Schmidt mit Dete

Vortrag zu mediatisiertem Beziehungsmanagement

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Donnerstag Abend war ich in Bremen zu Gast beim Forschungskolloquium des „Instituts für Medien, Kommunikation, Information“ (IMKI), um einen Vortrag über „Mediatisiertes Beziehungsmanagement – zur Veränderung von Privatsphäre und Öffentlichkeit im neuen Netz“ zu halten. Im ersten Teil habe ich vor allem über (Micro-)Blogging und Social Network Sites gesprochen, um zu demonstrieren, auf welche Art im neuen Netz mediatisiertes Beziehungsmanagement unterstützt bzw. ermöglicht wird. Im zweiten Teil habe ich argumentiert, dass diese Anwendungen persönliche Öffentlichkeiten entstehen lassen, durch die sich bisherige Grenzen zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit verschieben. Im Moment befinden wir uns meiner Meinung nach gerade mitten im Prozess der Aushandlung neuer Routinen und Erwartungen, sprich: Praktiken des „privacy management“1, die je nach betrachteten sozialen Netzwerken und gegebener Softwareumgebung unterschiedlich ausfallen können.

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Ich habe mich sehr über die Einladung nach Bremen gefreut, und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Zum einen hatte ich so Gelegenheit, endlich mal einige Gedanken zum Thema „Privatsphäre im Social Web“ zu sortieren und zu präsentieren – in den kommenden Monaten werde ich vermutlich noch einige weitere Vorträge in diese Richtung halten, da tut es gut, Feedback und weitere Anregungen zu bekommen. Zum anderen war ich im Lauf des letzten Jahres zwar öfter in Bremen, aber bislang noch nie am IMKI. Andreas Hepp hat mit seinem Team dort eine beachtliche Forschungsleistung in den vergangenen Jahren erbracht – möglicherweise ergeben sich ja einige Anknüpfungspunkte zu meiner neuen Tätigkeit am HBI? Und schließlich war es eine wunderbare Gelegenheit, beim anschließenden gemütlichen Beisammensein (u.a. auch mit Ralf Bendrath; Karsten Wolf und Helge Staedtler konnten nach dem Vortrag leider nicht mehr mitkommen) über jede Menge spannender Themen zu diskutieren – von der Internetnutzung russischstämmiger Jugendlicher über die Popularität von Orkut in Brasilien bis hin zur Frage, wie denn das technische Design für onlinebasiertes Beziehungsmanagement aussehen müsste, das dem einzelnen Nutzer maximale Kontrolle über die eigenen Daten UND hohe Flexibilität in der Differenzierung unterschiedlicher Formen seiner sozialen Beziehungen geben könnte. Aber das wäre etwas für einen eigenen Blogeintrag, den ich nicht mehr heute mache – gleich ist nämlich Institutsweihnachtsfeier… :)

  1. Fällt jemandem ein schöner deutscher Begriff dafür ein? „Privatsphären-Management“ klingt irgendwie holprig..

5 Kommentare

  1. Hmm, wie wär’s mit der Benennung dessen, was passiert: Social Context Conflation. Und dann halt das Mangement dessen, in Anlehnung an Ralf.

    Mehr dazu:
    http://bendrath.blogspot.com/2007/10/social-graph-google-privacy-and.html
    http://www.ifeb.uni-bremen.de/wordpress_staedtler/?p=219

    Ich wäre wirklich noch gerne geblieben, hatte aber leider erst zu spät erfarhen, dass Du nach Bremen kommst, um meine Termine entsprechend nach hinten raus anzupassen. Sorry!

  2. Achso, Du suchst ja nem deutschen Begriff, na wie wäre es mit „Kontextvermischung“. Demnach wäre Kontexttrennung oder Kontextkontrolle ein mögliches Gegenstück.

  3. Apropos Privatsphäre. Der vermeintlich anonymisierte Twitterer in Deinen Folien ist für jeden anderen Twitterer gut zu identifizieren. Aber ich red ja nix sag ja nix.

  4. Pingback: Schmidt mit Dete » Unterminieren Netzwerkplattformen sich selbst?

  5. Pingback: The final verdict: 3 months of teaching with Facebook

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