins Achtelfinale ein, genauso wie sich Belgien trotz einer Primzahlsensationsniederlage gegen Südkorea in die KO-Runde rettet-

Auch im weiteren Verlauf des Turniers kommt es immer wieder zu unerwarteten Ergebnissen. So unterliegt Uruguay Griechenland mit 2-3 nach Verlängerung, und im Duell der Außenseiter setzt sich Nigeria gegen das höher rangierende Honduras mit 2-1 durch. Deutschland nimmt Rache für Gijon 1982 und gewinnt gegen Algerien 2-1. Der Geheimtipp Belgien verliert primzahlsensationell gegen die USA mit 2-3 nach Elfmeterschießen.

Auch im Viertelfinale hat das Team von Jürgen Klinsmann die Primzahlsensation auf seiner Seite; es gewinnt 3-2 gegen Argentinien; Spanien (gegen Griechenland) und Kolumbien (gegen Chile) setzen sich ebenfalls mit diesem Ergebnis durch. Deutschland schafft einen lockeren 4-1-Sieg gegen Nigeria.

Im Halbfinale haben es unsere Jungs dann aber sehr schwer; erst nach Verlängerung behalten sie mit 4-3 gegen Kolumbien die Oberhand. Spanien hingegen unterliegt primzahlsensationell den USA – tröstet sich dafür mit einem 4-3 nach Verlängerung im Spiel um den 3. Platz gegen Kolumbien.

Am 13.7. kommt es dann also zum pikanten Duell zwischen Deutschland und dem Überraschungsfinalisten USA – Jogi gegen Jürgen, Bratwurst gegen Burger, Ausgespähte gegen Ausspäher. Und wie in der Vorrunde (kein Wunder, ist ja immer noch der gleiche Algorithmus) setzt sich Deutschland am Ende knapp, aber natürlich verdient mit 3-2 durch und ist damit zum 4. Mal Weltmeister, hurra!

7. April 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2014 (2)

Die Vorträge, die ich zu Jahresbeginn 2014 ankündigte, sind inzwischen alle gehalten1, und es ist Zeit für ein Update, bzw. zunächst noch zwei Nachträge:

Für die Monate danach habe ich aus familiären Gründen Vortragsanfragen und Reisen abgesagt; im Herbst wird es dann aber weitergehen. :-)

 

  1. Der Vortrag in Stade musste allerdings ausfallen und die Studienwoche an der Uni Hamburg wurde verschoben.

3. März 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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10 Jahre Bloggen

Vor zehn Jahren, am 4. März 2004, habe ich meinen ersten Blog-Eintrag veröffentlicht. Dank der Wayback Machine des Internet Archive kann ich sogar einen Screenshot des „BamBlog“ bieten.

Bamblog 2004

Wie man sieht, war das Design noch, hmm, recht einfach gehalten, woran auch die zugrundeliegende Software Schuld war. Ich hatte nämlich bei meinem damaligen Hoster keine Möglichkeit, eine mySQL-Datenbank laufen zu lassen und war deshalb auf die Software greymatter angewiesen, die keine Datenbank benötigte. Aber es gab immerhin schon rückwärts chronologisch sortierte Beiträge, eine Kommentarfunktion (die aber anfangs keiner in Anspruch nahm…), einen RSS Feed und natürlich eine Blogroll. Dort waren u.a. Martin Röll, Thomas N. Burg und Lilia Efimova vertreten sowie das Gruppenblog „Many to Many“ (u.a. von Clay Shirky, danah boyd und Dave Weinberger betrieben), die in mir im Lauf der Zeit die Idee reifen liessen, dieses neue Phänomen „Social Software“ könnte man doch auch mal kommunikationssoziologisch untersuchen…
Ich kann diese Einsicht sogar datieren: Am 9.3.2004 bloggte ich nämlich (nach einigen Fingerübungen rund um Web-Fundstücke) einige Gedanken zum „neuen catchword social software„, auf die ich sogar, tataaaa, meinen ersten Kommentar erhielt!

