Schmidt mit Dete

Journalistische Ethik im Social Web

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Ich hatte ja bereits einige Male das Thema „Forschungsethik im Web 2.0“ angeschnitten; heute bin ich auf einen interessanten und leider nicht sonderlich erfreulichen Fall gestossen, dass sich ähnliche Fragen auch für den Journalismus stellen1, insbesondere im Umgang mit online verfügbaren persönlichen Daten. Darauf aufmerksam gemacht hat mich eine Redakteurin von „Zapp„, die wohl in der heutigen Sendung (Mi, 23.00 Uhr, NDR) einen Bericht darüber bringen werden. Ich hoffe, ich verderbe ihnen jetzt keine exklusive Story – ich finde diesen Fall aber sehr spannend und will meine Einschätzung mal niederschreiben….

[Update 18.00 Uhr: Naja, so ganz exklusiv ist das ohnehin nicht mehr, wie ich gerade bei rivva.de feststelle.. :-)]

[Update 23.30 Uhr: Der Zapp-Beitrag lief gerade; Hans Paukens, Geschäftsführer der Deutschen Hörfunkakademie, war mit seiner Einschätzung zu sehen – er erinnerte ebenfalls an journalistische Ethikrichtlinien und meinte sinngemäß: Die Publikation der persönlichen Texte und Fotos bedient allenfalls den Voveurismus des Publikums.]

Der Hintergrund: Vor einigen Tagen wurde in Bad Bramstedt eine vierköpfige Familie tot aufgefunden; laut Staatsanwaltschaft wohl „erweiterter Suizid“, sehr wahrscheinlich durch den Vater. Das Hamburger Abendblatt bestreitet schon seit einigen Tagen die Regionalberichterstattung mit dem Fall – und hat heute Textauszüge und Fotos aus dem Blog des Vaters veröffentlicht. Laut Artikel, um „Einblicke[..] in die Seele eines Verzweifelten“ zu geben – aus meiner Sicht ist dabei allerdings eine Grenze überschritten worden.

Als Einschub: Ich kann das Vorgehen des Abendblatts bzw. der zwei verantwortlichen Journalisten nicht (presse-)rechtlich beurteilen, sondern kommentiere hier aus der Sicht eines Wissenschaftlers, der sich mit den Merkmalen und Praktiken der neuen „persönlichen Öffentlichkeiten“ im Internet auseinandersetzt.

Interessant ist zunächst die einleitende Formulierung, dem „Abendblatt lieg[e] exklusiv das Internet-Tagebuch (Blog) des Familienvaters vor“ – da ganze Textstellen wörtlich zitiert werden, ist es ein leichtes, via Google das frei verfügbare Blog ausfindig zu machen, also kann von Exklusivität eigentlich keine Rede sein. Hinzu kommt, dass im Artikel der Name des Sohns aus erster Ehe zwar geändert wurde, aber im Blog der echte Name steht. Merke: wörtliche Zitate aus dem Internet können gegooglet werden, dadurch ist Anonymität nicht mehr gewährleistet.

Es geht aber noch weiter: Wenn man den Namen des Blogs (augenscheinlich ein nickname des Mannes) googelt, stösst man auf eine Reihe weiterer Profile, z.B. bei Youtube und giga.de, und auf eine Homepage der Familie mit Fotogalerie, einem Gästebuch u.a. Von dieser Homepage sind Fotos entnommen und im Abendblatt gedruckt worden – allerdings wird als Quelle der Name eines der Journalisten genannt, der an dem Artikel mitgeschrieben hat. Zudem sind Kommentare von Besuchern der Seite (offenbar Freunde der Familie) in einem weiteren Artikel des Abendblatts zitiert worden.

Was zeigt uns dies? Zunächst einmal, dass unter Umständen bereits einige wenige Informationen genügen, um sich ein deutlich umfassenderes Bild einer Person zu ergooglen; hier genügte bereits ein wörtliches Zitat im Abendblatt, um dann vermittelt über einen relativ eindeutigen Nickname an mehr Informationen zu kommen.

