Schmidt mit Dete

Vom Marketing-Online-Kongress

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Nachdem ich gestern Abend schon neun Euro für zwei Stunden Netzzugang im Sheraton-Hotel ausgegeben hatte1, wollte ich heute beim Marketing-Online-Kongress nicht nochmal zahlen, deswegen also ganz klassisch offline-MSEditor-Blogging und späteres Onlinestellen.

Ich kann nur über den zweiten Tag berichten, da ich erst Dienstag Abend in München ankam. Mittwoch morgen sprach zunächst Gabriele Lemmle über BMW-web.tv, das Videoportal von BMW. Die Clips (hippe Werbefilmchen, aber auch magazinartige Beiträge) werden zudem auf den gängigen anderen Portalen wie iTunes und YouTube eingespeist, wo auch der Löwenanteil der Nutzung stattfindet (nicht auf der eigenen Seite, dort entstehen nur etwa ein Drittel der Zugriffe). Kein Problem, so Lemmle: „Hauptsache, ich habe BMW in den mindset des Nutzers gebracht.“ User-generated-content ist im Moment noch nicht vorgesehen, allerdings denken die Verantwortlichen durchaus darüber nach, wie Nutzerbeteiligung auf der eigenen Seite gestärkt und die Anbindung an einschlägige Communities und Blogs verbessert werden kann. Vermutlich wird es einen Filmwettbewerb geben, getreu dem schönen (und von mir gerade ausgedachten) Motto: „Und wenn man mal nicht weiter weiß, vergibt man halt ’nen Movie-Preis“.

Rechtsanwalt Philip Kramer (vom Beratungsbüro Gliss & Kramer) befasste sich danach mit „Datenschutz und Web 2.0“ – was muss man beachten, wenn man kundenbezogene Daten im Zuge von Online-Marketingmaßnahmen erheben, speichern oder weiter verwenden möchte – für mich eher unergiebig; nicht, weil die Themen nicht interessant wären, sondern weil der Zuschnitt des Vortrags völlig an meinen Erwartungen vorbeilief.

Claus Weber, Geschäftsführer von kinkaa.de (eine Reisesuchmaschine), stellte das eigene Corporate Blog vor, das Bestandteil des „Creative Weblogging“-Netzwerks ist. Neben reisebezogenen Themen werden dort auch Einblicke in die Weiterentwicklung der Seite gegeben. Aus Sicht von Weber erfüllt das kinkaa-Blog2 mehrere Funktionen: Kommunikationsplattform (Newskanal, aber auch Dialog mit Kunden), Marketinginstrument (Auffindbarkeit in Suchmaschinen, dadurch auch Traffic-Generierung, Kundenbindung) und PR-Instrument (Kanal für Journalisten).

Die Präsentation von Thomas Laker, Referent für Kommunikation bei „SOS-Kinderdorf Deutschland“, hatte den interessanten Titel: „Keine Logik ohne Bauch! Warum Webanalyse ohne Intuition nichts bringt“ – und hielt eine schöne Gegenrede, fast schon eine höfliche Polemik, zu all den Trafficanalysetools und -methoden, zu Internetcontrolling und Onlinereporting, und wie das sonst noch so alles heißt. Sein Fazit, aus eigener Erfahrung: „Webanalyse ist wichtig – aber die eigentliche Leistung ist die Analyse, und das nimmt einem keiner ab.“ Den Vortrag von Michael Beck, Gründer von Divolution, habe ich nur mit einem halben Ohr verfolgt, es ging um „Conversionsmaximierung durch Landingpagetesting und On-Site Targeting“, das war mir zu Marketing-speziell. Von Stefan Huth habe ich dagegen nicht nur gelernt, dass die Firma „Pitney Bowes“ Frankier- und Kouvertiermaschinen herstellen, sondern auch dass der Hype um E-Mail am Abklingen sei, zumindest in Bezug auf Direktmarketing in diesem Markt.

Den Bogen zurück zum Endkonsumenten schlug anschließend Robin Karakash von Coca-Cola, der über „Internetbasiertes Engagement Marketing“ referierte und dabei eine Reihe von online-Marketingaktionen vorstellte: Den Weltrekord des Lächelns, das Coke Zero Live Carrera Rennen, die zungenbrechende „Live life light Momente“-Kampagne sowie die Soundwave Discovery Tour 2007. Nach ihm war ich dann abschließend an der Reihe, um über „Mythen des Web 2.0“ zu sprechen und (am Ende der Präsentation) die Folgen für das Marketing anzuschneiden.

 

Mein Fazit: Ein interessanter Tag in für mich ungewöhnlichem Umfeld – es war doch etwas anders als die Tagungen, auf denen ich sonst unterwegs bin. Vor allem an den Präsentationen merkte man sehr deutlich, dass man auf einer Marketing-Veranstaltung war: Viele Abbildungen auf den Folien, direkte Ansprache des Publikums, keiner der Referenten war ein schlechter Redner. An den Gesprächen merkte ich, dass im Marketing-Bereich ähnliche Fragen auftauchen wie im Bereich der etablierten Medien: Irgendetwas verändert sich gerade im Netz, aber kaum einer weiß, was genau. Es bleibt also noch genug zu Forschen.. :)

  1. Beim Auschecken tauchte der Betrag erst nicht auf der Rechnung auf – als ich nachfragte, ob das evtl. auch vom Tagungsveranstalter übernommen würde, meinte die Dame: „Oh, das ist ja nett, dass sie so ehrlich sind, denn unser System spinnt immer mal wieder und ich konnte gar nicht sehen, ob sie das Netz genutzt haben ..“. Also gleich nochmal den Geldbeutel gezückt; hoffentlich ist das gut für’s Karma, dass ich so ehrlich war – dem HSV hat’s ja erstmal nix gebracht
  2. Ich musste beim Vortrag immer an „Kinkaa-litzchen“ denken… Willkommen in der Wortspielhölle..

3 Kommentare

  1. Mein Tip zum Offline-Blogging: der Browser Flock. Disclaimer: Ich bin völlig begeistert von dem Ding!
    Du gibst Deine Blog-Daten ein und klickst zum Bloggen einen Button. Es öffnet sich ein simples Editor-Textfeld. Dann entweder veröffentlichen oder abbrechen, im letzteren Fall wird der Post gespeichert und ist später zum Veröffentlichen abrufbar.
    Lästiges Copy/pasten entfällt, genauso die paar Klicks für die Anmelderoutine im Blog.

  2. Pingback: Schmidt mit Dete » Vor der Blogtalk - Cork

  3. Pingback: Harald R. Fortmann - Online Marketing is my Passion » Blog Archiv » Marketing! Online - Review

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