Bamblog 2004 2

Ich bloggte einige Monate unter der Domain schmidtmitdete.de mit greymatter, bis ich auf eine WordPress-Installation unter der Domain bamberg-gewinnt.de umzog. Weil die alten Beiträge mit migriert sind, kann ich gar nicht mehr genau sagen, wann der Umzug war; es muss irgendwann Mitte 2005 gewesen sein? Ich war auf jeden Fall gerade vier Monate mit einem DAAD-Stipendium in Wien gewesen und hatte eine Studie zur Weblog-Community twoday.net bearbeitet, die dann in erweiterter Form als Buch veröffentlicht wurde. Spätestens da war mir also klar, dass das Bloggen nicht nur persönlich bereichernd, sondern auch wissenschaftlich sehr ergiebig war.

Bamblog 2005

Unter der Domain bamberg-gewinnt bloggte ich dann etwa 2 Jahre lang – eine sehr abwechslungsreiche und aufregende Zeit, in die z.B. die Bewilligung meines DFG-PostDoc-Projekts zu den Praktiken des onlinegestützten Netzwerkens genauso fiel wie die „Wie ich blogge?!“-Umfrage, die es bis zu Spiegel Online schaffte, aber auch zu intensiven und produktiven Diskussionen über Blogs & Wissenschaft im Rebellmarkt von Don Alphonso führte. Mit den „Hard Blogging Scientists“ entstand 2006 sogar ein Label incl. Button für diese spezielle Art des akademisch-bloggerischen Identitätsmanagements. Unvergessen bleibt aber auch die Qype-Abmahnung im Frühjahr 2007, die für ordentlich Aufregung in der deutschsprachigen Blogosphäre sorgte. Und ich konnte am eigenen Leib erleben, wie mein Blog mir eine Monat für Monat steigende Sichtbarkeit für eine Öffentlichkeit ausserhalb der relativ kleinen kommunikationswissenschaftlichen Fachcommunity verschaffte.

Im Oktober 2007 machte ich im BamBlog die Türen zu. Den Arbeitsbeginn am Hans-Bredow-Institut und Umzug nach Hamburg nutzte ich zu einem Relaunch inkl. Rückkehr zur ortsunabhängigen persönlichen Domain schmidtmitdete.de. Direkt der zweite Eintrag schilderte, wie ich auf einer Reise durch den us-amerikanischen Nordwesten die ehemalige Verlobte von Netscape-Gründer Marc Andreesen kennenlernte…

Schmidtmitdete 2007

Mein Blog wurde mehr und mehr zu meiner beruflichen Visitenkarte, während sich das alltägliche Networking und Informationsmanagement auf andere Plattformen wie Twitter und Facebook verlagerte. 2009 erschien „Das neue Netz“, das die Erweiterung und Normalisierung des „Social Web“ auch wissenschaftlich reflektierte (und ein eigenes, aber nicht ganz so aktives Blog spendiert bekam). Im Februar 2013 wechselte ich das Design vom BlogPimp-Theme auf das heute noch aktuelle Yoko, das mit seinem responsive design auch auf mobilen Geräten gut funktioniert.

Schmidtmitdete 2013

Die Blogeinträge sind im Lauf der Zeit deutlich sporadischer geworden, was mit der oben genannten Verlagerung auf andere Dienste und chronischem Zeitmangel zu tun hat. Aber trotzdem: Vor zehn Jahren hätte ich im Traum nicht daran gedacht, dass ich heute einen solchen Rückblick schreiben kann – und dass das Blog ein so zentraler Teil meiner (Online-)Identität geworden ist.