Die spannendere Frage ist allerdings, ob es ethisch vertretbar ist, diese privaten Informationen in einem journalistischen Artikel zu verwenden? Meiner Ansicht nach: Nein. Im Blog stehen teilweise sehr persönliche Einträge (z.B. die Schilderung eines Konflikts mit der Ex-Frau), und es ist an vielen Stellen deutlich zu erkennen, dass es für den Mann die Online-Variante eines Tagebuchs ist, in dem er Erlebnisse und Gedanken für sich selbst niederschreibt. Es gibt keine Kommentare (zumindest sind mir beim Drüberscannen keine aufgefallen), sodass das „für-sich-selbst schreiben“ noch verstärkt wird. Die Homepage der Familie richtet sich meinem Eindruck nach vor allem an Freunde und Bekannte, die dort teilweise ja auch Kommentare hinterlassen. Texte und Bilder aus diesen persönlichen Öffentlichkeiten herauszulösen und im Abendblatt einem breiten Publikum zugänglich zu machen, verletzt meines Erachtens die Privatsphäre der betroffenen Personen – ganz abgesehen davon (und von mir mangels Kenntnis nicht beurteilbar), wie presserechtlich das Einholen eines Einverständnisses geregelt ist, wenn private Informationen über Verstorbene veröffentlicht werden sollen.

Der offensichtliche Einwand gegen meine Bedenken ist natürlich: Aber es steht doch frei im Netz, dann ist es doch nicht mehr privat! Ja und nein – ich halte es nicht für ethisch falsch, solche frei verfügbaren Informationen im Netz zu recherchieren, denn in dieser Hinsicht sind sie tatsächlich nicht privat. Aber ich halte es für falsch, diese Informationen anschließend zu veröffentlichen (noch dazu ohne Einwilligung2 ), weil damit die Publikumserwartungen des Mannes bzw. der Familie verletzt wurden. Die wiederum machen einen wesentlichen Teil der Privatsphäre aus: Die Kontrolle darüber, was ich welchem Personenkreis gegenüber preisgebe, wird ganz maßgeblich davon geleitet, welches Publikum ich für Äußerungen oder Verhalten annehmen kann.

Die persönlichen Informationen aus Blog und Homepage waren ganz offensichtlich nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt, sondern für eine eingeschränkte, eben: die persönliche Öffentlichkeit. Und letztlich setzt ja genau hier auch journalistische Ethik an: Abzuwägen, ob man bestimmte Informationen, die man hat, auch veröffentlichen sollte.

  1. In diesem Zusammenhang auch nochmal der Hinweis auf die Präsentation von Tobias Eberwein bei der Medienethik-Tagung vor zwei Wochen
  2. Wobei ich nicht beurteilen kann, ob bzw. wer in diesem konkreten Fall um Einwilligung gebeten wurde.

15 Kommentare

  1. Danke für den Hinweis auf diesen eindrucksvollen Fall! Ich teile genau deine Einschätzung: Eine journalistische Veröffentlichung der Blog-Inhalte ist hier aus berufsethischer Perspektive in hohem Maße problematisch! Die passende Begründung dafür ist auch im Pressekodex (Ziffer 8, Schutz der Persönlichkeitsrechte) nachzulesen. Insbesondere die ergänzenden Richtlinien zur Ziffer 8 liefern eigentlich genügend Argumente gegen die Berichterstattung — man lese nur die Passagen zur Nennung und Abbildung von Opfern und Tätern im Kontext von Unglücksfällen und Straftaten sowie die Empfehlungen zum journalistischen Umgang mit Selbsttötungen…

  2. @Tobias super, danke für den Hinweis auf den Pressekodex!

