Schmidt mit Dete

DFG-Projekt „(Wieder-)Entdeckung des Publikums“ bewilligt

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Was lange währt, wird endlich gut1: Heute haben meine Kollegin Wiebke Loosen und ich die endgültige Bestätigung bekommen, dass die DFG einen Projektantrag von uns bewilligt hat. Hurra!

Bis zum 13.7.2011 kann man sich auch auf eine (Promotions-)Stelle als Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in im Projekt bewerben.

„Die (Wieder-)Entdeckung des Publikums: Journalismus unter den Bedingungen von Web 2.0“

Durch das Web 2.0 verändert sich das tradierte Verhältnis von Journalismus und Publikum: Neue Formen der Publikumsbeteiligung und gewandelte Inklusionsansprüche der Nutzerinnen und Nutzer führen zu Verschiebungen zwischen den tradierten Rollen des Kommunikators und des Rezipienten bzw. zwischen professioneller und nicht-professioneller Aussagenentstehung. Vor diesem Hintergrund muss der Journalismus Einschränkungen seiner Inklusionsfähigkeit in Kauf nehmen und gleichzeitig mit den zunehmenden Inklusionsansprüchen des Publikums umgehen.
Ziel des geplanten Forschungsprojekts ist es, methodisch vielfältig zu untersuchen, wie der professionelle, redaktionell organisierte Journalismus partizipative Elemente in sein Angebot integriert und welche Erwartungen und Erwartungserwartungen hierbei auf Seiten der Journalisten und des Publikums eine Rolle spielen. Im Mittelpunkt steht damit die Frage, wie journalistisch-professionelle Orientierung und Publikumsbeteiligung wechselseitig aufeinander wirken.
Die geplante Untersuchung ist als multiple Fallstudie angelegt; für insgesamt sechs Fallstudien werden drei Kontrastdimensionen unterschieden: 1. TV- vs. Print-Redaktionen/-Angebote inklusive ihrer entsprechenden Online-Pendants; 2. nachrichtlich vs. unterhaltend ausgerichteter Journalismus; 3. wöchentliche vs. tägliche Erscheinungsweise. Sowohl für die journalistischen Anbieter als auch für die Publika werden jeweils Inklusionsleistungen und Inklusionserwartungen erhoben, um in der Kombination die jeweiligen Inklusionsniveaus (Ausmaß der Publikumsintegration) sowie Inklusionsdistanzen (Ausmaß der Übereinstimmung der jeweiligen Erwartungen) ermitteln zu können.

  1. „Was lange währt“ ist in diesem Zusammenhang übrigens tatsächlich wörtlich zu verstehen – im Februar 2009, damals war Wiebke noch an der Uni Hamburg beschäftigt, begannen wir mit der Arbeit am gemeinsamen Antrag. Im Oktober 2009 war er fertig gestellt und ging an die DFG – im April 2010 (Wiebke war gerade ans HBI gewechselt) erhielten wir Nachricht, dass der Antrag abgelehnt sei, die beiden Gutachter aber eine Neueinreichung eines überarbeiteten Antrags befürworten. Im September 2010 hatten wir diese Neufassung dann fertig und eingereicht; im Januar 2011 erhielten wir Nachricht, dass die Lage der beiden Gutachten keine eindeutige Entscheidung zuließe, und ein drittes Gutachten erstellt wird. Heute, Ende Juni 2011, endlich die erlösende positive Nachricht…

2 Kommentare

  1. Glückwunsch zur Bewilligung des Projektantrages. Beinahe skandalös ist allerdings die Dauer von erster Antragstellung bis zur endgültigen Bewilligung (eine Situation, die ich nur zu gut kenne ;-) ).
    Gut, dass ihr auch den langen Atem hattet.

  2. Pingback: Schmidt mit Dete » Wie besetzt man zwei DFG-Stellen?

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