23. Januar 2014
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2014 (1)

Auch in diesem Jahr stehen wieder eine Reihe von Vorträgen und Reisen an; hier die Orte, Themen und Anlässe für die erste Jahreshälfte:

  • Bereits am morgigen Freitag, 24. Januar bin ich in Potsdam, wo eine Fachtagung des Bundeselternrates zum Thema „Gesunder Umgang mit neuen  Medien im schulischen Alltag“ stattfindet. Ich werde ein Inputreferat zur Frage halten: „Was ist der Reiz der sozialen Medien? Jugendliche und ihr Umgang mit Facebook & Co. aus Sicht der Kommunikationswissenschaft“. Nach mir wird auch Ulrike Wagner vom JFF noch sprechen; ich bin sicher, das wird eine interessante Kombination und viel Diskussionsstoff geben!
  • Am 30.1. besuche ich meine ehemaligen Kollegen von der Bamberger Kommunikationswissenschaft: Zum 80. Geburtstag von Manfred Rühl (und zugleich auch zum Jubiläum „30 Jahre KoWi in Bamberg“) findet ein Symposium statt – kein Vortrag für mich, aber dafür sicherlich viel Zeit für Wiedersehen und Gespräche.
  • Wiederum eine Woche später ist in Berlin die Tagung „Kommunikationspolitik und Medienregulierung in der digitalen Gesellschaft“, die gemeinsam veranstaltet wird von der Fachgruppe ›Kommunikation und Politik‹ der DGPuK, dem Arbeitskreis ›Politik und Kommunikation‹ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW), der Fachgruppe ›Computervermittelte Kommunikation‹ der DGPuK und der Fachgruppe ›Politische Kommunikation‹ der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM). Wahrscheinlich ist die Tagung schon halb rum, wenn alle Veranstalter ihre Grußworte gesprochen haben.. ;-). Das Programm verspricht viele interessante Vorträge; gemeinsam mit meinem Kollegen Per Christiansen präsentiere ich am Samstag zum Thema „Dialog als Regulierungsinstrument im Datenschutz: Einschätzungen von Datenschutzaufsicht und Internet-Unternehmen“ einige Ergebnisse aus einem „Transferprojekt“, das wir für eine Landesregierung durchgeführt haben. Ziel war, die Rolle von informellen Dialogsituationen für das Verhältnis von Datenschutzbehörden und Unternehmen zu erkunden und zu überlegen, inwieweit solcher informeller Dialog Teil von Regulierungsmaßnahmen sein könnte.
  • Am 5. März veranstaltet die „Katholische Jugendsozialarbeit Nord“ in Hamburg ihre Jahrestagung, zu der ich die einleitende Keynote über den „Reiz der neuen Medien“ beisteuern darf.
  • Und einen Tag später bin ich im Rahmen der SchulKinoWoche in Stade. Die Veranstaltungsreihe, die Filmvorführungen & Diskussionen für Schulen organisiert, ist dieses Jahr mit dem „Wissenschaftsjahr 2014“ gekoppelt, das „Die digitale Gesellschaft“ zum Thema hat – für mich bedeutet das, dass ich am vormittags gemeinsam mit Schüler/innen „The Social Network“ ansehen werde und im Anschluss dann für Fragen und Diskussion bereitstehe.
  • Am 11. März halte ich auf Einladung von Nils Zurawski einen Vortrag bei der 33. Kriminologischen Studienwoche der Uni Hamburg, die sich dieses Jahr mit „Proteste, soziale Bewegung, Abweichung“ befasst. Ich gebe eine Einführung in den Themenbereich „Social Media und soziale Bewegungen“.

… und danach ist erstmal nichts vorgesehen. :-)

 

 

26. November 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Mitgliedervotum der SPD – Wie entscheiden?

Zur Abwechslung mal wieder ein politischer Blog-Eintrag: Jetzt in diesem Moment, am Dienstag Abend, sitzen in Berlin die Verhandlungsteams beisammen und zurren wohl die letzten Details des Koalitionsvertrags fest. Wenn nicht irgendwas Unvorhergesehenes passiert, werde ich als SPD-Mitglied also in den nächsten Tagen Post bekommen und beim Mitgliedervotum mitentscheiden dürfen, ob meine Partei in den kommenden vier Jahren in einer großen Koalition mit CDU/CSU die Bundesregierung stellen wird oder nicht.