  3. Ich bin geneigt, Dir zuzustimmen. Rein gefühlstechnisch. Mein Gerechtigkeitsempfinden gibt Dir in jedem Fall recht.

    Mein Kopf sagt aber etwas anderes. Wenn ich Informationen ins Netz stelle, sind die öffentlich. Punkt. Schlußaus. Braucht man eigentlich nicht weiter zu diskutieren. Es sei denn, ich verstecke sie hinter einen Passwortschutz oder einem ähnlichen Zugriffsrechtemanagement.

    Dass der Familienvater das vielleicht falsch eingeschätzt hat, ist sicher der derzeit noch verbreiteten Medieninkompetenz geschuldet. Eine Ungleichzeitigkeit, die sich hoffentlich die nächsten 10 Jahre von selbst auflösen wird. Deswegen wahrscheinlich auch dieses Ungerechtigkeitsempfinden, wenn die Redakteure diese Schwäche nun schamlos ausschlachten.

    Andererseits: Was ist, wenn ich mal verunglücke/im Lotto gewinne/mich umbringe/jemanden umbringe/etc? Bin ich darauf vorbereitet, dass in den Medien Infos, vielleicht einen übelgelaunten Tweet, einfach so aus seinem Kontext reißen werden, um zu illustrieren, warum ich denn schon immer und so? Ich glaube nein, obwohl ich mir diese Medienkompetenz ja eigentlich zuschreiben würde.

    Das sind also wirklich medienethische Fragestellungen, die so neu und doch so dringend sind und noch ihrer Aushandlung harren. D.h. wie wird man eines Tages als /Leser/ eines Mediums auf solche Informationen reagieren? Wird man den Medien glauben, wird man die Originalbeiträge recherchieren? Auf wie dünnes Eis werden sich Journalisten da begeben? Das wird noch sehr spannend. Bis dahin werden wir wohl noch einige solche Fälle erleben.

  4. Ich bin mir ebenfalls nicht ganz so sicher. Einerseits habe ich mich heute früh dabei ertappt, den Abendblatt-Artikel zu lesen und sogar spannend zu finden, weil er Einblick in ein menschliches Schicksal gibt. Andererseits sehe ich den Punkt des wörtlichen Zitats und der damit leichten Auffindbarkeit der Originalquellen als eigentliches Problem, das eine erschreckende mangelnde Medienkompetenz des Redakteurs (!) offenbart – ich würde annehmen, dass er an diese Möglichkeit, die du eindrucksvoll schilderst, gar nicht gedacht hat (so wenig, wie ich heute früh auf die Idee gekommen bin, nach diesem Blog zu suchen, das aber eher aus Gründen der Pietät, denke ich).
    Ich halte es insofern mehr für ein handwerkliches Problem als für ein ethisches, wenn ich es bedenke. Denn @mspro hat ja genau Recht damit, dass die Informationen öffentlich zugänglich sind, wenn auch bis heute früh nur für „Eingeweihte“ auffindbar.
    Auch die Abendblatt-Redaktion (und so dürfte das in der Tat absurde „exklusiv“ zustande gekommen sein) wird von jemandem von außen auf das Blog gestoßen worden sein. Dass sie es dann leichtfertig für alle anderen auffindbar macht, ist ein Fehler, der leicht durch Medienkompetenz (in Bezug auf das Internet) hätte verhindert werden können.

    Was der Redakteur (und dann auch ethisch) falsch gemacht hat, ist, die Identität und die Privatsphäre von mutmaßlichen Tätern und Opfern offenzulegen – durch ein – ich wiederhole mich, sorry – handwerklich ungenügendes und fahrlässiges Vorgehen.

