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DFG richtet Schwerpunktprogramm „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ ein

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Anfang der Woche hat die DFG bekannt gegeben, dass ein neues Schwerpunktprogramm zum Thema „Wissenschaft und Öffentlichkeit: Das Verständnis fragiler und konfligierender wissenschaftlicher Evidenz“ eingerichtet wird. Aus der Pressemitteilung:

Das Forschungsprogramm soll Bedingungen und Prozesse des Verständnisses wissenschaftlicher Evidenzgewinnung und Evidenzsicherung der Öffentlichkeit, das heißt von Laien, empirisch untersuchen und Theorien zu ihrem Wissenschaftsverständnis entwickeln. Außerdem soll es begründete Gestaltungsprinzipien für die Vermittlung wissenschaftsbezogener Informationen erarbeiten. Im Schwerpunktprogramm sind Forschungsprojekte aus Psychologie, Kommunikationswissenschaft, empirischer Pädagogik, naturwissenschaftlicher Fachdidaktik sowie Wissenschaftssoziologie vorgesehen, die disziplinenübergreifend zusammenarbeiten.

Die Projekte des Schwerpunktprogramms sollen vier prototypische Erfahrungsbereiche untersuchen, in denen sich Laien der Fragilität wissenschaftlicher Evidenzsicherung gegenüber sehen:

  • Die wissenschaftsbezogene Informationssuche und -bewertung im Internet. Dazu gehört auch die aktive Kommunikation zur Wissenschaftsrezeption (zum Beispiel in Internetforen, Wikipedia).
  • Die Darstellung und Rezeption von Wissenschaft in Massenmedien und Unterhaltsangeboten. Dazu gehört auch die Arbeit der „Vermittler“ zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, zum Beispiel von Wissenschaftsjournalisten.
  • Die Darstellung und Rezeption von Prozessen und Bedingungen wissenschaftlicher Evidenzsicherung in Museen.
  • Die Vermittlung von Grundkenntnissen über wissenschaftliche Evidenzsicherung in Bildungsinstitutionen.

Wichtig für interessierte Antragsteller/innen: Am 17./18. Juli 2008 findet in Bonn ein vorbereitender Workshop statt. Anträge für die erste zweijährige Förderperiode müssen bis 1. Oktober 2008 gestellt werden.

Das klingt nach einer sehr reizvollen „Förderumgebung“ – und es fällt interessanterweise (a) mit der Nachricht von Christoph Bieber zusammen, dass das Giessener ZMI mit weiteren Kollegen von der VW-Stiftung Fördermittel für das Projekt „Interactive Science – Interne Wissenschaftskommunikation über digitale Medien“ erhalten hat, und (b) mit der Ankündigung von Marc Scheloske, dass er mit einer Kollegin einen thematisch ähnlichen Antrag beim BMBF gestellt hat. Augenscheinlich ist die Zeit reif für einen genaueren Blick auf die Veränderungen in der Wissenschaftskommunikation…

Ein Kommentar

  1. Hallo Jan,

    Danke für die Info zur DFG-Förderinitiative. Und ich war ja selbst hocherfreut, daß Christoph Bieber und sein Team ihren Antrag bei der VW-Stiftung durchgebracht haben. Die Umbrüche und Veränderungen an der Schnittstelle von Wissenschaft zu anderen Teilbereichen (Politik, Recht, Medienöffentlichkeit…) sind hochinteressant und erfreulicherweise wird das offenbar aktuell auch bei den Förderinstitutionen so gesehen.

    Das gibt mir Hoffnung, daß das angedeutete Projekt an dem ich beteiligt bin, auch beim BMBF auf Wohlwollen stößt. Die Transformationen der Wissenschaftskommunikation im und durch den Onlinebereich sind zwar „nur“ ein Teilbereich unserer Projektskizze, aber vielleicht der spannendste. ;-)

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