Um ehrlich zu sein: Ich habe im Moment überhaupt keine Ahnung, wie ich abstimmen werde.

Das liegt zum einen (und vor allem) daran, dass ich den ganzen aufgeregten Pressemeldungen und journalistischen Kommentaren, den geleakten Entwürfen von Koalitionsverträgen und den Twitter-Debatten für, wider und drumherum nur mit einem halben Auge gefolgt habe. Einigung auf dies, Formelkompromiss für das, kategorische Ablehnung von diesem, unbedingtes Beharren auf jenem – ich werde mir das endgültige Dokument anschauen, denn das ist, was zählt.

Zum anderen bin ich mir aber noch unklar, was ich als Grundlage bzw. als Maßstab meiner Entscheidung nehmen soll. Das Wohl des Landes? Das Wohl der SPD als Partei? Das Wohl der Wählerinnen und Wähler der SPD? Meine ganz persönliche Situation, bzw. die meiner Familie, meiner Freunde, meiner Nachbarschaft, meiner Twitter-Timeline oder meiner geschätzten Blog-Leserschaft? Mein rot-grünes Bauchgefühl?

Vor einigen Wochen, noch vor Beginn der Verhandlungen, hatten wir eine Sitzung meines Ortsvereins Reinbek, in dem wir auch über den Wahlausgang und die Situation der SPD gesprochen haben. Wir waren etwa 20 Personen, von denen niemand wirklich enthusiastisch pro Große Koalition gesprochen hat; die Erinnerungen an die letzte Auflage waren wohl noch zu schmerzhaft. Ein Genosse sprach sich ganz vehement und explizit für Rot-Rot-Grün aus und meinte, er werde bei einer Großen Koalition austreten. Ansonsten hielten sich meinem Eindruck nach ein „Wir müssen Große Koalition machen, was bleibt uns übrig?“ und „Wir schauen mal, was verhandelt wird und sehen dann weiter“ die Waage.

Wir werden sicher im Ortsverein eine weitere Diskussionsveranstaltung durchführen, um uns bei dieser Entscheidung gegenseitig zu helfen. Doch ich will mal in die Runde fragen: Was denkt Ihr, egal ob Ihr SPD-Mitglied, -Sympathisant/in, -Gegner/in oder -Meh seid? Und vor allem: Nach welchen Kriterien werdet oder würdet Ihr entscheiden?

 

17. November 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Geburtstag im Social Web (2013)

Nach dem fulminanten Erfolg der vergangenen Jahre gibt es auch 2013 wieder eine neue Folge meiner eigenen kleinen Privatstatistik: Über welche Medienkanäle gratuliert man heutzutage zum Geburtstag?

Persönliche Glückwünsche und Anrufe lasse ich wie immer aus dieser Statistik raus; mit Ausnahme von SMS und von automatischen generierten Glückwunschmails gab es dieses Jahr auf allen anderen Kanälen etwas weniger Glückwünsche als 2012. Aber ich habe mich trotzdem über jeden Einzelnen gefreut, herzlichen Dank! :-)

11. November 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Article on Twitter and Personal Publics now published

Axel Bruns brought a very nice present to the „Digital Methods“ conference: A book! :-) So I’m happy to announce:

Schmidt, Jan-Hinrik (2014): Twitter and the Rise of Personal Publics. In: Weller, Katrin / Bruns, Axel / Burgess, Jean / Mahrt, Merja / Puschmann, Cornelius (Hrsg.): Twitter and Society. New York, NY: Peter Lang. S. 3-14.

The article has appeared in a very ambitious volume edited by australian and german colleagues, who brought together more than 50 international scholars who provide, in 31 articles, an excellent overview on the broad spectrum of current Twitter research (Axel Bruns has listed them all). Many thanks for the opportunity to be on board!