  5. Pingback: onlinejournalismus.de - Das Magazin zum Thema » Blog Archive » Exklusives “Internet-Tagebuch des Familienmörders”

  6. Nicht nur Berufsethik spielt hier eine Rolle (gegen die ganz sicher verstoßen wurde – siehe Pressekodex) oder eine nicht erfolgte „Anonymisierung“ bzw. ein Versuch, die Texte so zu verändern, dass sie nicht im Netz zu finden sind.
    Auch das Urheberrecht ist hier verletzt worden. Ein Blog mag öffentlich im Netz stehen, das heißt m. E. noch lange nicht, dass er ohne Einwilligung des Verfassers zitiert oder gar abgedruckt werden darf – Hinweis: geistiges Eigentum.

  7. Dazu noch folgendes Zitat:
    „Da Blogs aus dem Bereich der Online-Tagebücher entstammen, ist von daher der Schutz des Urheberrechts eigentlich einfach: Der Blogger selbst und der von ihm geschaffene Content sind ggf. vor der unberechtigten Übernahme durch Dritte zu schützen. Sofern der Blogger die Tagesberichterstattung zum Gegenstand seiner Betrachtungen und Bewertungen macht, so ist er selbst nach § 50 UrhG [Berichterstattung über Tagesereignisse] bei der Tagesberichterstattung geschützt.“
    Quelle:
    http://www.jur-blog.de/multimediarecht/rechtsanwalt/2008-08/blogs-urheberrecht-kein-thema/

    Stellt sich die Frage, ob ich das überhaupt zitieren durfte ;-)

  8. Hallo Jan,
    danke für den wirklich spannenden Fall.

    Ich sehe an ihm mindestens zweierlei:

    Journalistisch ist da die dreifache Unsauberkeit,
    (a) das Recht am eigenen Bild nicht zu achten – das gilt auch bis 10 Jahre nach dem Tod, und ob es sich bei den abgebildeten Opfern um „relative Personen der Zeitgeschichte“ handelt, wie es juristisch so schön heißt, ist zumindest diskutabel;
    (b) sich selbst fälschlich als Bildquelle auszugeben;
    (c) das Urheberrecht nicht zu achten: Auf der genannten Homepage der Familie findet sich nirgends ein Lizenzhinweis zur freien Weiterverwendung der Inhalte auf der Seite, insofern sind sie alle urheberrechtlich geschützt, und das Urheberrecht geht an die nächsten Angehörigen über; von denen hätten sich die Redakteure das Recht zum Abdruck mindestens der Bilder einholen müssen (bei den Textausschnitten könnte man zitatrechtlich argumentieren).

    Was nun zweitens die persönlichen Öffentlichkeiten im Netz anbelangt, sehe ich die Sache als faszinierter kulturrelativistischer Ethnologe im eigenen Land: Diese Art Öffentlichkeit ist etwas kulturell (relativ) neues, für das es keine impliziten geteilten Konventionen noch gar explizite, in Gesetzen, Standards, Berufskodizes etc. kodifizierte Normen gibt. Wir befinden uns aktuell mittem im sozialen Aushandlungsprozess genau dieser Normen anhand genau solcher Fälle wie diesem.

    Kulturrelativismus heißt hier, dass es eben keine vorhandene ethische Antwort auf die Frage gibt, ob der Journalist „richtig“ gehandelt hat, sondern jede/r von uns aus seinem/ihrem moralischen Empfinden und dann nachgelagert rationaler Begründung dieses Empfindens heraus Position bezieht, und aus der Abstimmung dieser Positionen dann geteilte Normen entstehen. In der Minidebatte in diesen Kommentaren nehmen wir „live“ an diesem Aushandlungsprozess teil.

    Aber die Frage ist enorm spannend: Was ist die – hm – gerechtfertigt erwartbare intendierte Öffentlichkeit einer Äußerung im Web? Oder einfach gesagt: Wenn ich einen Blogpost sehe, woran kann ich begründet einschätzen, an wen diese Äußerung gerichtet ist und mit welcher Verbreitung ihr Autor einverstanden wäre? Letztlich geht es bei Google Books um die ähnliche Frage, ob ein Autor als Urheber das Recht hat, der Aufnahme seines Buch-Volltextes in den Google-Index und damit die Erhöhung der *Findbarkeit* seines Buches zu widersprechen, und ob der rechtliche Default für solche Dinge Opt-Out/bis auf Widerspruch oder Opt-In/Einverständnis sein sollte.