PS: On sunday evening, I brought the book with me to Indian restaurant in Berlin where I had dinner. One of the employees, who saw the title, told me that he had a master in anthropology and studied Facebook and Society in India – he wrote down the details of the book, so there might be a first reader already… ;-)

8. November 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Tagung „Digital Methods“ in Wien

Zur Abwechslung blogge ich mal wieder von einer wissenschaftlichen Tagung – nämlich der Jahrestagung der Fachgruppe computervermittelte Kommunikation der DGPuK, die auf Einladung von Axel Maireder in Wien stattfand. Das Thema der Tagung lautet „Digital Methods„, verspricht also Beiträge zu einem ganz wesentlichen und drängenden Forschungsfeld der Kommunikationswissenschaft (und anderer Sozialwissenschaften): Wie können wir die Praktiken und Strukturen von digital-vernetzten Kommunikationsräumen beobachten und erfassen, vermessen und auswerten, erklären und verstehen? Auch in unserem Fach sind ja Debatten rund um „Big Data“ und „Computational Social Science“ angekommen – wir können auf bisher ungekannte Datenmengen zugreifen, die in öffentlichen, halb-öffentlichen oder auch persönlich-öffentlichen Räumen anfallen; wir haben die Möglichkeit, etablierte Modelle und Theorien des Fachs (z.B. zu Informationsverbreitung und Agenda Setting) an die digitalen Spuren der vernetzten Kommunikation anzulegen und zu prüfen, ob sie noch passen; wir benötigen neben den „Standard-Kenntnissen“ der empirischen Sozialforschung nun auch Wissen um das Funktionieren oder gar die Programmierung von Tools und Algorithmen des Data-Mining.

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18. Oktober 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Länderpunkt Brasilien: Fussball beim EC Vitoria

Ich bin ja kein wirklicher Groundhopper, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, besuche ich dann doch gern mal auf Reisen ein einheimisches Fussballspiel1. Und heute ergab sich eine solche Gelegenheit, denn während meiner Brasilienreise auf Einladung des Goethe-Instituts war ich – zusammen mit Christoph Bieber und Gerhard Vowe, also in exzellenter Gesellschaft – bei einem Spiel in der ersten brasilianischen Liga, dem Campeonato Brasileiro.

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  1. Neben diversen Partien in Deutschland habe ich immerhin schon die Grashoppers Zürich und Bnei Yehuda Tel Aviv auf meiner Liste.

16. September 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Buch „Social Media“ ist erschienen

Nach Urlaub und Konferenzreise fand ich heute morgen endlich ein Exemplar des Buches „Social Media“ auf meinem Schreibtisch, das ich für die neue Reihe „Medienwissen Kompakt“ des VS Springer Verlag verfasst habe. Hurra!

Ich hatte vor einigen Wochen ja schon etwas zum Hintergrund und zur Zielgruppe dieser Reihe gebloggt und mich darüber gefreut, dass ich die Gelegenheit hatte, meine wissenschaftlichen Themen für eine nicht-wissenschaftliche Zielgruppe aufzubereiten. Ich freue mich natürlich über möglichst viele Leser/innen; für alle, die noch nach einer Lektüre für herbstliche Zugfahrten oder schon nach einem Weihnachtsgeschenk für die an Medien interessierte Verwandschaft suchen, hier noch einmal die Themen:

  • Verschwindet durch soziale Medien die Privatsphäre? (Hier geht es u.a. um mein Konzept der persönlichen Öffentlichkeiten)
  • Machen soziale Medien jeden zum Journalisten? (Was ist Medienöffentlichkeit, und inwiefern wird sie durch soziale Medien verändert?)
  • Bringen soziale Medien Wissen für alle? (Neben Bemerkungen zur Wikipedia und anderen Wikis erläutere ich hier auch ausführlicher die Rolle von Algorithmen für die Ordnung von Informationen)
  • Sind die sozialen Medien partizipativ – oder überwachen und kontrollieren sie den Menschen? (Hier habe ich die Gedanken zum “Partizipationsparadox”, das ich in jüngerer Zeit in meinen Vorträgen erwähne, etwas ausführlicher formuliert)

10. September 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Vorträge 2013 (2)

Der Sommerurlaub ist vorbei und die Konferenzsaison ist eröffnet – es wird wieder mal Zeit für eine Übersicht der Reisen und Vorträge in den kommenden Monaten.

  • Als erstes steht eine Reise nach Cardiff an, wo ich mit Kollegin Wiebke Loosen bei der „Future of Journalism„-Konferenz unser DFG-Projekt zur „(Wieder-)Entdeckung des Publikums“ vertrete. Unser Vortrag „Assessing audience participation in journalism through the concepts of inclusion level and inclusion distance“ wird im Anschluss auch im Projektblog veröffentlicht.
  • Am Freitag den 20. September bin ich bei einer gemeinsamen Diskussionsrunde von Vocer und süddeutsche.de zu Gast, die sich mit „Debattenkultur und gesellschaftlicher Beschleunigung“ [noch keine Homepage] befasst. Ich darf eine Replik auf Stefan Plöchinger halten und muss mir dringend Gedanken machen, was ich zu dem Thema zu sagen habe…. :-)
  • Eine Woche später bin ich ein weiteres Mal am KSI in Bad Honnef zu Gast, wo der „Medientreff NRW 2013“ stattfindet. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „OnAir – OnLine: Entwicklungen, Erfahrungen, Erkenntnisse“ werde ich die Perspektive der Medienforschung einbringen.
  • Im Oktober steht dann die größte Reise des Jahres an: Vom 13. bis 20.10 darf ich auf Einladung des Goethe-Instituts in Brasilien weilen, genauer gesagt: In Salvador de Bahia, wo ich am internationalen Symposium „Demokratie im Zeitalter des Internet“ [noch keine Homepage] teilnehme, sowie in Belem, wo ich zum Thema „Demokratie und Internet“ einen Vortrag halte (in Kooperation mit dem dortigen DAAD-Büro). Ich war noch nie in Brasilien oder überhaupt Südamerika und freue mich dementsprechend jetzt schon darauf – nicht zuletzt, weil auch die geschätzten Kolleg/inn/en Kathrin Voss, Gerhard Vowe und Christoph Bieber mitreisen werden.
  • Vom 7. bis 9. November findet die diesjährige Fachgruppentagung der DGPuK-FG Computervermittelte Kommunikation in Wien statt. Meine eigene Vortragseinreichung hat leider das Review nicht überstanden, sodass ich nicht mit einem eigenen Vortrag vertreten sein werde, aber ich setze alles daran, trotzdem nach Wien zu kommen, weil das Tagungsthema – Digital Methods – ein sehr interessantes Programm verspricht.

 

30. Juli 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
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Buchtipp: Wie funktionieren Wikis?

Die Tage fand ich ein Exemplar der Dissertation von Florian L. Mayer in der Post – der LIT-Verlag hatte es mir freundlicherweise zugeschickt, vielen Dank! Ich habe noch nicht die Zeit gehabt, das Buch (das in der Reihe „Studien zur Organisationskommunikation“ erschienen ist) gründlich zu lesen, will aber trotzdem jetzt schon mal eine dringende Leseempfehlung für „Erfolgsfaktoren von Social Media: Wie ‚funktionieren‘ Wikis? Eine vergleichende Analyse kollaborativer Kommunikationssysteme im Internet, in Organisationen und in Gruppen“ aussprechen.