  9. Danke für die interessanten Kommentare!

    @mspro: der Hinweis auf Medienkompetenz ist wichtig, denn sicherlich gehört es zu einer der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt, in den neuen onlinebasierten Räumen abschätzen zu können, wer Zugriff auf meine Daten/Texte/etc. hat.
    Das ist aber glaube ich nicht der springende Punkt – die Frage ist doch, wer ethisch falsch handelt: Derjenige, der Informationen von sich preisgibt, oder derjenige, der sie einem Kontext entnimmt und in einen anderen Kontext kopiert/verbreitet. Ich würde sagen: Letzterer – deswegen handeln m.E. Jugendliche, die Profilfotos von Mitschülern kopieren und in die Gruppe „die größten Deppen von schülerVZ“ einstellen; oder Personalchefs, die Profile von Bewerbern auf studiVZ (oft noch verdeckt) durchstöbern unethisch.

    @Haltungsturner: Ich frage mich in der Tat, wie die Redakteure anfänglich auf das Blog oder die Webseite kamen, denn ich konnte die Sachen ja nur finden, weil ich mit den Zitaten einen Anhaltspunkt hatte. Mit den handwerklichen Fehlern gebe ich Dir recht.

    @paniker: Stimmt, das Urheberrecht kann hier, wie Sebastian auch schreibt, zumindest bei den Bildern auch noch eine Rolle spielen.

    @Sebastian: Was die Neuigkeit der Öffentlichkeiten angeht, stimme ich Dir zu; das von mir gern verwendete Bild des „holländischen Wohnzimmers“ trifft einige Aspekte des Verhältnisses von Öffentlichkeit und Privatsphäre m.E. ganz gut (zumindest lassen sich damit sehr schön Diskussionen anstoßen), kommt aber an seine Grenzen, insbesondere wenn es um die Persistenz, Durchsuchbarkeit und Replizierbarkeit der Daten geht.
    Die erwartete bzw. intendierte Öffentlichkeit einzuschätzen ist in der Tat schwierig; Zugangsbeschränkung durch Registrierung/Login (wie bei den meisten Netzwerkplattformen) wäre für mich z.B. schon mal ein Indikator, aber auch die Inhalte (da wird es dann schon schwammig). Und als Faustregel (mein Vorschlag zur sozialen Norm…): Als Beobachter lieber zu viel Privatheit annehmen und beim Urheber nachfragen, als zu viel Öffentlichkeit annehmen und dann ggfs. Privatsphäre verletzen.

  10. Ich weiß auch nicht was solche Blogzitate in einer Zeitung sollen. Allerdings hab ich mich dann auch dabei ertappt ein wenig zu suchen und hab auch einige der oben geannten Profilte usw. gefunden wie auch Freunde usw. Dazu waren einige Dinge noch falsch zitiert, oder macht man aus einem , … jetzt einen Punkt ( es ging um frauen ticken anders oder so). Was ja an sich eine allerweltsaussage ist, die weder relevant noch sonstwie irgendwie mit der Tat zu tun hat, wenn dann doch eher den Beitrag etwas weiter unten, von wegen Zeitbombe usw. Will da jetzt nicht näher drauf eingehen.

    Insgesamt macht mir das wieder klar wie einfach es doch ist mit sehr wenig Aufwand ein recht umfassendes Profil in 20 Minuten von einer Person zu erstellen, das von Hobbies, Freunde, Beruf, Musikvorlieben, der Einstellung zu verschiedenen Themen usw. über Gesundsheitsprobleme alles zu erfahren. Zwar nicht direkt über den Realname, aber wenn der nur einmal in Verbindung mit dem Nick fällt ist es ja schon egal, da recht eindeutig erkennbar. Da sind ja noch nicht mal Dienste wie Xing, StudiVZ, Facebook und Co betrachtet worde, wo es ja sicherlich auch noch einige Infos gibt.