Warum? Erstens kenne ich Florian noch aus meiner Bamberger Zeit sehr gut; wir haben einige Jahre gemeinsam an der Forschungsstelle Neue Kommunikationsmedien an einer Reihe von Projekten gearbeitet1. So um 2004/2005 herum kam das Thema „Social Software“ auf und wir begannen mit kleinen Studien und größeren Projekten zu Blogs und Netzwerkplattformen. Florian konzentrierte sich bald auf Wikis und bearbeitete mit Prof. Theis-Berglmair u.a. ein DFG-Projekt zu „Netzwerkgestützten kollaborativen Kommunikationssystemen“ – aus denen auch letztlich seine Dissertation hervorging.

Zweitens, und damit verbunden, trägt das Buch dazu bei, das Ungleichgewicht in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung zu den sozialen Medien zu beheben. Denn die meisten Studien befassen sich derzeit mit Netzwerkplattformen wie Facebook oder mit Twitter, während es zu Wikis, insbesondere auch solchen jenseits der Wikipedia, vergleichsweise wenig Studien in unserem Fach gibt2. In der Studie von Florian Mayer werden öffentlich zugängliche Wikis (wie die Wikipedia) und interne Organisationswikis (insbes. durch drei Fallstudien) gleichermaßen untersucht und entlang der Leitbegriffe „Aufmerksamkeit“, „Organisation“ und „Motivation“ die für Wikis typischen Strukturen herausgearbeitet. Ausserdem werden die Ergebnisse in breitere Überlegungen zum Wandel von Öffentlichkeit eingeordnet, wobei mit „Mikrokommunikation“ und „Mikrokollaboration“ zwei interessante Konzepte angeschnitten werden, die noch der weiteren Ausarbeitung in den kommenden Jahren harren.. :-)

  1. … und nebenbei bei der Comedy Lounge und anderswo Witze erzählt
  2. Ausnahmen bestätigen die Regel; an Büchern finde ich empfehlenswert u.a. das 2007er-Buch zur Wikipedia von Christian Pentzold, das „Wikipedia-Universum“ von Daniela Pscheida und, aus der Soziologie,  die netzwerkanalytische Studie von Christian Stegbauer.

15. Juli 2013
von Jan-Hinrik Schmidt
3 Kommentare

Die #scientipps gehen in die neue Saison

Nach der fulminanten Premiere-Saison geht die Bundesliga-Tipprunde „The scientipps“ auch 2013/14 wieder an den Start. Diesmal mit noch mehr Preisstifterinnen1, denn diesmal räumen nicht nur Bieber, Bruns und Schmidt in bewährter Manier ihren Bücherschrank, sondern auch Thorsten Faas, Monika Taddicken und Katrin Weller sind dabei. Update: Auch Alexander Richter hat noch einen Preis gestiftet, siehe unten. Und als Superbonus kommen zwei Gemälde von Florian Hohmann dazu. Danke schon mal an dieser Stelle!

Wie kann man mitmachen?

  • Einfach in der Tipprunde „The Scientipps“ auf kicktipp.de anmelden. Die Teilnehmerinnen der letzten Saison sind noch im System gespeichert und können sofort wieder loslegen.
  • Sich mit den Spielregeln vertraut machen.
  • Tipps abgeben (sinnvollerweise nicht alle auf einmal, sondern wohl doch eher von Spieltag zu Spieltag?)
  • Die Bonustipps nicht vergessen, die in einem separaten Menüpunkt VOR SAISONBEGINN abzugeben sind – dazu auf der Tippabgabe-Seite oben im Drop-Down-Menü unter „Spieltag“ einfach „Fragen“ anwählen“ bzw. hier klicken.
  • Gerne im Forum mit anderen Scientipperinnen diskutieren
  • Beachten, dass wir das alles zum Spass machen, und daher auch der Rechtsweg ausgeschlossen ist.

Achtung, neue Regel – Da es vorkommen kann, dass Tipperinnen im Lauf der Saison aussteigen, wird „aktiv“ wie folgt definiert: „Aktiv“ sind diejenigen Personen, die zum Zeitpunkt einer Wertung mindestens an 75% der zurückliegenden Spieltage Tipps abgegeben haben.