    Es heißt daraus gewisse lehren zu ziehen. Das heißt nicht unbedingt sich nicht mehr an sozialen Netzwerken zu beteiligen, aber doch mal aufzupassen, dass z.B. nicht der Nick des Spielsuchtforums mit dem des Depriforums mit dem der beim Arbeitgeber hinterlassenden Mailadresse überheinstimmt usw. Außerdem wäre es wirklich mal an der Zeit so eine Art Selbstbesteimmbares Verfallsdatum für Daten im Netz zu bestimmen, bzw. eine Möglichkeit alte Daten und Accounts einfach zu löschen, was aufgrund der großen Datenredundanz im Moment nicht wirklich Möglich ist.

    Ähnliches sollte man auch für zukunftige Entwicklungen bedenken. Auch wenn man sich ncihts dabei denkt ein peinliches Bild ins Internet zu packen ohne Namen usw. würde ich dennoch immer davon ausgehen das es in vieleicht fünf Jahren problemlos Möglich ist, einfach ein Vergleichbild in eine Suchmaschine zu laden und dann so das Bild zu finden, ohne das man die entsprechende Person Namentlich sucht.

    Wer weißt evtl. ist es in Zukunft sogar möglich, gewisse Artikel, Forenbeiträge, Kommentare usw. einfach aufgrund von Satzbau, Formulierungen usw. einer gewissen Person zuzuordnen.

    Zum Thema was verwndet werden darf, würde ich auf jeden Fall erst mal alles ausschließen, was wie schon von im Beitrag oben gesagt hinter einem Login „verborgen“ ist. Also studiVz usw. Außerdem gibt es ja immer noch das Urheberrecht und somit ist ja an sich nichts zu verwenden, außer es darf in irgend einer Form als Zitat genutz werden und ob im konkreten Fall z. B. die Gedanken zur Idendität als Mann oder Ähnliches für den Artikel relevant sind mag ich bezweifeln. Das mag evtl. bei einem Serienvergewaltiger schon wieder anders aussehen.

    Dieser Kommentar ist zwar ein wenig vom Thema abgewichen, aber irgendwie musste das mal gesagt. werden.

  11. Danke für den informativen Beitrag. FYI: Über den Existenzzeitraum des Blogs von 28 Monaten und 66 Postings gibt es 13 Kommentare, von denen vier vom Blogger selbst stammen.

  12. Ich habe ein Mal die Erfahrung gemacht, das ein ganz guter Blogfreund von mir zitiert wurde im Fernsehen, ohne, dass er davon was wusste !! (das wollte ich nur mal nebenbei erwähnen)-sein Foto wurde dann auch gleich gezeigt. Für jemanden, der noch einen weiteren Job hat, ist das nicht so prickelnd und so gab es bei ihm schon ganz schönen Stress.
    Leider habe ich Zapp nicht gesehen, kommt evtl. eine Wiederholung?

  13. Existiert der angesprochene Artikel noch irgendwo? Unter dem Links ist er leider nicht mehr zu finden. Danke

  14. @gui: Keine Ahnung – evtl. im Internet Archive?

  15. vielen dank für diesen sehr guten und immer noch aktuellen Beitrag! ich teile deine meinung voll und ganz. allerdings befürchte ich, dass viele journalisten aufgrund des drucks, unter dem sie abliefern müssen nicht widerstehen können, solche eigentlich privaten daten „richtig“ zu veröffentlichen. eine interessante beleuchtung des themas ethik im journalisums habe ich unter folgendem link gefunden: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/105651.html
    vor allem das fazit finde ich in diesem zusammenhang lesenswert.

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