Am Ende der Saison (inklusive Relegation und, Achtung neu, DFB-Pokalfinale) entscheidet der Punktestand; die drei Erstplatzierten unter den aktiven Tipperinnen erhalten folgende Preise (bei Gleichstand entscheidet das Los):

  1. Preis: Drei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste
  2. Preis: Zwei Bücher nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. Preis gewählten Bücher)
  3. Preis: Ein Buch nach Wahl aus unten stehender Liste (abzüglich der vom 1. und 2. Preis gewählten Bücher – also das, das übrig bleibt)

Die Bücher:

Ausserdem loben wir eine Reihe von Sonderpreisen aus, die zum Teil (#1 und #2) auch schon während der laufenden Saison vergeben werden:

(1) Das „Felix Toppberger-Vehfunkel Gedächtnisgemälde“

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wo findet der erste Trainerinnenwechsel statt?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x eine Zeichnung von @hohse, der sich von Person, Umständen und Ort der ersten Trainerinnenentlassung wird inspirieren lassen.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(2) Der „Für’n Herbstmeister kann man sich nichts kaufen“-Preis

  • Sonderpreis für den korrekten Bonustipp „Wer wird Herbstmeister?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden): 1x Bieber/Leggewie (2012) „Unter Piraten
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer bis dahin die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(3) „Snurb’s dynamic down under cup“

  • Sonderpreis für die korrekten Bonustipps „Welche Mannschaften belegen die letzten drei Plätze?“ (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen abgegeben werden):1x Hartley/Burgess/Bruns (2013) „New Media Dynamics
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(4) „Dr Bieber’s most daring tipper special trophy“

  • Sonderpreis für das torreichste korrekt vorausgesagte Spiel: 1x Coy/Pias (2009) „Powerpoint“ (mit Beitrag von Bieber)
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(5) Die „Siegen ist nicht alles“-Prämie

  • Sonderpreis für die meisten Punkte aus Spieltagssiegen: 1x Schmidt/Weichert (2012) „Datenschutz
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 (6) kwelle’s Zusatzherausforderung: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze

  • Sonderpreis für den richtigen Tipp der Mannschaft, die den DFB-Pokal gewinnt (Achtung: Dieser Tipp muss bis zum 1. BuLi-Spieltag bei den Sonderfragen Edit: unter den Tipps für den 1. Spieltag abgegeben werden): 1x Tokar et al (2012): Science and the Internet
  • Sollte kein richtiger Tipp für die Siegermannschaft abgegeben worden sein, wird „rückwärts“ geprüft: Wer hatte den Finalgegner richtig, wer die Halbfinalpartien, etc.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

(7) Das „Mediokre Mediangemälde“

  • Sonderpreis für diejenige aktive Tipperin, deren Punktzahl am nächsten zum Durchschnittswert aller erspielen Punkte aller aktiven Teilnehmerinnen liegt: 1x eine Zeichnung von @hohse, die wohl angemessen mittelmäßig ausfallen wird und deren Inhalt möglicherweise in der Mitte der Saison ermittelt wird.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 Update – neuer Preis! (8) „Dat Ding muss ins Netz!“-Pokal

  • Sonderpreis für diejenige aktive Tipperin, die den Sondertipp „Welches Team stellt die Spielerin mit den meisten Toren?“ gewinnt: 1x  Richter (2013): Vernetzte Organisation.
  • Bei mehreren richtigen Antworten gewinnt, wer (a) keinen anderen Preis gewonnen hat sowie (b) die wenigsten Gesamtpunkte unter den aktiven Tipperinnen hat; bei Gleichstand entscheidet das Los.

 

  1. Dieser Blogeintrag ist im generischen Femininum formuliert, d.h. Männer sind bei den Formulierungen immer mit gemeint.